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Lehrveranstaltung

Institut für Theaterwissenschaft (WE 7)

Kernfach Theaterwissenschaft (StO und PO gültig ab WS 11/12)

0051d_k90
  • Basismodul Gegenwartstheater

    0051dA1.1
    • 17510 Seminar
      Einführung in die Aufführungsanalyse (Andrej Mircev)
      Zeit: Fr 14:00-18:00 (Erster Termin: 16.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Anders als bei der Analyse von Texten, Bildern oder Filmen, bei denen sich der/die Analysierende seinem Betrachtungsobjekt gegenüber befinden, stellt sich bei der Aufführungsanalyse die grundlegende Frage der Verfügbarkeit, der Prozesshaftigkeit bzw. Ereignishaftigkeit dessen, was untersucht wird. Daher handelt es sich um ein Schlüsselkategorie theaterwissenschaftlicher Arbeit, die durch den Aufführungsbegriff definiert ist. Das Seminar erläutert verschiedene Möglichkeiten des analytischen Zugangs und überprüft unterschiedliche theoretisch-methodische Grundlagen der Aufführungsanalyse, die nicht nur für Theater, sondern auch für andere Inszenierungsphänomene (Politik, Sport, Fest usw.) eine tragende Rolle spielen kann. Anhand eines breiten interdisziplinären Spektrums, der das theatrale Ereignis auf der Bühne (oder in einem erweiterten Feld aktueller Kunstproduktion) beschreibbar zu machen versucht, werden mannigfaltige Ansätze in Betracht genommen (Semiotik, Hermeneutik, Phänomenologie, Dekonstruktion, Ikonologie usw.) Ausgangspunkt für die Untersuchungen, Reflexionen und praktische Übungen sind zeitgenössische Theaterinszenierungen, Tanzstücke sowie Beispiele aus der Performancekunst und der Oper. Neben der Wahrnehmung und Erinnerung, die durch das Erstellen von Erinnerungsprotokollen geübt werden, stellt die dritte Bedingung für eine gelungene Analysepraxis die Versprachlichung. Demzufolge bewegt sich das Seminar in einem Praxisorientierten Übungsraum, der Sehen, Hören, Lesen und Fühlen mit Reflexion und diskursiver Artikulation verbindet. Neben der aktiven Teilnahme an den Diskussionen, umfassen Die Arbeitsleistungen dieses Seminars die Anfertigung einer zehnseitigen Hausarbeit.

    • 17511 Seminar
      Alles Theater?! Einführung in die Aufführungsanalyse (Erhard Ertel)
      Zeit: Do 14:00-18:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Eine immer wieder neu zu beantwortende Frage der Theaterwissenschaft ist die nach dem Wesen des Theaters, verstanden als ein sich historisch permanent veränderndes ästhetisches und kulturelles Phänomen. Das Seminar stellt daher die Frage Was alles ist also Theater? und versucht in der Suche nach Gemeinsamkeiten die Frage Was ist Theater überhaupt? zu beantworten und sich dabei zu fragen Wie spricht man über Theater?

         Dazu sollen ausgewählte Ereignisse analysiert und nach Gemeinsamkeiten und Differenzen befragt werden. Was also verbindet und/oder unterscheidet eine Nathan-Inszenierung von einem religiösen Ritual, ein theatrales Geschichtstribunal von einem politischen Streik, eine Rigoletto-Aufführung von einem Nena-Konzert, eine Tanzperformance vom DFB-Pokalfinale, eine Werbekampagne von einer Bundestagsdebatte usw.

      In der analytischen Betrachtung solcherart differenzierter künstlerischer und kultureller Phänomene soll ein Grundverständnis für die komplizierte Dialektik von praktisch-theatraler Vielfalt und begrifflich-theoretischer Einheit entwickelt werden. Verbunden damit ist die sprachliche Bewältigung dieser Problematik durch den Wechsel von einer alltagssprachlichen Beschreibung zu einer konkreten fachsprachlichen Analyse. Entscheidend wird dabei sein, wie die Daseinsweisen des Theaters als Inszenierung und als Aufführung diskursiv verhandelt werden können.

       

       

      Das Seminar findet als Online-Seminar statt.

       

      Obligatorische Arbeitsleistung: Regelmäßige und aktive Teilnahme (Onlinepräsenz),

      Notate

      Prüfungsleistung: Portfolioprüfung (Notate und andere Seminaraufgaben) oder Hausarbeit

       

      Kontakt: ausschließlich über ertel_olympia@web.de

    • 17512 Seminar
      Einführung in die Aufführungsanalyse (Matthias Warstat)
      Zeit: Mi 14:00-18:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Der Kurs führt in die verschiedenen Verfahren der theaterwissenschaftlichen Aufführungsanalyse ein und verbindet dies mit theoretischen Lektüren zu einigen Grundbegriffen der Theaterwissenschaft, weshalb er auch als Einführung in Theorie und Ästhetik wählbar ist. Aufführungsanalysen können unterschiedliche Aspekte einer Aufführung in den Mittelpunkt stellen: Man kann Aufführungen beispielsweise von den Darstellenden und den zu beobachtenden Darstellungsformen aus aufschlüsseln oder das Verhältnis von Text und Aufführung an den Anfang stellen oder vorwiegend auf die Gestaltung des Aufführungsraums achten. In diesem Einführungskurs sollen die Aspekte Körper und Figuration im Mittelpunkt stehen. Die Begegnung mit menschlichen Körpern in einem gemeinsam geteilten Raum zu einer verabredeten Zeit wird traditionell als ein wesentliches Kennzeichen von Theater gesehen. Zugleich ist der Zugang zu diesen Körpern im Theater nie unverstellt und unmittelbar – allein schon deshalb, weil die Körper von Schauspieler*innen zu dramatischen Figuren geformt oder auf andere Weise performativ gestaltet werden. Wie solche Figurationen und Transformationen in Aufführungen beschrieben und analysiert werden können, soll in dem Einführungskurs erprobt werden. Zu den Grundprinzipien der Aufführungsanalyse gehört es, den eigenen Besuch der Aufführung zum Gegenstand der Untersuchung zu machen. Sollten gemeinsame Aufführungsbesuche aufgrund der Pandemie-Lage nicht möglich sein, werden wir ersatzweise an online verfügbarem Videomaterial arbeiten. Die Prüfungsleistung besteht in einer kurzen aufführungsanalytischen Hausarbeit von ca. 10 Seiten zu einer Inszenierung bzw. Performance eigener Wahl.

    • 17513 Seminar
      Einführung in die Aufführungsanalyse (Sarah Ralfs)
      Zeit: Do 10:00-14:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Das Seminar vermittelt die theoretischen, praktischen und methodischen Grundlagen der Aufführungsanalyse. Dabei wird ein thematischer Schwerpunkt auf die Grundlagentexte der Performativitätsforschung gelegt.

      Die konkrete Organisationsstruktur wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben, Aufführungsbesuche finden unter Vorbehalt, in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen und den verbundenen Corona-Beschränkungen statt. Die aktive und regelmäßige Beteiligung am Seminar sowie die Übernahme von Referaten sind die Bedingung zur Teilnahme.

    • 17530 Praxisseminar
      Einführung in die Videoarbeit (Thomas Martius)
      Zeit: Mi 10:00-14:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Zoom revisited
      Ein Camcorder ist ein Kombinationsgerät aus „camera“ und
      „recorder“. Wir arbeiten damit, wenn wir die dreiminütigen Videos
      für den Videokurs erstellen.
      In den Bedienungsanleitungen der 1990er Jahre fand sich beim
      Camcorder- Hersteller Sony der Tipp, bei den Aufnahmen das
      zoomen zu unterlassen, da es unprofessionell wirke. Was ist denn
      professionell? Darüber werden wir sprechen.
      Sprechen tut man das dieser Tage häufig über „Zoom“, einer
      Software für Videokonferenzen. Wir werden Zoom-Meetings
      inszenieren, diese dokumentieren und in der Postproduktion
      überarbeiten – mit einer Montage von neu bewegten Bildern und
      Tönen. Unser Zoom wird am Ende nicht „real“ sein, sondern „fake“.
      Voraussetzungen für die Teilnahme ist zuallererst die Pünktlichkeit
      (!) schon am ersten Veranstaltungstag. Zudem braucht es dann den
      Eintrag im „Campus Management“.
      Obligatorische Arbeitsleistung: regelmäßige Teilnahme und aktive
      Mitarbeit.

    • 17531 Praxisseminar
      Szenisches Projekt (I) (Marina Dessau)
      Zeit: Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 19.07.2021)
      Ort: DanceLab (Grunewaldstr. 35)

      Kommentar

      Eine szenische Untersuchung zu performenden Körpern und digitalen Abbildern.
      Auf der Bühne sind digitale Aufzeichnungs- und Wiedergabegeräte mittlerweile gleichberechtigte Mitspielende, wie auch im Alltag die Handycam eine selbstverständliche Begleitung ist. Und doch verändert sich nach wie vor etwas in unserem Verhalten, sobald eine Kamera läuft. In Bruchteilen von Sekunden entscheiden wir darüber, wie wir (nicht) gesehen werden wollen und setzen unser Selbstbild ins Licht, ruckeln unsere Körper zurecht im Abgleich mit unserer Vorstellung vom möglichen Fremdbild.
      Unser digitales Selbstbild, manifestiert sich in Form von spezifischen körperlichen Beziehungen zur Kamera, wobei die Linse zum Vergrößerungsglas unserer Wunsch- oder Angstvorstellungen wird. Schließlich wandert unsere Aufnahme durchs digitale Kameraauge ins Netz, wo unzählige Augen zeitversetzt bewerten und auf unser Bild reagieren. Ein Reflexionsdesaster, das aus dem kontinuierlichen Austausch und Abgleich zwischen dem körperlichen Realraum und dem digitalen Raum entsteht.
      Im szenischen Projekt untersuchen wir körperliche Verhältnisse zu verschiedenen Kamera-Präsenzen im Bühnenzusammenhang. Was genau passiert, wenn performende Körper sich von einer Kamera beobachtet wissen? Wie verhalten sie sich zueinander, wie zur Kamera? Zeichnen sich Kamera-spezifische Verhaltensweisen, wiederkehrende Gesten und Haltungen ab? Was verändert sich, wenn die Kamera zur gleichberechtigten Mitspielerin wird?
      Für die Untersuchung dieser Fragen verwenden wir die Improvisationstechnik und Spielweise Viewpoints (nach Bogart/Landau), die häufig in nicht-psychologischen Inszenierungs- oder Arbeitszusammenhängen verwendet wird. Dabei werden Bühnenvorgänge in klar definierte zeitliche und räumliche Elemente unterteilt, wodurch wiederum körperliche Vorgänge messbar und wiederholbar gemacht werden können. Zudem ermöglicht der nicht-psychologische Ansatz der Trainingsmethode es, „aus dem Kopf herauszukommen“ und körperlich spontan und entschieden zu reagieren.
      Während einer anfänglichen Einführung in die Trainingsmethode Viewpoints erkunden wir in einem fortlaufenden Training durch verschiedene Übungen zuerst alle 4 zeitlichen und 5 räumlichen Viewpoints einzeln. Anschließend wenden wir sie frei an und kombinieren die Viewpoints in Improvisations-Einheiten miteinander, wobei wir auch das Spielweisen- und Inszenierungspotential der Methode kennenlernen. Schließlich arbeiten wir mit szenisch integrierten, fixierten, sowie beweglichen Kameras, um konkret und auf der Bühne das körperliche Verhältnis zu den digitalen “Augen der Anderen” zu befragen.
      Marina Miller Dessau studierte Schauspiel am Mozarteum Salzburg. Seit 2005 arbeitet sie an der Entwicklung und Realisierung von Performancetheaterformaten, meist mit dem Label internil. Sie beobachtet stark oszillierendes Verhalten von Menschen im Netz, sucht nach Übersetzungen fürs Theater und beschäftigt sich mit Hochtechnologie für den performativen Körper. marinadessau.com

    • 17532 Praxisseminar
      Szenisches Projekt (II) (Marina Dessau)
      Zeit: Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 26.07.2021)
      Ort: DanceLab (Grunewaldstr. 35)

      Kommentar

      Eine szenische Untersuchung zu performenden Körpern und digitalen Abbildern.
      Auf der Bühne sind digitale Aufzeichnungs- und Wiedergabegeräte mittlerweile gleichberechtigte Mitspielende, wie auch im Alltag die Handycam eine selbstverständliche Begleitung ist. Und doch verändert sich nach wie vor etwas in unserem Verhalten, sobald eine Kamera läuft. In Bruchteilen von Sekunden entscheiden wir darüber, wie wir (nicht) gesehen werden wollen und setzen unser Selbstbild ins Licht, ruckeln unsere Körper zurecht im Abgleich mit unserer Vorstellung vom möglichen Fremdbild.
      Unser digitales Selbstbild, manifestiert sich in Form von spezifischen körperlichen Beziehungen zur Kamera, wobei die Linse zum Vergrößerungsglas unserer Wunsch- oder Angstvorstellungen wird. Schließlich wandert unsere Aufnahme durchs digitale Kameraauge ins Netz, wo unzählige Augen zeitversetzt bewerten und auf unser Bild reagieren. Ein Reflexionsdesaster, das aus dem kontinuierlichen Austausch und Abgleich zwischen dem körperlichen Realraum und dem digitalen Raum entsteht.
      Im szenischen Projekt untersuchen wir körperliche Verhältnisse zu verschiedenen Kamera-Präsenzen im Bühnenzusammenhang. Was genau passiert, wenn performende Körper sich von einer Kamera beobachtet wissen? Wie verhalten sie sich zueinander, wie zur Kamera? Zeichnen sich Kamera-spezifische Verhaltensweisen, wiederkehrende Gesten und Haltungen ab? Was verändert sich, wenn die Kamera zur gleichberechtigten Mitspielerin wird?
      Für die Untersuchung dieser Fragen verwenden wir die Improvisationstechnik und Spielweise Viewpoints (nach Bogart/Landau), die häufig in nicht-psychologischen Inszenierungs- oder Arbeitszusammenhängen verwendet wird. Dabei werden Bühnenvorgänge in klar definierte zeitliche und räumliche Elemente unterteilt, wodurch wiederum körperliche Vorgänge messbar und wiederholbar gemacht werden können. Zudem ermöglicht der nicht-psychologische Ansatz der Trainingsmethode es, „aus dem Kopf herauszukommen“ und körperlich spontan und entschieden zu reagieren.
      Während einer anfänglichen Einführung in die Trainingsmethode Viewpoints erkunden wir in einem fortlaufenden Training durch verschiedene Übungen zuerst alle 4 zeitlichen und 5 räumlichen Viewpoints einzeln. Anschließend wenden wir sie frei an und kombinieren die Viewpoints in Improvisations-Einheiten miteinander, wobei wir auch das Spielweisen- und Inszenierungspotential der Methode kennenlernen. Schließlich arbeiten wir mit szenisch integrierten, fixierten, sowie beweglichen Kameras, um konkret und auf der Bühne das körperliche Verhältnis zu den digitalen “Augen der Anderen” zu befragen.
      Marina Miller Dessau studierte Schauspiel am Mozarteum Salzburg. Seit 2005 arbeitet sie an der Entwicklung und Realisierung von Performancetheaterformaten, meist mit dem Label internil. Sie beobachtet stark oszillierendes Verhalten von Menschen im Netz, sucht nach Übersetzungen fürs Theater und beschäftigt sich mit Hochtechnologie für den performativen Körper. marinadessau.com

    • 17533 Praxisseminar
      Einführung in die Dramaturgie (Inka M. Paul)
      Zeit: Mo 14:00-18:00 (Erster Termin: 12.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Das Verständnis von Dramaturgie ist ein vielfältiges. Der eine sieht den Dramaturgen noch als „Nachfahren des Hausdichters“, die andere – besonders in den vergangenen Jahrzehnten – als intellektuelle Beraterin der Regie, oder – zunehmend in jüngerer Zeit – als eine Art Kuratorin, die im Zeitalter der „Entgrenzung der Künste“ die performativen Künste mit anderen Künsten (Film, Foto, Musik, bildende Kunst, Architektur...) vereint. In unserer Übung stellen wir folgende Fragen: Welche Aufgabe(n) weisen wir dem Theater zu? Welche der Dramaturgie? Was bedeutet Dramaturgie je nach Theaterform? Wie spreche ich über ein Theater, bei dem der Text nicht mehr die Basis ist? Was zeichnet das Kuratieren als Tätigkeit aus? In Ermangelung realer Theatererfahrungen derzeit, machen wir uns die Online-Kommunikation zu Nutze und verbinden diese Gedanken mit eigenen dramaturgischen (und szenischen) Konzeptionen, die wir in kleineren Gruppen entwickeln und die sich der eingeschränkten Situation anpassen. Text- und Konzeptionsarbeit greifen ineinander. Welche räumlichen und zeitlichen Möglichkeiten bieten sich uns unter Corona-Bedingungen? Welche Öffentlichkeit können wir schaffen, welche Chancen (jenseits ihrer Restriktionen) eröffnet die Pandemie unserer Phantasie? Das Seminar wird abwechselnd im Plenum und in Gruppensitzungen arbeiten, in Diskussionen auf der Sitzung und als „home-office“ zur Recherche.

