Freie Universität Berlin


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Neueste Technik und antike Scherben

Bei der diesjährigen KinderUni an der Freien Universität konnten Schüler wieder die Vielfalt der Wissenschaft entdecken

02.10.2014

Thomas Elgeti, Oberarzt der Klinik für Radiologie der Charité, zeigt am Beispiel seiner Hand, wie eine Röntgenaufnahme funktioniert.
Thomas Elgeti, Oberarzt der Klinik für Radiologie der Charité, zeigt am Beispiel seiner Hand, wie eine Röntgenaufnahme funktioniert. Bildquelle: Krishan van der Kooi
Was steckt im Koffer? Das MRT weiß es.
Was steckt im Koffer? Das MRT weiß es. Bildquelle: Krishan van der Kooi
Im Universitätsarchiv erhielten die Schüler zunächst eine Einführung. Danach ging's auf Schatzsuche in die Magazine.
Im Universitätsarchiv erhielten die Schüler zunächst eine Einführung. Danach ging's auf Schatzsuche in die Magazine. Bildquelle: Freie Universität Berlin

Wenn ein Überraschungs-Ei im Computer-Tomograf untersucht wird und Drittklässler auf Ausgrabung in den Orient gehen, ist an der Freien Universität wieder Zeit für die KinderUni. Grundschülerinnen und -schüler der zweiten bis sechsten Klasse konnten in der vergangenen Woche an 28 verschiedenen Kursen teilnehmen. In diesem Jahr lag der Fokus auf der Archäologie und Geschichte, aber auch in die Welt der Medizin und anderer Naturwissenschaften konnten die Kinder für einen Tag eintauchen.

Im Steglitzer Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Charité – der gemeinsamen medizinischen Fakultät von Freier Universität und Humboldt-Universität – warfen die Kinder einen Blick hinter die Kulissen des Krankenhauses. Sie erfuhren, wie Narkose funktioniert, was bei bewusstlosen Patienten getan werden muss und konnten im OP-Simulator selbst Hand anlegen. Oder sie analysierten Überraschungseier: Im Kurs „Mit Radiologie ins Innerste schauen“ erfuhren die neugierigen Nachwuchs-Mediziner vieles über medizinische Bildgebungsverfahren.

Thomas Elgeti, Oberarzt der Klinik für Radiologie der Charité, erklärte ihnen, wie man mithilfe von Strahlen durch Haut und Knochen gucken kann. Er zeigte den Schülern auch die erste Röntgenaufnahme vom 23. Januar 1896. Damals dauerte der „Schnappschuss“ einer Hand noch 15 Minuten.

Blick ins Innerste

Thomas Elgetis „Patient“ bei der KinderUni war ein Schokoladenei mit Überraschungskapsel. War das Schütteln der Süßigkeit für die Kinder bisher immer die beste Methode, um über den Inhalt spekulieren zu können, bot sich während der KinderUni  modernste Technik an. Nach Sichtung diverser Röntgenbilder und der Ergebnisse einer Computer-Tomografie stellten die Besucher ihre Diagnose: Zwei Spielzeug-Enten verbargen sich im Inneren.

Auch mitgebrachte Gegenstände konnten geröntgt werden: ein Kuscheltier, alte Handys oder Spielzeugautos – die Schülerinnen und Schüler bekamen den Durchblick.

Von der neuesten Technik zu antiken Scherben

Weniger modern, aber genauso vielfältig wie in der Medizin, ging es in der Dahlemer Hittorfstraße beim Exzellenzcluster TOPOI zu. Hier präsentierten sich die Altertumswissenschaft und Archäologie. Die Besucher der Klassen zwei bis sechs hörten Klänge und Gedichte aus der Antike und gingen auf Reisen mit den Alten Römern.

Oder aber sie begaben sich ins syrische Tell Fecheriye, um jahrtausendealte Scherben und Gefäße zu bergen. Dabei war Anfassen erlaubt – aber ganz vorsichtig, die Schülerinnen und Schüler durften hier nämlich Originalfunde begutachten.

Erleben und Lernen

Auch im Universitätsarchiv in Lankwitz waren Kinder zu Gast: Die Sechstklässler der John-F.-Kennedy-Schule in Steglitz-Zehlendorf und die Fünftklässler der Scharmützelsee-Grundschule in Tempelhof-Schöneberg erhielten zunächst eine Einführung in das Archivwesen. Nach der Theorie folgte die Praxis: eine Schatzsuche. Hierfür wurden die Kinder in vier Gruppen aufgeteilt und erhielten einen themenspezifischen Rechercheauftrag (Universitätsgründung, Studentenbewegung, Universitätsbauten, internationale Kontakte/Partnerschaften). Bei der Recherche in den Magazinen hoben die Schülerinnen und Schüler die gesuchten Archivalien aus, lernten die Regeln zur Bestandserhaltung (Klima, Lagerung) kennen und entdeckten, welche unterschiedliche Medien es in Archiven gibt (Akten, Fotos, Plakate, Tonbänder, Filme, Karten/Pläne, Musealien). Ihre Fundstücke präsentierten die Kinder anschließend im Plenum.

Weitere Informationen

KinderUni an der Freien Universität

Jedes Jahr findet an der Freien Universität die KinderUni statt. Eine Woche lang kommen Grundschülerinnen und -schüler aus allen Berliner Bezirken an die Freie Universität, um sich in zahlreichen Kursen einen Einblick in die Wissenschaftswelt zu verschaffen.

In diesem Jahr besuchten mehr als 2700 Schülerinnen und Schüler aus 84 Schulen die KinderUni.

Die Angebote stammen meist aus den Fachbereichen der Freien Universität Berlin, in diesem Jahr beteiligten sich zudem das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sowie das Universitätsklinikum der Charité in Steglitz.