Freie Universität Berlin


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Einführung in die Feinheiten internationaler Diplomatie

Gesandte der israelischen Botschaft bereiten Studierende der Freien Universität auf Model-United-Nations-Konferenz in New York vor

05.03.2015

Die Gesandten der israelischen Botschaft, Avraham Nir-Feldklein und Rogel Rachman, mit der studentischen Delegation der Freien Universität, die beim Model United Nations in New York Israel vertreten wird.
Die Gesandten der israelischen Botschaft, Avraham Nir-Feldklein und Rogel Rachman, mit der studentischen Delegation der Freien Universität, die beim Model United Nations in New York Israel vertreten wird. Bildquelle: Jenny Jörgensen

Hochrangiger Besuch am Fachbereich Rechtswissenschaft in Dahlem: Wenige Tage vor ihrer Abreise am 15. März nach New York trafen sich 15 Studierende mit Avraham Nir-Feldklein und Rogel Rachman von der israelischen Botschaft. Die studentische Delegation der Freien Universität wird bei den National Model United Nations, der weltweit größten Simulation der Vereinten Nationen, vom 22. bis 26. März in New York in die Rolle Israels schlüpfen. Um sie auf diese Aufgabe vorzubereiten, wiesen die Gesandten die Junior-Diplomaten in die Positionen Israels zu aktuellen Weltproblemen ein.

„Wie kann man dem zunehmenden Antisemitismus weltweit entgegentreten?“, „Wie kann Israel Friedensmissionen in Syrien unterstützen?“, „Menschenrechtsorganisationen kritisieren Israels Umgang mit afrikanischen Flüchtlingen – wie sehen Sie die Situation?“ und: „Was ist Israels Haltung zur Arktis?“. Die Studierenden hatten viele Fragen an die israelischen Gesandten. Die zeigten sich beeindruckt: „Die Fragen zeigen, dass die Studenten sich sehr gut mit der komplexen Thematik auskennen“, sagte Nir-Feldklein und fügte hinzu: „Ich bin sehr froh, dass sie Israel vertreten werden.“

Die 15 Studenten aus der Rechtswissenschaft, der Betriebswirtschaft, der Politikwissenschaft, den Nordamerika- und Lateinamerikastudien, der Mathematik, Anglistik und Geschichte, die selbst aus zehn verschiedenen Nationen stammen und von denen noch keiner Israel besucht hat, werden die Interessen des Landes in sieben Ausschüssen vertreten. Deshalb wollte die studentische Delegation die Haltung der israelischen Regierung ganz genau verstehen. „Nur so können sich die Studenten in ‚ihr‘ Land versetzen und dessen Positionen glaubhaft darstellen, durchsetzen, die richtigen Verhandlungspartner finden und Kompromisse aushandeln“, sagte Peggy Wittke, Direktorin des Model UN-Programms der Freien Universität am Fachbereich Rechtswissenschaft. In New York werden die Studierenden wie aktive Diplomaten in einzelnen Gremien Resolutionen und Berichte mitausarbeiten und über Anträge abstimmen.

Für Leon Aretz war der Austausch mit den Gesandten hilfreich: „Während der Vorbereitung haben wir die Standpunkte Israels aus Texten zusammengetragen. Heute konnten wir stärker in die Tiefe gehen und erfahren, wie verschiedene Sachverhalte in der realen Diplomatie angegangen werden“, sagt der 24-jährige Jura-Student. Lehramts-Studentin Isa Adriane Günther war sich sicher, dass es nicht leicht werden würde, Israel zu vertreten: „Sehr viele Länder sind gegen Israel und werden gegen dessen Interessen stimmen. Die größte Herausforderung wird es sein, mit der Kritik gut umzugehen und die israelischen Positionen mit Überzeugung zu vertreten.“

Der Diplomat Rogel Rachman bedauerte, dass sein Land „oft diffamiert“ werde: „Israel wird immer nur durch die Brille der Konflikte betrachtet.“ Er bat die Studentinnen und Studenten, in New York dazu beizutragen, dass auch einmal „aus der Sicht Israels auf die Konflikte“ geblickt werde. Israel sei außerdem „viel mehr“ als nur Konfliktland: ein Land der Startups und Schriftsteller, hochtechnologisiert und führend in der Wissenschaft, betonte Rachman. Er lud die Jungdiplomaten dazu ein, die Botschaft zu besuchen und nach Israel zu reisen: „Wer einmal dort war, wird das Land mit anderen Augen sehen.“

Seit November arbeiten sich die Studentinnen und Studenten in die Geschichte und Politik Israels ein, in die Wirtschaft und Kultur sowie in Fragen zu sozialen Themen. Um ihre Stellungnahmen überzeugend vortragen zu können, proben die Delegierten ihre Auftritte regelmäßig voreinander in der Projektgruppe. In New York werden die Studenten auf 5000 Kommilitonen aus der ganzen Welt treffen – jede Universitäts-Delegation wird eine Organisation oder ein Land repräsentieren, das nicht das eigene ist. Um sich noch besser vorzubereiten, wird die Gruppe vor Ort mit den israelischen UN-Vertretern zusammentreffen.

Weitere Informationen

Die National Model United Nations-Konferenz wird vom 22. bis 26. März in New York City abgehalten. Die verschiedenen Ausschüsse tagen im Sheraton und im Hilton Hotel. Die Abstimmungen – Voting Procedures – und die Abschlusszeremonie der Generalversammlung – Closing Ceremony – finden im Hauptquartier der Vereinten Nationen statt. Die Projektgruppe Model United Nations der Freien Universität nimmt seit 1995 an der Konferenz teil – in diesem Jahr zum 18. Mal.

Kontakt

Peggy Wittke, Koordinatorin des Programms „Model United Nations“, Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin, Telefon: +49 30 838-547 05, E-Mail: peg@zedat.fu-berlin.de