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Entscheidungen mit Gefühl

Hauke Heekeren ist neuberufener Professor für Emotionspsychologie und affektive Neurowissenschaft

16.06.2009

Hauke Heekeren, Professor für Emotionspsychologie und affektive Neurowissenschaft
Hauke Heekeren, Professor für Emotionspsychologie und affektive Neurowissenschaft Bildquelle: privat

Will ein Hund nur spielen – oder zubeißen? Lächelt uns jemand freundlich oder herausfordernd an? Im Gehirn werden wichtige Entscheidungen im Sekundentakt gefällt. Wie diese Entscheidungen zustande kommen, damit beschäftigt sich Hauke Heekeren, Professor für Emotionspsychologie und affektive Neurowissenschaft an der Freien Universität.

Wer die Wahl hat, hat die Qual – die Qual der Entscheidung: Ob sich ein Student im Sommer etwa entscheidet, sein Skript zu lernen oder stattdessen mit Kommilitonen an den nächsten See zu fahren, hängt von vielen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielen bei diesen Entscheidungsprozessen Gefühle, Belohnungen und Erfahrungen. Der Student, der sich für See und Sonne entscheidet, würde für seine Entscheidung unmittelbar „belohnt“. Da er aber wahrscheinlich aus Erfahrung weiß, dass sich auch Lernen lohnt – wenn auch erst in der nächsten Klausur – könnte er sich ebenso gut für die Bibliothek und gegen den Badesee entscheiden.

Seit acht Jahren arbeitet der Mediziner und Neurowissenschaftler Hauke Heekeren an neurokognitiven Fragestellungen wie dieser; seit Februar forscht und lehrt er im Rahmen des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“ an der Freien Universität Berlin. Von der interdisziplinären Zusammenarbeit mit seinen Kollegen des Exzellenzclusters ist Heekeren begeistert: „Es ist spannend, aus welch unterschiedlichen Perspektiven man denselben Gegenstand betrachten kann. Um schließlich interdisziplinär über die „Languages of Emotion“ diskutieren zu können, muss eine gemeinsame Sprache gefunden werden. Hierbei sind wir schon ein gutes Stück voran gekommen.“

Direkter „Einblick“ in Entscheidungen

Heekeren und seine Mitarbeiter schauen Menschen sprichwörtlich in den Kopf, während diese  Entscheidungen treffen. Mit Hilfe der „funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) und der Elektroenzephalografie (EEG)  werden Erregungsveränderungen im Gehirn sichtbar gemacht, während ein Mensch Reize wahrnimmt, Entscheidungen trifft oder nachdenkt.

Das fMRT zeigt in hochauflösenden, dreidimensionalen Bildern, welche Hirnregionen bei Entscheidungen und anderen Denkprozessen beteiligt sind. Deshalb ist das Verfahren für die Forschung im Bereich der Emotionspsychologie und affektiven Neurowissenschaften ausgesprochen wichtig. Seit Ende letzten Jahres haben die Forscher von „Languages of Emotion“ eines der knapp zwei Millionen Euro teuren MRT-Geräte in Dahlem. Hauke Heekeren hat in diesen Tagen gemeinsam mit Gründungsdirektor Professor Arthur Jacobs das neue „Dahlem Institute for Neuroimaging of Emotion“ (D.I.N.E.) eingeweiht. Neben dem fMRT gibt es im D.I.N.E. Labore für EEG, funktionelle Nah-Infrarot-Spektroskopie, Hochgeschwindigkeits-Blickbewegungsmessung und Transkranielle Magnetstimulation. „Alle Labore und Geräte in unmittelbarer Nähe zu haben, ist für unsere Forschung ein großer Vorteil“, sagt Heekeren.

Künftig will Hauke Heekeren die soziale, kognitive und affektive Neurowissenschaft noch stärker in der Lehre verankern, um auch die Studierenden der Psychologie für diese Themen zu begeistern.