15002
Proseminar
PSTWA History of Ideas of Pacifism
Dominique Miething
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„Von der Abschaffung des Krieges, von gänzlicher Aufhebung des Gewaltprinzipes, davon wollen die zur »Aufrechterhaltung des Friedens« waffenbrüderlich verbündeten Gewalten nichts wissen.“
Bertha von Suttner, „Ausbreitung der Friedensbewegung“, 1896.
Das Seminar bietet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit Schlüsseldokumenten der Friedensgeschichte. Die dafür zentralen Themen lauten: Emanzipation, Gewaltfreiheit, Gerechtigkeit, Kriegsdienstverweigerung, Kritik an Autorität, Menschenrechte, Völkerrecht, Weltföderation.
Den Auftakt bilden klassische Abhandlungen wie „Die Klage des Friedens“ (1517) von Erasmus von Rotterdam sowie „Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf“ (1795) von Immanuel Kant. Darauf aufbauend beschäftigen wir uns mit der Ethik der Religiösen Gemeinschaft der Freunde (Quäker), deren Friedenszeugnisse im Zusammenhang mit den Bemühungen zur Abschaffung der Sklaverei (Abolitionismus), dem Kampf gegen Rassismus sowie der nordamerikanischen Frauenbewegung stehen. Denn schon im Jahr 1848 organisierte z.B. Lucretia Mott die allererste Frauenrechtskonferenz in Seneca Falls, New York.
Der zweite Teil des Seminars kreist um den liberalen Pazifismus bzw. um die marxistischen und anarchistischen Varianten des Antimilitarismus zur Wende vom neunzehnten ins zwanzigste Jahrhundert. Im Anschluss daran problematisieren wir die theoretischen Annahmen der Doktrin vom „gerechten Krieg“.
Im dritten Teil des Seminars befassen wir uns exemplarisch mit dem Konzept der Weltföderation, das zuerst durch Lola Maverick Lloyd und Rosika Schwimmer 1938 präsentiert wurde. Außerdem fällt in diesen Zeitraum die Debatte über die Möglichkeit, ein Land gewaltfrei gegen eine militärische Invasion zu verteidigen (am Beispiel der Pläne von Bart de Ligt aus dem Jahr 1934 und Jessie Wallace Hughan aus dem Jahr 1942). Diese Pläne sind Vorläufer der „sozialen Verteidigung“ und damit anschlussfähig an heutige Versuche zur sozialwissenschaftlichen Beurteilung der Effektivität und Nachhaltigkeit von zivilem Widerstand im Sinne des demokratischen Wandels einer Gesellschaft.
Schließlich reflektieren wir über die Gedanken des Philosophen Günther Anders und seiner Warnung vor dem „Zeitenende“, dem Atomkrieg, welche uns ebenfalls im Russell-Einstein-Manifest (1955) begegnet. Dr. Martin Luther King Jr. hält im darauffolgenden Jahrzehnt seine berühmte Rede „Beyond Vietnam“ (1967), in der er seine Kriegsgegnerschaft verdeutlicht und diese mit seinem Engagement für die Bürgerrechtsbewegung verknüpft.
Begleitend zu diesen inhaltlichen Aspekten erarbeiten wir uns im Seminar grundlegende Kenntnisse für das wissenschaftliche Arbeiten, z.B. Literaturrecherche, Zitationstechniken, Erarbeitung des aktuellen Forschungsstandes sowie weitere notwendige Schritte zum Verfassen einer wissenschaftlichen Hausarbeit
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