Meldungen

Freie Universität an Förderprogramm für israelische Gründer beteiligt

Fünf Gründungsteams aus Israel haben beim Pilotprojekt „EXIST Start-up Germany“, an dem auch die Freie Universität beteiligt ist, die nächste Runde erreicht. Mit „EXIST Start-up Germany“ soll das Gründungsförderprogramm „EXIST“ des Bundeswirtschaftsministeriums auch für israelische Gründer geöffnet werden.

Die Teilnehmer können an Berliner und Brandenburger Universitäten ihre Projektideen weiterentwickeln, um anschließend ein Start-up-Unternehmen zu gründen. Die elf Finalisten sind in der vergangenen Woche in Berlin von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel empfangen worden.

Anschließend präsentierten sie ihre Projekte vor einer Jury. Fünf Teams sind in die engere Wahl gekommen: Truck-E (Optimierung von Streckenführung für LKWs), Recovr.io (Virtual-Reality-Anwendung für Rehabilitationsmedizin), Panza (Anwendung für Kundenloyalitätsprogramme), Modular Robotics (Baukastensystemfür Industrieroboter) und Departer (Hardwarekomponenten-Plattform für Ingenieure).

Die Teams müssen jetzt an den Hochschulen Mentoren suchen, die sie bei der Vorbereitung des endgültigen Förderantrags unterstützen. Die Freie Universität kooperiert mit zahlreichen Forschungseinrichtungen in Israel. Der Hebrew University of Jerusalem ist sie durch eine strategische Partnerschaft besonders verbunden. mkr


Forscher entschlüsseln Genom der Bettwanze

Schon der Gedanke an sie verursacht bei empfindlichen Menschen Gänsehaut und den Drang, sich zu kratzen: Bettwanzen. Die wenige Millimeter großen Insekten sind seit einigen Jahren weltweit auf dem Vormarsch. Einem internationalen Team von Wissenschaftlern ist es nun gelungen, das Genom der Bettwanze zu entschlüsseln.

Daran beteiligt war auch der Evolutionsbiologe Paul R. Johnston von der Freien Universität Berlin. 14.222 Gene identifizierten die Forscher bei dem Insekt. Zum Vergleich: Im menschlichen Erbgut finden sich etwas mehr als 20.000 Gene. Die Wissenschaftler interessieren sich insbesondere für Gene, die die innere Uhr der Plagegeister ticken lassen und Ausscheidung und Häutung steuern. Sie erhoffen sich dadurch auch Erkenntnisse für eine bessere Bekämpfung der Wanzen, die mittlerweile gegen die meisten Klassen von Insektiziden resistent sind. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von Nature Communications vor. PK


Schüler können weiter über Klimaschutz lernen

Die „SchülerUni Nachhaltigkeit + Klimaschutz“ wird vom Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU) der Freien Universität für weitere fünf Jahre angeboten. Dies wurde in einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Hochschule und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung festgelegt. Bis Ende 2020 finden damit zehn einwöchige SchülerUnis für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse sowie begleitende Fortbildungen für Lehrkräfte auf dem Campus der Freien Universität statt. Unter dem Motto „Lernen für eine zukunftsfähige Welt“ bietet das FFU seit 2005 Experimente zu erneuerbaren Energien, Kunst und Theaterworkshops, Zukunfts- und Schreibwerkstätten, Energie-Rundgänge und Lernparcours zu den Schlüsselthemen einer nachhaltigen Entwicklung an. PK


Sonderforschungsbereich zu Multivalenzen erneut verlängert

Der an der Freien Universität angesiedelte Sonderforschungsbereich (SFB) „Multivalenz als chemisches Organisations- und Wirkprinzip: Neue Architekturen, Funktionen und Anwendungen“ wird bis 2019 verlängert. In dem seit 2008 bestehenden SFB erforschen Chemiker, Biologen, Mediziner und Mathematiker das grundlegende Verständnis von mehrfachen Wechselwirkungen zwischen großen Molekülen und lebenden Zellen sowie Viren.

