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Schritte durch die Zeit

Etappen der Evolution: Von der Entstehung der Erde über die Entwicklung von primitiven Einzellern, schwergewichtigen Dinosauriern und hochentwickelten Säugetieren bis zum Menschen sind 4,6 Milliarden Jahre vergangen.
Etappen der Evolution: Von der Entstehung der Erde über die Entwicklung von primitiven Einzellern, schwergewichtigen Dinosauriern und hochentwickelten Säugetieren bis zum Menschen sind 4,6 Milliarden Jahre vergangen. Bildquelle: National Center for Atmospheric Research, Peter Westbroeck, Jan Sovak, Jiri und Martin Hochmann

Vom Sternenstaub zu uns: Ausstellung im Botanischen Garten zeigt Entstehung des Lebens

Von Gesche Hohlstein

Sie begann vor 4,6 Milliarden Jahren: die dramatische Evolution des Lebens auf der Erde. Unvorstellbar lang erscheint uns diese Zeitspanne, von der Entstehung der Sonne und der Erde bis zum Auftreten des Menschen. Die derzeit im Freiland des Botanischen Gartens gastierende Ausstellung „Schritte durch die Zeit – Vom Sternenstaub zu uns“ vermittelt die wechselvolle Geschichte unsere Erde, deren Höhepunkte und markanten Krisen. Pflanzen spielten dabei eine großartige Rolle – und spielen sie immer noch.

Das Faszinierende an dieser Ausstellung ist die Anordnung ihrer Ausstellungstafeln: Jede der knapp 90 großformatigen Tafeln steht in genau definierten Abständen zueinander über eine Strecke von etwa 1500 Metern. Mit jedem etwa 60 Zentimeter langen Schritt legt der Besucher der Ausstellung fast zwei Millionen Jahre zurück – bis er auf den letzten Zentimetern die Anfänge der Menschheit bestaunen kann. So können mit etwa 2433 Schritten im Botanischen Garten die Zeitspanne von 4,6 Milliarden Jahren der Evolution des Lebens begangen und in lebendigen Beschreibungen und faszinierenden Bildern erfahren werden. Unsere eigene kurze Lebensspanne misst hier noch nicht mal einen Millimeter.

Die Zusammenhänge von Astronomie, Geologie und Biologie während der Entstehung des Lebens werden mit faszinierenden Bildern veranschaulicht. Satellitenaufnahmen, Makrofotografien, rasterelektronische Aufnahmen und Gemälde wurden von der NASA sowie den größten Wissenschaftseinrichtungen und Wissenschaftszentren der USA zur Verfügung gestellt. Lebendige Beschreibungen vermitteln die komplexen Inhalte, etwa in „Die Erde rostet“ oder „Der Rennfahrer unter den Mikroben“. Der gegenwärtige Kenntnisstand zur Entstehung des Lebens wurde in jahrelanger Arbeit von einem Wissenschaftlerteam um Dr. Sidney Liebes bei Hewlett Packard Labs zusammengetragen und in dieser Ausstellung gezeigt.

Die Sonne wird voraussichtlich noch weitere zwei bis drei Milliarden Jahre strahlen, sodass der Weg dieser Lebensausstellung noch 600 bis 900 Meter länger werden könnte. Wissenschaftlich ist nicht im Detail geklärt, welche Gründe genau zum Aussterben einer bestimmten Art in der Vergangenheit geführt haben. Derzeit befinden wir uns in einem großen Massenaussterben. Schätzungsweise ein Drittel aller Arten werden bis zum Ende des Jahrhunderts verschwunden sein. Diesmal ist der Verursacher der Auslöschung jedoch bekannt: der Mensch und seine Lebensweise. Auch wenn der Mensch erst seit „ein paar Zentimetern dabei ist“, so nimmt er doch massiven Einfluss auf die weitere Geschichte der Erde. Vom Sternenstaub zu uns – eine Ausstellung, die inspiriert, provoziert und nachdenklich stimmt.

Die Autorin ist Diplom-Biologin im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem.


INFORMATIONEN

Die Ausstellung „Schritte durch die Zeit – Vom Sternenstaub zu uns“ ist bis zum 2. November 2008 geöffnet. Sie ist täglich von 9 Uhr bis Gartenschluss zu sehen (August bis 20 Uhr, September bis 19 Uhr, Oktober bis 18 Uhr). Mit etwa 2500 Schritten kann der Besucher die Evolution des Lebens durchwandern und damit eine Zeitspanne von 4,6 Milliarden Jahren. Auf knapp 100 großformatigen Farbtafeln werden entlang des Ausstellungsweges von 1,5 Kilometern die Zusammenhänge von Astronomie, Geologie und Biologie lebendig beschrieben und mit faszinierenden Bildern dokumentiert. „Schritte durch die Zeit“ ist eine Wanderausstellung der Schweizer Stiftung Drittes Millenium. Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich, in dem alle Bildtafeln abgedruckt sind. Der Eintritt in den Botanischen Garten kostet 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.