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„Organisatorische Meisterleistung"

Institut für Tierpathologie der Freien Universität war Mitveranstalter des europaweit größten Tierpathologenkongresses in Berlin

27.10.2014

Einer der größten Tierpathologenkongresse wurde Ende August vom Institut für Tierpathologie der Freien Universität mitveranstaltet. Auch Doktorandin Kristina Dietert stellte dort ihre Arbeit vor.
Einer der größten Tierpathologenkongresse wurde Ende August vom Institut für Tierpathologie der Freien Universität mitveranstaltet. Auch Doktorandin Kristina Dietert stellte dort ihre Arbeit vor. Bildquelle: Institut für Tierpathologie / Frank Weigner
Prof. Dr. Achim Gruber sowie Dr. Anna-Lena Frisk, Prof. Dr. Carl Hård af Segerstad und Dr. Frederic Schorsch (v.r.) begrüßten die 450 Teilnehmenden.
Prof. Dr. Achim Gruber sowie Dr. Anna-Lena Frisk, Prof. Dr. Carl Hård af Segerstad und Dr. Frederic Schorsch (v.r.) begrüßten die 450 Teilnehmenden. Bildquelle: Institut für Tierpathologie / Frank Weigner

Der internationale Kongress „Cutting Edge Pathology“ zog kürzlich so viele Teilnehmer nach Berlin wie noch kein anderes Treffen der Tierpathologen in ganz Europa zuvor: Insgesamt 450 unterschiedlich spezialisierte Fachtierärzte aus der ganzen Welt waren zusammengekommen. Die gemeinsame Tagung der drei europäischen Tierpathologen-Gesellschaften sollte insbesondere den Austausch zwischen den einzelnen Spezialisierungsrichtungen ermöglichen. Das Institut für Tierpathologie der Freien Universität war an der Organisation wesentlich beteiligt. Campus.leben sprach mit dessen Direktor Professor Achim Gruber.

Herr Professor Gruber, wie verlief die Organisation der Tagung?

Solch einen Kongress organisiert man wohl nur einmal im Leben. Die Vorbereitungen waren wirklich umfangreich und haben uns, das Team des Instituts, durch Höhen und Tiefen geführt, uns aber auch zusammengeschweißt. Wir haben dadurch viele neue Eindrücke gewonnen. Die Veranstaltungstage selbst verliefen überaus erfolgreich und erfreulich.

Wer hat an dem Kongress teilgenommen?

Das Besondere an der Tagung war, dass ganz unterschiedlich spezialisierte Tierpathologen zusammengekommen sind, die sonst ihre Treffen separat abhalten. Zum einen waren das Tierpathologen, die auf das Erforschen von bekannten und neuen Tierkrankheiten spezialisiert sind. Zum anderen waren es Toxikopathologen – also Wissenschaftler, die an tierischem Gewebe die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von neuen Medikamenten für Tiere und die Humanmedizin prüfen. In dem Berufsalltag beider Fachrichtungen gibt es kaum Überschneidungen, da Toxikopathologen meist in der Industrie arbeiten, während die Erforschung von Tierkrankheiten und die Überwachung und Bekämpfung von Tierseuchen an Universitäten und staatlichen Einrichtungen angesiedelt sind. Auf dem Kongress konnten sich diese beiden hochspezialisierten Gruppen von Fachtierärzten intensiv austauschen.  

Welche Vorteile bringt solch ein Austausch für die Tierpathologie?

Er trägt dazu bei, Forschungserkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und auf verschiedene Forschungsbereiche zu übertragen. Tierpathologen, die neue Tierkrankheiten erforschen, tauschen sich mit Toxikopathologen aus, die sich der Entwicklung von Arzneien widmen. Es gibt Themen, die in verschiedenen Pathologiebereichen eine Rolle spielen, wie die Erforschung des Hormonsystems, des Immunsystems oder die besondere Wirkung von Nanopartikeln. Deshalb ist der Austausch zwischen den einzelnen Spezialisierungsgebieten in solch einem übergreifenden Kongress von besonderer Bedeutung. Das Modell macht Schule, denn ähnliche Kongresse sollen nun alle drei Jahre stattfinden.

Das Gespräch führte Mona Muth