Freie Universität Berlin


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Interdisziplinäre Ringvorlesungen für die breite Öffentlichkeit

Im Rahmen des Offenen Hörsaals bietet die Freie Universität Berlin interdisziplinäre Ringvorlesungen für die breite Öffentlichkeit.
Im Rahmen des Offenen Hörsaals bietet die Freie Universität Berlin interdisziplinäre Ringvorlesungen für die breite Öffentlichkeit. Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Seit über zwei Jahrzehnten bietet die Freie Universität mit ihren öffentlichen Vorlesungen einem breiten Publikum die Möglichkeit, teilzuhaben an wissenschaftlich fundierten Analysen aktueller Probleme, allgemein verständlich dargebotenen neuen Forschungsergebnissen aus allen Wissenschaftsgebieten und aus Dialogen, Diskussionen und Gesprächen über Wissenschaft, Gesellschaft, Natur und Technik.

Die Freie Universität Berlin präsentiert sich damit als Hochschule, die für alle offen ist, die an Wissenschaft interessiert sind. Wir möchten Ihnen zeigen, woran wir arbeiten, Ergebnisse öffentlich machen und Orientierungen zu den komplexen Fragen unserer Zeit bieten.

Seien Sie herzlich eingeladen, an diesen anregenden und vielfältigen Veranstaltungen teilzunehmen, bei denen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen von Rang ihre Ergebnisse und Analysen präsentieren.

Die Programmbroschüre ist zum Semesterstart auch in der Koordinierungsstelle OFFENER HÖRSAAL erhältlich:

Telefon: +49 30 838 755 40

E-Mail: Reinhard.Urbanke@fu-berlin.de

Im Wintersemester 2016–2017 werden im Rahmen des Offenen Hörsaals die folgenden drei öffentlichen Vortragsreihen angeboten:

Alle Veranstaltungen der Vorlesungsreihen sind öffentlich. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Von Allusion bis Zeugma. Interdisziplinäre Perspektiven auf die Wirkmacht rhetorischer Tropen und Figuren

Eine Veranstaltung des Instituts für Romanische Philologie und des Instituts für Griechische und Lateinische Philologie

  • Konzeption: Prof. Dr. Anita Traninger, Prof. Dr. Melanie Möller
  • Jeden Montag, 16.15 - 18.00 Uhr; Beginn: 24.10.2016
    Ausnahme: Die Vorlesung von Prof. Dr. Jürgen Brokoff findet am 05.01.2017 abweichend an einem Donnerstag (ebenfalls 16.15 – 18.00 Uhr) statt.
  • Veranstaltungsort: Gebäudekomplex Habelschwerdter Allee 45, Hörsaal 1a, 14195 Berlin
    (Dahlem-Dorf oder Thielplatz; 110, M 11, X 11)
  • Kontakt: Prof. Dr. Anita Traninger, E-Mail: anita.traninger@fu-berlin.de, Telefon: +49 30 838 55006
  • Zur Webseite des Instituts

Überzeugend – das muss heute vieles sein. Werbung. Politische Reden. Tweets. Blogbeiträge. Filme. Zeitungsartikel. Und natürlich immer schon: Literatur und Kunst. Sie alle arbeiten mit den Techniken der auf Überzeugung ausgerichteten Rede: der Rhetorik. Seit dem 20. Jahrhundert wird das Potential der Rhetorik von der systematischen Disziplin bis zur irrationalen Denkfigur ausgelotet. Das Interesse reicht dabei von der Wiederentdeckung der Regelpoetik in der Barock- und Renaissanceforschung bis hin zur postmodernen Reflexion der Rhetorik im Zuge der Dekonstruktion und rhetorischen Anthropologie. Was jedoch oft zu kurz kommt, ist die kritische Auseinandersetzung mit den Tropen und Figuren, dem eigentlichen Herzstück der Rhetorik. In ihnen kommt die persuasive Kraft des strategisch gestalteten sprachlichen Ausdrucks am konzentriertesten zum Ausdruck. Sie verdienen es daher, aus der verharmlosenden Schublade des ‚Redeschmucks‘ herausgeholt und aus verschiedenen fachlichen Perspektiven gewürdigt zu werden. Im Rahmen der Ringvorlesung wird sich jede/r Vortragende eine Trope oder Figur vornehmen und sie aus seiner oder ihrer jeweiligen fachlichen oder persönlichen Perspektive beleuchten.