      Begleitend zu der „Konzeptionsarbeit“ werden wir (Video-)Aufführungen diskutieren, Texte lesen und zu verstehen suchen, und uns mit den oben genannten Fragen auseinandersetzen.

      Voraussetzungen für die Teilnahme an der Übung sind die aktive und regelmäßige Anwesenheit, die Mitarbeit in einer der Gruppen und schriftliche Kommentare zu Fragen im „home-office“.

      Auch bei konventioneller Schreibweise: eingeschlossen sind alle Geschlechter.

    • 17534 Praxisseminar
      Arranging Movement in Film - Filmchoreografische Verfahren (Sarah Möller)
      Zeit: Do 14:00-18:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Bewegung verbindet die beiden Künste Tanz und Film auf entscheidende Weise. Doch wie können tänzerische und filmische Bewegungen verwoben und in Filmen so arrangiert werden, dass das Filmische selbst tänzerische Qualität gewinnt?

      In der Übung werden wir uns mit den facettenreichen Möglichkeiten zur Verbindung von Tanz, Performance und Film entlang zeitgenössischer Filmbeispiele aus dem Archiv des internationalen Tanzfilmfestivals POOL (DOCK 11, Berlin) auseinandersetzen. Wir werden sowohl die Anordnungsstrukturen ausgewählter Filme als auch dahinterstehende Methoden des Entwerfens und Herstellens in den Blick nehmen und uns so dem nähern, was ich als filmchoreografische Verfahren bezeichnen möchte.

      Die zeitgenössischen Filme sollen historisch perspektiviert werden, wobei ein Schwerpunkt auf filmchoreografischen Arbeiten liegt, die aus Kollaborationen zwischen Künstler*innen des postmodernen Tanzes, der Performanceszene und Experimentalfilmemacher*innen im New York der 60er bis 80er Jahre entstanden sind.

      Die Übung setzt sich zusammen aus gemeinsamen Filmsichtungen, aus der Lektüre kurzer Texte von Künstler*innen und Theoretiker*innen sowie aus kleinen, praktischen Übungen an der Schnittstelle von Tanz, Performance und Film.

      Daneben soll praxisorientiertes Wissen zur Festivalorganisation vermittelt werden (Formatentwicklung und Kuratieren von Programmen, Projektmanagement, Einwerben und Verwalten von Fördergeldern etc.)

  • Basismodul Theatergeschichte

    0051dA1.2
    • 17054 Vorlesung
      Online: Das italienische Drama (Bernhard Huß)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung bietet einen Überblick über wichtige Tendenzen der Bühnenliteratur italienischer Sprache. Sie gliedert sich zunächst in einen Teil zur Tragödie und einen Teil zur Komödie, jeweils von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert. Dabei werden zum einen gattungstheoretische Grundvoraussetzungen erläutert, zum anderen ausgewählte Primärtexte exemplarisch analysiert. In einem dritten Teil (19./20. Jh.) soll aufgezeigt werden, wie die schon vorher poröse Trennmauer zwischen Tragödie und Komödie vollends einbricht und sich neue Formen dramatischen Dichtens etablieren, die das Komische und das Tragische verschmelzen. Autoren, die zur Sprache kommen sollen, sind u.a. Torquato Tasso, Vittorio Alfieri, Niccolò Machiavelli, Carlo Goldoni, Alessandro Manzoni, Luigi Pirandello, Dario Fo.

      Literaturhinweise

      Überblicksartige Darstellungen zu den wichtigen Themen bietet einführend: Farrell, Joseph/ Puppa, Paolo (Hrsg.) (2006): A History of Italian Theatre. Cambridge u.a.: Cambridge University Press. Darin: R. Andrews, “Erudite comedy”, S. 39ff., P. Brand: “Machiavelli and Florence”, S. 51ff., R. Andrews: “Tragedy”, S. 84ff., P. Vescovo: “Carlo Goldoni, playwright and reformer”, S. 160ff., G. Pizzamiglio: “Vittorio Alfieri”, S. 195ff., F. Taviani: “The Romantic theatre”, S. 207ff., P. Puppa: “Luigi Pirandello”, S. 293ff., J. Farrell: “Dario Fo”, S. 357ff.

    • 17500 Vorlesung
      Theatralität zwischen Kunst und Alltag (Matthias Warstat)
      Zeit: Di 14:00-16:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Mit dem Begriff Theatralität werden Praktiken, Haltungen und Erfahrungen bezeichnet, die weit über das Theater oder die Künste hinausgehen. Theatralen Phänomenen kann man nicht nur auf der Bühne, sondern genauso im Alltag, in der Politik, in Arbeit und Freizeit oder in privaten Beziehungen begegnen. Das Gefühl, etwas vorgespielt zu bekommen oder etwas darstellen zu müssen, ist aus verschiedensten Lebensbereichen vertraut. Schon während des gesamten 20. Jahrhunderts haben sich Theatertheoretiker*innen für Theatralität interessiert. In der Theaterwissenschaft etablierte sich seit den 1980er Jahren in Ost und West eine spezialisierte Theatralitätsforschung, die das Theater als Kunstform mit theatralen Praktiken außerhalb des Theaters in Beziehung zu setzen versuchte. Wie lassen sich solche Bezüge zwischen Kunst und Alltag aufsuchen, und welche Erkenntnisse sind daraus zu gewinnen? Die Vorlesung ist in drei Teile gegliedert: In den ersten Sitzungen werden einige grundlegende Theatralitätsmodelle vorgestellt und verglichen. Im zweiten Teil werden Möglichkeiten der Anwendung auf soziale und politische Kontexte diskutiert und Korrespondenzen zu Theorien des Performativen aufgezeigt. Im letzten Teil sollen, u.a. im Anschluss an Texte von Giorgio Agamben, theateranthropologische Überlegungen zu einer Theatralität des Körpers, der Gesten und der Lebensformen entwickelt werden. Die Vorlesung wird dienstags zur angegebenen Zeit auf Webex stattfinden.

    • 17501 Vorlesung
      Geschichte der Performance-Kunst (Doris Kolesch)
      Zeit: Do 10:00-12:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung stellt die Performance-Kunst, ihre Entstehungsgeschichte, ihre Protagonist*innen sowie ihre wesentlichen Ausprägungen seit den 1960er Jahren vor und legt einen Akzent auf Fragen der Historiographie, der Archivierung und Kanonisierung sowie auf Fragen der ästhetischen wie gesellschaftspolitischen Bewertung. Zudem werden das Spannungsverhältnis von Theater und Performance sowie Dimensionen von Medialität und Re-Präsentation, von Körperlichkeit, Gender und Queerness, aber auch das Problem der Einseitigkeit bzw. Begrenztheit westlicher Konzepte von Ästhetik und Verständnisse von Kunst eine besondere Rolle spielen.

       

      Die Vorlesung findet als Online-Vorlesung statt mit wöchentlichen Video- und Audioangeboten, die mit erläuternden Folien, Videos und anderen Materialien von Performances, Ausschnitten relevanter Texte sowie weiterführenden Lektürehinweisen u.ä. ergänzt werden. Darüber hinaus bietet ein fakultatives Online-Tutorium die Möglichkeit, sich in einer studentischen Kleingruppe über Vorlesungsinhalte und Fragen zu verständigen

    • 17514 Seminar
      Deutsch-deutsche Theatergeschichten 1945-1968. Einführung in die Theaterhistoriographie (Peter Jammerthal)
      Zeit: Mi 10:00-14:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Bei Kriegsende im Mai 1945 lag nicht nur der NS-Staat in Trümmern, sondern mit ihm weitgehend seine Theaterbauten, in denen ab 1933 mit Gewalt und Subvensionen angeblich „Großes“ geleistet worden war: Propaganda für die Ideologeme des NS-Staats einerseits, Frohsinn und Raum für kleine Weltfluchten andererseits.

      In den besetzen Zonen, bald im Kalten Krieg in zwei deutsche Staaten mit gegensätzlicher politischer Prägung der Siegermächte geteilt, werden unterschiedliche Wege eines Neuanfangs des Theaters gegangen. Neben neuem Frohsinn und kultivierten Weltfluchten probieren beide Seien Vergangenheitsaufarbeitungen auf dem Theater. Der Osten ringt um sozialistische Ästhetiken, im Westen wird die Macht des Dokumentarischen gegen restaurative Verdrängungsstrategien der 1950er Jahre in Stellung gebracht. Das Seminar verfolgt die wesentlichen Entwicklungen der Theaterentwicklung in Ost und West bis in die „langen 60er Jahre?. Anhand ausgewählter Inszenierungen soll dabei auch die wissenschaftliche Recherche nach und der Umgang mit theaterhistorischen Quellen geübt werden.

    • 17515 Seminar
      Theater und neue Medien. Einführung in die Theaterhistorographie (Lotte Marie Schüßler)
      Zeit: Mo 10:00-14:00 (Erster Termin: 12.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Das Seminar führt in die Fragestellungen und Methoden der Theaterhistoriographie ein, indem es die Beziehungsgefüge von Theater und neuen Medien in den Blick nimmt. Neuartige Medien und Medientechnologien beeinflussen im Verlauf der Geschichte immer wieder die Produktionsbedingungen, Inszenierungs- und Wahrnehmungsweisen von Theateraufführungen und tragen dazu bei, dass Theater sich selbst neu bestimmt. Mit dem Aufkommen neuer Massenmedien seit dem späten 19. Jahrhundert treten die wechselseitigen Beeinflussungen besonders rasant in vielgestaltigen Konstellationen zutage. Der Einführungskurs widmet sich Formen von Theater im intermedialen Umfeld eines „langen“ 20. Jahrhunderts, das durch medientechnische Entwicklungen des 19. Jahrhunderts eingeläutet wird und Raum für Ausblicke bis in die Gegenwart bietet. Dabei liegen die Schwerpunkte auf dem deutschsprachigen Raum und den dortigen Leitmedien. Den intermedialen Beziehungen des Medienwechsels, der Medienverbünde, Mediatisierung, Remediatisierung etc. wollen wir uns aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern: Wie veränderte die Elektrifizierung der Theaterhäuser die Arbeit im Theaterbetrieb? Auf welche Weise wurden in der Anfangsphase des Kinos mediale Eigenheiten des Films in Aufführungen integriert? Inwieweit war die Entwicklung des Hörspiels von Theaterformen inspiriert? Wirkten sich die aufkommenden Möglichkeiten der photographischen, auditiven und audiovisuellen Speicherung auf die Theaterpraxis aus? Welche Rolle spielten Videoaufzeichnungen bei der Verbreitung von Performance-Kunst? Und inwiefern nahm das Theater selbst Einfluss auf die Entwicklung neuer Leitmedien?

      Diese und andere Formen des Fragens, die sich an die verschiedenartigen Verflechtungen von Theater und neuen Medien herantragen lassen, wollen wir im Verlauf des Seminars erarbeiten. Dabei wird in die Theorien und Methoden eingeführt, mit denen sich solche Fragestellungen behandeln lassen, und wir üben wir das Analysieren von Text-, Bild-, Ton- und Filmquellen.

  • Basismodul Theorie und Ästhetik

    0051dA1.3
    • 17512 Seminar
      Einführung in die Aufführungsanalyse (Matthias Warstat)
      Zeit: Mi 14:00-18:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Der Kurs führt in die verschiedenen Verfahren der theaterwissenschaftlichen Aufführungsanalyse ein und verbindet dies mit theoretischen Lektüren zu einigen Grundbegriffen der Theaterwissenschaft, weshalb er auch als Einführung in Theorie und Ästhetik wählbar ist. Aufführungsanalysen können unterschiedliche Aspekte einer Aufführung in den Mittelpunkt stellen: Man kann Aufführungen beispielsweise von den Darstellenden und den zu beobachtenden Darstellungsformen aus aufschlüsseln oder das Verhältnis von Text und Aufführung an den Anfang stellen oder vorwiegend auf die Gestaltung des Aufführungsraums achten. In diesem Einführungskurs sollen die Aspekte Körper und Figuration im Mittelpunkt stehen. Die Begegnung mit menschlichen Körpern in einem gemeinsam geteilten Raum zu einer verabredeten Zeit wird traditionell als ein wesentliches Kennzeichen von Theater gesehen. Zugleich ist der Zugang zu diesen Körpern im Theater nie unverstellt und unmittelbar – allein schon deshalb, weil die Körper von Schauspieler*innen zu dramatischen Figuren geformt oder auf andere Weise performativ gestaltet werden. Wie solche Figurationen und Transformationen in Aufführungen beschrieben und analysiert werden können, soll in dem Einführungskurs erprobt werden. Zu den Grundprinzipien der Aufführungsanalyse gehört es, den eigenen Besuch der Aufführung zum Gegenstand der Untersuchung zu machen. Sollten gemeinsame Aufführungsbesuche aufgrund der Pandemie-Lage nicht möglich sein, werden wir ersatzweise an online verfügbarem Videomaterial arbeiten. Die Prüfungsleistung besteht in einer kurzen aufführungsanalytischen Hausarbeit von ca. 10 Seiten zu einer Inszenierung bzw. Performance eigener Wahl.

    • 17513 Seminar
      Einführung in die Aufführungsanalyse (Sarah Ralfs)
      Zeit: Do 10:00-14:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Das Seminar vermittelt die theoretischen, praktischen und methodischen Grundlagen der Aufführungsanalyse. Dabei wird ein thematischer Schwerpunkt auf die Grundlagentexte der Performativitätsforschung gelegt.

      Die konkrete Organisationsstruktur wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben, Aufführungsbesuche finden unter Vorbehalt, in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen und den verbundenen Corona-Beschränkungen statt. Die aktive und regelmäßige Beteiligung am Seminar sowie die Übernahme von Referaten sind die Bedingung zur Teilnahme.

  • Aufbaumodul Gegenwartstheater

    0051dB1.1
    • 17520 Proseminar
      Kanon und Kritik (Kirsten Maar)
      Zeit: Do 16:00-18:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Wie bestimmt sich der Kanon der Künste, wie und warum wird etwas als maßgeblich betrachtet? Was fällt umgekehrt und aus welchen Gründen heraus aus dem Kanon? Was sind die Kriterien des Kanonischen? Und welche Formen der Kritik sind jeweils adequat? Welche Institutionen sind an der Bildung des Kanons beteiligt? Welche Rolle nehmen Akteure des Kunstfeldes bzw. der Wissenschaften ein, welche Rolle spielen Ausbildung, Praktiken und Techniken? Betrachtet man den Kanon als Ort der Auseinandersetzung und nicht als traditionsbewusstes Unterfangen eines verpflichtenden Zusammenhangs, sondern versteht, wie es vor allem feministische und postkoloniale Diskurse getan haben, den Kanon als ein auf die Zukunft ausgerichtetes Unterfangen, das den Standpunkt eines hier und jetzt durch aktuelle Einschreibungen und Verschiebungen immer wieder neu konfiguriert, können alternative Positionierungen, gegenläufige Geschichtsschreibungen und damit auch andere Schwerpunkte innerhalb der Künste gesetzt werden. Kritik ist dabei selbst Agens zeitgenössischer Kunstpraxis und ihr oftmals inhärent. Das spannungsvolle Verhältnis von Kanon und Kritik genauer auszuleuchten ist Ziel des Seminars, das auch danach fragt, inwiefern ein bestehender Kanon durch die aktuelle Pandemie und die damit verbundenen Veränderungen im Gefüge der Künste herausgefordert wird. Wir werden gemeinsam Theoriezusammenhänge erarbeiten, digitale und soweit möglich reale Archive, Ausstellungen und Aufführungen (in kleineren Gruppen) besuchen, Programmatiken einzelner Spielstätten in den Blick nehmen, verlorene Spuren vergessener Künstler*innen-Biographien entdecken und in die Geschichte/n bestimmender sowie marginaler Kunst-Institutionen blicken.

    • 17521 Proseminar
      Weitergabe von Bewegungswissen (Juliane Wieland)
      Zeit: Fr 14:00-16:00 (Erster Termin: 16.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Künstlerische Prozesse sowie Praktiken des Lehrens und Lernens im zeitgenössischen Tanz basieren auf einem Transfer von Bewegungswissen. Was meint Bewegungswissen? Wie wird ein solches körperliches Wissen gespeichert, geschichtet oder überschrieben? Dieses physische Wissen ist in jenen Übertragungsprozessen spezifischen Phänomenen ausgesetzt, die in diesem Proseminar anhand von Theorien u.a. zum Körpergedächtnis, Übertragung, Vermittlung und Praxis anhand von choreographischen Beispielen betrachtet werden sollen. Dabei geht es nicht nur um einen Lernprozess von fixierten Choreographien. Wie können Proben- und Trainingssituationen aussehen, in denen der Fokus auf einer Weitergabe von Bewegungsqualitäten liegt, wenn es darum geht wie eine Bewegung ausgeführt wird. Wir werden verschiedene Modi der Vermittlung, exemplarisch an Choreograph:innen und ihren Bewegungssprachen kennenlernen. Welchen Wiedererkennungswert erlangen jene Bewegungssprachen, so dass der Eindruck ‚choreographischer Handschriften‘ entsteht? Eine Verfeinerung unserer Beobachtungsfähigkeit von Bewegung wird trainiert, um dies dann anhand anschaulicher Bewegungsbeschreibungen sichtbar zu machen. Mit Hilfe der Betrachtung u.a. sprachlicher Bilder im Vermittlungsprozess und spezifischer Unterrichtssettings schauen wir uns an, wie Bewegungswissen weitergegeben wird.  

