Institutsübergreifende Masterstudiengänge
Angewandte Literaturwissenschaft
0538b_MA120-
Strukturen, Akteure und Prozesse des Literaturbetriebs
0538bA1.1-
16751
Einführungskurs
Grundlagen der BWL für Literaturwissenschaftler/innen (Gerhard Michael Schneider)
Zeit: Do 10:00-14:00, zusätzliche Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 16.10.2025)
Ort: KL 29/111 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Erfolgreiches Arbeiten in Medienunternehmen erfordert neben der inhaltlichen Qualität auch ein Verständnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge. Entscheidungsprozesse werden durch betriebswirtschaftliche Kennzahlen unterstützt und es wird von allen Medienschaffenden erwartet, dass Entscheidungen auf der Basis wirtschaftlichen Handelns getroffen werden. Dabei ist es Aufgabe der Betriebswirtschaft, die kreativen Prozesse eines Unternehmens zu unterstützen. Unabhängig von Ihrer konkreten Tätigkeit in einem Unternehmen ist es wichtig, betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse zu besitzen. Das Grundlagen-Seminar vermittelt betriebswirtschaftliche Inhalte, Begriffe und Prozesse, die Ihnen in Ihrem späteren Arbeitsumfeld begegnen werden. Sie werden praxisorientiert an alle wichtigen Aufgabenstellungen operativer und strategischer Unternehmenssteuerung herangeführt. Im Mittelpunkt stehen Buchverlage bzw. Filmproduktionsunternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen. Der Schwerpunkt des Seminars liegt in der Einführung in die verschiedenen Bereiche des Rechnungswesens. Sie lernen Grundbegriffe des internen und externen Rechnungswesens (Finanzbuchhaltung sowie Kosten- und Leistungsrechnung) kennen. Dabei legen wir einen Schwerpunkt auf das Rechnungswesen von Medienunternehmen. So sind Sie künftig in der Lage, praktische Abläufe richtig zu interpretieren und anstehende Entscheidungen unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte zu treffen. Bereits im ersten Semester wenden Sie das erworbene Fachwissen an und lernen in praktischen Übungen Bilanzen und Ergebnisrechnungen von Medienunternehmen zu lesen und zu analysieren. Inhalte des in sich geschlossenen Grundseminars sind u.a.: Steuerungsebenen eines Verlages/Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung/Kostenrechnung und Kalkulationsverfahren/Deckungsbeitragsrechnung/Operatives und strategisches Controlling/Verlagsmanagement/Titelkalkulation/Interpretation von Bilanzen und Geschäftsberichten. Der Dozent Gerhard Schneider ist Dipl.-Betriebswirt und Geschäftsführer der TOP Film- und TV Produktion. Zuvor war er als kaufmännischer Geschäftsführer der Degeto Film GmbH für den zentralen Filmeinkauf der ARD verantwortlich. Die Verlagsbranche kennt er aus seiner Zeit als kaufmännischer Leiter des Suhrkamp Verlags (2011-2016). Seine weiteren beruflichen Stationen waren u.a. bei Radio Bremen, SPIEGEL TV und der Bertelsmann Gruppe.
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16750
Grundkurs
Wie funktioniert der Literaturbetrieb? (Dorothee Risse)
Zeit: Do 10:00-14:00 (Erster Termin: 30.10.2025)
Ort: KL 29/111 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Wie funktioniert der Literaturbetrieb? Welche Konsequenzen haben die Konzentrationsprozesse im Verlagswesen und Buchhandel? Wie hat sich der Vertrieb von Büchern durch den Boom des Online-Handels verändert? Wie reagieren Verlage auf die Digitalisierung, wie werden Bücher in Zeiten von Social Media vermarktet? In welchen Bereichen des Buchmarkts findet KI ihren Niederschlag, welchen Chancen liegen in ihrer Nutzung und mit welchen Vorbehalten wird dieser Entwicklung begegnet? Welche Rolle spielen Preise und Wettbewerbe für die Akteure des Betriebs? Wie lässt sich das steigende Interesse an Lesungen und Festivals erklären? Stellt Buchkritik auf Instagram oder Tiktok eine Konkurrenz für die Literaturkritik im Feuilleton dar? Der Literaturbetrieb, das sind zahlreiche Institutionen - vom Verlag über die Agentur bis zum Literaturhaus. Dieses Einführungsseminar will in groben Zügen zeigen, wie sie funktionieren und zusammenspielen. Der Einführungskurs ist für Erstsemester des Masters Angewandte Literaturwissenschaft - Gegenwartliteratur obligatorisch. Er findet nur alle zwei Semester statt und sollte im ersten Semester besucht werden. Eine Teilnahme externer Studierender ist nicht möglich.
