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In den Fußstapfen von Marie Curie

Das Projekt „NATürlich“ der Freien Universität bringt Schülerinnen und Naturwissenschaftlerinnen zusammen

05.01.2015

„Ich habe genau hier angefangen – im NatLab Schülerlabor“, erzählte Umweltaktivistin Gülcan Nitsch den naturwissenschaftlich interessierten Schülerinnen während der Auftaktveranstaltung von „NATürlich“.
„Ich habe genau hier angefangen – im NatLab Schülerlabor“, erzählte Umweltaktivistin Gülcan Nitsch den naturwissenschaftlich interessierten Schülerinnen während der Auftaktveranstaltung von „NATürlich“. Bildquelle: Mona Muth
Vor zehn Jahren hat Petra Skiebe-Corrette (l.) die damalige Biologiestudentin Gülcan Nitsch ermutigt, im Schülerlabor NatLab Kurse zu geben.
Vor zehn Jahren hat Petra Skiebe-Corrette (l.) die damalige Biologiestudentin Gülcan Nitsch ermutigt, im Schülerlabor NatLab Kurse zu geben. Bildquelle: Mona Muth
Das Bundesverdienstkreuz hat Gülcan Nitsch, Gründerin der türkischsprachigen Umweltgruppe „Yeşil Çember – Grüner Kreis“, von Bundespräsident Joachim Gauck für ihr Engagement erhalten.
Das Bundesverdienstkreuz hat Gülcan Nitsch, Gründerin der türkischsprachigen Umweltgruppe „Yeşil Çember – Grüner Kreis“, von Bundespräsident Joachim Gauck für ihr Engagement erhalten. Bildquelle: Michael von Lingen / Friedhelm Mädje

Laborluft schnuppern, sich mit Gleichgesinnten und Studentinnen austauschen und Wissenschaftlerinnen bei ihrer Arbeit über die Schulter gucken – das bietet die Veranstaltungsreihe „NATürlich – Schülerinnen treffen Naturwissenschaftlerinnen“ des Schülerlabors NatLab der Freien Universität. Gleich die Auftaktveranstaltung zog naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen der Klassenstufen 10 bis 13 nach Dahlem. Dass sich mithilfe von Naturwissenschaften sogar die Welt verändern lässt, schilderte Gülcan Nitsch, ehemalige Biologiestudentin der Freien Universität und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes für ihr Engagement im Bereich Umweltschutz.

„Ich habe genau hier angefangen – im NatLab“, erzählt Gülcan Nitsch und deutet auf die Plätze der Schülerinnen, die vor ihr sitzen. Sie sind zur Auftaktveranstaltung des Projekts „NATürlich“ an die Freie Universität gekommen. Vor zehn Jahren hatte Petra Skiebe-Corrette, Leiterin des NatLab Mitmach- und Experimentierlabors, der Absolventin angeboten, im Anschluss an ihr Biologiestudium Kurse für naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler zu halten. „Ich dachte nicht, dass ich das könnte. Denn ich habe ein Handicap: Ich stottere!“ Doch das hat sie schließlich nicht davon abgehalten, ihre Begeisterung für Naturwissenschaften mit jungen Menschen zu teilen.

Mut zu Biologie, Chemie und Pharmazie

Später gründete Gülcan Nitsch mit Yeşil Çember – Grüner Kreis die erste türkischsprachige Umweltgruppe in Deutschland. Den Schülerinnen sagt sie: „Egal, welches Handicap ihr habt oder auf welche Schwierigkeiten ihr stoßt – habt immer Visionen.“ Die türkischstämmige Biologin macht den Schülerinnen Mut, ihre Interessen zu verfolgen. Denn Frauen in den Naturwissenschaften sind längst keine Seltenheit mehr. In den Studiengängen Biologie, Chemie, Biochemie und Pharmazie an der Freien Universität liegt der Anteil an Studentinnen sogar bei 50 bis 70 Prozent.

Auch viele Teilnehmerinnen der Veranstaltung denken über ein naturwissenschaftliches Studium nach. Yeliz ist 14 Jahre alt und interessiert sich ganz allgemein für Naturwissenschaften, will später vielleicht an der Freien Universität studieren. Auch Marie weiß noch nicht genau, welches Studienfach etwas für sie wäre: „Man kennt aus der Schule nur Bio, Chemie und Physik. Deshalb war es interessant zu hören, was man zum Beispiel im Studiengang Biochemie oder Pharmazie macht.“ Erklärt haben ihnen das drei Studentinnen der Freien Universität, denen die Schülerinnen Fragen rund ums Studium stellen konnten.

Und was kommt nach der Uni?

Einblicke in mögliche Berufsfelder erhalten die Schülerinnen im Rahmen von NATürlich auch durch Besuche naturwissenschaftlicher Einrichtungen und Unternehmen. So steht etwa ein Ausflug ins Science Center eines großen Medizintechnikunternehmens auf dem Programm und eine Biologin wird von Gesichtserkennung durch forensische Biologie erzählen. Das Kennenlernen von naturwissenschaftlich begeisterten Schülerinnen und Wissenschaftlerinnen, die von ihrer Arbeit erzählen, findet bereits seit einigen Jahren statt: 2009 wurde das Projekt von Petra Skiebe-Corrette, Leiterin des Schülerlabors NatLab, und den Frauenbeauftragten Sabine Artelt und Sabine Buchert des Fachbereichs Biologie, Chemie und Pharmazie initiiert.

Auch Projektleiterin Nadin Hermann hat zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen, denn das Angebot stößt bei vielen Schülerinnen auf Interesse: „Es ist schön, hier auf Gleichgesinnte zu treffen“, sagt Schülerin Yeliz. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Veranstaltungsreihe im Mai 2015 fortgeführt.

Weitere Informationen

NATürlich – Schülerinnen treffen Naturwissenschaftlerinnen

Zeit und Ort:

  • 7. November 2014 bis 17. April 2015
  • Start des nächsten Durchgangs: Mai 2015
  • Veranstaltungsort ist das NatLab Mitmach- und Experimentierlabor, Raum U 312, Fabeckstraße 34-36, 14195 Berlin
  • Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung richtet sich an Schülerinnen ab der 10. Klassenstufe.
  • Aufgrund der großen Nachfrage gibt es für die nächste Veranstaltungsreihe im Mai bereits eine Warteliste, in die sich interessierte Schülerinnen unter natuerlich@natlab.fu-berlin.de eintragen lassen können.

Der Veranstaltungsplan kann online eingesehen werden. Bei der Anmeldung unter natuerlich@natlab.fu-berlin.de sollte mitangegeben werden, welche Klassenstufe besucht wird.