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Interesse wecken – Berufe entdecken

Das Projekt „NATürlich“ war erstmals im Naturkundemuseum Berlin zu Gast

14.03.2014

Schülerinnen entdecken gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen der Freien Universität ihr Interesse für Naturwissenschaften.
Schülerinnen entdecken gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen der Freien Universität ihr Interesse für Naturwissenschaften. Bildquelle: Mirko Lux
Erstmals fand die Veranstaltung außerhalb der Universität statt, im Museum für Naturkunde in Berlin-Mitte.
Erstmals fand die Veranstaltung außerhalb der Universität statt, im Museum für Naturkunde in Berlin-Mitte. Bildquelle: Mirko Lux

Die Biologie der Freien Universität hat einen Frauenanteil von rund 70 Prozent. Sie bildet damit eine Ausnahme unter den Naturwissenschaften, die noch immer als Männerdomäne gelten. Das Projekt „NATürlich – Schülerinnen treffen Naturwissenschaftlerinnen“ lädt seit 2009 Mädchen ins Schülerlabor NatLab der Freien Universität ein – und nun auch erstmals zu Veranstaltungen außerhalb der Universität. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, das Geschlechter-Missverhältnis in den Naturwissenschaften zu korrigieren und Mädchen naturwissenschaftliche Karrierewege aufzuzeigen: Schülerinnen der Klassen 9 bis 12 lernen Wissenschaftlerinnen kennen, die ihnen ihren Lebensweg vorstellen.

Als Schülerin wusste Astrid Faber noch nicht, dass sie später einmal Biologie studieren und die Leitung der Abteilung „Bildung und Vermittlung“ im größten Naturkundemuseum Deutschlands übernehmen würde. In ihrer Karriere hat sie nicht immer die geraden Wege, sondern auch Umwege gewählt. Sie ist sich heute sicher, dass diese richtig waren: „Alle Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, waren für meine Stelle als Leiterin der Museumspädagogik ungeheuer wichtig.“

Dass Lebensgeschichten nicht einem festgefügten Weg folgen müssen, um beruflich erfolgreich zu sein, betont auch Biochemie-Professorin Petra Skiebe-Corrette, die das „NATürlich“-Projekt gemeinsam mit den Frauenbeauftragten ihres Fachbereiches initiiert hat. Es sei wichtig, dass die teilnehmenden Mädchen auch „Karrieren, die sich wie ein Mosaik ausnehmen“, kennenlernen, damit sie Vorbehalte, die sie vielleicht gegen eine Karriere in der Naturwissenschaft haben, ablegen können.

Aus diesem Grund haben sich die Organisatorinnen des Projektes dazu entschlossen, nun auch Naturwissenschaftlerinnen von außerhalb der Universität miteinzubeziehen: „Wir wollen alternative Karrieren aufzeigen, die einem Studium der Chemie oder Physik folgen können.“ Astrid Faber ist eine der erfolgreichen Frauen, die ihren Werdegang an ihrem heutigen Arbeitsplatz schildern.

„Nach dem Abitur stand ich vor dem Dilemma, dass meine Interessen sehr weit gestreut waren“, erzählt Astrid Faber den zehn Mädchen, die an diesem Abend in das Berliner Museum für Naturkunde gekommen sind. Sie habe sich gleichermaßen für Naturwissenschaften als auch für geisteswissenschaftliche Fächer wie Germanistik und Soziologie interessiert – und sich dann für ein Psychologiestudium entschieden, in dem sie all die verschiedenen Aspekte vereint gesehen habe. „Aber schon nach zwei Semestern habe ich gemerkt, dass Psychologie nicht das Richtige für mich war“, sagt sie. Daher rät sie den Schülerinnen: „Informiert euch vorher über die jeweiligen Schwerpunkte der verschiedenen Universitäten. Und: Man darf auch mal ein Studium abbrechen.“

Die 16-jährige Teilnehmerin Chandni sieht sich in einer ähnlichen Lage wie Astrid Faber kurz nach dem Abitur: „Ich bin auch so ein Typ, der sich nicht so recht zwischen Geistes- und Naturwissenschaften entscheiden kann“, sagt sie etwas ratlos in der Gesprächsrunde am Ende der Veranstaltung. Astrid Faber ermutigt sie: „Die Entscheidung muss heute gar nicht mehr so strikt getroffen werden. Denkt nur daran, wie wichtig Wissenschaftskommunikation in den vergangenen Jahren geworden ist.“

Die meisten der anwesenden Mädchen haben noch keinen festen Berufswunsch. Desto mehr freut sie das Angebot von „NATürlich“. „Sicher versuchen unsere Lehrer Tipps bei der Berufs- und Studienwahl zu geben“, sagt die 17-jährige Friederike. „Aber es ist doch viel besser, tatsächlich mal mit einer Frau zu sprechen, die einen bestimmten auch Beruf ausübt und erzählt, wie sie dazu gekommen ist."

Weitere Informationen

Interessierte Mädchen können sich jederzeit unter natmaed@zedat.fu-berlin.de bei Aileen Müller-Mechsner für die weiteren vier Termine dieser Reihe anmelden. Die Veranstalterinnen empfehlen jedoch eine Teilnahme im kommenden Durchgang (August 2014 bis Februar 2015) um die gesamte Bandbreite des Projektes zu erleben.

Kontakt:

Prof. Dr. Petra Skiebe-Corrette (Leiterin des NatLab)
Freie Universität Berlin
Fachbereich Biologie, Chemie und Pharmazie – NatLab
NATürlich – Schülerinnen treffen Wissenschaftlerinnen

Aileen Müller-Mechsner (Koordinatorin des NATürlich-Projektes)
E-Mail: natmaed@zedat.fu-berlin.de
Tel.: 030-838-54643

Die nächsten beiden Veranstaltungen (Anmeldungen sind notwendig):

Freitag, 21. März 2014 (17:00 – 19:00 Uhr)
Seminar: Silke Wallmann (Pharmazeutin, DR. KADE pharmazeutische Fabrik GmbH) Der Titel der Veranstaltung wird noch bekanntgegeben. 

Freitag, 04. April 2014 (17:00 – 19:00 Uhr)
Seminar: Monique Bongers „NATürlich Neurorehabilitation“ (Mikrobiologin, Physiotherapeutin, Otto Bock HealthCare GmbH)