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16751
Einführungskurs
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Gegenwartsliteratur und Transnationalität
0538bA1.2-
16752
Vorlesung
Gegenwart: Literatur seit 2020 (Johanna Bundschuh-van Duikeren)
Zeit: Mo 16:00-18:00 (Erster Termin: 13.10.2025)
Ort: 011 Seminarraum Fabeckstr. 35
Kommentar
Die Ringvorlesung erschließt exemplarisch produktive Zugänge auf aktuelle Texte und reflektiert mögliche Auswahlkriterien für prägende Texte der Gegenwart.
Im Fokus stehen seit 2020 erschienene Einzeltexte und deren Bedeutung für die Literaturwissenschaft; Texte denen innerhalb der zeitgenössischen Literatur – des Sprachraums – eine besondere Rolle zugeschrieben werden kann. Dabei können in den Vorträgen unterschiedliche Faktoren berücksichtigt und besprochen werden wie u.a. Auslösung von/Positionierung in literarischen Debatten, Innovation in Formen und Verfahren, Valorisierungsmechanismen im Literaturbetrieb/Literaturpreise, Popularität und Bestsellerkultur, Rezeption innerhalb/außerhalb des ursprünglichen Sprachraumes.
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16753
Seminar
Literatur und Provokation (Johannes Konst)
Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 15.10.2025)
Ort: JK 31/102 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Zeitgenössische Literatur provoziert – und muss vielleicht sogar provozieren, um Literatur genannt zu werden. Autor*innen tasten die Grenzen der Moral ab, sie brechen die letzten Tabus und wagen Formexperimente, die ihren Leser*innen das Äußerste abverlangen. In diesem Seminar werden drei „provozierende“ Romane näher unter die Lupe genommen: Der jüdische Messias des niederländischen Schriftstellers Arnon Grünberg (2014), Drei Kameradinnen (2021) der deutsche Autorin Shida Bazyar und Imperium (2011) des Schweizer „enfant terrible“ Christian Kracht. Wir analysieren die literarischen Mittel, die Autor*innen einsetzen, und untersuchen die Rezeption der drei Romane im deutschen literarischen Feld. Im Bereich der Theorie steht nicht nur das Phänomen Skandalautor*in und -literatur im Mittelpunkt, sondern auch das Verhältnis zwischen Literatur und Recht. Darüber hinaus wird es immer wieder um die Frage gehen, welche Stimmen zu hören sind: die der Figuren, die einer nicht-individualisierten Erzählinstanz oder vielleicht sogar die des/der Autor*in selbst?
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16754
Seminar
Yoko Tawadas transkulturelles Schreiben (David Wachter)
Zeit: Fr 10:00-12:00 (Erster Termin: 17.10.2025)
Ort: JK 26/101 (Habelschwerdter Allee 45)
Hinweise für Studierende
Literatur zur Einführung: Neben der Lektüre von Tawadas Texten (es lohnt sich!) eignet sich zur Einführung der Band Yoko Tawada. »Fremde Wasser«. Vorlesungen und wissenschaftliche Beiträge zur Hamburger Gastprofessur für Interkulturelle Poetik, hrsg. v. Ortrud Gutjahr, Tübingen: Konkursbuchverlag 2012.
