Freie Universität Berlin


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„Exzellente Ausbildungsqualität“

Die Freie Universität wurde von der IHK als Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet / Zehn Jahre Ausbildungsverbund Fachinformatik Berlin

03.08.2015

Fachinformatikerinnen von morgen? Schülerinnen beim Girl's Day am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin.
Fachinformatikerinnen von morgen? Schülerinnen beim Girl's Day am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin. Bildquelle: Freie Universität Berlin
Die Freie Universität Berlin wurde von der Industrie- und Handelskammer kürzlich für ihre exzellente Ausbildung ausgezeichnet.
Die Freie Universität Berlin wurde von der Industrie- und Handelskammer kürzlich für ihre exzellente Ausbildung ausgezeichnet. Bildquelle: Freie Universität Berlin
Vor zehn Jahren wurde der Ausbildungsverbund Fachinformatik Berlin gegründet. Auch die diesjährigen Absolventen profitierten von der Ausbildung, die von vier Berliner Einrichtungen getragen wird.
Vor zehn Jahren wurde der Ausbildungsverbund Fachinformatik Berlin gegründet. Auch die diesjährigen Absolventen profitierten von der Ausbildung, die von vier Berliner Einrichtungen getragen wird. Bildquelle: Freie Universität Berlin

„Exzellente Ausbildungsqualität" bescheinigte die IHK kürzlich der Freien Universität Berlin. Ein Beispiel für eine solch ausgezeichnete Ausbildung sei die in Berlin einzigartige der Fachinformatiker, sagt Stefan Bavar, Ausbilder für Fachinformatik der Freien Universität. Vor zehn Jahren haben sich vier Berliner Wissenschaftseinrichtungen zusammengeschlossen, um gemeinsam Fachinformatiker und Fachinformatikerinnen auszubilden und so die Qualität der Ausbildung zu steigern: die Freie Universität, an der das Projekt geleitet wird, die Technische Universität, das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und der Campus Benjamin Franklin der Charité – Universitätsmedizin Berlin. „Jede der vier Einrichtungen verfügt über eine andere Kernqualifikation. Das macht die Ausbildung sehr vielseitig“, sagt Stefan Bavar.

Rund 120 junge Menschen wurden im Ausbildungsverbund (afib) seit 2005 ausgebildet – zum „Fachinformatiker Systemintegration“ oder zur „Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung“.

Neben der Vielfalt der Einsatzorte bietet die Ausbildung zahlreiche Zusatzqualifikationen, die weit über den Ausbildungs-Anforderungen der Industrie- und Handelskammer liegen: Die Azubis erwerben Sprachzertifikate und Vertiefungskurse zu technischen Themen. „Die Ausbildung wird daher nur knapp unter dem Bachelor-Abschluss gehandelt“, sagt Stefan Bavar. Das herausragende Konzept überzeugte schon früher die Fachwelt: 2009 wurde der Bildungsgang mit dem Hermann-Schmidt-Preis des Bundesinstituts für Berufsbildung ausgezeichnet.

„Jede Institution bringt ihre spezifischen Kompetenzen in die Ausbildung ein“

Drei Jahre dauert die Ausbildung. In jedem Jahrgang lernen zehn bis 14 Jugendliche. Sie bleiben stets als Gruppe zusammen und wechseln zwischen den Einrichtungen, in denen sie eine gemeinsame theoretische und praktische Ausbildung erhalten.

„Jede Institution bringt ihre spezifischen Kompetenzen in die Ausbildung ein“, sagt afib-Absolvent Nico Davis. „Das hat meine fachlichen und sozialen Fähigkeiten gestärkt, weil ich mich immer wieder auf neue Leute und Situationen einstellen musste.“ An der Freien Universität habe er von einem weiteren besonderen Aspekt profitiert: „Die Informatikstudierenden und fortgeschrittenen Auszubildenden geben ihr Wissen an die Azubis weiter.“ Heute betreut der 35-Jährige, der seinen Abschluss 2010 machte, unter anderem die Datenbank der Studierendenverwaltung der Freien Universität.

Seit 2008 Teil der Ausbildung: ein Auslandspraktikum

„Ein Highlight der Ausbildung ist das Auslandspraktikum“, sagt René Skillen, Absolvent aus dem Jahr 2013. Das Auslandspraktikum wurde 2008 auf Anregung der Azubis eingeführt. Nach guten Erfahrungen in Irland bei Firmen wie Facebook, bei Spieleentwicklern und an Universitäten, kann der Aufenthalt inzwischen auch in China oder Mosambik stattfinden. „Vorrangig sollen die Auszubildenden das Arbeitsleben und die Gewohnheiten in anderen Ländern kennenlernen“, sagt Ausbilder Bavar.

Ein weiterer Vorteil der Ausbildung im afib: Das Netzwerk verfügt über neueste IT-Infrastrukturen und hochqualifizierte Ausbilder. René Skillen, der schon als Schüler Computer zusammenbaute, hat diesen Vorteil für sich genutzt: 2012 wurde er in seiner Disziplin Deutscher Meister beim Berufswettbewerb „WorldSkillsGermany“. Dabei mussten alle teilnehmenden Auszubildenden Informatikaufgaben innerhalb einer festgelegten Zeit lösen. Beim „EuroSkills“ – dem Pendant des Wettbewerbs auf europäischer Ebene – holte er Bronze. Der 24-Jährige ist inzwischen am Fachbereich Mathematik und Informatik angestellt. Dort betreut er unter anderem Hochleistungsrechner, die „Performance Computing“ durchführen: „Dazu zählt ein Riesenrechner, der zum Beispiel Genomsequenzen für Bioinformatiker durchrechnet“, sagt Skillen.

Mehr Mädchen gesucht!

Die technologische Entwicklung in der Informatik ist rasant. „Die Geräte und die Lerninhalte werden ständig auf dem Laufenden gehalten“, sagt Bavar. Nur in einem Bereich hinke die Ausbildung noch hinterher, bedauert der Ausbilder: „Trotz Girls’ Day und vielen Aktionen, mit denen Mädchen für den Beruf der Fachinformatikerin gewonnen werden sollen, liegt der Frauenanteil unter zehn Prozent.“ In den laufenden zwei Jahrgängen seien leider keine Frauen vertreten, aber vom 1. September an werden wieder zwei weibliche Fachinformatik-Auszubildende dabei sein.