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Wissenschaftler erforschen die Sprache der Gefühle

Freie Universität Berlin erhält neuen Magnet-Resonanz-Tomographen

12.10.2008

In der Nacht zum 11. September war es endlich so weit: Der neue 13-Tonnen schwere Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) der Freien Universität wurde von einem Spezialkran durch das Dach eines Laborneubaus in Berlin-Dahlem gehievt.
Zentimeterarbeit - der neue Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) wird durch das Dach des Laborneubaus gehievt. Bildquelle: Freie Universität Berlin / Wannenmacher
Innenansicht: Einbau des Magnet-Resonanz-Tomographen
Innenansicht: Einbau des MRT Bildquelle: Freie Universität Berlin / Wannenmacher

Kurz vor Mitternacht am 11. September war es endlich so weit: Der neue 13-Tonnen schwere Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) der Freien Universität wurde von einem Spezialkran durch das Dach eines Laborneubaus in Berlin-Dahlem gehievt. Der rund 13 Tonnen schwere MRT hört auf den Namen "Siemens Tim Trio 3 Tesla".

Genutzt wird das Gerät von Wissenschaftlern des Exzellenzclusters "Languages of Emotion", der mit Mitteln aus der Exzellenzinitiative gefördert wird. Der Magnet-Resonanz-Tomograph steht in einem Laborneubau an der Fabeckstraße, der durch einen Zwischenbau an die bisherigen Labore der Psychologie und der im Aufbau befindlichen Psychologischen Ambulanz angebunden ist. In den vorhandenen fünf Elektroencephalographie-Laboren, den drei Blickbewegungslaboren, dem Wahrnehmungs- und Biopsychologischen Labor sowie dem Schlaflabor und weiteren zehn Experimentalräumen wird unter anderem die bioelektrische Aktivität des Gehirns aufgezeichnet. Dabei werden die Entstehung und Verarbeitung von Emotion und Sprache im Gehirn und die Wechselwirkung mit menschlichem Verhalten untersucht. Die Wissenschaftler des Exzellenzclusters wollen mithilfe des Magnet-Resonanz-Tomographen die Beziehungen von Emotionen und ihrer Darstellung in der Sprache sowie in Tönen und Bildern erforschen.

Während die Probanden im Magnet-Resonanz-Tomographen Sinnesreizen ausgesetzt sind, werden hochauflösende, dreidimensionale Bilder ihres Gehirns aufgenommen, auf denen die gerade aktiven Bereiche erkennbar sind. Den im MRT liegenden Probanden werden zum Beispiel Videos, Bilder, Texte oder Buchstaben gezeigt, die über ein Spiegelsystem auf ein Display im Inneren des Magnet-Resonanz-Tomographen projiziert werden.

Interdisziplinäres Forschen in Reinform

Im Projekt vereint sich wissenschaftliche Kompetenz aus mehr als 20 Disziplinen, unter anderem Biologie, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften, Musikwissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie, Religionswissenschaft, Soziologie, Sprachwissenschaft, Theater- und Tanzwissenschaft. Mehrere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind beteiligt, darunter die Max-Planck-Institute für Bildungsforschung in Berlin sowie für Neuro- und Kognitionswissenschaften und für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Der neue Magnet-Resonanz-Tomograph kostet mehr als 1,7 Millionen Euro und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Die Kosten für den Laborneubau in der Fabeckstraße, der in der Rekordzeit von nur einem halben Jahr entworfen, geplant und gebaut wurde, betragen rund 1,5 Millionen Euro. Sie werden von der Freien Universität getragen.