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25 Jahre Mauerfall – 25 Jahre Web

Blog-Projekt zum Thema „Kommunikation & Freiheit“ am Institut für Kultur und Medienmanagement läuft noch bis 9. November

07.11.2014

Im Blog wwwall25.tumblr.com werden Fragen um die Themen Mauerfall und Internet von Experten, Zeitzeugen, Passanten und Medienschaffenden diskutiert. Das offizielle Hashtag der Aktion lautet #wwwall25.
Im Blog wwwall25.tumblr.com werden Fragen um die Themen Mauerfall und Internet von Experten, Zeitzeugen, Passanten und Medienschaffenden diskutiert. Das offizielle Hashtag der Aktion lautet #wwwall25. Bildquelle: Jennifer Fluck
Jennifer Fluck koordiniert das Projekt am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin.
Jennifer Fluck koordiniert das Projekt am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin. Bildquelle: Jennifer Fluck

Unter dem Motto „25 Jahre Mauerfall | 25 Jahre Web. Welche Mauern müssen heute fallen?“ betreibt ein Projektteam der BerlinMediaProfessionalSchool (BMPS) der Freien Universität den Blog wwwall25.tumblr.com und setzt sich bis zum 9. November – dem 25. Jahrestag des Mauerfalls – an 25 Tagen mit 25 Fragen rund um das Thema Freiheit und Kommunikation auseinander. Campus.leben sprach mit Jennifer Fluck, Koordinatorin des Projektes.

Wie ist das Projekt entstanden?

Das Projekt der BerlinMediaProfessionalSchool (BMPS) steht in der Kontinuität des „Social Learning Space“ (SLS). Hier werden seit 2008 in unregelmäßigen Abständen relevante Themen der digitalen Welt untersucht. Das übergreifende Ziel des SLS ist der vielfältige Diskurs aller an den komplexen digitalen Prozessen Beteiligter. 2014 lief die Veranstaltung unter dem Motto „Europa: Digital, Real und Historisch“. In diesem Rahmen schlägt das Projekt „Freiheit & Kommunikation“ eine Brücke zum SLS 15. Im nächsten Jahr laden wir wieder Personen aus verschiedenen Generationen und Disziplinen ein, um 45 Jahre nach Enzensbergers „Baukasten zu einer Theorie der Medien“ die Rolle des Storytelling in Zeiten zu diskutieren, in denen Empfänger immer mehr auch Sender sind.

Wer stellt die Fragen und wer gibt die Antworten?

Unser Projektteam setzt sich unter anderem aus heutigen und ehemaligen Studierenden des Instituts für Kultur- und Medienmanagement (IKM) zusammen. Betreut wird das Team vom Direktor des IKM, Prof. Dr. Klaus Siebenhaar, und dem Dozenten und Journalisten Markus Föderl. Die Fragen für unseren Blog „Freiheit & Kommunikation“ stellen wir Menschen aus aller Welt und verschiedener Generationen – zum Beispiel in Straßeninterviews. Wir befragen aber auch gezielt Zeitzeugen, und Medienschaffende wie den Journalisten Peter Brinkmann, Moritz Müller-Wirth, stellvertretender Chefredakteur der ZEIT, oder Ernst Elitz, Gründungsintendant Deutschlandradio. Und wir holen auch Stimmen aus der Politik ein, wie etwa von Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien.

Beim Mauerfall spielten die Sozialen Medien noch keine Rolle – anders als bei aktuellen politischen Entwicklungen. Wird unsere individuelle Freiheit durch die Medien erweitert oder auch eingeschränkt?

Zum Zeitpunkt des Mauerfalls waren wir entweder noch nicht geboren oder so klein, dass wir die Ereignisse gar nicht richtig erfassen konnten. Heute sind wir ständig über Social Media miteinander verbunden und gefühlt rund um die Uhr online. In den Gesprächen mit den Zeitzeugen mussten wir immer wieder – auch selbstkritisch – feststellen, wie selbstverständlich diese ständige Verfügbarkeit und auch Schnelligkeit von Informationen für unsere Generation ist.

Wir haben aber auch schon bei den bisherigen Konferenzen des „Social Learning Space“ diskutiert, wie wichtig Data Literacy – also Medienkompetenz – durch die digitale Revolution geworden ist. Es geht darum, Quellen kritisch zu hinterfragen, Zusammenhänge herzustellen und sich letztendlich immer auch eine eigene Meinung zu bilden. 1989 konnten wir in der damaligen DDR von einer friedlichen Freiheitsbewegung sprechen, aber denken wir nur an das Tian'anmen-Massaker im selben Jahr oder heute an die Revolutionen in der arabischen Welt oder am Euromaidan. Bei den aktuelleren Ereignissen haben die Sozialen Medien eine enorm wichtige Rolle gespielt. Gleichzeitig sehen wir, dass heute trotz aller Kommunikationsmöglichkeiten Freiheit nicht selbstverständlich ist.

Die Fragen stellte Lena Pflüger