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„Pioniere in China und Europa“

Erster Durchgang des weiterbildenden Studiengangs „China-Europe Executive Master of Business Marketing“ gestartet

16.05.2014

Die Studierenden aus China und Europa erwerben in dem neuen Studiengang spezifisches Wissen, das wichtig ist für erfolgreiche Handelsbeziehungen zwischen beiden Regionen.
Die Studierenden aus China und Europa erwerben in dem neuen Studiengang spezifisches Wissen, das wichtig ist für erfolgreiche Handelsbeziehungen zwischen beiden Regionen. Bildquelle: Freie Universität Berlin

Die Freie Universität war in der Vorreiterrolle, als sie 1981 das erste deutsch-chinesische Hochschulabkommen mit der Peking University unterzeichnete. Nun wurde mit dem „China-Europe Executive Master of Business Marketing“ (China-Europe EMBM) der europaweit erste Studiengang mit dieser Spezialisierung feierlich eröffnet. Universitätspräsident Professor Peter-André Alt begrüßte den ersten Studierendenjahrgang an der Freien Universität. In dem berufsbegleitenden Programm lernen die Studierenden aus China und Europa, wie sie Produkte und Dienstleistungen an Geschäftskunden im sino-europäischen Raum erfolgreich vermarkten – und wie wichtig es ist, auf kulturelle Eigenarten Rücksicht zu nehmen.

„In der Geschäftswelt versuchen Chinesen zunächst, eine persönliche Beziehung zu ihren Geschäftspartnern aufzubauen – bei Europäern passiert das eher nach einer erfolgreichen Transaktion“, sagt Tobias Großmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im China-Europe EMBM. Nicht nur das Geschäftsgebaren könne Handelspartner aus den beiden Weltregionen vor berufliche Herausforderungen stellen, sondern auch unterschiedliche Verhaltensweisen im Berufsalltag, erklärt der Wirtschaftswissenschaftler – der Umgang mit Lob etwa oder Gefühlsbekundungen: Beides werde in China aus Bescheidenheit und Zurückhaltung eher abgelehnt und vermieden. Auf Europäer könne dies befremdlich wirken.

In dem berufsbegleitenden dreisemestrigen Aufbaustudiengang werden Hintergrundwissen und Handlungsempfehlungen vermittelt, die wichtig sind für reibungslose Geschäftsbeziehungen zwischen Chinesen und Europäern. Vor allem im Business Marketing – die Branche, an die sich das Programm in erster Linie richtet – gibt professionelles Verhalten, Tobias Großmann zufolge oft den Ausschlag für den gelungenen Aufbau einer Unternehmenspartnerschaft.

Da China sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer globalen Wirtschaftsmacht und einem der wichtigsten Partner Deutschlands und Europas entwickelt hat, ist das vermittelte Wissen aus Sicht der Wissenschaftler von zunehmender Bedeutung.

„Zeitgemäße Erweiterung des Studienangebots“

„China und Europa stehen heute in einem regen Austausch – sowohl im Handel als auch in der Kultur und der Politik“, sagte Universitätspräsident Peter-André Alt in seiner Eröffnungsrede. „Der systematische Ausblick auf das Geschäftsleben, den das Weiterbildungsprogramm bietet, ist eine zeitgemäße und bedeutende Erweiterung unseres Master-Studienangebots.“

Im Rahmen der bereits seit mehr als 30 Jahre währenden Partnerschaft mit der Peking University wurde 2006 an der Freien Universität das Konfuzius-Institut gegründet, das mit seiner Arbeit zur Pflege der deutsch-chinesischen Beziehungen beiträgt und sich als wichtige Kultur- und Sprachinstitution im Berliner Raum etabliert hat.

An der Peking University gibt es seit 2002 ein Zentrum für Deutschland-Studien, an dem chinesischen Studierenden im Masterprogramm „German Culture and its Society“ die Kultur und Gesellschaft Deutschlands nahegebracht werden. Mit dem Masterstudiengang China-Europe EMBM wird dieses Angebot nun erweitert. „Ich freue mich, dass es endlich ein Studium gibt, in dem ich durch die gemeinsame Arbeit mit deutschen und chinesischen Kommilitonen ein tieferes Verständnis unserer jeweiligen Geschäftswelt bekommen kann“, sagt Yan Zhang, einer der Masterstudenten des China-Europe EMBM.

Professionelles Verhalten gibt den Ausschlag

Die Studierenden kommen aus China und dem europäischen Kulturraum. Durch ihre Berufstätigkeit im sino-europäischen Kontext sind sie schon in ungewöhnliche Situationen geraten: „Teilweise wusste ich nicht genau, wie ich mich gegenüber potenziellen Lieferanten in China verhalten sollte, um als Geschäftspartner akzeptiert zu werden“, sagt der Student Moritz Uthoff.

Der China-Europe EMBM beinhaltet Fernstudienphasen sowie Präsenzseminare in Berlin und an der renommierten Guangha School of Management in Peking. Neben wertvollen Einblicken in kultur- und gesellschaftswissenschaftliche Aspekte Chinas und Europas erhalten die Studierenden umfassende betriebswirtschaftliche Fachkenntnisse – etwa aus den Bereichen Marketing, Vertrieb und Strategie.

Die Einrichtung des Studiengangs trage zum Zukunftskonzept der Freien Universität als internationale Netzwerkuniversität bei, sagte Professor Peter-André Alt: „Die Studierenden dieses Programms sind Pioniere“, fasste der Universitätspräsident zusammen. „Diese Rolle passt hervorragend zur heutigen dynamischen Welt des Unternehmertums.“