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Wasser gut managen!

Wissenschaftler des „Berlin Centre for Caspian Region Studies“ der Freien Universität kooperieren mit der Deutsch-Kasachischen Universität / Interdisziplinärer Masterstudiengang „Integriertes Wassermanagement“ eröffnet

28.09.2011

Prof. Dr. J. W. Gerlach (v.l.), Präsident d. Deutsch-Kasachischen Universität, Prof. Dr. Brigitta Schütt (6.v.r.) mit Masterstudierenden (1., 2., 3.v.r. und 3.v.v.). Außerdem im Bild: Kirgisische und tadschikische Doktoranden.
Prof. Dr. J. W. Gerlach (v.l.), Präsident d. Deutsch-Kasachischen Universität, Prof. Dr. Brigitta Schütt (6.v.r.) mit Masterstudierenden (1., 2., 3.v.r. und 3.v.v.). Außerdem im Bild: Kirgisische und tadschikische Doktoranden. Bildquelle: Tilman Rost
Die Deutsch-Kasachische Universität in Almaty.
Die Deutsch-Kasachische Universität in Almaty. Bildquelle: Tilman Rost

Wasser ist überlebensnotwenig. Das gilt für den einzelnen Menschen – aber auch für Ökosysteme und die Entwicklung sozioökonomischer und politischer Systeme. Nachhaltiges Wassermanagement ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. An der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU) in Almaty ist nun ein interdisziplinärer Masterstudiengang eröffnet worden, in dem in Zusammenarbeit mit der Freien Universität qualifizierter Führungsnachwuchs mit entsprechenden inter- und transdisziplinären Kompetenzen im Bereich Wassermanagement für Zentralasien ausgebildet werden soll.

In der „Berliner Erklärung“ von 2008 hat die Bundesregierung eine „Wasserinitiative Zentralasien“ ins Leben gerufen. Darin hat sich Deutschland verpflichtet, die zentralasiatischen Staaten durch Bereitstellung umfangreichen Know-hows bei der nachhaltigen Lösung von zwischenstaatlichen Konflikten im Wasserbereich und bei der Nutzung moderner Technologien rationeller Wasserbereitstellung und -nutzung zu unterstützen. Kernstück der deutschen Unterstützung ist die Einrichtung des Masterstudienganges „Integriertes Wassermanagement“ an der Deutsch-Kasachischen Universität. Präsident der Hochschule ist Professor Johann W. Gerlach, ehemaliger Präsident der Freien Universität Berlin.

Freie Universität engagiert sich in Kasachstan

Der Studiengang, der von Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin getragen wird, richtet sich vor allem an Absolventen agrar-, ingenieur- und naturwissenschaftlicher Bachelorstudiengänge an zentralasiatischen Hochschulen. Aufgabe und Ziel des weiterqualifizierenden Masterstudiengangs ist die Ausbildung von interdisziplinär ausgebildeten „Wassermanagern“.

Zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen Management und Governance erwerben

Das Konzept wurde konsequenterweise an der Nahtstelle zwischen zwei Diziplinen entwickelt: Privatdozent Lutz Mez, Politikwissenschaftler am Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität, sowie Brigitta Schütt und Tilman Rost, beide Professoren für Physische Geografie an der Freien Universität, zeichnen für das Konzept verantwortlich und haben den Antrag beim Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) gestellt. „Die vier im ersten Jahrgang immatrikulierten Studierenden sind allesamt naturwissenschaftlich ausgebildet und wollen über dieses Masterangebot zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen Management und Governance erwerben“, sagt Brigitta Schütt. Die in dem ersten Studiensemester angebotenen Veranstaltungen dienten vornehmlich als Propädeutikum, in dem die Studierenden von ihrem disziplinär geschulten Denken hingeführt würden zu interdiziplinärer Betrachtung von Aspekten der Mensch-Umwelt-Beziehungen. Vor diesem Hintergrund ist auch die Auftaktveranstaltung „Land-Water-Interaction“ zu sehen, die in der zweiten Septemberwoche in Almaty von Brigitta Schütt durchgeführt wurde.

Dozenten sind auch Wissenschaftler und Mitarbeiter deutscher und zentralasiatischer Organisationen

Bei der Einrichtung und Durchführung des fakultätsübergreifenden Masterstudiengangs ist die Deutsch-Kasachische Universität aus fachlichen und kapazitären Gründen zunächst auf die Unterstützung deutscher Partner angewiesen. Fachlich wird der Studiengang von Dozenten der Freien Universität getragen, die über langjährige Erfahrungen in der interdisziplinären Ausbildung im Wassermanagement, darunter in Zentralasien, verfügen. Gemeinsam mit den Spezialisten der Freien Universität werden Experten verschiedener in Zentralasien im Wassermanagement tätiger deutscher und zentralasiatischer Organisationen fundiertes theoretisches Grundlagenwissen und konkret anwendbares Praxiswissen vermitteln. Die Studierenden haben somit die Möglichkeit, bereits während des Studiums Kontakte mit den im Wasserbereich in Zentralasien tätigen Organisationen anzubahnen.

Ausbildung für zehn Masterstudierende pro Jahr

Die Kurse des Studiengangs, der vom Deutschen Akademischen Aus-tausch Dienst (DAAD) bis Mitte 2015 gefördert wird und für zehn zentralasiatische Masterstudierende pro Studienjahr konzipiert ist, werden überwiegend in englischer Sprache angeboten.

Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, die Deutsch-Kasachische Hoch-schule als Partner bei der fachlichen Weiterqualifizierung eigener Lehrkräfte zur dauerhaften Sicherung der Lehre zu unterstützen. Dazu werden zunächst fünf zentralasiatische PhD-Studenten an der DKU arbeiten, die zugleich in den vom „Berlin Centre for Caspian Region Studies“ organisierten DRS-Studiengang „Caspian Region Environmental and Energy Studies“ assoziiert und ihre Promotionsvorhaben in Berlin abschließen werden.