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Sport für alle und mit allen

In Kursen des Hochschulsports der Freien Universität treiben Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen gemeinsam Sport

04.11.2013

Rollstuhltanz: Jedes Jahr sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hochschulsport der Freien Universität Mitorganisatoren eines Lehrgangs für die Ausbildung künftiger Übungsleiter im Rehabilitationssport.
Rollstuhltanz: Jedes Jahr sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hochschulsport der Freien Universität Mitorganisatoren eines Lehrgangs für die Ausbildung künftiger Übungsleiter im Rehabilitationssport. Bildquelle: Marina Kosmalla
Spielt seit mehr als zehn Jahren Basketball: Christoph Pisarz besitzt den Trainer-Grundlagenschein im Rollstuhlbasketball und möchte nun die Übungsleiter-Lizenz im Rehabilitationssport erwerben.
Spielt seit mehr als zehn Jahren Basketball: Christoph Pisarz besitzt den Trainer-Grundlagenschein im Rollstuhlbasketball und möchte nun die Übungsleiter-Lizenz im Rehabilitationssport erwerben. Bildquelle: Marina Kosmalla
Beim Rollstuhlparcours üben Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen miteinander.
Beim Rollstuhlparcours üben Menschen mit und ohne körperliche Einschränkungen miteinander. Bildquelle: Marina Kosmalla

„Unser Ziel ist es, dass Sportangebote nicht mehr extra für Menschen mit Einschränkungen ausgeschrieben werden müssen, sondern dass Inklusion selbstverständlich wird“, sagt Olivia Mahling von der Zentraleinrichtung Hochschulsport der Freien Universität. Um das zu gewährleisten, würden in den verschiedenen Sportarten Kurse mit jeweils unterschiedlichen Leistungsniveaus angeboten. Das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hochschulsports für die Integration von Menschen mit Behinderungen geht auch über die Freie Universität hinaus: Jedes Jahr sind sie etwa Mitorganisatoren eines Lehrgangs für die Ausbildung künftiger Übungsleiter im Rehabilitationssport.

Ganz nach dem Motto „Sport für alle und mit allen“ steht grundsätzlich jeder Kurs des Hochschulsports der Freien Universität allen Interessierten offen – Studierenden, Mitarbeitern oder Externen, ob mit oder ohne geistiges oder körperliches Handicap, mit oder ohne sprachliche Barriere oder sonstige Einschränkung. „Letztendlich können Rollstuhlfahrer auch beim Walking oder Bogenschießen mitmachen. Genauso, wie Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung Yoga oder Pilates machen können, weil die Übungen durchs Hören nachvollzogen werden können“, sagt die für den Inklusionssport an der Freien Universität verantwortliche Mitarbeiterin, Olivia Mahling.

Rollstuhlbasketball ist auch für Fußgänger ein gutes Training

Inklusionssport bedeutet jedoch weit mehr als die Integration von Menschen mit Einschränkungen. Olivia Mahling und ihre Kollegen sagen, dass schließlich auch ausländische Studierende ohne Deutschkenntnisse integriert werden müssten und bieten deshalb Sportkurse auf Englisch an. In unserem Denken müsse sich in dieser Hinsicht noch einiges ändern, sagt Olivia Mahling: „Warum zum Beispiel nicht einmal einen Rollstuhlbasketballkurs buchen auch ohne körperliche Einschränkung? Auch sogenannte Fußgänger können sich in den Rollstuhl setzen und mitmachen. Das ist ein super Oberkörpertraining.“

Auf der Homepage des Hochschulsports sind die Veranstaltungen, die aktuell in dem Bereich angeboten werden, unter „Inklusionssport“ verlinkt. Noch – denn das Ziel sei es, den Inklusionsgedanken so weit zu etablieren, dass diese Kurse nicht mehr extra ausgewiesen werden müssten, sondern selbstverständlich seien, sagt Mahling.

Übungsleiter-Lehrgänge an der Freien Universität

Die ausgebildete Diplom-Sportwissenschaftlerin ist auch für die Organisation eines Übungsleiter-Lehrgangs im Bereich Rehabilitationssport zuständig, der bereits seit mehreren Jahren in Kooperation mit dem Behinderten-Sportverband Berlin e.V. und dem Deutschen Rollstuhlsportverband e.V. regelmäßig im Sommer an der Freien Universität stattfindet.

In diesem Jahr lag der Schwerpunkt im Bereich Neurologie und Rollstuhlsport. ‪Dabei wurden Sportarten wie Rollstuhlbasketball, -rugby oder -tanz vorgestellt, verschiedene praxisorientierte Übungsformen und Techniken: etwa ein Rollstuhlparcours mit alltäglichen Hindernissen, Sport bei einer Parkinson-Erkrankung oder nach einem Schlaganfall sowie allgemeines Mobilitätstraining. Außerdem wurden medizinische Grundlagen und Didaktik vermittelt.

"Rollstuhlbasketball ist seit Jahre inklusiv"

Bei den Ballspielen – bei denen alle im Rollstuhl saßen – wurde schnell deutlich, dass einer der Teilnehmer einen klaren Vorsprung hatte: Christoph Pisarz, von Geburt an querschnittsgelähmt, spielt seit mehr als zehn Jahren Basketball. Den Trainer-Grundlagenschein im Rollstuhlbasketball besitzt der 29-Jährige bereits und möchte nun die Übungsleiter-Lizenz im Rehabilitationssport erwerben, um sich eine weitere Berufsmöglichkeit zu eröffnen.

Sein Studium der Architektur und Landschaftsarchitektur an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin hat er vergangenes Jahr abgeschlossen. „Das Schöne am Rollstuhlbasketball ist, dass er schon seit Jahren inklusiv ist“, sagt Christoph Pisarz. „Jeder Mitspieler wird über ein Punktesystem klassifiziert, und es darf nur eine maximale Punktzahl aufs Feld gebracht werden. Dadurch können sowohl Rollstuhlfahrer wie ich, mit einer Lähmung im Lendenwirbelbereich, als auch stärker behinderte, zum Beispiel mit einer Lähmung ab dem Brustwirbel, genauso wie Fußgänger teilnehmen. Zudem wird in gemischten Teams gespielt, sodass im Prinzip alle bei dieser Sportart mitmachen können – Frauen, Männer, Menschen mit körperlicher Einschränkung und ohne.“

Weitere Informationen

In diesem Semester wird montagabends ein Rollstuhl-Basketballkurs in der Sporthalle der Freien Universität angeboten. Christoph Pisarz wird – in Kooperation mit seinem Sportverein Pfeffersport e.V. – die Kursleitung übernehmen.

Zeit und Ort

  • montags, bis 10. Februar 2014, 18.30 bis 20.00 Uhr
  • Sporthalle der Freien Universität Berlin, Königin-Luise-Str. 47, 14195 Berlin (Bus 110, X11 U-Bhf. Dahlem Dorf, U 3)

Im Internet

Rollstuhlbasketball

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern

Olivia Mahling, Hochschulsport an der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838-58291, E-Mail: olivia.mahling@fu-berlin.de