      Die gemeinsame Diskussion theoretischer und praxisorientierter Texte, Videoaufzeichnungen von Proben und Aufführungen (solange ein analoger Besuch nicht möglich ist) sowie Erfahrungsberichte und Interviews stellen das Forschungsmaterial des Proseminars dar.

      In Anpassung an die aktuellen Pandemiebedingungen finden die Seminarsitzungen online via Webex statt. Über den genauen Ablauf und die Arbeitsformate des Seminars wird in der ersten Sitzung informiert.  

    • 17522 Proseminar
      (Re-)Agieren lernen im Theater der Dinge. Aufführungs- und Ausbildungspraktiken im Figurentheater (Laurette Burgholzer)
      Zeit: Do 16:00-18:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      In Westeuropa werden staatlich normierte Diplome für Figurentheater bzw. Puppenspiel erst seit den 1970er-Jahren entwickelt. Die Ausbildungsstätten integrieren in ihren Inhalten und Methoden neue bühnenästhetische Tendenzen, etwa diejenige der sogenannten „offenen Manipulation“ von Puppen, Objekten und Materialien, sowie die Transdisziplinarität der Inszenierungspraktiken an den Schnittstellen von u. a. Theater, Tanz, Performance, Oper und Zirkus. Das Seminar nimmt gegenwärtige Aufführungspraktiken des Theaters der Dinge in den Fokus, sowie professionelle Ausbildungen von Puppenspieler*innen in Deutschland und Frankreich, um Spiel- und Inszenierungspraktiken, historische Entwicklungslinien des figurentheaterspezifischen Körpergebrauchs (z.B. die Adaptierung von Meyerholds Biomechanik) und aktuelle Denkmodelle von Subjekt-Objekt-Verhältnissen zu diskutieren. Im Rahmen des Seminars ist ein Austausch mit Puppenspiel-Lehrenden und -Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch geplant.

    • 17523 Proseminar
      Performances im Theater. Annäherung an einen vagen Begriff (Thore Martin Walch)
      Zeit: Di 16:00-18:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      "Morgen sehe ich mir eine Performance im HAU an – willst du mitkommen?" Ein Satz, den man (vor Corona jedenfalls) auf den Gängen des Instituts hätte hören können. Der Begriff "Performance" weckt dabei bestimmte Erwartungen und Vorstellungen, vielleicht hat auch das Theater selbst ihn in der Ankündigung verwendet. Im deutschsprachigen Raum hat sich "Performance" als Bezeichnung für eine bestimmte Sorte Aufführung etabliert – doch was zeichnet diese Aufführungen eigentlich aus? Was macht sie zu Performances?

       

      In diesem Seminar soll "Performance" weder im Sinne kultureller Performances, noch im Sinne der Performance-Kunst im Mittelpunkt stehen, sondern im Sinne jener Theater-Aufführungen, die nicht ganz Sprechtheater, nicht ganz Musiktheater, nicht ganz Tanztheater sind – "Performances" eben. Eine Theaterform, die irgendwie zwischen allen Stühlen sitzt und gerade daraus ihr Potential bezieht, und deren Entwicklung im deutschsprachigen Raum sich grob auf die letzten 30 Jahre festlegen lässt und eng mit der Freien Szene verknüpft ist. Inspiriert von She She Pops Saarbrücker Poetik-Vorlesungen, mit welchen sie einen Beitrag zu einer "Poetik der Performance" zu leisten versuchten, werden wir im Seminar danach fragen, wie Performances funktionieren. Welcher Dramaturgien bedienen sie sich? Erzählen sie auch dann etwas, wenn es keine Handlung im konventionellen Sinn gibt? Wir werden uns sowohl mit Phänomenen beschäftigen, die in Performances häufig anzutreffen sind (bspw. kollektive Arbeitsweise, Arbeit mit autobiographischem Material) als auch mit verschiedenen Aufführungsformen (bspw. dokumentarische Performances, interaktive Performances, Lecture Performances, etc.). Lässt sich über die vielen verschiedenen Formate, die gemeinhin unter dem Label "Performance" firmieren, überhaupt etwas Gemeinsames aussagen?

       

      Das Seminar findet als regelmäßige Webex-Veranstaltung statt. Für die Teilnahme sollte die Bereitschaft bestehen, neben der Textlektüre auch Aufzeichnungen und Live-Streams von Performances anzusehen. Dafür werden wir, in Abhängigkeit von den Spielplänen, aktuelle (Online-)Angebote und vor allem das Performing Arts Festival Berlin, das im Mai stattfindet, in den Seminarplan integrieren. Während der Vorlesungszeit soll bereits ein kurzer Essay zu einer aktuellen Aufführung entstehen, im Anschluss eine dafür etwas kürzere Hausarbeit.

    • 17524 Proseminar
      Krise des dramatischen Theaters (Matthias Warstat)
      Zeit: Do 12:00-14:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Im Zeitraum zwischen 1880 und 1950 veränderte sich das europäische Theater grundlegend. Viele dieser Veränderungen sind für die darstellenden Künste bis heute prägend und werden mit Attributen wie „modern“, „episch“, „postdramatisch“ oder auch „performativ“ beschrieben. Eine einflussreiche Theorie des theater- und dramengeschichtlichen Wandels in der Moderne legte in den fünfziger Jahren der Literaturwissenschaftler Peter Szondi (1929-1971) mit seiner „Theorie des modernen Dramas“ vor. Szondis Theorie, die er als Dissertation einreichte, war von Benjamin, Adorno und Lukács geprägt, bot zugleich aber eine eigene Sicht auf den Formwandel des Theaters, der in ihr als umfassende „Krise“ lesbar wurde. Seit 1965 war Szondi Direktor des Seminars für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU Berlin, das später nach ihm benannt wurde. Sein Buch wurde zu einer wichtigen Inspirationsquelle für die Theaterwissenschaft, so etwa für Hans-Thies Lehmanns „Postdramatisches Theater“ (1999). Für alle, die an einer Geschichte der Theaterformen interessiert sind und das Gegenwartstheater vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Strukturwandels verstehen wollen, ist die „Theorie des modernen Dramas“ bis heute lesenswert. Im Seminar werden wir uns mit ausgewählten Kapiteln intensiv beschäftigen und begleitend einige der Theaterstücke lesen und diskutieren, mit denen Szondi sich auseinandersetzt. Szondis „Theorie des modernen Dramas“ ist als Suhrkamp-Taschenbuch erhältlich und wird zur Anschaffung empfohlen.

    • 17525 Proseminar
      Gendertheorien (Lektüreseminar) (Jenny Schrödl)
      Zeit: Di 10:00-12:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Mit der Analysekategorie „Gender“ wird die Herstellung von Geschlecht im Sinne von ständigen Wiederholungen normativ bestimmter Praktiken und Handlungen betont. Sie ist Ausdruck der Erkenntnis, dass Männlichkeit und Weiblichkeit sowie weitere geschlechtliche Existenzweisen einen Inszenierungs- und Aufführungscharakter besitzen, sie also keine quasi natürlichen Gegebenheiten, sondern historische, zeit- und kulturgebundene Konstruktionen darstellen. „Gender“ ist eine dezidiert interdisziplinäre Kategorie, die in allen wissenschaftlichen Disziplinen erforscht und z.T. kontrovers diskutiert wird. Entsprechend gibt es weder die Gender Studies, noch einheitliche Gendertheorien, Gegenstände oder Methoden, wie nicht zuletzt eine Fülle an unterschiedlichen Einführungen in die Gender Studies/Geschlechterforschung verdeutlichen. Trotz dieser Vielzahl an Einführungen und trotz der Präsenz des Gender-Begriffs in weiten Teilen der Öffentlichkeit ist es erstaunlich, wie wenig bekannt die grundlegenden Theorien über Gender und ihre Verfasser:innen sind.

      Dies nimmt das Seminar zum Ausgangspunkt und führt in wesentliche Theorien der Gender Studies ein. Dabei werden drei Schwerpunkte gesetzt, die keine Vollständigkeit beanspruchen, jedoch an Fragestellungen und Thematiken der (aktuellen) Theaterwissenschaft und des Gegenwartstheaters orientiert sind: 1) (De-)Konstruktion und Performativität (u.a. Butler, Lorber, Connell), Sexualität und Queerness (u.a. Foucault, Halberstam, Edelman) sowie Posthumanität und (Neuer) Materialismus (u.a. Haraway, Barad, Braidotti).

      Die Bereitschaft zur wöchentlichen, intensiven Lektüre und Diskussion von theoretischen Texten ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar! Zur Einführung empfohlen: Anna Babka/Gerald Posselt: Gender und Dekonstruktion, Wien 2016; Wolfgang Funk: Gender Studies, Paderborn 2018; Franziska Schößler: Einführung in die Gender Studies, Berlin 2008.

      Das Seminar wird wöchentlich online (via Webex) stattfinden.   

    • 17535 Übung
      Repräsentation - aber wie? Zum künstlerisch-praktischen Umgang mit ungleichen Machtverhältnissen auf der Bühne (Sabine auf der Heyde)
      Zeit: Fr 10:00-14:00 (Erster Termin: 16.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Wie produziert das Theater Bedeutung? Was sind die institutionellen, diskursiven und
      formalen Mechanismen, die es ermöglichen, dass das Theater zu einem Schauplatz der
      Verhandlung von Bedeutungen und Identitäten wird, zu einem Ort des Kulturkampfes über
      Repräsentation, der Konstruktion des „Realen“ und Produktion von populärem
      Vergnügen? (Stuart Hall)
      Die Trennung von Worten und Taten von KünstlerInnen wird nicht erst seit der #Me-Too
      Debatte u.a. ins Zentrum von Diskussionen über den Umgang mit AutorInnen, deren Texte
      als diskriminierend interpretiert werden können, gerückt, jedoch spielen diverse Achsen
      von Ungleichheit auf der Basis von Geschlecht, Herkunft, Sexualität oder Klasse eine
      wichtige Rolle auch in der aktuellen Theaterlandschaft, die zunehmend geprägt wird von
      Identitätspolitik sowie einem (Selbst-)Verständnis von Theater als sozialer und politischer
      Institution. Begriffe wie Dekonstruktion, Emanzipation, Ermächtigung, Politisierung oder
      auch Opposition werden dabei einem Kosmos hinzugefügt, der auch aus Fragen nach
      künstlerischer Freiheit sowie ästhetischer Erlebnisse, Wünsche und Bedürfnisse besteht,
      wodurch wir als TheatermacherInnen bei jeder Arbeit vor einem hochkomplexen Paket an
      künstlerischen Herausforderungen stehen.
      Die Regieübung richtet sich an Studierende, die sich dafür interessieren, welche
      künstlerischen Möglichkeiten im Umgang mit szenischen Texten bestehen, die aus
      heutiger Perspektive Herausforderungen an ungleiche Machtverhältnisse darstellen und
      hat zum praktischen Ziel, über eine detaillierte Beschäftigung mit unterschiedlichen
      Perspektiven von Repräsentation auf Bühnen, in Projektarbeit Regiekonzepte zu selbst
      gewählten Stoffen zu erstellen.
      Sabine Auf der Heyde ist Regisseurin und Dozentin und inszeniert seit 2009 in der
      deutschsprachigen Theaterlandschaft, u.a. am Deutschen Theater Berlin, dem
      Staatsschauspiel Dresden, dem DNT Weimar, Luzerner Theater, Staatsschauspiel Mainz,
      sowie am Schauspiel Stuttgart. Hinzu kamen Arbeiten mit Schauspielstudierenden an der
      Zürcher Hochschule der Künste sowie der Kunstuniversität Graz, und von 2012-2019 ein
      weiteres eigenständiges Studium der Politikwissenschaft an der FU Berlin mit einem
      Schwerpunkt in Gender und kritischer Theorie. Sie lehrt neben der F.U. auch am Cours
      Florent Berlin, dort u.a. im Bereich interkulturelle Studien.

    • 17536 Übung
      Theaterkritik (Georg Kasch)
      Zeit: Mi 10:00-14:00, zusätzliche Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Was ist Theaterkritik? Wie verortet sie sich zwischen Journalismus, Aufführungsanalyse und künstlerischer Praxis? Welche anderen journalistischen Darstellungsformen gibt es? Die medienpraktische Übung zur Theaterkritik mit nachtkritik.de-Redakteur Georg Kasch will vor allem Praxis vermitteln. Mit Schreib- und stilistischen Übungen, mit Exkursen zu Formaten wie Interview, Reportage und Porträt. Geplant ist auch ein Blog, der das Performing Arts Festival (PAF) Berlin 2021 (25. bis 30. Mai) begleiten soll. 

      In den Online-Präsenzterminen werden wir Grundlagen der journalistischen Praxis diskutieren und einen Blick auf Theaterkritik in Geschichte und Gegenwart werfen. Außerdem besprechen wir erste Schreibergebnisse. Bitte planen Sie Zeit für wöchentliche Schreibübungen ein, insbesondere in der Woche des PAF.

      Bitte beachten Sie die etwas ungewöhnlichen Online-Präsenztermine: 

      14.4. 10-12, 

      21.4. 10-12 und 12-14, 

      28.4. 10-12 und 12-14

      05.05. 10-12 und 12-14

      12.05. 10-12 und 12-14

      19.05. 10-12 und 12-14

      26.05. 10-12

      02.06. 10-12 und 12-14

      Performing Arts Festival Berlin: 19.-24. Mai 2021

      Zum Blog des Vorjahrs: https://2020.performingarts-festival.de/de/digital-showroom/paf-blog.html

       

      Zur Festivalhomepage: https://performingarts-festival.de/de

    • 17537 Übung
      Praxis des Dokumentarischen. Am Beispiel von Rimini Protokoll (Katja Hagedorn)
      Zeit: Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 16.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Seit Ende der 90er Jahre lässt sich in der deutschsprachigen und internationalen Theaterszene ein Trend zum Nichtfiktionalen beobachten. Der Umgang mit der „Wirklichkeit“ als Material verbindet die unterschiedlichen Künstler und Werke, die unter dem Genre „zeitgenössisches dokumentarisches Theater“ subsumiert werden. In Anlehnung an eine Inszenierung von Rimini Protokoll („Nachlass“, Théâtre Vidy, 2016) beschäftigt sich das Seminar mit einer möglichen Praxis des Dokumentarischen aus dramaturgischer Perspektive: Die Teilnehmenden sammeln neben theoretischen Kenntnissen auch praktische Erfahrungen, indem sie üben, ausgehend von den Inhalten der Inszenierung Recherchetechniken zu entwickeln, dokumentarisches Material zu generieren und auszuwerten, und es künstlerisch zu bearbeiten. Die Ergebnisse werden am Ende der Lehrveranstaltung präsentiert und gemeinsam diskutiert.

      Bei Interesse wird als einführende Lektüre empfohlen: Dreysse, Miriam: Die Aufführung beginnt jetzt. Zum Verhältnis von Realität und Fiktion. In: Dreysse, Miriam/Malzacher, Florian (Hrsg.): Experten des Alltags. Das Theater von Rimini Protokoll. Berlin: Alexander Verlag, 2007. S. 76 – 97. Macho, Thomas: Die neue Sichtbarkeit des Todes. In: Macho, Thomas/Marek, Kristin (Hrsg.): Die neue Sichtbarkeit des Todes. Wilhelm Fink Verlag: München, 2007. S. 9 – 21.

    • 17538 Übung
      Seminar zum PAF-Campus (Karina Rocktäschel)
      Zeit: Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 25.05.2021)
      Ort: Online

      Hinweise für Studierende

      Bitte beachten Sie, dass aus organisatorischen Gründen die präferenzbasierte Anmeldung in der ersten Vorlesungswoche für die Teilnahme am PAF-Campus obligatorisch ist. Ein späterer Einstieg in das Seminar ist deshalb nicht möglich.

      Kommentar

      Das Performing Arts Festival Berlin (PAF) zeigt als jährlich stattfindendes Festival die Vielfalt und Schaffenskraft der freien darstellenden Künste Berlins. Der „PAF Campus“ 2021 lädt als innovatives Format zwischen Kunst und Lehre Studierende von fünf Berliner Hochschulen ein, das Festival, sein Programm und die verschiedenen Spielorte der Freien Szene miteinander und für sich zu entdecken.

