Freie Universität Berlin


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Schnupper-Studium für Schüler

Schülerinnen und Schüler der 10. bis 12. Klasse testeten während ihrer Sommerferien das Studium an der Freien Universität

06.09.2010

Schüler beim Nanopartikel-Versuch
Schüler beim Nanopartikel-Versuch Bildquelle: Bastienne Schulz

Einige Oberschüler zog es während der Sommerferien nicht ins Freibad, sondern direkt an die Freie Universität. Während der Sommeruniversität vom 9. bis 20. August haben sie sich am Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie, am Fachbereich Physik sowie Mathematik und Informatik der Freien Universität umgesehen und in Kursen ausprobiert, ob ihnen ein mathematisch-naturwissenschaftliches Studium liegen würde.

Während ihrer Schnupperwoche an der Freien Universität trafen die Schüler dort Studierende, die ihre zukünftigen Kommilitonen betreuten, diskutierten mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, belegten Kurse und hörten Vorträge. Sie lernten den Campus der Freien Universität kennen und aßen – wie im „richtigen Uni-Leben“ – in der Mensa. Zum Abschluss der Sommeruniversität gab es ein Grillfest und eine selbst gestaltete Posterausstellung, mit der die Schüler ihre Eindrücke und Erfahrungen präsentierten. 

Chemie – ein Handwerk?

Fabian hatte sich den Kurs „Nanoteilchen im Alltag und in der Forschung“ am Mitmach- und Experimentierlabor NatLab der Freien Universität ausgesucht. Der Elftklässler wollte einmal „richtig experimentieren auf einem Niveau, das die Schule nicht bieten kann“.

Mit seinen Mitschülern versuchte er, Nanopartikel aus Sonnenmilch zu extrahieren. Kittel, Schutzbrille und Fingerspitzengefühl waren für diesen Versuch unerlässlich, den Sabine Schlecht vom Sonderforschungsbereich „Multivalenz als chemisches Organisations- und Wirkprinzip“ (SFB 765) am Institut für Chemie entwickelt hat. „Hier konnten die Schüler ausprobieren, ob ihnen das Chemiestudium liegt und sie die dafür nötigen handwerklichen Fähigkeiten mitbringen“, erklärt Carlo Fasting, wissenschaftlicher Koordinator des Sonderforschungsbereichs.

Die Wissenschaftler der Ausbildungslabore wurden bei der schülergerechten Aufbereitung der Kurse von Andreas Rothenhagen, einem von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung abgeordneten Chemielehrer, unterstützt.

MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik

Für die Kurse der Sommeruniversität interessierten sich Jungen und Mädchen gleichermaßen. Weil aber insbesondere in den Fächern Mathematik, Informatik, Physik und Technik der weibliche Nachwuchs fehlt, möchte Jörg Fandrich, Akademischer Rat am Fachbereich Physik, mit dem Projekt „tasteMINT: Probieren vor dem Studieren“ vermehrt Schülerinnen für diese Fächer begeistern.

In den Sommeruniversitäts-Kursen wurde zunächst für jedes Fach eine Aufgabe gestellt, die die Schülerinnen im Team lösen mussten. In anschließenden Feedbackgesprächen mit ihren Betreuern erfuhren die Teilnehmerinnen, welche studien- und berufsrelevanten Kompetenzen sie gezeigt hatten.

Juliane Ritter, Schülerin der 12. Klasse, hat vor zwei Jahren zum ersten Mal an der Sommeruniversität teilgenommen und in diesem Jahr den „tasteMINT“-Kurs ausprobiert. „Ich fand es zunächst ungewohnt, beobachtet zu werden. Aber letztlich ist es toll zu erfahren, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen, und zu sehen, wie man an die Aufgaben herangehen oder wie man sich verbessern kann“, sagt sie.

Die Freie Universität richtet die Sommeruniversität seit 2004 aus. Das begeistert nicht nur Schüler, sondern auch die Wissenschaftler. „Wir haben hier viele sehr engagierte Wissenschaftler und Studierende, denen es Spaß macht, mit den Schülern zu arbeiten“, sagt Petra Skiebe-Corrette, die die Sommeruniversität gemeinsam mit Barbara Sandow vom Fachbereich Physik organisiert. Ihr Konzept geht auf: Einige der jungen Teilnehmer trifft man später als Studierende in den naturwissenschaftlichen Fakultäten wieder. Dann bieten sie vielleicht selbst Schülerkurse an oder engagieren sich in den Schülerlaboren.

Weitere Informationen

Für die Sommeruniversität

Für das NatLab

  • Dr. Petra Skiebe-Corrette (siehen oben)

Für das Mädchenprojekt TasteMINT und das PhysLab