Kommentar
„Überseezungen“, so heißt eine Essaysammlung der japanisch-deutschen Gegenwartsautorin Yoko Tawada aus dem Jahr 2002, und dieser Titel darf programmatisch gelesen werden. Ihre Romane und Essays, Gedichte und Prosa-Miniaturen überschreiten kulturelle (und viele andere) Grenzen. In spielerischen und zugleich ernsthaften Sprachexperimenten verschränken sich unterschiedliche Zeiten, Medien, Geschlechter, Stoffe und Gattungen miteinander. In diesem Seminar erschließen wir uns Tendenzen ihrer transkulturellen Schreibweise. Mit der Lektüre ausgewählter Romane (u.a. Celan und der chinesische Engel, 2020), Essays (u.a. aus Talisman, 2011), sowie Lyrik und Kurzprosa (u.a. Porträt eines Kreisels, 2022) nähern wir uns ihrem überaus facettenreichen Werk. Zugleich lernen wir theoretische Grundlagen transnationaler und -kultureller Gegenwartsliteratur u.a. von Yasmin Yildiz und Jahan Ramazani kennen.
Literatur zur Einführung: Neben der Lektüre von Tawadas Texten (es lohnt sich!) eignet sich zur Einführung der Band Yoko Tawada. »Fremde Wasser«. Vorlesungen und wissenschaftliche Beiträge zur Hamburger Gastprofessur für Interkulturelle Poetik, hrsg. v. Ortrud Gutjahr, Tübingen: Konkursbuchverlag 2012.
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16755
Seminar
Gegenwart lesen (Johanna Bundschuh-van Duikeren)
Zeit: Do 14:00-16:00 (Erster Termin: 16.10.2025)
Ort: JK 28/130 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Gegenwartsliteratur definiert sich über „die größtmögliche kommunikative Nähe von Produktion, Rezeption und Erforschung“ (Horstkotte 2016) und stellt gerade durch diese Nähe auch die Zugänge der Literaturwissenschaft auf die Probe. Die spezifischen Herausforderungen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Gegenwartsliteratur sind Thema dieses Seminars. Wir reflektieren also einerseits, wie sich zeitgenössische Literatur mit einer kritischen Distanz lesen lässt, fragen aber auch, welche Formen und Verfahren Texte einsetzen, um die Gegenwart, etwa in Form von literarischen Zeitdiagnosen, lesbar zu machen. Dabei berühren wir viele aktuelle Debatten um Rolle, Funktion und Poetiken zeitgenössischer Literatur. Die Aufbereitung dieser akademischen Debatten für ein breiteres Publikum soll im Seminar erprobt werden.
Auf dem Programm stehen sowohl Primärliteratur als auch Theorielektüre.
Lektüre: Hanna Bervoets, Dieser Beitrag wurde entfernt (2022), Barbi Markovic, Minihorror (2023), Yade Jasemin Önder, Wir wissen, wir könnten und fallen synchron (2022), Moritz Baßler, Populärer Realismus. Vom International Style gegenwärtigen Erzählens (2022), Jürgen Brokoff, Ursula Geitner, Kerstin Stüssel, Engagement. Konzepte von Gegenwart und Gegenwartsliteratur (2016), Josephine Ludmer, After Literature (2018), Rita Felski, Uses of Literature (2008)
Literaturhinweise
Auf dem Programm stehen sowohl Primärliteratur als auch Theorielektüre.