      Den Auftakt des „PAF Campus“ bilden halbtägige Workshops mit Künstler:innen der Freien Szene. Am 8. / 9. Mai und 15. / 16. Mai 2021 können die Studierenden die Arbeitsweisen von Künstler:innen aus unterschiedlichen performativen Genres der freien darstellenden Künste kennenlernen und praktisch erproben. Im Fokus stehen Arbeiten, die Digitalität ganz explizit zur Bedingung ihrer Ästhetik machen und in denen Digitales integraler Bestandteil des Wirkens ist. Während der Festivalwoche vom 25. bis 30. Mai 2021 tauchen die Studierenden dann ein ins Festival: Gemeinsame Theaterbesuche, künstlerische Reflexion der besuchten Vorstellungen, Begegnungsformate mit Akteur:innen der Freien Szene und Angebote des Festivals sollen den Einblick in die Arbeitsweisen, Produktionsbedingungen und ästhetischen Diskurse der freischaffenden Künstler:innen Berlins vertiefen.

      Aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie planen wir zum jetzigen Zeitpunkt sämtliche Veranstaltungen als Online-Formate in englischer und deutscher Sprache. Sofern zulässig und umsetzbar, werden wir ein hybrides Programm anbieten – teilweise in Präsenz und teilweise Online. Die Anwesenheit bei allen Veranstaltungen des „PAF Campus“ ist für die Studierenden verbindlich und für die Teilnahme fällt ein Unkostenbeitrag von ca. 10 – 20 € für den Kauf von Theaterkarten an.

      Die Anmeldung zum „PAF Campus“ erfolgt auf folgendem Weg: Sie erhalten nach erfolgreicher Platzzuteilung über Campus Management per Email einen Präferenzbogen für das Campus-Programm in welchem Sie Ihre Workshopwünsche eintragen können.  Sollten Sie Rückfragen zur Teilnahme haben, steht Ihnen Lisa-Frederike Seidler per Email (lisafrederike.seidler@fu-berlin.de) zur Verfügung. Das ausführliche Programm finden Sie ab April 2021 unter: https://performingarts-festival.de/de/programm/paf-campus

       

      ZEITPLAN

      8./9. und 15./16. Mai 2021: Workshops jeweils 11-15 Uhr und Präsentation der Workshopergebnisse

      25.05.2021: Eröffnung des Festivals: Meet and Greet des PAF CAMPUS, 11-15 Uhr

      26.05.2021: 1. gemeinsamer Vorstellungsbesuch

      27.05.2021: 1. Reflexionsformat, 11-15 Uhr

      28.05.2021: 2. gemeinsamer Vorstellungsbesuch sowie Round Table mit Künstler:innen und Akteur:innen des PAF, 11-13 Uhr

      29.05.2021: 2. Reflexionsformat, 11-15 Uhr

      30.05.2021: Abschluss & Präsentation der Workshop-Ergebnisse, 11-15 Uhr

       

      WORKSHOPS

      Zur Auswahl stehen sechs Workshops von Künstler:innen der Freien Szene, die an der Schnittstelle zwischen Darstellende Kunst und digitalen Technologien arbeiten. Im Anmeldeverfahren zum PAF Campus geben die Studierenden eine Priorisierung für ihre Workshop-Auswahl an; wir bemühen uns alle Wünsche bei der Verteilung auf die Workshops zu berücksichtigen. Hierbei wird eine interdisziplinäre Zusammensetzung angestrebt, um den Austausch zwischen Studierenden verschiedener Studiengänge und Hochschulen anzuregen. Die Arbeit in den Workshops erfolgt in Gruppen von max. 10 Personen. Die Workshops finden in englischer und/oder deutscher Sprache statt. Entsprechend der Sprachkenntnisse der Teilnehmer:innen entscheidet die Workshopleitung, welche Sprache Unterrichtssprache sein wird.

       

      WS01: Das Performative und Digitale im öffentlichen Raum.

      Einführung in Formate und Strategien für künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum unter Einbeziehung digitaler Technologien
      Mit: Daniel Belasco Rogers / plan b (English/Deutsch)

      WS02: Pandemisch-politische Verkündungen

      Verwertung und Rücküberführung politischer Internetvideos.
      Mit: Marina Dessau und Arne Vogelgesang / internil

      WS03: Going Beyond Reality
      Mit: Gloria Schulz und Julian Kamphausen

      WS04: Sounds For Imaginary Landscapes
      Mit: Julia Mihály und Maria Huber

      WS05: Biased Bodies – Tanz, Technologie und (Post)Digitalität
      Mit: Charlotte Triebus und Esther Siddiquie

       

      REFLEXIONSFORMATE

      28. Mai 2021: Vorstellungsbesuche

      29. Mai 2021: Reflexionen

      (jeweils 11.00 – 15.00 Uhr)

      Sechs experimentelle Formate der Kunstvermittlung bieten Raum für kreativen Erfahrungsaustausch. Per Losverfahren werden die Studierenden einer Gruppe von max. 10 Teilnehmer:innen zugeteilt, welche gemeinsam zwei Vorstellungen des Festivals besuchen.

  • Aufbaumodul Theatergeschichte

    0051dB1.2
    • 17054 Vorlesung
      Online: Das italienische Drama (Bernhard Huß)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung bietet einen Überblick über wichtige Tendenzen der Bühnenliteratur italienischer Sprache. Sie gliedert sich zunächst in einen Teil zur Tragödie und einen Teil zur Komödie, jeweils von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert. Dabei werden zum einen gattungstheoretische Grundvoraussetzungen erläutert, zum anderen ausgewählte Primärtexte exemplarisch analysiert. In einem dritten Teil (19./20. Jh.) soll aufgezeigt werden, wie die schon vorher poröse Trennmauer zwischen Tragödie und Komödie vollends einbricht und sich neue Formen dramatischen Dichtens etablieren, die das Komische und das Tragische verschmelzen. Autoren, die zur Sprache kommen sollen, sind u.a. Torquato Tasso, Vittorio Alfieri, Niccolò Machiavelli, Carlo Goldoni, Alessandro Manzoni, Luigi Pirandello, Dario Fo.

      Literaturhinweise

      Überblicksartige Darstellungen zu den wichtigen Themen bietet einführend: Farrell, Joseph/ Puppa, Paolo (Hrsg.) (2006): A History of Italian Theatre. Cambridge u.a.: Cambridge University Press. Darin: R. Andrews, “Erudite comedy”, S. 39ff., P. Brand: “Machiavelli and Florence”, S. 51ff., R. Andrews: “Tragedy”, S. 84ff., P. Vescovo: “Carlo Goldoni, playwright and reformer”, S. 160ff., G. Pizzamiglio: “Vittorio Alfieri”, S. 195ff., F. Taviani: “The Romantic theatre”, S. 207ff., P. Puppa: “Luigi Pirandello”, S. 293ff., J. Farrell: “Dario Fo”, S. 357ff.

    • 17500 Vorlesung
      Theatralität zwischen Kunst und Alltag (Matthias Warstat)
      Zeit: Di 14:00-16:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Mit dem Begriff Theatralität werden Praktiken, Haltungen und Erfahrungen bezeichnet, die weit über das Theater oder die Künste hinausgehen. Theatralen Phänomenen kann man nicht nur auf der Bühne, sondern genauso im Alltag, in der Politik, in Arbeit und Freizeit oder in privaten Beziehungen begegnen. Das Gefühl, etwas vorgespielt zu bekommen oder etwas darstellen zu müssen, ist aus verschiedensten Lebensbereichen vertraut. Schon während des gesamten 20. Jahrhunderts haben sich Theatertheoretiker*innen für Theatralität interessiert. In der Theaterwissenschaft etablierte sich seit den 1980er Jahren in Ost und West eine spezialisierte Theatralitätsforschung, die das Theater als Kunstform mit theatralen Praktiken außerhalb des Theaters in Beziehung zu setzen versuchte. Wie lassen sich solche Bezüge zwischen Kunst und Alltag aufsuchen, und welche Erkenntnisse sind daraus zu gewinnen? Die Vorlesung ist in drei Teile gegliedert: In den ersten Sitzungen werden einige grundlegende Theatralitätsmodelle vorgestellt und verglichen. Im zweiten Teil werden Möglichkeiten der Anwendung auf soziale und politische Kontexte diskutiert und Korrespondenzen zu Theorien des Performativen aufgezeigt. Im letzten Teil sollen, u.a. im Anschluss an Texte von Giorgio Agamben, theateranthropologische Überlegungen zu einer Theatralität des Körpers, der Gesten und der Lebensformen entwickelt werden. Die Vorlesung wird dienstags zur angegebenen Zeit auf Webex stattfinden.

    • 17501 Vorlesung
      Geschichte der Performance-Kunst (Doris Kolesch)
      Zeit: Do 10:00-12:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung stellt die Performance-Kunst, ihre Entstehungsgeschichte, ihre Protagonist*innen sowie ihre wesentlichen Ausprägungen seit den 1960er Jahren vor und legt einen Akzent auf Fragen der Historiographie, der Archivierung und Kanonisierung sowie auf Fragen der ästhetischen wie gesellschaftspolitischen Bewertung. Zudem werden das Spannungsverhältnis von Theater und Performance sowie Dimensionen von Medialität und Re-Präsentation, von Körperlichkeit, Gender und Queerness, aber auch das Problem der Einseitigkeit bzw. Begrenztheit westlicher Konzepte von Ästhetik und Verständnisse von Kunst eine besondere Rolle spielen.

       

      Die Vorlesung findet als Online-Vorlesung statt mit wöchentlichen Video- und Audioangeboten, die mit erläuternden Folien, Videos und anderen Materialien von Performances, Ausschnitten relevanter Texte sowie weiterführenden Lektürehinweisen u.ä. ergänzt werden. Darüber hinaus bietet ein fakultatives Online-Tutorium die Möglichkeit, sich in einer studentischen Kleingruppe über Vorlesungsinhalte und Fragen zu verständigen

    • 17520 Proseminar
      Kanon und Kritik (Kirsten Maar)
      Zeit: Do 16:00-18:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Wie bestimmt sich der Kanon der Künste, wie und warum wird etwas als maßgeblich betrachtet? Was fällt umgekehrt und aus welchen Gründen heraus aus dem Kanon? Was sind die Kriterien des Kanonischen? Und welche Formen der Kritik sind jeweils adequat? Welche Institutionen sind an der Bildung des Kanons beteiligt? Welche Rolle nehmen Akteure des Kunstfeldes bzw. der Wissenschaften ein, welche Rolle spielen Ausbildung, Praktiken und Techniken? Betrachtet man den Kanon als Ort der Auseinandersetzung und nicht als traditionsbewusstes Unterfangen eines verpflichtenden Zusammenhangs, sondern versteht, wie es vor allem feministische und postkoloniale Diskurse getan haben, den Kanon als ein auf die Zukunft ausgerichtetes Unterfangen, das den Standpunkt eines hier und jetzt durch aktuelle Einschreibungen und Verschiebungen immer wieder neu konfiguriert, können alternative Positionierungen, gegenläufige Geschichtsschreibungen und damit auch andere Schwerpunkte innerhalb der Künste gesetzt werden. Kritik ist dabei selbst Agens zeitgenössischer Kunstpraxis und ihr oftmals inhärent. Das spannungsvolle Verhältnis von Kanon und Kritik genauer auszuleuchten ist Ziel des Seminars, das auch danach fragt, inwiefern ein bestehender Kanon durch die aktuelle Pandemie und die damit verbundenen Veränderungen im Gefüge der Künste herausgefordert wird. Wir werden gemeinsam Theoriezusammenhänge erarbeiten, digitale und soweit möglich reale Archive, Ausstellungen und Aufführungen (in kleineren Gruppen) besuchen, Programmatiken einzelner Spielstätten in den Blick nehmen, verlorene Spuren vergessener Künstler*innen-Biographien entdecken und in die Geschichte/n bestimmender sowie marginaler Kunst-Institutionen blicken.

    • 17524 Proseminar
      Krise des dramatischen Theaters (Matthias Warstat)
      Zeit: Do 12:00-14:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Im Zeitraum zwischen 1880 und 1950 veränderte sich das europäische Theater grundlegend. Viele dieser Veränderungen sind für die darstellenden Künste bis heute prägend und werden mit Attributen wie „modern“, „episch“, „postdramatisch“ oder auch „performativ“ beschrieben. Eine einflussreiche Theorie des theater- und dramengeschichtlichen Wandels in der Moderne legte in den fünfziger Jahren der Literaturwissenschaftler Peter Szondi (1929-1971) mit seiner „Theorie des modernen Dramas“ vor. Szondis Theorie, die er als Dissertation einreichte, war von Benjamin, Adorno und Lukács geprägt, bot zugleich aber eine eigene Sicht auf den Formwandel des Theaters, der in ihr als umfassende „Krise“ lesbar wurde. Seit 1965 war Szondi Direktor des Seminars für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU Berlin, das später nach ihm benannt wurde. Sein Buch wurde zu einer wichtigen Inspirationsquelle für die Theaterwissenschaft, so etwa für Hans-Thies Lehmanns „Postdramatisches Theater“ (1999). Für alle, die an einer Geschichte der Theaterformen interessiert sind und das Gegenwartstheater vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Strukturwandels verstehen wollen, ist die „Theorie des modernen Dramas“ bis heute lesenswert. Im Seminar werden wir uns mit ausgewählten Kapiteln intensiv beschäftigen und begleitend einige der Theaterstücke lesen und diskutieren, mit denen Szondi sich auseinandersetzt. Szondis „Theorie des modernen Dramas“ ist als Suhrkamp-Taschenbuch erhältlich und wird zur Anschaffung empfohlen.

  • Aufbaumodul Theorie und Ästhetik

    0051dB1.3
    • 17054 Vorlesung
      Online: Das italienische Drama (Bernhard Huß)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung bietet einen Überblick über wichtige Tendenzen der Bühnenliteratur italienischer Sprache. Sie gliedert sich zunächst in einen Teil zur Tragödie und einen Teil zur Komödie, jeweils von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert. Dabei werden zum einen gattungstheoretische Grundvoraussetzungen erläutert, zum anderen ausgewählte Primärtexte exemplarisch analysiert. In einem dritten Teil (19./20. Jh.) soll aufgezeigt werden, wie die schon vorher poröse Trennmauer zwischen Tragödie und Komödie vollends einbricht und sich neue Formen dramatischen Dichtens etablieren, die das Komische und das Tragische verschmelzen. Autoren, die zur Sprache kommen sollen, sind u.a. Torquato Tasso, Vittorio Alfieri, Niccolò Machiavelli, Carlo Goldoni, Alessandro Manzoni, Luigi Pirandello, Dario Fo.

      Literaturhinweise

      Überblicksartige Darstellungen zu den wichtigen Themen bietet einführend: Farrell, Joseph/ Puppa, Paolo (Hrsg.) (2006): A History of Italian Theatre. Cambridge u.a.: Cambridge University Press. Darin: R. Andrews, “Erudite comedy”, S. 39ff., P. Brand: “Machiavelli and Florence”, S. 51ff., R. Andrews: “Tragedy”, S. 84ff., P. Vescovo: “Carlo Goldoni, playwright and reformer”, S. 160ff., G. Pizzamiglio: “Vittorio Alfieri”, S. 195ff., F. Taviani: “The Romantic theatre”, S. 207ff., P. Puppa: “Luigi Pirandello”, S. 293ff., J. Farrell: “Dario Fo”, S. 357ff.

    • 17500 Vorlesung
      Theatralität zwischen Kunst und Alltag (Matthias Warstat)
      Zeit: Di 14:00-16:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Mit dem Begriff Theatralität werden Praktiken, Haltungen und Erfahrungen bezeichnet, die weit über das Theater oder die Künste hinausgehen. Theatralen Phänomenen kann man nicht nur auf der Bühne, sondern genauso im Alltag, in der Politik, in Arbeit und Freizeit oder in privaten Beziehungen begegnen. Das Gefühl, etwas vorgespielt zu bekommen oder etwas darstellen zu müssen, ist aus verschiedensten Lebensbereichen vertraut. Schon während des gesamten 20. Jahrhunderts haben sich Theatertheoretiker*innen für Theatralität interessiert. In der Theaterwissenschaft etablierte sich seit den 1980er Jahren in Ost und West eine spezialisierte Theatralitätsforschung, die das Theater als Kunstform mit theatralen Praktiken außerhalb des Theaters in Beziehung zu setzen versuchte. Wie lassen sich solche Bezüge zwischen Kunst und Alltag aufsuchen, und welche Erkenntnisse sind daraus zu gewinnen? Die Vorlesung ist in drei Teile gegliedert: In den ersten Sitzungen werden einige grundlegende Theatralitätsmodelle vorgestellt und verglichen. Im zweiten Teil werden Möglichkeiten der Anwendung auf soziale und politische Kontexte diskutiert und Korrespondenzen zu Theorien des Performativen aufgezeigt. Im letzten Teil sollen, u.a. im Anschluss an Texte von Giorgio Agamben, theateranthropologische Überlegungen zu einer Theatralität des Körpers, der Gesten und der Lebensformen entwickelt werden. Die Vorlesung wird dienstags zur angegebenen Zeit auf Webex stattfinden.

