Text und Textur. Vom Webstuhl bis zu Large Language Models
Jan Lietz
Kommentar
In ihrem ‚Hybrid‘-Text „Thread Ripper“ (2020) stellt die dänische Künstlerin und Autorin Amalie Smith eine Verbindung zwischen dem Webstuhl und Algorithmen her, die sich maßgeblich über deren digitale Verfahren der Erzeugung von Mustern, Motiven und Texturen begründet: „[D]en første computer var en væv. Vævere var de første programmører. Textil er det digitales grundstof.“ [„[T]he first computer was a loom. Weavers were the first programmers, and textile the fabric of the digital.“] Im Seminar wollen wir diese These zum Ausgangspunkt nehmen, um aus einer medientheoretischen und -geschichtlichen Perspektive über die technologische Konstitution von Texten und deren Texturen aus unterschiedlichen literarischen Epochen nachzudenken. Leitend wird dabei u.a. die Frage sein, wie die seit der Antike geläufige Metaphorisierung des Textes als Gewebe mit dem Aufkommen neuer Technologien neu akzentuiert wird. Angesichts der jüngsten Entwicklung im Bereich der Large Language Models („AI“) werden wir außerdem die Frage nach der Lesbarkeit der Texturen generativer Textproduktion diskutieren. Unterstützt werden wir dabei gegen Ende des Semesters durch einen Besuch von Foscher:innen des Center for Digital Narrative an der Universität Bergen (Norwegen).
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Zusätzliche Termine
Di, 07.07.2026 18:00 - 20:00Regelmäßige Termine der Lehrveranstaltung