Lektüre: Hanna Bervoets, Dieser Beitrag wurde entfernt (2022), Barbi Markovic, Minihorror (2023), Yade Jasemin Önder, Wir wissen, wir könnten und fallen synchron (2022), Moritz Baßler, Populärer Realismus. Vom International Style gegenwärtigen Erzählens (2022), Jürgen Brokoff, Ursula Geitner, Kerstin Stüssel, Engagement. Konzepte von Gegenwart und Gegenwartsliteratur (2016), Josephine Ludmer, After Literature (2018), Rita Felski, Uses of Literature (2008)
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16752
Vorlesung
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Literaturvermittlung
0538bA1.3-
16756
Seminar
Transmedia Storytelling and Narrative Design (Janeke Zimmermann)
Zeit: Di 16:00-20:00 (Erster Termin: 14.10.2025)
Ort: JK 28/130 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Transmedia Storytelling, Narratives Design, Interactive Fiction, Immersive Narratives,... In regelmäßigen Abständen tauchen in digitalen Medien neue Begriffe, Trends und Definitionen auf, die das Erzählen revolutionieren sollen. Das Seminar vermittelt Konzepte, zugrunde liegende Ideen und Erzähltechniken, die daraus entstanden sind und die inzwischen in Verlagen, Marketing, Spielen und auf Social Media-Plattformen eingesetzt werden. Das Seminar beschäftigt sich mit der Ideengeschichte dieser Erzähltechniken und den daraus entstandenen Geschäfts- und Berufsfeldern in Bereichen wie Gaming und plattformbasiertem Erzählen. Die Teilnehmer*innen werden anhand von historischen, wie aktuellen Beispielen an Themen und Techniken herangeführt: Von interaktivem, kollaborativem und nonlinearem Erzählen bis zum übergreifenden narrativen Design. Janeke Zimmermann ist gelernte Drehbuchautor*in und arbeitet als freie Autor*in für interaktive Formate und Gaming.
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16757
Seminar
KI in Literatur und literarischer Praxis (Mareen van Marwyck)
Zeit: Mo 12:00-14:00 (Erster Termin: 13.10.2025)
Ort: JK 31/228 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Während Künstliche Intelligenz Anfang der 2000er Jahre noch vor allem in der Science Fiction Thema war, steht der Einsatz von KI heute im Begriff, die Gesellschaft entscheidend zu prägen und umzustrukturieren, von der Forschung über ökonomische und politische Prozesse bis hin zu emotionalen Beziehungen, die Menschen zu KIs entwickeln. In Literatur und Film wurde und wird das Leben mit KI in dystopischen, utopischen und ambivalenten Zugängen ausgelotet. Generative KIs werden wiederum zum Schreiben literarischer Texte eingesetzt, es entwickeln sich eigene Ästhetiken in der Auseinandersetzung mit den Produktionsverfahren Künstlicher Intelligenz. Das Seminar beleuchtet das Verhältnis von Literatur und KI von verschiedenen Seiten. Zum einen werden literarische Texte der Gegenwart analysiert, die KI konzeptualisieren oder an deren Entstehung KI beteiligt war. Wie wird das Verhältnis von Mensch und Künstlicher Intelligenz in der Gegenwartsliteratur konstruiert? Welche utopischen und dystopischen Potentiale werden der Entwicklung zugeschrieben? Welche neuen Ästhetiken entwickeln sich durch den Einsatz von KI im literarischen Schreibprozess? Auf der anderen Seite werden wir der Einfluss von KI auf die Literaturvermittlung reflektieren. Hierfür werden wir mit Expert*innen aus der Buchbranche ins Gespräch kommen. Wie wird KI im Verlagswesen derzeit eingesetzt, etwa in Lektorat, Vertrieb und Pressearbeit? Welche weiteren Änderungsprozesse für Verlagswesen und Buchmarkt werden antizipiert? Nicht zuletzt werden wir selbst mit dem Schreiben und Lektorieren unter Einsatz von KI experimentieren und unsere Erfahrungen im Seminar reflektieren.Die Lektüreliste wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.
