Freie Universität Berlin


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Ägyptische Tempel, Satellitenbilder und Zukunftsthema Klimaschutz

An der Freien Universität fanden vergangene Woche zwei Veranstaltungen für Schüler statt: die KinderUni und die Schüleruniversität „schools@university Klima + Energie

06.10.2009

Im Rahmen der KinderUni experimentieren Kinder der Hansa-Grundschule zum Thema Auftrieb von Körpern in Flüssigkeit. Im PhysLab legen sie verschiedene Gegenstände in Salzwasser, Süßwasser und Spiritus.
Im Rahmen der KinderUni experimentieren Kinder der Hansa-Grundschule zum Thema Auftrieb von Körpern in Flüssigkeit. Im PhysLab legen sie verschiedene Gegenstände in Salzwasser, Süßwasser und Spiritus. Bildquelle: Sabrina Wendling
Im Rahmen der KinderUni hat das Team des Universitätsarchivs den Schülern Einblicke in die Aufgaben eines Archivs gegeben. Die Sechstklässler gingen auf Schatzsuche und konnten zum Abschluss einen historischen Talar anprobieren.
Im Rahmen der KinderUni hat das Team des Universitätsarchivs den Schülern Einblicke in die Aufgaben eines Archivs gegeben. Die Sechstklässler gingen auf Schatzsuche und konnten zum Abschluss einen historischen Talar anprobieren. Bildquelle: Birgit Rehse
Bei der Schüleruniversität Klima und Energie (SAUCE) experimentieren Schüler mit Schuhkartons, um zu zeigen wie man Häuser und Räume möglichst gut dämmt.
Bei der Schüleruniversität Klima und Energie (SAUCE) experimentieren Schüler mit Schuhkartons, um zu zeigen wie man Häuser und Räume möglichst gut dämmt. Bildquelle: Sabrina Wendling
Schüleruniversität Klima und Energie (SAUCE): Weitere Experimente mit einem Schuhkarton, der dazu mit verschiedenen Materialien ausgelegt wird, um anschließend zu messen, wie viel Wärme er verliert.
Schüleruniversität Klima und Energie (SAUCE): Weitere Experimente mit einem Schuhkarton, der dazu mit verschiedenen Materialien ausgelegt wird, um anschließend zu messen, wie viel Wärme er verliert. Bildquelle: Sabrina Wendling
Schülerinnen an der Freien Universität
Schülerinnen an der Freien Universität Bildquelle: Sabrina Wendling

Von der Antike bis zum Blick aus dem Weltraum, von biochemischen Experimenten bis zur Tiermedizin, dazu umfangreiche Schülerlabor-Angebote aus den Fächern Biologie, Chemie, Physik und den Geowissenschaften – an der KinderUni der Freien Universität haben in diesem Jahr 2337 Grundschüler aus 97 Klassen und 85 Schulen teilgenommen. Weitere 2420 nahmen an der zweiten Schüleruni schools@university Klima + Energie teil, die diesmal unter dem Motto „Klimapolitik selber machen“ stand.

KinderUni 2009 an der Freien Universität

Mit 84 Kursterminen stand vergangene Woche das bislang umfangreichste Angebot an Kursen und Vorlesungen zur Verfügung, das die Freie Universität Berlin bisher im Rahmen einer KinderUni anbieten konnte. Die Themen standen Klassen aller Grundschulen und grundständigen Gymnasien offen. Wieland Weiß, Organisator der KinderUni an der Freien Universität, freut sich über das gleichbleibend hohe Interesse: „Die Nachfrage übersteigt das Angebot wie in den Vorjahren um ein Mehrfaches. Um möglichst viele Schulen teilnehmen zu lassen, die bisher die KinderUni noch nie besucht hatten, gab es wieder intelligente Unterstützung vom Zuse-Institut-Berlin (ZIB). Dort wurde für die Veranstaltung ein Computerprogramm entwickelt und eingesetzt, das die Zuteilung der hohen Nachfrage auf die Kurstermine optimiert. In diesem Jahr waren dadurch 50 der 85 teilnehmenden Schulen erstmals dabei.“

„Schwimmen, Schweben, Sinken“ war eines der Themen im PhysLab – einem der Experimentierlabore an der Freien Universität, die Schülern auch außerhalb der KinderUni offenstehen. Durch eigenes Experimentieren konnten die Schüler hier den Auftrieb von Körpern in Flüssigkeiten untersuchen. Auch Odysseus und ägyptische Tempel standen auf dem Stundenplan. Im Mitmach-Kurs „Ein Morgen in einem ägyptischen Tempel“ lernten die Kinder die aktuellen Forschungsmethoden der Ägyptologie kennen und erhielten einen Einblick in die religiöse Praxis. Das Universitätsarchiv bot Gelegenheit zur Schatzsuche – mit interessanten Fundstücken aus vergangenen Zeiten.