    • 17501 Vorlesung
      Geschichte der Performance-Kunst (Doris Kolesch)
      Zeit: Do 10:00-12:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung stellt die Performance-Kunst, ihre Entstehungsgeschichte, ihre Protagonist*innen sowie ihre wesentlichen Ausprägungen seit den 1960er Jahren vor und legt einen Akzent auf Fragen der Historiographie, der Archivierung und Kanonisierung sowie auf Fragen der ästhetischen wie gesellschaftspolitischen Bewertung. Zudem werden das Spannungsverhältnis von Theater und Performance sowie Dimensionen von Medialität und Re-Präsentation, von Körperlichkeit, Gender und Queerness, aber auch das Problem der Einseitigkeit bzw. Begrenztheit westlicher Konzepte von Ästhetik und Verständnisse von Kunst eine besondere Rolle spielen.

       

      Die Vorlesung findet als Online-Vorlesung statt mit wöchentlichen Video- und Audioangeboten, die mit erläuternden Folien, Videos und anderen Materialien von Performances, Ausschnitten relevanter Texte sowie weiterführenden Lektürehinweisen u.ä. ergänzt werden. Darüber hinaus bietet ein fakultatives Online-Tutorium die Möglichkeit, sich in einer studentischen Kleingruppe über Vorlesungsinhalte und Fragen zu verständigen

    • 17520 Proseminar
      Kanon und Kritik (Kirsten Maar)
      Zeit: Do 16:00-18:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Wie bestimmt sich der Kanon der Künste, wie und warum wird etwas als maßgeblich betrachtet? Was fällt umgekehrt und aus welchen Gründen heraus aus dem Kanon? Was sind die Kriterien des Kanonischen? Und welche Formen der Kritik sind jeweils adequat? Welche Institutionen sind an der Bildung des Kanons beteiligt? Welche Rolle nehmen Akteure des Kunstfeldes bzw. der Wissenschaften ein, welche Rolle spielen Ausbildung, Praktiken und Techniken? Betrachtet man den Kanon als Ort der Auseinandersetzung und nicht als traditionsbewusstes Unterfangen eines verpflichtenden Zusammenhangs, sondern versteht, wie es vor allem feministische und postkoloniale Diskurse getan haben, den Kanon als ein auf die Zukunft ausgerichtetes Unterfangen, das den Standpunkt eines hier und jetzt durch aktuelle Einschreibungen und Verschiebungen immer wieder neu konfiguriert, können alternative Positionierungen, gegenläufige Geschichtsschreibungen und damit auch andere Schwerpunkte innerhalb der Künste gesetzt werden. Kritik ist dabei selbst Agens zeitgenössischer Kunstpraxis und ihr oftmals inhärent. Das spannungsvolle Verhältnis von Kanon und Kritik genauer auszuleuchten ist Ziel des Seminars, das auch danach fragt, inwiefern ein bestehender Kanon durch die aktuelle Pandemie und die damit verbundenen Veränderungen im Gefüge der Künste herausgefordert wird. Wir werden gemeinsam Theoriezusammenhänge erarbeiten, digitale und soweit möglich reale Archive, Ausstellungen und Aufführungen (in kleineren Gruppen) besuchen, Programmatiken einzelner Spielstätten in den Blick nehmen, verlorene Spuren vergessener Künstler*innen-Biographien entdecken und in die Geschichte/n bestimmender sowie marginaler Kunst-Institutionen blicken.

    • 17521 Proseminar
      Weitergabe von Bewegungswissen (Juliane Wieland)
      Zeit: Fr 14:00-16:00 (Erster Termin: 16.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Künstlerische Prozesse sowie Praktiken des Lehrens und Lernens im zeitgenössischen Tanz basieren auf einem Transfer von Bewegungswissen. Was meint Bewegungswissen? Wie wird ein solches körperliches Wissen gespeichert, geschichtet oder überschrieben? Dieses physische Wissen ist in jenen Übertragungsprozessen spezifischen Phänomenen ausgesetzt, die in diesem Proseminar anhand von Theorien u.a. zum Körpergedächtnis, Übertragung, Vermittlung und Praxis anhand von choreographischen Beispielen betrachtet werden sollen. Dabei geht es nicht nur um einen Lernprozess von fixierten Choreographien. Wie können Proben- und Trainingssituationen aussehen, in denen der Fokus auf einer Weitergabe von Bewegungsqualitäten liegt, wenn es darum geht wie eine Bewegung ausgeführt wird. Wir werden verschiedene Modi der Vermittlung, exemplarisch an Choreograph:innen und ihren Bewegungssprachen kennenlernen. Welchen Wiedererkennungswert erlangen jene Bewegungssprachen, so dass der Eindruck ‚choreographischer Handschriften‘ entsteht? Eine Verfeinerung unserer Beobachtungsfähigkeit von Bewegung wird trainiert, um dies dann anhand anschaulicher Bewegungsbeschreibungen sichtbar zu machen. Mit Hilfe der Betrachtung u.a. sprachlicher Bilder im Vermittlungsprozess und spezifischer Unterrichtssettings schauen wir uns an, wie Bewegungswissen weitergegeben wird.  

      Die gemeinsame Diskussion theoretischer und praxisorientierter Texte, Videoaufzeichnungen von Proben und Aufführungen (solange ein analoger Besuch nicht möglich ist) sowie Erfahrungsberichte und Interviews stellen das Forschungsmaterial des Proseminars dar.

      In Anpassung an die aktuellen Pandemiebedingungen finden die Seminarsitzungen online via Webex statt. Über den genauen Ablauf und die Arbeitsformate des Seminars wird in der ersten Sitzung informiert.  

    • 17522 Proseminar
      (Re-)Agieren lernen im Theater der Dinge. Aufführungs- und Ausbildungspraktiken im Figurentheater (Laurette Burgholzer)
      Zeit: Do 16:00-18:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      In Westeuropa werden staatlich normierte Diplome für Figurentheater bzw. Puppenspiel erst seit den 1970er-Jahren entwickelt. Die Ausbildungsstätten integrieren in ihren Inhalten und Methoden neue bühnenästhetische Tendenzen, etwa diejenige der sogenannten „offenen Manipulation“ von Puppen, Objekten und Materialien, sowie die Transdisziplinarität der Inszenierungspraktiken an den Schnittstellen von u. a. Theater, Tanz, Performance, Oper und Zirkus. Das Seminar nimmt gegenwärtige Aufführungspraktiken des Theaters der Dinge in den Fokus, sowie professionelle Ausbildungen von Puppenspieler*innen in Deutschland und Frankreich, um Spiel- und Inszenierungspraktiken, historische Entwicklungslinien des figurentheaterspezifischen Körpergebrauchs (z.B. die Adaptierung von Meyerholds Biomechanik) und aktuelle Denkmodelle von Subjekt-Objekt-Verhältnissen zu diskutieren. Im Rahmen des Seminars ist ein Austausch mit Puppenspiel-Lehrenden und -Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch geplant.

    • 17523 Proseminar
      Performances im Theater. Annäherung an einen vagen Begriff (Thore Martin Walch)
      Zeit: Di 16:00-18:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      "Morgen sehe ich mir eine Performance im HAU an – willst du mitkommen?" Ein Satz, den man (vor Corona jedenfalls) auf den Gängen des Instituts hätte hören können. Der Begriff "Performance" weckt dabei bestimmte Erwartungen und Vorstellungen, vielleicht hat auch das Theater selbst ihn in der Ankündigung verwendet. Im deutschsprachigen Raum hat sich "Performance" als Bezeichnung für eine bestimmte Sorte Aufführung etabliert – doch was zeichnet diese Aufführungen eigentlich aus? Was macht sie zu Performances?

       

      In diesem Seminar soll "Performance" weder im Sinne kultureller Performances, noch im Sinne der Performance-Kunst im Mittelpunkt stehen, sondern im Sinne jener Theater-Aufführungen, die nicht ganz Sprechtheater, nicht ganz Musiktheater, nicht ganz Tanztheater sind – "Performances" eben. Eine Theaterform, die irgendwie zwischen allen Stühlen sitzt und gerade daraus ihr Potential bezieht, und deren Entwicklung im deutschsprachigen Raum sich grob auf die letzten 30 Jahre festlegen lässt und eng mit der Freien Szene verknüpft ist. Inspiriert von She She Pops Saarbrücker Poetik-Vorlesungen, mit welchen sie einen Beitrag zu einer "Poetik der Performance" zu leisten versuchten, werden wir im Seminar danach fragen, wie Performances funktionieren. Welcher Dramaturgien bedienen sie sich? Erzählen sie auch dann etwas, wenn es keine Handlung im konventionellen Sinn gibt? Wir werden uns sowohl mit Phänomenen beschäftigen, die in Performances häufig anzutreffen sind (bspw. kollektive Arbeitsweise, Arbeit mit autobiographischem Material) als auch mit verschiedenen Aufführungsformen (bspw. dokumentarische Performances, interaktive Performances, Lecture Performances, etc.). Lässt sich über die vielen verschiedenen Formate, die gemeinhin unter dem Label "Performance" firmieren, überhaupt etwas Gemeinsames aussagen?

       

      Das Seminar findet als regelmäßige Webex-Veranstaltung statt. Für die Teilnahme sollte die Bereitschaft bestehen, neben der Textlektüre auch Aufzeichnungen und Live-Streams von Performances anzusehen. Dafür werden wir, in Abhängigkeit von den Spielplänen, aktuelle (Online-)Angebote und vor allem das Performing Arts Festival Berlin, das im Mai stattfindet, in den Seminarplan integrieren. Während der Vorlesungszeit soll bereits ein kurzer Essay zu einer aktuellen Aufführung entstehen, im Anschluss eine dafür etwas kürzere Hausarbeit.

    • 17524 Proseminar
      Krise des dramatischen Theaters (Matthias Warstat)
      Zeit: Do 12:00-14:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Im Zeitraum zwischen 1880 und 1950 veränderte sich das europäische Theater grundlegend. Viele dieser Veränderungen sind für die darstellenden Künste bis heute prägend und werden mit Attributen wie „modern“, „episch“, „postdramatisch“ oder auch „performativ“ beschrieben. Eine einflussreiche Theorie des theater- und dramengeschichtlichen Wandels in der Moderne legte in den fünfziger Jahren der Literaturwissenschaftler Peter Szondi (1929-1971) mit seiner „Theorie des modernen Dramas“ vor. Szondis Theorie, die er als Dissertation einreichte, war von Benjamin, Adorno und Lukács geprägt, bot zugleich aber eine eigene Sicht auf den Formwandel des Theaters, der in ihr als umfassende „Krise“ lesbar wurde. Seit 1965 war Szondi Direktor des Seminars für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU Berlin, das später nach ihm benannt wurde. Sein Buch wurde zu einer wichtigen Inspirationsquelle für die Theaterwissenschaft, so etwa für Hans-Thies Lehmanns „Postdramatisches Theater“ (1999). Für alle, die an einer Geschichte der Theaterformen interessiert sind und das Gegenwartstheater vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Strukturwandels verstehen wollen, ist die „Theorie des modernen Dramas“ bis heute lesenswert. Im Seminar werden wir uns mit ausgewählten Kapiteln intensiv beschäftigen und begleitend einige der Theaterstücke lesen und diskutieren, mit denen Szondi sich auseinandersetzt. Szondis „Theorie des modernen Dramas“ ist als Suhrkamp-Taschenbuch erhältlich und wird zur Anschaffung empfohlen.

    • 17525 Proseminar
      Gendertheorien (Lektüreseminar) (Jenny Schrödl)
      Zeit: Di 10:00-12:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Mit der Analysekategorie „Gender“ wird die Herstellung von Geschlecht im Sinne von ständigen Wiederholungen normativ bestimmter Praktiken und Handlungen betont. Sie ist Ausdruck der Erkenntnis, dass Männlichkeit und Weiblichkeit sowie weitere geschlechtliche Existenzweisen einen Inszenierungs- und Aufführungscharakter besitzen, sie also keine quasi natürlichen Gegebenheiten, sondern historische, zeit- und kulturgebundene Konstruktionen darstellen. „Gender“ ist eine dezidiert interdisziplinäre Kategorie, die in allen wissenschaftlichen Disziplinen erforscht und z.T. kontrovers diskutiert wird. Entsprechend gibt es weder die Gender Studies, noch einheitliche Gendertheorien, Gegenstände oder Methoden, wie nicht zuletzt eine Fülle an unterschiedlichen Einführungen in die Gender Studies/Geschlechterforschung verdeutlichen. Trotz dieser Vielzahl an Einführungen und trotz der Präsenz des Gender-Begriffs in weiten Teilen der Öffentlichkeit ist es erstaunlich, wie wenig bekannt die grundlegenden Theorien über Gender und ihre Verfasser:innen sind.

      Dies nimmt das Seminar zum Ausgangspunkt und führt in wesentliche Theorien der Gender Studies ein. Dabei werden drei Schwerpunkte gesetzt, die keine Vollständigkeit beanspruchen, jedoch an Fragestellungen und Thematiken der (aktuellen) Theaterwissenschaft und des Gegenwartstheaters orientiert sind: 1) (De-)Konstruktion und Performativität (u.a. Butler, Lorber, Connell), Sexualität und Queerness (u.a. Foucault, Halberstam, Edelman) sowie Posthumanität und (Neuer) Materialismus (u.a. Haraway, Barad, Braidotti).

      Die Bereitschaft zur wöchentlichen, intensiven Lektüre und Diskussion von theoretischen Texten ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar! Zur Einführung empfohlen: Anna Babka/Gerald Posselt: Gender und Dekonstruktion, Wien 2016; Wolfgang Funk: Gender Studies, Paderborn 2018; Franziska Schößler: Einführung in die Gender Studies, Berlin 2008.

      Das Seminar wird wöchentlich online (via Webex) stattfinden.   

  • Vertiefungsmodul Gegenwartstheater

    0051dC1.1
    • 17054 Vorlesung
      Online: Das italienische Drama (Bernhard Huß)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung bietet einen Überblick über wichtige Tendenzen der Bühnenliteratur italienischer Sprache. Sie gliedert sich zunächst in einen Teil zur Tragödie und einen Teil zur Komödie, jeweils von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert. Dabei werden zum einen gattungstheoretische Grundvoraussetzungen erläutert, zum anderen ausgewählte Primärtexte exemplarisch analysiert. In einem dritten Teil (19./20. Jh.) soll aufgezeigt werden, wie die schon vorher poröse Trennmauer zwischen Tragödie und Komödie vollends einbricht und sich neue Formen dramatischen Dichtens etablieren, die das Komische und das Tragische verschmelzen. Autoren, die zur Sprache kommen sollen, sind u.a. Torquato Tasso, Vittorio Alfieri, Niccolò Machiavelli, Carlo Goldoni, Alessandro Manzoni, Luigi Pirandello, Dario Fo.

      Literaturhinweise

      Überblicksartige Darstellungen zu den wichtigen Themen bietet einführend: Farrell, Joseph/ Puppa, Paolo (Hrsg.) (2006): A History of Italian Theatre. Cambridge u.a.: Cambridge University Press. Darin: R. Andrews, “Erudite comedy”, S. 39ff., P. Brand: “Machiavelli and Florence”, S. 51ff., R. Andrews: “Tragedy”, S. 84ff., P. Vescovo: “Carlo Goldoni, playwright and reformer”, S. 160ff., G. Pizzamiglio: “Vittorio Alfieri”, S. 195ff., F. Taviani: “The Romantic theatre”, S. 207ff., P. Puppa: “Luigi Pirandello”, S. 293ff., J. Farrell: “Dario Fo”, S. 357ff.

    • 17500 Vorlesung
      Theatralität zwischen Kunst und Alltag (Matthias Warstat)
      Zeit: Di 14:00-16:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Mit dem Begriff Theatralität werden Praktiken, Haltungen und Erfahrungen bezeichnet, die weit über das Theater oder die Künste hinausgehen. Theatralen Phänomenen kann man nicht nur auf der Bühne, sondern genauso im Alltag, in der Politik, in Arbeit und Freizeit oder in privaten Beziehungen begegnen. Das Gefühl, etwas vorgespielt zu bekommen oder etwas darstellen zu müssen, ist aus verschiedensten Lebensbereichen vertraut. Schon während des gesamten 20. Jahrhunderts haben sich Theatertheoretiker*innen für Theatralität interessiert. In der Theaterwissenschaft etablierte sich seit den 1980er Jahren in Ost und West eine spezialisierte Theatralitätsforschung, die das Theater als Kunstform mit theatralen Praktiken außerhalb des Theaters in Beziehung zu setzen versuchte. Wie lassen sich solche Bezüge zwischen Kunst und Alltag aufsuchen, und welche Erkenntnisse sind daraus zu gewinnen? Die Vorlesung ist in drei Teile gegliedert: In den ersten Sitzungen werden einige grundlegende Theatralitätsmodelle vorgestellt und verglichen. Im zweiten Teil werden Möglichkeiten der Anwendung auf soziale und politische Kontexte diskutiert und Korrespondenzen zu Theorien des Performativen aufgezeigt. Im letzten Teil sollen, u.a. im Anschluss an Texte von Giorgio Agamben, theateranthropologische Überlegungen zu einer Theatralität des Körpers, der Gesten und der Lebensformen entwickelt werden. Die Vorlesung wird dienstags zur angegebenen Zeit auf Webex stattfinden.