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16758
Seminar
„Book to Film / Stage“ – Aktuelle Strategien der Umsetzung von Literatur im Film und auf der Bühne (Frank Kroll)
Zeit: Mi 10:00-14:00, zusätzliche Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 15.10.2025)
Ort: JK 31/101 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Von „Der Schwarm“ über „Sonne und Beton“ bis „Im Westen nichts Neues“: Die Verfilmung von literarischen Stoffen hat weiterhin Konjunktur. Gleichzeitig werden Romane auf deutschsprachigen Bühnen längst wie Theaterstücke behandelt und verdrängen zunehmend konventionell gebaute dramatische Texte. Welche Strategien werden bei diesen Umsetzungen von Prosa in filmischen und theatralen Projekten aktuell sichtbar? Welche Akteur*innen sind bei dieser „Übersetzungsarbeit“ beteiligt, welche Interessen stoßen aufeinander? Welche Elemente literarischer Vorlagen sind in Filmen, Serien und Inszenierungen gefragt, welche nicht? Wie läuft die praktische Vermittlungsarbeit von Verlagswerken? Wie funktionieren moderne Filmrechteagenturen, Theater- und Medienverlage? Diesen und weiteren Fragen soll anhand konkreter Beispiele im Seminar nachgegangen werden. Das Augenmerk liegt dabei weniger auf einer Bestandsaufnahme möglicher „literarischer Verluste“, vielmehr soll es darum gehen, aktuelle filmische und theatrale Zugriffe auf Literatur im Bewusstsein der je eigenen künstlerischen Verfahren, Produktions- und Marktbedingungen gemeinsam zu erkunden und nachzuzeichnen. Das Seminar bietet die Möglichkeit, sich mit allen relevanten Textsorten, die auf dem Weg vom Buch zum Film bzw. zu einer Inszenierung eine Rolle spielen, praktisch und realitätsnah zu beschäftigen - vom ersten „Pitch“ über Konzeptformen und Vertragswerke bis hin zum Script/Spieltext. Zudem werden einzelne Expert*innen aus den Bereichen Film und Theater eingeladen und von ihren Arbeitserfahrungen berichten. Frank Kroll arbeitet als Film-, Theater- und Hörspielagent u.a. für die Verlage Suhrkamp/Insel, Matthes & Seitz und Edition Nautilus. Die 2015 gegründetete Agentur Kroll bildet eine Schnittstelle zwischen Autor*innen/Verlagen und Produktionen.
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16759
Praxisseminar
Mittler zwischen Autor*in und Verlag. Die Arbeit einer Literaturagentur (Hanne Reinhardt)
Zeit: Di 16:00-20:00 (Erster Termin: 21.10.2025)
Ort: JK 28/130 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Wie findet ein Autor oder eine Autorin einen Verlag? Der Großteil wird heute von Literaturagenturen vermittelt. Aber natürlich ist eine Agentur weit mehr als ein Steigbügelhalter: Die Zusammenarbeit zwischen Autor*in und Agent*in fängt im Grunde erst richtig an, wenn ein Verlag gefunden ist. Als Agent*in ist man also einerseits mit der Suche nach neuen Stimmen beschäftigt, andererseits mit der Betreuung der Schreibenden, die man bereits unter Vertrag hat. Gemeinsam entwickeln Autor*in und Agent*in Ideen und arbeiten an den Texten. Die Agentur verhandelt die Verträge und begleitet die Schreibenden in der Arbeit mit dem Verlag. Eine Agentur kümmert sich oft auch um Nebenrechte der durch sie vermittelten Bücher, in unserem Fall vor allem um Übersetzungen auf dem internationalen Markt und Filmrechte. Außerdem vertreten wir internationale Verlage und Agenturen auf dem deutschsprachigen Markt. Wir werden all diese Bereiche beleuchten und dabei einen Schwerpunkt auf die praktische Arbeit einer Literaturagent*in legen. Dazu gehören: die Bewertung von Manuskripten, die Arbeit am Text, das Erstellen von Exposés, das mündliche Pitchen, die Einschätzung internationaler Stoffe für den deutschsprachigen Markt; aber auch das Verhandeln von Verträgen, sowie die Konkurrenz- und Marktanalyse, also die Betrachtung der Programme der großen Publikumsverlage. Als Gast wird eine Agentin die internationale Seite der Agenturarbeit vorstellen. Hanne Reinhardt ist seit 2001 als Literaturagentin tätig. Sie vertritt für die Literarische Agentur Gaeb & Eggers vor allem literarische deutschsprachige Autor*innen.