Als neuer Partner in der nunmehr dritten Förderperiode wurde das Robert-Koch-Institut aufgenommen; Ziel ist es unter anderem, die Blockade von Influenzaviren durch multivalente Gerüstarchitekturen eingehend zu untersuchen. Sprecher des SFB ist Professor Rainer Haag vom Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität. Die Fördersumme für die Periode von 2016 bis 2019 beläuft sich auf insgesamt acht Millionen Euro. PK


Programm „Medienhelden“ gewinnt Preis für Kriminalprävention

Das deutsche Präventionsprogramm „Medienhelden“ ist bei der Verleihung des diesjährigen European Crime Prevention Award mit dem zweiten Platz ausgezeichnet worden. Professor Herbert Scheithauer, Entwicklungspsychologe der Freien Universität, hatte das Konzept mit seinem Team entwickelt und evaluiert. Es hilft Schülerinnen und Schülern, sich vor Mobbing im Internet zu schützen und Medienkompetenz sowie wichtige Fähigkeiten im sozialen Miteinander zu entwickeln.

Die Auszeichnung wird seit 2001 jedes Jahr vom „Europäischen Netz für Kriminalprävention“ (European Crime Prevention Network – EUCPN) verliehen. In dem Wettbewerb, der in diesem Jahr unter dem Thema „Cyberkriminalität“ stand, werden die besten europäischen Projekte im Bereich der Kriminalitätsprävention ausgezeichnet; jedes Land kann ein Projekt vorschlagen. Das Programm „Medienhelden“ wurde von den Bundesministerien der Justiz und des Innern als Beitrag für Deutschland nominiert. Platz 1 ging an „SME Cybersecure“ aus den Niederlanden. ami


Dahlem Humanities Center hat einen neuen Vorstand

Ein aus vier Professorinnen und Professoren bestehender neuer Vorstand hat die Geschäfte des Dahlem Humanities Center (DHC) der Freien Universität Berlin übernommen. Seit dem 1. Februar 2016 leiten die Arabistin Beatrice Gründler, die Romanistin Anita Traninger, der Theaterwissenschaftler Matthias Warstat und der Historiker Paul Nolte die interdisziplinäre geisteswissenschaftliche Einrichtung.

Zum neuen Sprecher des DHC wurde Professor Paul Nolte gewählt. Der bisherige Sprecher und Gründer des Zentrums, der Romanist Professor Joachim Küpper, sowie die Vorstandsmitglieder Professorin Erika Fischer-Lichte und Professor Klaus W. Hempfer ziehen sich nach knapp neunjähriger Amtszeit aus dem Vorstand zurück. Das 2007 gegründete DHC bündelt die deutschlandweit einzigartige Breite geisteswissenschaftlicher Forschung an der Freien Universität. Im Rahmen verschiedener Veranstaltungen geben Wissenschaftler, Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler aus dem In- und Ausland Einblick in ihre aktuelle Forschung und Arbeit. cwe


3,2 Milliarden Jahre alte Mikroben in Südafrika entdeckt

Deutsche und Schweizer Wissenschaftler haben in alten Gesteinen aus den Bergen des Barberton Grünsteingürtels in Südafrika erstmals eine Anpassung von fossilen Mikroorganismen an damalige Umweltbedingungen beschrieben. Die Wissenschaftler untersuchten langgestreckte schmale Hohlräume in Sandsteinen, die etwa 3,2 Milliarden Jahre alt sind und zu den ältesten gut erhaltenen Küstensedimenten gehören.

Sie fanden heraus, dass die Hohlräume einst von einer mikrobiellen Gemeinschaft bewohnt wurden, die den Mikroben unter anderem Schutz gegen die damals viel höhere UV-Strahlung gegeben haben. An der Studie beteiligt waren Forscherinnen und Forscher der Freien Universität Berlin, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität Lausanne. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Geology publiziert. lp


Neues Zentrum für Geschlechterforschung an der Freien Universität

Sie befasste sich bereits 1963 kritisch mit der Rolle von Frauen an Universitäten: Margherita von Brentano (1922–1995) war Professorin für Philosophie und erste Frau, die das Amt einer Vizepräsidentin an der Freien Universität Berlin innehatte. Nun ist die Wissenschaftlerin Namensgeberin für ein neugegründetes Zentrum für Geschlechterforschung an der Hochschule. Es hat die Aufgabe, Lehre, Forschung und Publikationen im Bereich der Geschlechter- und Diversitätsforschung zu initiieren und zu koordinieren.

„Mit dem neu gegründeten Margherita-von-Brentano-Zentrum wird an der Freien Universität Geschlechterforschung als interdisziplinäres Feld verstärkt und weiterentwickelt“, sagt Margreth Lünenborg, Professorin für Journalistik und wissenschaftliche Leiterin des Zentrums. Das Zentrum soll die Arbeit der 1981 an der Hochschule gegründeten Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung und die Aufgaben des Interdisziplinären Zentrums Geschlechterforschung zusammenführen. zie