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„Zeit im Ausland ist immer ein Gewinn“

Katja Simons ist neue Leiterin des Verbindungsbüros der Freien Universität in New York

22.09.2016

Katja Simons
Dr. Katja Simons Bildquelle: Bernd Wannenmacher
NYC skyline
Das Verbindungsbüro in New York baut Kooperationen der Freie Universität und der LMU München in den USA und in Kanada auf. Bildquelle: pexels.com/CC0
German House
Schräg gegenüber dem UN-Hauptgebäude: Das Deutsche Haus in New York Bildquelle: German University Alliance

Weltweit sieben Verbindungsbüros sorgen dafür, dass die Freien Universität stark vernetzt ist. Für die USA und Kanada ist das Büro in New York zuständig, das seit April dieses Jahres von Katja Simons geleitet wird. Die Alumna der Freien Universität und promovierte Soziologin bringt viel Erfahrung für den Job mit.

Katja Simons' internationale Karriere begann auf eine Weise bereits im Alter von fünf Jahren, als ihre finnlandschwedische Familie nach Heidelberg zog. Ihr Vater, ein Zellbiologe, hatte eine Anstellung in Deutschland gefunden. Katja Simons selbst verschlug es nach dem Abitur nach Paris und später nach Beirut, New York und Rom, weil ihr Mann an diesen Orten für die Vereinten Nationen arbeitete. Zurück in New York leitet sie seit April dieses Jahres das Verbindungsbüro der German University Alliance, einem Zusammenschluss der Freien Universität Berlin mit der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die USA kannte sie schon seit ihrer Schulzeit, als sie ein Jahr lang bei einer Familie in Connecticut lebte. Das sei eine wichtige Erfahrung gewesen, sagt sie. Als sie an der Freien Universität Soziologie studierte, hat sie sich aus Angst, zu viel Zeit zu verlieren, gegen ein Auslandssemester entschieden. Heute hat sie einen anderen Blickwinkel darauf. „Zeit im Ausland ist immer ein Gewinn“, sagt sie.

An ihr Diplom in Berlin schloss sie eine Doktorarbeit in Bochum zu industriellen Ballungsräumen an. Sie plante ursprünglich, in der Wissenschaft zu bleiben. Per Zufall kam sie jedoch ins Wissenschaftsmanagement, als sie in der New York Times eine Stellenausschreibung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) entdeckte.

Nur wenige US-Amerikaner studieren im Ausland

Für den DAAD entwickelte sie ein umfassendes Netzwerk deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Nordamerika. Später arbeitete sie beim Institute of International Education für die Initiative „Generation Study Abroad“, die junge US-Amerikaner dazu ermutigen möchte, im Ausland zu studieren oder Praxiserfahrung zu sammeln. Noch immer gehen weniger als zehn Prozent der US-Studierenden während des Studiums ins Ausland. Hier müsse noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, erzählt Katja Simons. Internationale und interkulturelle Kompetenzen würden für den globalen Arbeitsmarkt immer wichtiger.

Diese Erfahrung hilft ihr nun als Leiterin des Verbindungsbüros. Zu ihrer tagtäglichen Arbeit gehört es, die Anfragen von Studierenden und Wissenschaftlern zu beantworten, die sich für die Freie Universität oder die Ludwig-Maximilians-Universität interessieren. Sie nimmt an Konferenzen und Karrieremessen teil, um über die beiden Universitäten zu informieren. Bei Info-Veranstaltungen an Partneruniversitäten, am Goethe Institut und an Deutschen Auslandsschulen stellt sie Austauschprogramme und Studienangebote vor. Auch das Knüpfen neuer Kooperationen mit Universitäten fällt in ihren Aufgabenbereich.

"Ein starkes Netzwerk deutscher Einrichtungen"

Das Verbindungsbüro befindet sich wie das deutsche Konsulat und die Ständige Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen im Deutschen Haus, schräg gegenüber dem UN-Hauptquartier in Manhattan. Außerdem sind der DAAD, weitere Verbindungsbüros deutscher Hochschulen, die Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie das Deutsche Wissenschaft- und Innovationshaus dort angesiedelt. „Ein starkes Netzwerk deutscher Einrichtungen, die sich um den akademischen Austausch mit Nordamerika bemühen“, sagt Katja Simons.

In New York fühlt sie sich mittlerweile zu Hause. Ihre beiden Söhne sind gebürtige Amerikaner und besuchen die Deutsche Internationale Schule in New York. „In dieser Stadt wird man schnell heimisch, weil hier Menschen aus aller Welt zusammenkommen“, sagt Katja Simons. Im Sommer fliegt sie aber immer wieder nach Europa, um die Verbindung zu ihrer Familie aufrecht zu erhalten.