Infrastrukturalismus. Claude Levi-Strauss’ materialistische Theorie der Mythen
Jan Lietz
Kommentar
In mehreren Interviews evoziert Claude Levi-Strauss die Idee eines „Infrastrukturalismus“, um eine materialistische Perspektive auf den kontextspezifischen Wandel von Mythen und auf die materiellen Faktoren in der Produktion von Bedeutung zu eröffnen. Um die Transformationen von wandernden Mythen beschreiben zu können, müssen demnach die „infrastructures techno-économiques“ in den Blick genommen werden, innerhalb derer sie sich bewegen. Anhand von ausgewählten Aufsätzen sowie Auszügen aus den vier Bänden der „Mythologica“ wollen wir nachvollziehen, ob und wie sich diese Idee des Infrastrukturalismus methodisch übersetzt. Zudem werden wir über das Verhältnis dieses auf kontextuelle Bestimmungen gerichteten Ansatzes zu der für den Strukturalismus prägenden Idee einer universalen Struktur nachdenken. Nicht zuletzt werden wir überlegen, inwiefern sich der Infrastrukturalismus als materialistisches Gegenmodell zu jüngeren, „neo-idealistischen“ Formkonzeptionen profilieren ließe. Fortgeschrittene Französischkenntnisse (B2/C1 und höher) sind für die Teilnahme am Seminar von Vorteil.
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