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16760
Praxisseminar
Essays schreiben (Marie Krutmann)
Zeit: Do 16:00-20:00 (Erster Termin: 16.10.2025)
Ort: JK 28/130 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Der Essay bewegt sich als literarische Form in einem spannenden Zwischenbereich: Er steht zwischen dem schnelllebigen, informativen Online-Journalismus und der fiktionalen analogen Welt der Literatur. Diese Hybridform ermöglicht es, persönliche Reflexionen und gesellschaftliche Analysen auf eine Weise zu verbinden, die sowohl tiefgründig als auch zugänglich ist und eignet sich besonders gut für die zeitdiagnostische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. In diesem Seminar erlernen die Studierenden die Grundlagen des Essayschreibens: von der Strukturierung über die Formulierung einer prägnanten These bis hin zur Verknüpfung persönlicher Erfahrungen mit faktenbasierten Argumenten. Ziel ist es, einen eigenen Essay zu einem selbstgewählten Thema zu verfassen, der unterhaltend, politisch und zugleich persönlich sein darf. Wir legen zu Beginn die individuellen Themen fest, besprechen mögliche Herausforderungen und Erkenntnisse während des Schreibprozesses und werten am Ende des Semesters gemeinsam die Ergebnisse aus, indem die Studierenden einander Feedback zu ihren Essays geben. Begleitend dazu beschäftigen wir uns mit der Geschichte und Theorie der Essayistik von Montaigne über Adorno bis hin zu amerikanischen Einflüssen durch Autorinnen wie Virginia Woolf, Susan Sontag und Joan Didion. Im Zuge der digitalen Medien haben literarische Essays in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt und spielen sowohl im literarischen Diskurs als auch in der journalistischen Praxis eine zunehmend wichtige Rolle. Im Seminar werden wir anhand von zeitgenössischen Essays etablierter Autor:innen wie Deborah Levy, Rebecca Solnit, Nina Kunz, Daniel Schreiber, Mithu Sanyal und Enis Maci das Format auch aus popkultureller Perspektive beleuchten. Marie Krutmann ist Literaturwissenschaftlerin und schreibt Essays für Medien wie ZEIT Online. Sie ist freiberufliche Lektorin für Verlage wie Rowohlt und die Verlegerin des Indie-Verlags Almost Publishing.
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16756
Seminar
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Berufspraktische Basisqualifikation
0538bA1.4-
16761
Praxisseminar
Aspekte redaktionellen Arbeitens (Dagmar Boeck-Siebenhaar)
Zeit: Do 14:00-16:00 (Erster Termin: 16.10.2025)
Ort: KL 29/237 Übungsraum (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Das Erstellen verschiedenster Texte und Publikationen – Berichte, Gutachten, Konzepte, Dokumentationen, Studien, Broschüren etc. – erfordert Vertrautheit im Umgang mit zielgruppenspezifischen Fragestellungen und Anforderungen ebenso wie praktisches Know-how. Wie wird beispielsweise aus einer Idee/einem Manuskript eine Broschüre, wie aus einer Materialsammlung eine auftragsadäquate, zielgruppenspezifische Studie? Ziel des Seminars ist es, in der (Berufs-)Praxis relevante Textsorten beurteilen und redigieren, auch zu erstellen zu lernen bzw. Kenntnisse hierüber zu vertiefen. Zudem werden Grundkenntnisse der Herstellung/ Produktion vermittelt. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird die Bereitschaft erwartet, sich die Fertigkeiten redaktionellen Arbeitens auch in Vor- bzw. Nachbereitung der Sitzungen vertiefend anzueignen. Das Seminar ist grundsätzlich als analoges Format, sofern erforderlich hybrides, angelegt. Alle Sitzungen finden wöchentlich zur regulären Seminarzeit statt, unabhängig davon, ob in digitaler oder analoger Form.
