Freie Universität Berlin


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„Brücke und Tür“

Strukturiertes Doktorandenprogramm für Portugiesische Studien an der Freien Universität eröffnet

18.06.2013

Diana Gomes Ascenso (l.) und Odelia Hitron sind die ersten Doktorandinnen, die im Gulbenkian-Programm aufgenommen wurden
Diana Gomes Ascenso (l.) und Odelia Hitron sind die ersten Doktorandinnen, die im Gulbenkian-Programm aufgenommen wurden Bildquelle: Marina Kosmalla
(v.l.) António Albuquerque Moniz, Gesandter der Botschaft von Portugal in Berlin, Susanne Zepp, Eduardo Carrega Marçal Grilo von der Gulbenkian-Stiftung, Diana Gomes Ascenso und Odelia Hitron
(v.l.) António Albuquerque Moniz, Gesandter der Botschaft von Portugal in Berlin, Susanne Zepp, Eduardo Carrega Marçal Grilo von der Gulbenkian-Stiftung, Diana Gomes Ascenso und Odelia Hitron Bildquelle: Marina Kosmalla
Festredner João Barrento begeisterte mit seinem Vortrag „«Brücke und Tür». Die mehrspurige Bahn der Lusitanistik“
Festredner João Barrento begeisterte mit seinem Vortrag „«Brücke und Tür». Die mehrspurige Bahn der Lusitanistik“ Bildquelle: Marina Kosmalla

Mehr als 240 Millionen Menschen sprechen weltweit Portugiesisch. Es ist damit der zweitgrößte Sprachraum der Romania – des Gebiets, in dem romanische Sprachen gesprochen werden. Dennoch gilt die Lusitanistik, wie die Portugiesisch-Brasilianischen Studien genannt werden, innerhalb der Romanistik als kleines Fach. Seit Kurzem wird an der Freien Universität ein strukturiertes Doktorandenprogramm zur portugiesischen Literatur und Kultur angeboten, deutschlandweit eines der ersten Programme seiner Art. Gefördert wird es von der in Portugal ansässigen Gulbenkian-Stiftung, einer der größten privaten Stiftungen weltweit. Die ersten Stipendiatinnen haben ihre Arbeit bereits aufgenommen.

Zunächst auf drei Jahre angelegt bietet das Programm im ersten Förderabschnitt zwei Doktorandinnen die Möglichkeit zur Promotion: Diana Gomes Ascenso, Absolventin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, und Odelia Hitron, Absolventin der Hebrew University of Jerusalem – einer Partnerhochschule der Freien Universität. „Ich bin sehr froh, im Rahmen dieses Programms arbeiten zu können, da es in dem Bereich wenig Angebot in Deutschland gibt. Besonders freue ich mich auf die Workshops und die Wissenschaftler, die wir einladen dürfen“, sagt Diana Gomes Ascenso. Die Doktorandin gibt in diesem Semester bereits ein Bachelor-Seminar zum Thema „Portugiesische Dichtung im Kontext der 'Cadernos de Poesia' (1940-1955)“.

Ebenso wie Gomes Ascenso gefallen Odelia Hitron das Umfeld an der Freien Universität und das Leben in Berlin sehr gut: „Ich wollte gern an einem Programm teilnehmen, das eine Verbindung zu meiner ehemaligen Universität hat, mir aber gleichzeitig die Möglichkeit gibt, im Ausland zu forschen. Ich bin sehr glücklich und dankbar für diese Chance.“

Das Doktorandenprogramm soll Kompetenzen vermitteln, die sowohl in der Wissenschaft als auch in kulturellen Institutionen und im internationalen Kulturaustausch angewandt werden können. Es ist geplant, ausgewiesene Expertinnen und Experten einzuladen, die durch Vorträge, Gastseminare und Workshops den Doktorandinnen, aber auch den Studierenden der Freien Universität die portugiesische Literatur und Kultur näherbringen. „Die Förderung unseres Doktorandenprogramms durch eine so engagierte private Stiftung wie die Fundaçao Calouste Gulbenkian ist für uns von großer Bedeutung“, sagt Susanne Zepp, Leiterin des Gulbenkian-Doktorandenprogramms. „Sie ermöglicht uns, eine neue Generation von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern mit der Bedeutung der portugiesischen Literatur in ihren internationalen und interdisziplinären Bezügen vertraut zu machen.“

„Die enge Verschränkung mit der Lehre ist eine Besonderheit des Programms“, sagt Susanne Zepp. „Die Doktorandinnen werden ermuntert, sich an der Lehre zu beteiligen, zum einen, um Lehrerfahrung zu gewinnen, zum anderen, um unseren Zugriff auf die portugiesische Literatur auch für die Studierenden der Bachelor- und Master-Studiengänge zu öffnen.“

Zur offiziellen Eröffnung des Programms kamen Grußworte unter anderem von Professor Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität, António Albuquerque Moniz, Gesandter der Botschaft von Portugal in Berlin und Professor Eduardo Carrega Marçal Grilo von der Gulbenkian-Stiftung. Den Festvortrag hielt der Schriftsteller, Wissenschaftler und Übersetzer João Barrento, Professor für allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik an der Universidade Nova de Lisboa. Barrento ist einer der wichtigsten Vermittler deutscher Kultur in Portugal. Er hat zahlreiche Werke deutschsprachiger Autoren ins Portugiesische übersetzt und wurde für sein Werk mehrfach mit Preisen und Auszeichnungen geehrt, darunter mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und der Goethe-Medaille.

In seinem Vortrag „«Brücke und Tür». Die mehrspurige Bahn der Lusitanistik“ hob Barrento die wechselseitige Beziehung zwischen Deutschland und Portugal hervor sowie das breite Spektrum der Literaturen und Kulturen der portugiesischsprachigen Welt, das durch das neue Doktorandenprogramm zugänglich gemacht werden soll. Es gehe mehr um eine Begegnung als um eine einseitige Beziehung, sagt Barrento. Es gehe um die Präsenz zweier Kulturen, Literaturen, Sprachen und Weltbilder auf gemeinsamem europäischen Boden. „Es geht uns hier und heute um eine unerwartete Begegnung des Verschiedenartigen“.