Sammlungen und Sammler in Berlin. Fragen an alte und neue Bestände

Eine Veranstaltung des Botanischen Gartens und Botanischen Museums in Verbindung mit dem Forschungsverbund Sammlungsperspektive

  • Konzeption: Prof. Dr. Thomas Borsch, Dr. Patricia Rahemipour
  • Jeden Dienstag, 18.15 – 19.45 Uhr; Beginn: 18.10.2016
  • Veranstaltungsort: Gebäudekomplex Habelschwerdter Allee 45, Hörsaal 2, 14195 Berlin-Dahlem (Dahlem-Dorf oder Thielplatz; 110, M 11, X 11)
  • Kontakt: Dr. Patricia Rahemipour, E-Mail: p.rahemipour@bgbm.org, Telefon: +49 30 838 75604

In den vergangenen Jahren haben Sammlungen als Ressource für die wissenschaftliche Forschung sowie als öffentliche Einrichtungen einen unerwarteten Aufschwung erlebt. Das Interesse an den Objekten ist ungebrochen. Man forscht an ihnen, man untersucht sie mit neuesten Methoden, stellt sie in neue Zusammenhänge und erschließt sie die Objekte selbst als Teil der digitalisierten Welt..
Der Blick auf die Geschichte der Berliner Sammlungen wirft ein Licht auf die Entstehung von Wissen, von Wissenschaft und nicht zuletzt auf die „Aneignung der Welt“ wie sie im allgemeinen Verständnis der vergangenen Jahrhunderte vorherrschte. Nicht zuletzt ist sie auch Teil der Geschichte der Metropole Berlin im Allgemeinen und Dahlems im Besonderen.
Im November 2015 wurde auf Initiative des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin ein Netzwerk sammlungsbasierter Institutionen Berlins gegründet mit der Absicht die eigene Geschic hte im Verbund mit ähnlichen Einrichtungen sowie disziplinübergreifend zu untersuchen. Idee und Ausgangspunkt ist dabei die Annahme, dass viele Sammlungen gleichzeitig und bezogen aufeinander entstanden sind.
Dabei ist Berlin mit seinen reichen Sammlungen der ideale Ort. Ein großer Part der botanischen Sammlungen Humboldts ist Teil des Herbariums am Botanischen Garten. Der Botanische Garten selbst ist als ehemalige „Botanische Zentralstelle für die deutschen Kolonien“ Teil der nationalen Kolonialgeschichte ebenso wie das Ethnologische Museum oder das Museum Europäischer Kulturen. Im Rahmen des Offenen Hörsaals der FU wird erstmals die Arbeit des Netzwerks vorgestellt und eine Fragestellung im Zentrum stehen: Die Entstehung und Weiterentwicklung von Sammlungen als Instrument der Wissenschafts- und Kulturpolitik.
Dabei wird es zum jetzigen Zeitpunkt um eine Standortbestimmung gehen: Welche Vorstellung von Sammeln herrscht vor? Wie sieht die Forschung zu Objektbiographien aus? Inwiefern haben bedeutende Sammler die Geschichte der Wissenschaften geprägt? Ist Dahlem gar ein deutsches Oxford, wie einmal angedacht?
Um den Gedanken der interdisziplinären und diskursiven Arbeit an den Themen auch im Format des Offenen Hörsaals umzusetzen, werden die Vorträge durch einen kurzen fachfremden Kommentar ergänzt.

Raus aus der Krise? Wege in eine sozial-ökologische Gesellschaft

Eine Veranstaltung der Nachhaltigkeitsinitiative SUSTAIN IT!, des Forschungszentrums für Umweltpolitik am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften und der Arbeitsstelle Lehr- und Studienqualität

  • Konzeption: Karola Braun-Wanke, PD Dr. Achim Brunnengräber, Tobias Kalt, Gesine Heinrich
  • Jeden Dienstag 18.15 – 19.45 Uhr; Beginn: 18.10.2016
  • Veranstaltungsort: Ihnestr. 22, Hörsaal 22/G, 14195 Berlin-Dahlem (Thielplatz; Bus 110)
  • Kontakt: Tobias Kalt, E-Mail: t.kalt@fu-berlin.de; Karola Braun-Wanke, Telefon: +49 30 838 51599, E-Mail: k.braun-wanke@fu-berlin.de

Weltweit nehmen das Umwelt- und Klimabewusstsein sowie Bekenntnisse und Anstrengungen zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise zu. Gleichzeitig aber steigt der globale Energie- und Ressourcenverbrauch weiter und die ökologischen und klimatischen Krisen verschärfen sich. Die Vorlesungsreihe stellt sich diesem Paradoxon und möchte einen Beitrag zur gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Debatte um sozial-ökologische Transformation leisten.
Eingangs sollen die sich derzeit häufenden ökologischen und vielfältigen Krisen in ihren Verschränkungen aus macht- und diskurskritischer Perspektive analysiert werden. Im Fokus steht die Frage, weshalb trotz weit verbreitetem Krisenbewusstsein ein sozial und ökologisch gerechter Umbau der Gesellschaft ausbleibt.
Im Anschluss daran rücken sozial-ökologische Transformationspfade ins Blickfeld. Das Hauptaugenmerk liegt nun auf den Fragen: Wie lässt sich ein ‚Gutes Leben für alle‘ im Kontext von begrenzten Ressourcen und planetarischen Grenzen ermöglichen? Wie kann ein nichtausbeuterisches Verhältnis zu Mensch und Natur etabliert werden?
Abschließend findet ein Realitätsscheck und eine Diskussion dieser Fragen hinsichtlich Transformationstendenzen in den gesellschaftlichen Bereichen Energie, Mobilität, Landwirtschaft und Care statt.