Durch das kleinteilige Kursangebot sei der Lerneffekt sehr hoch, sagt Wieland Weiß. Außerdem würden die Kinder eine positive Grunderfahrung mit dem Universitätsbesuch verbinden. Im Durchschnitt liegt die maximale Schülerzahl bei den KinderUni-Kursen bei rund 30, beträgt also Klassenstärke.

Zweite Schüleruniversität „schools@university Klima + Energie“ an der Freien Universität

Zeitgleich zur KinderUni fand an der Freien Universität die zweite Schüleruniversität „schools@university Klima + Energie“ statt. Wieso verlieren manche Häuser Energie? Hilft es, wenn man sie in Mütze und Schal packt? Diese und andere Fragen stellten sich die Berliner Fünft- und Sechstklässler in der Veranstaltung „Dämmen, isolieren, messen – Wie baue ich ein Haus, das wenig Energie verbraucht?. Mit Hilfe eines Schuhkartons und verschiedenen Materialien probierten sie aus, welche Stoffe am besten isolieren. 

45 Vorlesungen, Shows, Workshops und Campusführungen warteten auf die rund 2.400 Teilnehmer. Ziel der Veranstaltungen war es, die Schüler für das Zukunftsthema Energie zu begeistern und ihnen intelligentes Energieverhalten zu vermitteln. In einer Live-Schaltung zur zeitgleich stattfindenden Schüleruniversität in Wien beschäftigten sich die jungen Forscher mit der Frage, was sie selbst zum Klimaschutz beitragen können. Außerdem stimmten die Schüler über eine Klimaschutz-Petition ab, die zuvor von zwei sechsten Klassen der Wilhelm-Busch-Grundschule aus Marzahn in einem Workshop mit Politikstudierenden der Freien Universität erarbeitet worden war. Unter großem Applaus der 115 anwesenden Schüler wurde die Petition anschließend an die Berliner Umweltsenatorin Frau Katrin Lompscher persönlich überreicht. „Diese spannende und durch Daniel Unsöld sehr abwechslungsreich moderierte Veranstaltung hat den Schülern sehr gefallen und war für die Kinder – so hoffen wir – eine Ermutigung, sich auch später in die politische Diskussion – nicht nur zur Klima- und Energiepolitik – einzumischen und von ihren Bürgerrechten Gebrauch zu machen,“ sagt Annette Piening, Projektorganisatorin der Schüleruniversität und wissenschafliche Mitarbeiterin in der Forschungsstelle für Umweltpolitik an der Freien Universität.

Die von der Freien Universität Berlin und der Berliner Energieagentur (BEA) gemeinsam organisierte Schüleruniversität „schools@university Klima + Energie“ ist Teil eines internationalen Projekts, das im Rahmen des europäischen Programms „Intelligent Energy Europe“ über drei Jahre gefördert wird. Auf der UNESCO-Weltkonferenz „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ wurde sie als „Projekt der Weltdekade“ ausgezeichnet. Weitere Unterstützung erhält das Projekt von der Deutschen Telekom und der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz.

Lehrerfortbildung zum Thema Klima und Energie

Für Lehrerinnen und Lehrer, die Themen rund um Klima und Energie verstärkt in ihrem Unterricht aufgreifen wollen, bietet die Freie Universität eine Lehrerfortbildung am 14. Oktober an. Auf dem Programm steht unter anderem ein Vortrag eines Wissenschaftlers aus dem Meteorologischen Institut der Freien Universität, der einen Einblick in die neuesten Forschungen zu Extremwetterereignissen gewähren wird. Anmeldungen hierfür bitte per E-Mail an: berlin@schools-at-university.eu.