    • 17501 Vorlesung
      Geschichte der Performance-Kunst (Doris Kolesch)
      Zeit: Do 10:00-12:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung stellt die Performance-Kunst, ihre Entstehungsgeschichte, ihre Protagonist*innen sowie ihre wesentlichen Ausprägungen seit den 1960er Jahren vor und legt einen Akzent auf Fragen der Historiographie, der Archivierung und Kanonisierung sowie auf Fragen der ästhetischen wie gesellschaftspolitischen Bewertung. Zudem werden das Spannungsverhältnis von Theater und Performance sowie Dimensionen von Medialität und Re-Präsentation, von Körperlichkeit, Gender und Queerness, aber auch das Problem der Einseitigkeit bzw. Begrenztheit westlicher Konzepte von Ästhetik und Verständnisse von Kunst eine besondere Rolle spielen.

       

      Die Vorlesung findet als Online-Vorlesung statt mit wöchentlichen Video- und Audioangeboten, die mit erläuternden Folien, Videos und anderen Materialien von Performances, Ausschnitten relevanter Texte sowie weiterführenden Lektürehinweisen u.ä. ergänzt werden. Darüber hinaus bietet ein fakultatives Online-Tutorium die Möglichkeit, sich in einer studentischen Kleingruppe über Vorlesungsinhalte und Fragen zu verständigen

    • 17540 Hauptseminar
      Theater und Performance in Corona-Zeiten (Jenny Schrödl)
      Zeit: Di 16:00-18:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Von der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen sind die Theater-, Kunst- und Kulturinstitutionen ebenso wie die freien Künste in besonders hohem Maße betroffen: Inzwischen sind Theater- und Konzerthäuser ein dreiviertel Jahr geschlossen, so gut wie alle öffentlichen Festivals, Lesungen oder Tourneen abgesagt, viele Veranstaltungen ins Netz verlegt. In Corona-Zeiten werden Ko-Präsenz, Liveness und Versammlung zum Problem. Deutschland, so ist wiederholt aus der Politik zu hören, erlebe die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg – und damit verbunden auch und in besonderem Maße die Live-Künste. Das Seminar nimmt die Corona-Krise zum Ausgangspunkt, um sowohl nach den Problematiken als auch nach den Möglichkeiten zu fragen, die diese Krise mit sich bringt.
      Im Sinne eines gemeinsamen Such- und Forschungsprozesses werden wir uns im Seminar zusammen mit eingeladenen Gästen sowie anhand ausgewählter künstlerischer Debatten und Inszenierungen folgenden Fragen widmen: Wie gehen Künstler:innen und Institutionen mit der Situation um? Welche (Aus-)Wirkungen haben die langen Schließungen bzw. die partiellen Öffnungen auf die künstlerische Arbeit, auf Aufführungen und auch auf den Kontakt bzw. das Zusammenspiel mit dem Publikum? Welche Möglichkeiten (und auch Probleme) ergeben sich durch digitale Techniken und Social Media? Wie realisieren sich Probenprozesse, kollektives Arbeiten, virtuelle wie reale Aufführungssituationen (u.a.) unter Corona-Bedingungen? Welche Gemeinsamkeiten und/oder Unterschiede zwischen verschiedenen Kunstformen, zwischen freien und angestellten Künstler:innen, zwischen unterschiedlichen Orten oder Institutionen (u.a.) gibt es? Welche Formen von Empowerment, Kritik und/oder Solidarität werden entwickelt? Und nicht zuletzt: welche Prognosen und Visionen gibt es für ein postpandemisches Theater?
      Das Seminar wird wöchentlich online (via Webex) stattfinden.

    • 17541 Hauptseminar
      Topografien und Mythografien: Pariser Theater und Theaterlaboratorien (Laurette Burgholzer)
      Zeit: Mo 14:00-16:00 (Erster Termin: 12.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Im Proseminar werden, ausgehend von einer historischen und kulturpolitischen Kontextualisierung von Paris als Theaterstadt in einem bis heute sichtlich zentralistisch organisierten Staat, exemplarische theatrale Produktions-, Aufführungs- und Forschungsorte thematisiert. Urbane Sozialgeschichte, Theatergeschichte und Mythenbildung sind engmaschig verknüpft in der Entstehung und im Verschwinden von Orten des Pariser Theaterschaffens, vom „théâtre de la foire“ des Mittelalters und der frühen Neuzeit zur Institutionalisierung der Comédie-Française (1680), vom Abrisses des Théâtre des Funambules (1862) im Zuge stadtplanerischer Umwälzungen, hin zur genrespezifischen Differenzierung von „rive gauche“ und „rive droite“ um 1900, der Besetzung des Théâtre de l’Odéon durch protestierende Studierende (1968) und der Umwandlung einer Munitionsfabrik in den Sitz des Théâtre du Soleil (1970).

    • 17544 Hauptseminar
      Dance as Social Action (Alexander Harry Schwan)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Das Seminar untersucht die ethischen Dimensionen im zeitgenössischen Tanz unter besonderer Berücksichtigung von Gemeinschaft- und Handlungstheorien. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit Tanz als sozialer und politischer Aktivismus inszeniert und betrachtet werden kann. Exemplifiziert wird dies vor allem an Arbeiten Anna Halprins, in denen das gesellschaftspolitische Transformationspotential von Tanz aktiviert wird.

      Integraler Bestandteil des Seminars ist der Workshop »Responsive Bodies. Ethics of Temporal Community in Contemporary Dance«, EXC 2020, 3.-4. Juni 2021, jeweils 16-20 Uhr. Dieser englischsprachige Online-Workshop mit Referent*innen aus den USA, UK, Israel, Belgien und Deutschland wird im Seminar inhaltlich vor- und nachbereitet. In der ersten Juniwoche tritt der Workshop an die Stelle der wöchentlichen Seminarsitzung.

      https://www.temporal-communities.de/events/workshop-ethik-temporaler-gemeinschaft-im-zeitgenoessischen-tanz.html

       

      Kursstruktur:

      Der Kurs findet online auf Cisco Webex statt. Alle Seminarteilnehmenden übernehmen für jeweils eine Sitzung die Rolle von Expert*innen und bereiten sich darauf mit eigenständiger Recherche und vertiefender Lektüre vor. Auf der Basis dieser Forschungsarbeit entwickeln die Expert*innen Mindmaps, die die Theorienkonzeptionen und Problemkomplexe der jeweiligen Sitzung visualisieren.

      Zur Vertiefung der Lektüretexte werden wöchentliche Arbeitsaufgaben gestellt, die schriftlich mit einem kurzen Text zu beantworten sind. Diese Antworten werden von den Teilnehmer*innen im Vorfeld der betreffenden Sitzung auf dem Blackboard-Bereich des Kurses (Tagebuch-Tool) hochgeladen.

      Links zu den Online-Meetings und Materialien zur Vor- und Nachbereitung werden auf Blackboard zur Verfügung gestellt. Im Falle eines fehlenden Blackboard-Zuganges schreiben Sie bitte vorab eine Email an: alexander.schwan@fu-berlin.de

       

      Teilnahme:

      Um die regelmäßige Teilnahme zu erfüllen, müssen jeweils mind. 85% der Sitzungen besucht sowie mind. 85% der wöchentlichen schriftlichen Arbeitsaufgaben auf Blackboard eingereicht werden. Ausnahmen sind bei Vorlage eines ärztlichen Attests oder bei Nachweis schwerwiegender persönlicher Gründe möglich.

       

      Prüfungsleistung:

      Wissenschaftliche Hausarbeit im Umfang von 20 Seiten nach dem Stylesheet des Kurses und nach vorheriger Einreichung eines Exposés.

       

      Auswahlliteratur:

      - Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München (Piper) 2019.

      - Bennahum, Ninotchka Devorah/Perron, Wendy/ Robertson, Bruce (Hg.): Radical Bodies. Anna Halprin, Simone Forti, and Yvonne Rainer in California and New York, 1955-1972, Santa Barbara (Art, Design & Architecture Museum)/Oakland (University of California Press) 2017.

      - Butler, Judith: Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung, aus dem Engl. übers. von Frank Born, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 2016.

      - Halprin, Anna/Kaplan, Rachel: Making Dances That Matter. Resources for Community Creativity, Middletown (Wesleyan University Press) 2019.

  • Vertiefungsmodul Theatergeschichte

    0051dC2.1
    • 17054 Vorlesung
      Online: Das italienische Drama (Bernhard Huß)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung bietet einen Überblick über wichtige Tendenzen der Bühnenliteratur italienischer Sprache. Sie gliedert sich zunächst in einen Teil zur Tragödie und einen Teil zur Komödie, jeweils von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert. Dabei werden zum einen gattungstheoretische Grundvoraussetzungen erläutert, zum anderen ausgewählte Primärtexte exemplarisch analysiert. In einem dritten Teil (19./20. Jh.) soll aufgezeigt werden, wie die schon vorher poröse Trennmauer zwischen Tragödie und Komödie vollends einbricht und sich neue Formen dramatischen Dichtens etablieren, die das Komische und das Tragische verschmelzen. Autoren, die zur Sprache kommen sollen, sind u.a. Torquato Tasso, Vittorio Alfieri, Niccolò Machiavelli, Carlo Goldoni, Alessandro Manzoni, Luigi Pirandello, Dario Fo.

      Literaturhinweise

      Überblicksartige Darstellungen zu den wichtigen Themen bietet einführend: Farrell, Joseph/ Puppa, Paolo (Hrsg.) (2006): A History of Italian Theatre. Cambridge u.a.: Cambridge University Press. Darin: R. Andrews, “Erudite comedy”, S. 39ff., P. Brand: “Machiavelli and Florence”, S. 51ff., R. Andrews: “Tragedy”, S. 84ff., P. Vescovo: “Carlo Goldoni, playwright and reformer”, S. 160ff., G. Pizzamiglio: “Vittorio Alfieri”, S. 195ff., F. Taviani: “The Romantic theatre”, S. 207ff., P. Puppa: “Luigi Pirandello”, S. 293ff., J. Farrell: “Dario Fo”, S. 357ff.

    • 17500 Vorlesung
      Theatralität zwischen Kunst und Alltag (Matthias Warstat)
      Zeit: Di 14:00-16:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Mit dem Begriff Theatralität werden Praktiken, Haltungen und Erfahrungen bezeichnet, die weit über das Theater oder die Künste hinausgehen. Theatralen Phänomenen kann man nicht nur auf der Bühne, sondern genauso im Alltag, in der Politik, in Arbeit und Freizeit oder in privaten Beziehungen begegnen. Das Gefühl, etwas vorgespielt zu bekommen oder etwas darstellen zu müssen, ist aus verschiedensten Lebensbereichen vertraut. Schon während des gesamten 20. Jahrhunderts haben sich Theatertheoretiker*innen für Theatralität interessiert. In der Theaterwissenschaft etablierte sich seit den 1980er Jahren in Ost und West eine spezialisierte Theatralitätsforschung, die das Theater als Kunstform mit theatralen Praktiken außerhalb des Theaters in Beziehung zu setzen versuchte. Wie lassen sich solche Bezüge zwischen Kunst und Alltag aufsuchen, und welche Erkenntnisse sind daraus zu gewinnen? Die Vorlesung ist in drei Teile gegliedert: In den ersten Sitzungen werden einige grundlegende Theatralitätsmodelle vorgestellt und verglichen. Im zweiten Teil werden Möglichkeiten der Anwendung auf soziale und politische Kontexte diskutiert und Korrespondenzen zu Theorien des Performativen aufgezeigt. Im letzten Teil sollen, u.a. im Anschluss an Texte von Giorgio Agamben, theateranthropologische Überlegungen zu einer Theatralität des Körpers, der Gesten und der Lebensformen entwickelt werden. Die Vorlesung wird dienstags zur angegebenen Zeit auf Webex stattfinden.

    • 17501 Vorlesung
      Geschichte der Performance-Kunst (Doris Kolesch)
      Zeit: Do 10:00-12:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung stellt die Performance-Kunst, ihre Entstehungsgeschichte, ihre Protagonist*innen sowie ihre wesentlichen Ausprägungen seit den 1960er Jahren vor und legt einen Akzent auf Fragen der Historiographie, der Archivierung und Kanonisierung sowie auf Fragen der ästhetischen wie gesellschaftspolitischen Bewertung. Zudem werden das Spannungsverhältnis von Theater und Performance sowie Dimensionen von Medialität und Re-Präsentation, von Körperlichkeit, Gender und Queerness, aber auch das Problem der Einseitigkeit bzw. Begrenztheit westlicher Konzepte von Ästhetik und Verständnisse von Kunst eine besondere Rolle spielen.

       

      Die Vorlesung findet als Online-Vorlesung statt mit wöchentlichen Video- und Audioangeboten, die mit erläuternden Folien, Videos und anderen Materialien von Performances, Ausschnitten relevanter Texte sowie weiterführenden Lektürehinweisen u.ä. ergänzt werden. Darüber hinaus bietet ein fakultatives Online-Tutorium die Möglichkeit, sich in einer studentischen Kleingruppe über Vorlesungsinhalte und Fragen zu verständigen

    • 17540 Hauptseminar
      Theater und Performance in Corona-Zeiten (Jenny Schrödl)
      Zeit: Di 16:00-18:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Von der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen sind die Theater-, Kunst- und Kulturinstitutionen ebenso wie die freien Künste in besonders hohem Maße betroffen: Inzwischen sind Theater- und Konzerthäuser ein dreiviertel Jahr geschlossen, so gut wie alle öffentlichen Festivals, Lesungen oder Tourneen abgesagt, viele Veranstaltungen ins Netz verlegt. In Corona-Zeiten werden Ko-Präsenz, Liveness und Versammlung zum Problem. Deutschland, so ist wiederholt aus der Politik zu hören, erlebe die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg – und damit verbunden auch und in besonderem Maße die Live-Künste. Das Seminar nimmt die Corona-Krise zum Ausgangspunkt, um sowohl nach den Problematiken als auch nach den Möglichkeiten zu fragen, die diese Krise mit sich bringt.
      Im Sinne eines gemeinsamen Such- und Forschungsprozesses werden wir uns im Seminar zusammen mit eingeladenen Gästen sowie anhand ausgewählter künstlerischer Debatten und Inszenierungen folgenden Fragen widmen: Wie gehen Künstler:innen und Institutionen mit der Situation um? Welche (Aus-)Wirkungen haben die langen Schließungen bzw. die partiellen Öffnungen auf die künstlerische Arbeit, auf Aufführungen und auch auf den Kontakt bzw. das Zusammenspiel mit dem Publikum? Welche Möglichkeiten (und auch Probleme) ergeben sich durch digitale Techniken und Social Media? Wie realisieren sich Probenprozesse, kollektives Arbeiten, virtuelle wie reale Aufführungssituationen (u.a.) unter Corona-Bedingungen? Welche Gemeinsamkeiten und/oder Unterschiede zwischen verschiedenen Kunstformen, zwischen freien und angestellten Künstler:innen, zwischen unterschiedlichen Orten oder Institutionen (u.a.) gibt es? Welche Formen von Empowerment, Kritik und/oder Solidarität werden entwickelt? Und nicht zuletzt: welche Prognosen und Visionen gibt es für ein postpandemisches Theater?
      Das Seminar wird wöchentlich online (via Webex) stattfinden.

    • 17541 Hauptseminar
      Topografien und Mythografien: Pariser Theater und Theaterlaboratorien (Laurette Burgholzer)
      Zeit: Mo 14:00-16:00 (Erster Termin: 12.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Im Proseminar werden, ausgehend von einer historischen und kulturpolitischen Kontextualisierung von Paris als Theaterstadt in einem bis heute sichtlich zentralistisch organisierten Staat, exemplarische theatrale Produktions-, Aufführungs- und Forschungsorte thematisiert. Urbane Sozialgeschichte, Theatergeschichte und Mythenbildung sind engmaschig verknüpft in der Entstehung und im Verschwinden von Orten des Pariser Theaterschaffens, vom „théâtre de la foire“ des Mittelalters und der frühen Neuzeit zur Institutionalisierung der Comédie-Française (1680), vom Abrisses des Théâtre des Funambules (1862) im Zuge stadtplanerischer Umwälzungen, hin zur genrespezifischen Differenzierung von „rive gauche“ und „rive droite“ um 1900, der Besetzung des Théâtre de l’Odéon durch protestierende Studierende (1968) und der Umwandlung einer Munitionsfabrik in den Sitz des Théâtre du Soleil (1970).

