Margherita-von-Brentano-Preis an Historikerin

Dr. Gudrun Wedel erhält den mit 20 000 DM dotierten Preis

Nr. 226/2000 vom 08.12.2000

Die Historikerin Dr. Gudrun Wedel erhält den mit 20 000 DM dotierten Margherita-von-Brentano-Preis. Geehrt wird damit das große Engagement von Gudrun Wedel, die seit Jahren ohne institutionelle Unterstützung autobiographische Schriften von Frauen aufspürt und publiziert. Der Margherita-von-Brentano wird für besonders herausragende Projekte und Maßnahmen zur Förderung von Frauen an der Freien Universität verliehen. Die akademische Feier findet am Mittwoch, dem 13. Dezember 2000 im Sitzungssaal des Akademischen Senats, Henry-Ford-Bau, Garystr. 35, statt. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Dr. Angelika Schaser. Nachdem die Vizepräsidentin der Freien Universität, Prof. Dr. Gisela Klann-Delius, den Preis überreicht hat, hält Gudrun Wedel einen Vortrag zum Thema: "Verlegte Geschichten: Was geschieht mit Autobiographien von Frauen?".

Schon während ihres Studiums beschäftigte sich Gudrun Wedel mit der Frage, warum so wenig über das autobiographische Schreiben und Publizieren von Frauen bekannt ist. Bei der Recherche stellte sie fest, dass Autobiographien von Frauen vergessen, verdrängt und übergangen worden sind. So ergab beispielsweise die Durchsicht der Frauenzeitung: "Die Frau", die von 1893-1944 erschien, dass sehr viel mehr Autobiographisches von Frauen vorhanden ist als bislang angenommen. Seit vielen Jahren arbeitet die Historikerin außerdem am Aufbau einer einzigartigen Sammlung von Autobiographien. Auf der Basis dieser großen Sammlung entstand eine Dissertation, von der ein Ausschnitt unter dem Titel: "Lehren zwischen Arbeit und Beruf. Einblicke in das Leben von Autobiographinnen aus dem 19. Jahrhundert." Wien: Böhlau 2000 erschien. Gegenwärtig arbeitet die Historikerin im Rahmen eines DFG-Projekts an der Freien Universität daran, die von ihr erschlossenen Autobiographien in einem Nachschlagwerk zugänglich zu machen.

Gudrun Wedel (geb. 1949) hat in Frankfurt a. M. Germanistik und Geschichte studiert. Nach dem 2. Staatsexamen für das Amt der Studienrätin, promovierte sie 1997 in Geschichte bei Prof. Dr. Claudia Ulbrich (FU) und Prof. Dr. Hartmut Kaelble (HU). Die Historikerin arbeitete unter anderem als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Berlin Bibliographie an der Senatsbibliothek, an der Arbeitsstelle für die Schulgeschichte Berlins der FU Berlin und am Heimatmuseum Neukölln. Kürzlich erst ist ihre umgearbeitete Dissertation erschienen.

Weitere Informationen

 Dr. Gudrun Wedel; E-Mail: guwedel@zedat.fu-berlin.de