Freie Universität Berlin


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Mehr MINT bitte!

Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler haben an der 12. Sommeruni der Freien Universität teilgenommen

03.09.2015

Die Schülerinnen untersuchen unter dem Mikroskop das Bein einer Schabe und leiten die Aktivität der Nervenzellen ab.
Die Schülerinnen untersuchen unter dem Mikroskop das Bein einer Schabe und leiten die Aktivität der Nervenzellen ab. Bildquelle: Lea Corrette
Teilnehmer des Workshops "Informatik enlightened: Was Autos, Blumen, Menschen und Solarzellen verbindet". Student Toni Draßdo erläutert einem Schüler die Funktionsweise eines Arduino-Microcontrollers.
Teilnehmer des Workshops "Informatik enlightened: Was Autos, Blumen, Menschen und Solarzellen verbindet". Student Toni Draßdo erläutert einem Schüler die Funktionsweise eines Arduino-Microcontrollers. Bildquelle: Lea Corrette
Pause auf dem Campus: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommeruni beim gemeinsamen Grillen.
Pause auf dem Campus: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommeruni beim gemeinsamen Grillen. Bildquelle: Lea Corrette
Franck-Hertz-Versuch im PhysLab: Das Experiment aus dem Jahr 1914, benannt nach James Franck und Gustav Hertz, ist einer der eindruckvollsten Belege der Quantenphysik.
Franck-Hertz-Versuch im PhysLab: Das Experiment aus dem Jahr 1914, benannt nach James Franck und Gustav Hertz, ist einer der eindruckvollsten Belege der Quantenphysik. Bildquelle: Lea Corrette

Immer in den letzten beiden Wochen der Sommerferien bietet die Freie Universität Schülerinnen und Schülern ab der 10. Klasse die Möglichkeit, in die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu schnuppern. In diesem Jahr haben sich 221 Interessierte angemeldet – und nicht nur aus Berlin. „Wir hatten in den vergangenen Jahren auch Teilnehmer aus den USA und Frankreich bei unserer Sommeruni“, sagt Mitorganisatorin Petra Skiebe-Corrette, Biologieprofessorin am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie. „Diesmal waren auch Schüler aus Wien und Straßburg dabei, die Naturwissenschaften in Berlin erleben wollten.“

Am ersten Tag der Sommeruni lernten die Schülerinnen und Schüler das Universitätsgelände mithilfe einer Campus Rallye kennen. Anschließend konnten sie zwei Wochen lang in Vorlesungen und mehrtägigen Experimentierkursen die MINT-Fächer hautnah erleben. Zum Abschluss der Sommeruni beantworteten Studierende sowie Wissenschaftler der verschiedenen Fächer beim „Expertenbrunch“ alle Fragen rund ums Studium.

Die 17-jährige Leah Rödl aus Trier weiß genau, was sie nach der Schule machen möchte: Medizin studieren – am liebsten in Berlin. Den Genetikkurs hat sie daher nicht nur genutzt, um ihr Wissen zu erweitern, sondern auch, um Kontakte zu knüpfen und gezielt Fragen zum Studium, der Freien Universität und dem Studentenleben zu stellen. Ihr Freund Tobias Romann aus Speicher ist noch unschlüssig, in welche Richtung es später gehen soll: Biologie, Chemie, Technik – oder doch vielleicht Sport? „Die Tage hier helfen mir auf jeden Fall bei der Entscheidung“, sagt der 18-Jährige. „Die studentischen Kursleiter und auch die Professoren sind sehr nett, geben uns viele Tipps und nehmen sich auch nach dem Kurs noch Zeit, unsere Fragen zu beantworten. Das finde ich toll!“

Breites Fächerspektrum

Auch Tobias Balogun helfe die Sommeruni bei der Entscheidung für ein Studienfach – und bei der Wahl der Hochschule: „Ich dachte immer, die Freie Universität wäre eher geisteswissenschaftlich ausgerichtet. Doch hier habe ich gemerkt, dass sie auch einen ausgeprägten naturwissenschaftlichen Schwerpunkt hat.“ Der 17-Jährige interessiert sich sehr für erneuerbare Energien und möchte später eventuell etwas mit Energie und Prozesstechnik machen. Deshalb habe er sich am Fachbereich Physik für den Kurs „Sonnenenergie: Photovoltaik und Solarthermie?“ von Barbara Sandow angemeldet.

„Die Schülerinnen und Schüler, die freiwillig in ihren Sommerferien zu den Kursen und Vorlesungen kommen, sind besonders interessiert und engagiert“, sagt Jörg Fandrich vom Fachbereich Physik. „Hier haben sie viele Möglichkeiten und können Dinge ausprobieren, die in der Schule nicht machbar sind.“ Auch die Kursleiter sind mit Engagement und Spaß bei der Sache. Ohne die Unterstützung der wissenschaftlichen Arbeitsgruppen und der Schülerlabore der Freien Universität könne die Sommeruni in dem Umfang gar nicht durchgeführt werden, sagt Petra Skiebe-Corrette: „Ob sich Professoren freiwillig für Fachvorträge zur Verfügung stellen, die technischen Assistenten Versuche vorbereiten oder die Gärtner sich um die Pflanzen kümmern – die gesamten Fachbereiche sind an dem Projekt beteiligt.“

Inklusion ermöglichen

Anina Schwarze interessiert sich seit ihrem achten Lebensjahr für Neurobiologie und freute sich deshalb, über die Nachrückerliste in den Kurs „Neurobiologie – vom Verhalten zu den Nervenzellen“ gerutscht zu sein. Die Zehntklässlerin fand es besonders interessant, das bekannte Pawlow’sche Experiment zur klassischen Konditionierung bei Hunden an Bienen zu testen. Nächstes Jahr möchte sie gern wiederkommen und einen Kurs über Genetik oder das Immunsystem belegen. Vorraussetzung für Anina ist allerdings, dass das Gebäude und die Labore barrierefrei zugänglich sind, da sie im Rollstuhl sitzt.

Um tatsächlich jeder Schülerin und jedem Schüler von der 10. Klasse an die Chance zu geben, an der Sommeruni teilzunehmen, spielt das Thema Inklusion eine wichtige Rolle für die Organisatoren. „Zwar kann nicht generell jeder Kurs für jeden zugänglich gemacht werden, doch wenn bei der Anmeldung eine Beeinträchtigung angegeben wird, versuchen wir auf alle Fälle, eine Teilnahme zu ermöglichen“, sagt Petra Skiebe-Corrette. Zum Beispiel könne ein Kurs im Gebäude der anorganischen Chemie aus dem dritten Stock ins Erdgeschoss verlegt werden, um für Rollstuhlfahrer den Fluchtweg sicherzustellen. Das Institut für Chemie der Freien Universität hatte bereits 2002 bundesweit die ersten behindertengerechten Laborarbeitsplätze eingerichtet. Sie haben unter anderem unterfahrbare, auf Sitzhöhe absenkbare Tischflächen und an der Frontseite angebrachte Bedienelemente.

Weitere Informationen

Die nächste Sommeruni für Schülerinnen und Schüler an der Freien Universität Berlin findet vom 22. August bis 2. September 2016 statt.