    • 17542 Hauptseminar
      Von einem intelligenten Vorleser zu einem Über-Schauspieler. Schauspielkonzepte im Russland des frühen 20. Jahrhunderts (Swetlana Lukanitschewa)
      Zeit: Fr 10:00-14:00 (Erster Termin: 16.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Bereits in der frühen Phase der Arbeit Stanislavskijs an der Entwicklung seiner Schauspielmethodik, d. h. in der zweiten Hälfte der 1910er Jahre, stieß „die Kunst des Erlebens“, die in den Inszenierungen des Moskauer Künstlertheaters bis zur Perfektion getrieben zu sein schien, auf heftige Kritik in den russischen Literatur- und Theaterkreisen. Der erste Theaterpraktiker, der sich in die Polemik gegen Stanislavskij einschaltete, war der ehemalige Schauspieler des Stanislavskij-Ensembles Vsevolod Meyerhold. Unter den Forderungen, die Meyerhold an das „Theater der Zukunft“ gestellt hatte, war die Abschaffung der sogenannten „vierten Wand“, die im Künstlertheater die Bühne und den Zuschauerraum trennen sollte, sowie die Absage an das Text-Modell, das dem psychologisch-realistischen Theater zugrunde lag, zugunsten des Performance-Modells. Auch die „lebensechte“ Körpersprache der Darsteller sollte in Anlehnung an die Kunst der Pantomime durch rhythmische Bewegungen und Gesten von großer optischer Wirkung ersetzt werden. Wenige Jahre nach Meyerhold, in der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts, stießen zwei weitere Theatermacher zum Lager der Opponenten Stanislavskijs  ?  Aleksandr Tairov und Evgenij Vachtangov. 

      Der Gegenstand des Seminars sind die schauspieltheoretischen und theaterästhetischen Entwürfe von Stanislavskij, Meyerhold, Tairov und Vachtangov, die anhand ausgewählter Schriften dieser wichtigen Impulsgeber des europäischen Regietheaters des 20. Jahrhunderts diskutiert werden.

    • 17543 Hauptseminar
      Historiographie nach Zahlen: Das Jahr 1959 im Jazz (Frédéric Osbert Döhl)
      Zeit: Mo 10:00-12:00 (Erster Termin: 12.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Kommunikation in und über Künste funktioniert nicht nur in Feuilleton und Fan Talk, sondern auch in der fachwissenschaftlichen Historiographie in hohem Maße über äußere Indikatoren: In der Musik sind dies neben Namen von KünstlerInnen und Werken vor allem Preise, Verkaufszahlen und Jubiläen. Eine interessante, da zugleich ebenso besonders ambivalente wie produktive Variante letztgenannter Erzählstrategie sind die Schlüsseljahre, analog zu politischen Historiographie. Die Musikgeschichtsschreibung besitzt auch verschiedene solcher Kulminationspunkte wie 1968 oder 1989. Im Jazz ist dies das Jahr 1959, der wohl reichste, immer wieder aufgegriffene Referenzpunkt dieser Art in der jüngeren westlichen Musikgeschichte. Das Seminar erarbeitet in Geschichtstheorie, historiographischen Fallbeispielen und der Eigenart der Jazzproduktion jenes Jahres, die maßgeblich zu dieser Sonderstellung führte, die Funktionsweise dieser Form von historiographischer Aufmerksamkeitsökonomie, ihre Stärken und Schwächen. Der Schwerpunkt liegt auf Vergleich als Methode, mit besonderem Interesse an Fragen von Race, Gender und Genre. Hinzu kommen zwei Trends, die sich 1959 in ihrem Höhepunkt befinden: Jazzalben basierend auf Musiktheater, insbesondere Broadway Book Musicals, und Film Soundtracks von Jazzmusikern mit Jazz.

    • 17544 Hauptseminar
      Dance as Social Action (Alexander Harry Schwan)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Das Seminar untersucht die ethischen Dimensionen im zeitgenössischen Tanz unter besonderer Berücksichtigung von Gemeinschaft- und Handlungstheorien. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit Tanz als sozialer und politischer Aktivismus inszeniert und betrachtet werden kann. Exemplifiziert wird dies vor allem an Arbeiten Anna Halprins, in denen das gesellschaftspolitische Transformationspotential von Tanz aktiviert wird.

      Integraler Bestandteil des Seminars ist der Workshop »Responsive Bodies. Ethics of Temporal Community in Contemporary Dance«, EXC 2020, 3.-4. Juni 2021, jeweils 16-20 Uhr. Dieser englischsprachige Online-Workshop mit Referent*innen aus den USA, UK, Israel, Belgien und Deutschland wird im Seminar inhaltlich vor- und nachbereitet. In der ersten Juniwoche tritt der Workshop an die Stelle der wöchentlichen Seminarsitzung.

      https://www.temporal-communities.de/events/workshop-ethik-temporaler-gemeinschaft-im-zeitgenoessischen-tanz.html

       

      Kursstruktur:

      Der Kurs findet online auf Cisco Webex statt. Alle Seminarteilnehmenden übernehmen für jeweils eine Sitzung die Rolle von Expert*innen und bereiten sich darauf mit eigenständiger Recherche und vertiefender Lektüre vor. Auf der Basis dieser Forschungsarbeit entwickeln die Expert*innen Mindmaps, die die Theorienkonzeptionen und Problemkomplexe der jeweiligen Sitzung visualisieren.

      Zur Vertiefung der Lektüretexte werden wöchentliche Arbeitsaufgaben gestellt, die schriftlich mit einem kurzen Text zu beantworten sind. Diese Antworten werden von den Teilnehmer*innen im Vorfeld der betreffenden Sitzung auf dem Blackboard-Bereich des Kurses (Tagebuch-Tool) hochgeladen.

      Links zu den Online-Meetings und Materialien zur Vor- und Nachbereitung werden auf Blackboard zur Verfügung gestellt. Im Falle eines fehlenden Blackboard-Zuganges schreiben Sie bitte vorab eine Email an: alexander.schwan@fu-berlin.de

       

      Teilnahme:

      Um die regelmäßige Teilnahme zu erfüllen, müssen jeweils mind. 85% der Sitzungen besucht sowie mind. 85% der wöchentlichen schriftlichen Arbeitsaufgaben auf Blackboard eingereicht werden. Ausnahmen sind bei Vorlage eines ärztlichen Attests oder bei Nachweis schwerwiegender persönlicher Gründe möglich.

       

      Prüfungsleistung:

      Wissenschaftliche Hausarbeit im Umfang von 20 Seiten nach dem Stylesheet des Kurses und nach vorheriger Einreichung eines Exposés.

       

      Auswahlliteratur:

      - Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München (Piper) 2019.

      - Bennahum, Ninotchka Devorah/Perron, Wendy/ Robertson, Bruce (Hg.): Radical Bodies. Anna Halprin, Simone Forti, and Yvonne Rainer in California and New York, 1955-1972, Santa Barbara (Art, Design & Architecture Museum)/Oakland (University of California Press) 2017.

      - Butler, Judith: Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung, aus dem Engl. übers. von Frank Born, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 2016.

      - Halprin, Anna/Kaplan, Rachel: Making Dances That Matter. Resources for Community Creativity, Middletown (Wesleyan University Press) 2019.

  • Vertiefungsmodul Theorie und Ästhetik

    0051dC3.1
    • 17054 Vorlesung
      Online: Das italienische Drama (Bernhard Huß)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung bietet einen Überblick über wichtige Tendenzen der Bühnenliteratur italienischer Sprache. Sie gliedert sich zunächst in einen Teil zur Tragödie und einen Teil zur Komödie, jeweils von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert. Dabei werden zum einen gattungstheoretische Grundvoraussetzungen erläutert, zum anderen ausgewählte Primärtexte exemplarisch analysiert. In einem dritten Teil (19./20. Jh.) soll aufgezeigt werden, wie die schon vorher poröse Trennmauer zwischen Tragödie und Komödie vollends einbricht und sich neue Formen dramatischen Dichtens etablieren, die das Komische und das Tragische verschmelzen. Autoren, die zur Sprache kommen sollen, sind u.a. Torquato Tasso, Vittorio Alfieri, Niccolò Machiavelli, Carlo Goldoni, Alessandro Manzoni, Luigi Pirandello, Dario Fo.

      Literaturhinweise

      Überblicksartige Darstellungen zu den wichtigen Themen bietet einführend: Farrell, Joseph/ Puppa, Paolo (Hrsg.) (2006): A History of Italian Theatre. Cambridge u.a.: Cambridge University Press. Darin: R. Andrews, “Erudite comedy”, S. 39ff., P. Brand: “Machiavelli and Florence”, S. 51ff., R. Andrews: “Tragedy”, S. 84ff., P. Vescovo: “Carlo Goldoni, playwright and reformer”, S. 160ff., G. Pizzamiglio: “Vittorio Alfieri”, S. 195ff., F. Taviani: “The Romantic theatre”, S. 207ff., P. Puppa: “Luigi Pirandello”, S. 293ff., J. Farrell: “Dario Fo”, S. 357ff.

    • 17500 Vorlesung
      Theatralität zwischen Kunst und Alltag (Matthias Warstat)
      Zeit: Di 14:00-16:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Mit dem Begriff Theatralität werden Praktiken, Haltungen und Erfahrungen bezeichnet, die weit über das Theater oder die Künste hinausgehen. Theatralen Phänomenen kann man nicht nur auf der Bühne, sondern genauso im Alltag, in der Politik, in Arbeit und Freizeit oder in privaten Beziehungen begegnen. Das Gefühl, etwas vorgespielt zu bekommen oder etwas darstellen zu müssen, ist aus verschiedensten Lebensbereichen vertraut. Schon während des gesamten 20. Jahrhunderts haben sich Theatertheoretiker*innen für Theatralität interessiert. In der Theaterwissenschaft etablierte sich seit den 1980er Jahren in Ost und West eine spezialisierte Theatralitätsforschung, die das Theater als Kunstform mit theatralen Praktiken außerhalb des Theaters in Beziehung zu setzen versuchte. Wie lassen sich solche Bezüge zwischen Kunst und Alltag aufsuchen, und welche Erkenntnisse sind daraus zu gewinnen? Die Vorlesung ist in drei Teile gegliedert: In den ersten Sitzungen werden einige grundlegende Theatralitätsmodelle vorgestellt und verglichen. Im zweiten Teil werden Möglichkeiten der Anwendung auf soziale und politische Kontexte diskutiert und Korrespondenzen zu Theorien des Performativen aufgezeigt. Im letzten Teil sollen, u.a. im Anschluss an Texte von Giorgio Agamben, theateranthropologische Überlegungen zu einer Theatralität des Körpers, der Gesten und der Lebensformen entwickelt werden. Die Vorlesung wird dienstags zur angegebenen Zeit auf Webex stattfinden.

    • 17501 Vorlesung
      Geschichte der Performance-Kunst (Doris Kolesch)
      Zeit: Do 10:00-12:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung stellt die Performance-Kunst, ihre Entstehungsgeschichte, ihre Protagonist*innen sowie ihre wesentlichen Ausprägungen seit den 1960er Jahren vor und legt einen Akzent auf Fragen der Historiographie, der Archivierung und Kanonisierung sowie auf Fragen der ästhetischen wie gesellschaftspolitischen Bewertung. Zudem werden das Spannungsverhältnis von Theater und Performance sowie Dimensionen von Medialität und Re-Präsentation, von Körperlichkeit, Gender und Queerness, aber auch das Problem der Einseitigkeit bzw. Begrenztheit westlicher Konzepte von Ästhetik und Verständnisse von Kunst eine besondere Rolle spielen.

       

      Die Vorlesung findet als Online-Vorlesung statt mit wöchentlichen Video- und Audioangeboten, die mit erläuternden Folien, Videos und anderen Materialien von Performances, Ausschnitten relevanter Texte sowie weiterführenden Lektürehinweisen u.ä. ergänzt werden. Darüber hinaus bietet ein fakultatives Online-Tutorium die Möglichkeit, sich in einer studentischen Kleingruppe über Vorlesungsinhalte und Fragen zu verständigen

    • 17540 Hauptseminar
      Theater und Performance in Corona-Zeiten (Jenny Schrödl)
      Zeit: Di 16:00-18:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Von der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen sind die Theater-, Kunst- und Kulturinstitutionen ebenso wie die freien Künste in besonders hohem Maße betroffen: Inzwischen sind Theater- und Konzerthäuser ein dreiviertel Jahr geschlossen, so gut wie alle öffentlichen Festivals, Lesungen oder Tourneen abgesagt, viele Veranstaltungen ins Netz verlegt. In Corona-Zeiten werden Ko-Präsenz, Liveness und Versammlung zum Problem. Deutschland, so ist wiederholt aus der Politik zu hören, erlebe die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg – und damit verbunden auch und in besonderem Maße die Live-Künste. Das Seminar nimmt die Corona-Krise zum Ausgangspunkt, um sowohl nach den Problematiken als auch nach den Möglichkeiten zu fragen, die diese Krise mit sich bringt.
      Im Sinne eines gemeinsamen Such- und Forschungsprozesses werden wir uns im Seminar zusammen mit eingeladenen Gästen sowie anhand ausgewählter künstlerischer Debatten und Inszenierungen folgenden Fragen widmen: Wie gehen Künstler:innen und Institutionen mit der Situation um? Welche (Aus-)Wirkungen haben die langen Schließungen bzw. die partiellen Öffnungen auf die künstlerische Arbeit, auf Aufführungen und auch auf den Kontakt bzw. das Zusammenspiel mit dem Publikum? Welche Möglichkeiten (und auch Probleme) ergeben sich durch digitale Techniken und Social Media? Wie realisieren sich Probenprozesse, kollektives Arbeiten, virtuelle wie reale Aufführungssituationen (u.a.) unter Corona-Bedingungen? Welche Gemeinsamkeiten und/oder Unterschiede zwischen verschiedenen Kunstformen, zwischen freien und angestellten Künstler:innen, zwischen unterschiedlichen Orten oder Institutionen (u.a.) gibt es? Welche Formen von Empowerment, Kritik und/oder Solidarität werden entwickelt? Und nicht zuletzt: welche Prognosen und Visionen gibt es für ein postpandemisches Theater?
      Das Seminar wird wöchentlich online (via Webex) stattfinden.

    • 17541 Hauptseminar
      Topografien und Mythografien: Pariser Theater und Theaterlaboratorien (Laurette Burgholzer)
      Zeit: Mo 14:00-16:00 (Erster Termin: 12.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Im Proseminar werden, ausgehend von einer historischen und kulturpolitischen Kontextualisierung von Paris als Theaterstadt in einem bis heute sichtlich zentralistisch organisierten Staat, exemplarische theatrale Produktions-, Aufführungs- und Forschungsorte thematisiert. Urbane Sozialgeschichte, Theatergeschichte und Mythenbildung sind engmaschig verknüpft in der Entstehung und im Verschwinden von Orten des Pariser Theaterschaffens, vom „théâtre de la foire“ des Mittelalters und der frühen Neuzeit zur Institutionalisierung der Comédie-Française (1680), vom Abrisses des Théâtre des Funambules (1862) im Zuge stadtplanerischer Umwälzungen, hin zur genrespezifischen Differenzierung von „rive gauche“ und „rive droite“ um 1900, der Besetzung des Théâtre de l’Odéon durch protestierende Studierende (1968) und der Umwandlung einer Munitionsfabrik in den Sitz des Théâtre du Soleil (1970).

    • 17542 Hauptseminar
      Von einem intelligenten Vorleser zu einem Über-Schauspieler. Schauspielkonzepte im Russland des frühen 20. Jahrhunderts (Swetlana Lukanitschewa)
      Zeit: Fr 10:00-14:00 (Erster Termin: 16.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Bereits in der frühen Phase der Arbeit Stanislavskijs an der Entwicklung seiner Schauspielmethodik, d. h. in der zweiten Hälfte der 1910er Jahre, stieß „die Kunst des Erlebens“, die in den Inszenierungen des Moskauer Künstlertheaters bis zur Perfektion getrieben zu sein schien, auf heftige Kritik in den russischen Literatur- und Theaterkreisen. Der erste Theaterpraktiker, der sich in die Polemik gegen Stanislavskij einschaltete, war der ehemalige Schauspieler des Stanislavskij-Ensembles Vsevolod Meyerhold. Unter den Forderungen, die Meyerhold an das „Theater der Zukunft“ gestellt hatte, war die Abschaffung der sogenannten „vierten Wand“, die im Künstlertheater die Bühne und den Zuschauerraum trennen sollte, sowie die Absage an das Text-Modell, das dem psychologisch-realistischen Theater zugrunde lag, zugunsten des Performance-Modells. Auch die „lebensechte“ Körpersprache der Darsteller sollte in Anlehnung an die Kunst der Pantomime durch rhythmische Bewegungen und Gesten von großer optischer Wirkung ersetzt werden. Wenige Jahre nach Meyerhold, in der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts, stießen zwei weitere Theatermacher zum Lager der Opponenten Stanislavskijs  ?  Aleksandr Tairov und Evgenij Vachtangov. 

      Der Gegenstand des Seminars sind die schauspieltheoretischen und theaterästhetischen Entwürfe von Stanislavskij, Meyerhold, Tairov und Vachtangov, die anhand ausgewählter Schriften dieser wichtigen Impulsgeber des europäischen Regietheaters des 20. Jahrhunderts diskutiert werden.

    • 17543 Hauptseminar
      Historiographie nach Zahlen: Das Jahr 1959 im Jazz (Frédéric Osbert Döhl)
      Zeit: Mo 10:00-12:00 (Erster Termin: 12.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Kommunikation in und über Künste funktioniert nicht nur in Feuilleton und Fan Talk, sondern auch in der fachwissenschaftlichen Historiographie in hohem Maße über äußere Indikatoren: In der Musik sind dies neben Namen von KünstlerInnen und Werken vor allem Preise, Verkaufszahlen und Jubiläen. Eine interessante, da zugleich ebenso besonders ambivalente wie produktive Variante letztgenannter Erzählstrategie sind die Schlüsseljahre, analog zu politischen Historiographie. Die Musikgeschichtsschreibung besitzt auch verschiedene solcher Kulminationspunkte wie 1968 oder 1989. Im Jazz ist dies das Jahr 1959, der wohl reichste, immer wieder aufgegriffene Referenzpunkt dieser Art in der jüngeren westlichen Musikgeschichte. Das Seminar erarbeitet in Geschichtstheorie, historiographischen Fallbeispielen und der Eigenart der Jazzproduktion jenes Jahres, die maßgeblich zu dieser Sonderstellung führte, die Funktionsweise dieser Form von historiographischer Aufmerksamkeitsökonomie, ihre Stärken und Schwächen. Der Schwerpunkt liegt auf Vergleich als Methode, mit besonderem Interesse an Fragen von Race, Gender und Genre. Hinzu kommen zwei Trends, die sich 1959 in ihrem Höhepunkt befinden: Jazzalben basierend auf Musiktheater, insbesondere Broadway Book Musicals, und Film Soundtracks von Jazzmusikern mit Jazz.

    • 17544 Hauptseminar
      Dance as Social Action (Alexander Harry Schwan)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Das Seminar untersucht die ethischen Dimensionen im zeitgenössischen Tanz unter besonderer Berücksichtigung von Gemeinschaft- und Handlungstheorien. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit Tanz als sozialer und politischer Aktivismus inszeniert und betrachtet werden kann. Exemplifiziert wird dies vor allem an Arbeiten Anna Halprins, in denen das gesellschaftspolitische Transformationspotential von Tanz aktiviert wird.

      Integraler Bestandteil des Seminars ist der Workshop »Responsive Bodies. Ethics of Temporal Community in Contemporary Dance«, EXC 2020, 3.-4. Juni 2021, jeweils 16-20 Uhr. Dieser englischsprachige Online-Workshop mit Referent*innen aus den USA, UK, Israel, Belgien und Deutschland wird im Seminar inhaltlich vor- und nachbereitet. In der ersten Juniwoche tritt der Workshop an die Stelle der wöchentlichen Seminarsitzung.

      https://www.temporal-communities.de/events/workshop-ethik-temporaler-gemeinschaft-im-zeitgenoessischen-tanz.html

       

      Kursstruktur:

      Der Kurs findet online auf Cisco Webex statt. Alle Seminarteilnehmenden übernehmen für jeweils eine Sitzung die Rolle von Expert*innen und bereiten sich darauf mit eigenständiger Recherche und vertiefender Lektüre vor. Auf der Basis dieser Forschungsarbeit entwickeln die Expert*innen Mindmaps, die die Theorienkonzeptionen und Problemkomplexe der jeweiligen Sitzung visualisieren.

      Zur Vertiefung der Lektüretexte werden wöchentliche Arbeitsaufgaben gestellt, die schriftlich mit einem kurzen Text zu beantworten sind. Diese Antworten werden von den Teilnehmer*innen im Vorfeld der betreffenden Sitzung auf dem Blackboard-Bereich des Kurses (Tagebuch-Tool) hochgeladen.

      Links zu den Online-Meetings und Materialien zur Vor- und Nachbereitung werden auf Blackboard zur Verfügung gestellt. Im Falle eines fehlenden Blackboard-Zuganges schreiben Sie bitte vorab eine Email an: alexander.schwan@fu-berlin.de

       

      Teilnahme:

      Um die regelmäßige Teilnahme zu erfüllen, müssen jeweils mind. 85% der Sitzungen besucht sowie mind. 85% der wöchentlichen schriftlichen Arbeitsaufgaben auf Blackboard eingereicht werden. Ausnahmen sind bei Vorlage eines ärztlichen Attests oder bei Nachweis schwerwiegender persönlicher Gründe möglich.

       

      Prüfungsleistung:

      Wissenschaftliche Hausarbeit im Umfang von 20 Seiten nach dem Stylesheet des Kurses und nach vorheriger Einreichung eines Exposés.

       

      Auswahlliteratur:

      - Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München (Piper) 2019.

      - Bennahum, Ninotchka Devorah/Perron, Wendy/ Robertson, Bruce (Hg.): Radical Bodies. Anna Halprin, Simone Forti, and Yvonne Rainer in California and New York, 1955-1972, Santa Barbara (Art, Design & Architecture Museum)/Oakland (University of California Press) 2017.

      - Butler, Judith: Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung, aus dem Engl. übers. von Frank Born, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 2016.

      - Halprin, Anna/Kaplan, Rachel: Making Dances That Matter. Resources for Community Creativity, Middletown (Wesleyan University Press) 2019.

  • Vertiefungsmodul Theater, andere Künste und Medien

    0051dC4.1
    • 17054 Vorlesung
      Online: Das italienische Drama (Bernhard Huß)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung bietet einen Überblick über wichtige Tendenzen der Bühnenliteratur italienischer Sprache. Sie gliedert sich zunächst in einen Teil zur Tragödie und einen Teil zur Komödie, jeweils von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert. Dabei werden zum einen gattungstheoretische Grundvoraussetzungen erläutert, zum anderen ausgewählte Primärtexte exemplarisch analysiert. In einem dritten Teil (19./20. Jh.) soll aufgezeigt werden, wie die schon vorher poröse Trennmauer zwischen Tragödie und Komödie vollends einbricht und sich neue Formen dramatischen Dichtens etablieren, die das Komische und das Tragische verschmelzen. Autoren, die zur Sprache kommen sollen, sind u.a. Torquato Tasso, Vittorio Alfieri, Niccolò Machiavelli, Carlo Goldoni, Alessandro Manzoni, Luigi Pirandello, Dario Fo.

      Literaturhinweise

      Überblicksartige Darstellungen zu den wichtigen Themen bietet einführend: Farrell, Joseph/ Puppa, Paolo (Hrsg.) (2006): A History of Italian Theatre. Cambridge u.a.: Cambridge University Press. Darin: R. Andrews, “Erudite comedy”, S. 39ff., P. Brand: “Machiavelli and Florence”, S. 51ff., R. Andrews: “Tragedy”, S. 84ff., P. Vescovo: “Carlo Goldoni, playwright and reformer”, S. 160ff., G. Pizzamiglio: “Vittorio Alfieri”, S. 195ff., F. Taviani: “The Romantic theatre”, S. 207ff., P. Puppa: “Luigi Pirandello”, S. 293ff., J. Farrell: “Dario Fo”, S. 357ff.

    • 17500 Vorlesung
      Theatralität zwischen Kunst und Alltag (Matthias Warstat)
      Zeit: Di 14:00-16:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Mit dem Begriff Theatralität werden Praktiken, Haltungen und Erfahrungen bezeichnet, die weit über das Theater oder die Künste hinausgehen. Theatralen Phänomenen kann man nicht nur auf der Bühne, sondern genauso im Alltag, in der Politik, in Arbeit und Freizeit oder in privaten Beziehungen begegnen. Das Gefühl, etwas vorgespielt zu bekommen oder etwas darstellen zu müssen, ist aus verschiedensten Lebensbereichen vertraut. Schon während des gesamten 20. Jahrhunderts haben sich Theatertheoretiker*innen für Theatralität interessiert. In der Theaterwissenschaft etablierte sich seit den 1980er Jahren in Ost und West eine spezialisierte Theatralitätsforschung, die das Theater als Kunstform mit theatralen Praktiken außerhalb des Theaters in Beziehung zu setzen versuchte. Wie lassen sich solche Bezüge zwischen Kunst und Alltag aufsuchen, und welche Erkenntnisse sind daraus zu gewinnen? Die Vorlesung ist in drei Teile gegliedert: In den ersten Sitzungen werden einige grundlegende Theatralitätsmodelle vorgestellt und verglichen. Im zweiten Teil werden Möglichkeiten der Anwendung auf soziale und politische Kontexte diskutiert und Korrespondenzen zu Theorien des Performativen aufgezeigt. Im letzten Teil sollen, u.a. im Anschluss an Texte von Giorgio Agamben, theateranthropologische Überlegungen zu einer Theatralität des Körpers, der Gesten und der Lebensformen entwickelt werden. Die Vorlesung wird dienstags zur angegebenen Zeit auf Webex stattfinden.

    • 17501 Vorlesung
      Geschichte der Performance-Kunst (Doris Kolesch)
      Zeit: Do 10:00-12:00 (Erster Termin: 15.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Die Vorlesung stellt die Performance-Kunst, ihre Entstehungsgeschichte, ihre Protagonist*innen sowie ihre wesentlichen Ausprägungen seit den 1960er Jahren vor und legt einen Akzent auf Fragen der Historiographie, der Archivierung und Kanonisierung sowie auf Fragen der ästhetischen wie gesellschaftspolitischen Bewertung. Zudem werden das Spannungsverhältnis von Theater und Performance sowie Dimensionen von Medialität und Re-Präsentation, von Körperlichkeit, Gender und Queerness, aber auch das Problem der Einseitigkeit bzw. Begrenztheit westlicher Konzepte von Ästhetik und Verständnisse von Kunst eine besondere Rolle spielen.

       

      Die Vorlesung findet als Online-Vorlesung statt mit wöchentlichen Video- und Audioangeboten, die mit erläuternden Folien, Videos und anderen Materialien von Performances, Ausschnitten relevanter Texte sowie weiterführenden Lektürehinweisen u.ä. ergänzt werden. Darüber hinaus bietet ein fakultatives Online-Tutorium die Möglichkeit, sich in einer studentischen Kleingruppe über Vorlesungsinhalte und Fragen zu verständigen

    • 17540 Hauptseminar
      Theater und Performance in Corona-Zeiten (Jenny Schrödl)
      Zeit: Di 16:00-18:00 (Erster Termin: 13.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Von der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen sind die Theater-, Kunst- und Kulturinstitutionen ebenso wie die freien Künste in besonders hohem Maße betroffen: Inzwischen sind Theater- und Konzerthäuser ein dreiviertel Jahr geschlossen, so gut wie alle öffentlichen Festivals, Lesungen oder Tourneen abgesagt, viele Veranstaltungen ins Netz verlegt. In Corona-Zeiten werden Ko-Präsenz, Liveness und Versammlung zum Problem. Deutschland, so ist wiederholt aus der Politik zu hören, erlebe die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg – und damit verbunden auch und in besonderem Maße die Live-Künste. Das Seminar nimmt die Corona-Krise zum Ausgangspunkt, um sowohl nach den Problematiken als auch nach den Möglichkeiten zu fragen, die diese Krise mit sich bringt.
      Im Sinne eines gemeinsamen Such- und Forschungsprozesses werden wir uns im Seminar zusammen mit eingeladenen Gästen sowie anhand ausgewählter künstlerischer Debatten und Inszenierungen folgenden Fragen widmen: Wie gehen Künstler:innen und Institutionen mit der Situation um? Welche (Aus-)Wirkungen haben die langen Schließungen bzw. die partiellen Öffnungen auf die künstlerische Arbeit, auf Aufführungen und auch auf den Kontakt bzw. das Zusammenspiel mit dem Publikum? Welche Möglichkeiten (und auch Probleme) ergeben sich durch digitale Techniken und Social Media? Wie realisieren sich Probenprozesse, kollektives Arbeiten, virtuelle wie reale Aufführungssituationen (u.a.) unter Corona-Bedingungen? Welche Gemeinsamkeiten und/oder Unterschiede zwischen verschiedenen Kunstformen, zwischen freien und angestellten Künstler:innen, zwischen unterschiedlichen Orten oder Institutionen (u.a.) gibt es? Welche Formen von Empowerment, Kritik und/oder Solidarität werden entwickelt? Und nicht zuletzt: welche Prognosen und Visionen gibt es für ein postpandemisches Theater?
      Das Seminar wird wöchentlich online (via Webex) stattfinden.

    • 17543 Hauptseminar
      Historiographie nach Zahlen: Das Jahr 1959 im Jazz (Frédéric Osbert Döhl)
      Zeit: Mo 10:00-12:00 (Erster Termin: 12.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Kommunikation in und über Künste funktioniert nicht nur in Feuilleton und Fan Talk, sondern auch in der fachwissenschaftlichen Historiographie in hohem Maße über äußere Indikatoren: In der Musik sind dies neben Namen von KünstlerInnen und Werken vor allem Preise, Verkaufszahlen und Jubiläen. Eine interessante, da zugleich ebenso besonders ambivalente wie produktive Variante letztgenannter Erzählstrategie sind die Schlüsseljahre, analog zu politischen Historiographie. Die Musikgeschichtsschreibung besitzt auch verschiedene solcher Kulminationspunkte wie 1968 oder 1989. Im Jazz ist dies das Jahr 1959, der wohl reichste, immer wieder aufgegriffene Referenzpunkt dieser Art in der jüngeren westlichen Musikgeschichte. Das Seminar erarbeitet in Geschichtstheorie, historiographischen Fallbeispielen und der Eigenart der Jazzproduktion jenes Jahres, die maßgeblich zu dieser Sonderstellung führte, die Funktionsweise dieser Form von historiographischer Aufmerksamkeitsökonomie, ihre Stärken und Schwächen. Der Schwerpunkt liegt auf Vergleich als Methode, mit besonderem Interesse an Fragen von Race, Gender und Genre. Hinzu kommen zwei Trends, die sich 1959 in ihrem Höhepunkt befinden: Jazzalben basierend auf Musiktheater, insbesondere Broadway Book Musicals, und Film Soundtracks von Jazzmusikern mit Jazz.

    • 17544 Hauptseminar
      Dance as Social Action (Alexander Harry Schwan)
      Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.04.2021)
      Ort: Online

      Kommentar

      Das Seminar untersucht die ethischen Dimensionen im zeitgenössischen Tanz unter besonderer Berücksichtigung von Gemeinschaft- und Handlungstheorien. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit Tanz als sozialer und politischer Aktivismus inszeniert und betrachtet werden kann. Exemplifiziert wird dies vor allem an Arbeiten Anna Halprins, in denen das gesellschaftspolitische Transformationspotential von Tanz aktiviert wird.

      Integraler Bestandteil des Seminars ist der Workshop »Responsive Bodies. Ethics of Temporal Community in Contemporary Dance«, EXC 2020, 3.-4. Juni 2021, jeweils 16-20 Uhr. Dieser englischsprachige Online-Workshop mit Referent*innen aus den USA, UK, Israel, Belgien und Deutschland wird im Seminar inhaltlich vor- und nachbereitet. In der ersten Juniwoche tritt der Workshop an die Stelle der wöchentlichen Seminarsitzung.

      https://www.temporal-communities.de/events/workshop-ethik-temporaler-gemeinschaft-im-zeitgenoessischen-tanz.html

       

      Kursstruktur:

      Der Kurs findet online auf Cisco Webex statt. Alle Seminarteilnehmenden übernehmen für jeweils eine Sitzung die Rolle von Expert*innen und bereiten sich darauf mit eigenständiger Recherche und vertiefender Lektüre vor. Auf der Basis dieser Forschungsarbeit entwickeln die Expert*innen Mindmaps, die die Theorienkonzeptionen und Problemkomplexe der jeweiligen Sitzung visualisieren.

      Zur Vertiefung der Lektüretexte werden wöchentliche Arbeitsaufgaben gestellt, die schriftlich mit einem kurzen Text zu beantworten sind. Diese Antworten werden von den Teilnehmer*innen im Vorfeld der betreffenden Sitzung auf dem Blackboard-Bereich des Kurses (Tagebuch-Tool) hochgeladen.

      Links zu den Online-Meetings und Materialien zur Vor- und Nachbereitung werden auf Blackboard zur Verfügung gestellt. Im Falle eines fehlenden Blackboard-Zuganges schreiben Sie bitte vorab eine Email an: alexander.schwan@fu-berlin.de

       

      Teilnahme:

      Um die regelmäßige Teilnahme zu erfüllen, müssen jeweils mind. 85% der Sitzungen besucht sowie mind. 85% der wöchentlichen schriftlichen Arbeitsaufgaben auf Blackboard eingereicht werden. Ausnahmen sind bei Vorlage eines ärztlichen Attests oder bei Nachweis schwerwiegender persönlicher Gründe möglich.

       

      Prüfungsleistung:

      Wissenschaftliche Hausarbeit im Umfang von 20 Seiten nach dem Stylesheet des Kurses und nach vorheriger Einreichung eines Exposés.

       

      Auswahlliteratur:

      - Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben, München (Piper) 2019.

      - Bennahum, Ninotchka Devorah/Perron, Wendy/ Robertson, Bruce (Hg.): Radical Bodies. Anna Halprin, Simone Forti, and Yvonne Rainer in California and New York, 1955-1972, Santa Barbara (Art, Design & Architecture Museum)/Oakland (University of California Press) 2017.

      - Butler, Judith: Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung, aus dem Engl. übers. von Frank Born, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 2016.

      - Halprin, Anna/Kaplan, Rachel: Making Dances That Matter. Resources for Community Creativity, Middletown (Wesleyan University Press) 2019.