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16762
Praxisseminar
Journalist:in werden - nur wie? (Astrid Herbold)
Zeit: Mi 16:00-20:00 (Erster Termin: 15.10.2025)
Ort: JK 31/101 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Journalismus ist ein beliebtes Berufsfeld, doch welche Wege führen für Geisteswissenschaftler:innen überhaupt dorthin? Welche Voraussetzungen sollten angehende Journalist:innen mitbringen? Und wie verändert sich die Branche gerade? Im Seminar nähern wir uns einerseits schreibend und recherchierend unterschiedlichen journalistischen Formaten wie Interviews, Features oder Kolumnen – und sammeln dabei erste praktische Erfahrungen. Andererseits wollen wir die deutsche Medienbranche näher betrachten, die sich (getrieben vom demografischen Wandel, von verändertem Nutzungsverhalten und von Künstlicher Intelligenz) gerade mal wieder neu erfinden muss. Die Themen, die wir behandeln wollen, sind breit gefächert; sie können von Podcast-Boom bis Literaturskandal, von Wohnungsnot bis Kürzungen im Bildungsetat, von Identitätspolitik bis Doing Gender reichen. Dabei wird uns immer wieder die Frage beschäftigen, wie wir es – unabhängig vom jeweiligen Sujet – schaffen, präzise und kritisch zu berichten und bestenfalls auch formal und sprachlich herauszustechen. Die Teilnehmer:innen sollten die Bereitschaft mitbringen, aktiv mitzuarbeiten und eigene Beiträge zu verfassen. Auf dem Studiengangs-Blog www.litaffin.de soll eine Auswahl der Texte veröffentlicht werden. Astrid Herbold ist promovierte Germanistin und arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Journalistin, Autorin und Lektorin.
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16761
Praxisseminar
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Codes und Formen
0538bA1.5-
16763
Seminar
Zukunftsromane (Johannes Konst)
Zeit: Di 12:00-14:00 (Erster Termin: 14.10.2025)
Ort: KL 29/235 Übungsraum (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Dieses Seminar möchte die TeilnehmerInnen für die literaturwissenschaftlichen Fragen und Probleme sensibilisieren, die dem Genre Zukunftsroman eigen sind. Dabei wird nicht nur der Thematik Aufmerksamkeit geschenkt, sondern auch den konstituierenden Formmerkmalen.
Lektüre:
Juli Zeh, Corpus Delicti
Michel Houellebecq, Unterwerfung
Leon de Winter, Das Recht auf Rückkehr
Cormac McCarthy, Die Straße
Literaturhinweise
Lektüre:
Juli Zeh, Corpus Delicti
Michel Houellebecq, Unterwerfung
Leon de Winter, Das Recht auf Rückkehr
Cormac McCarthy, Die Straße
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16763
Seminar
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Buchmarkt und Globalisierung
0538bA1.7-
16764
Praxisseminar
Literarisches Übersetzen in Theorie und Praxis: Kinder- und Jugendliteratur im Wandel der Zeiten und Sprachen (Nadine Püschel)
Zeit: Mi 10:00-14:00, zusätzliche Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 15.10.2025)
Ort: JK 31/102 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
In der Kinder- und Jugendliteratur wirken Gatekeeping-Mechanismen auf mehreren Ebenen: Nicht nur die persönlichen Bezugs- und Betreuungspersonen, auch das gesellschaftliche Umfeld, Schulen und Buchmarkt entscheiden darüber, was Kinder zu lesen bekommen, was als pädagogisch wertvoll, altersgerecht geschrieben oder kommerziell erfolgversprechend gilt. Übersetzungen spielen dabei eine wesentliche Rolle, sei es bei „Klassikern“ oder zeitgenössischen Bestsellern: Was wird übersetzt, wie wird übersetzt – und von wem? In jüngster Zeit haben Fragen von Identitätspolitik, Repräsentation und diskriminierungssensibler Sprache auf der einen und die Einflüsse von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz auf der anderen Seite neue Reflexionsräume für die literarische Übersetzung eröffnet, die in diesem Seminar theoretisch und praktisch erkundet werden sollen. Ausgehend von der Beschäftigung mit Texten, literarischen Traditionen und der Rezeption von Kinder- und Jugendliteratur in verschiedenen Sprach- und Kulturräumen werden wir untersuchen, wie sich das Selbstverständnis von Übersetzer*innen und die gesellschaftliche Auffassung von der Aufgabe des Übersetzens im Lauf der Zeit verändern und wie sich dieser Wandel auf die (Neu-)Übersetzung von Kinder- und Jugendbüchern und aktuelle Debatten in diesem Bereich auswirkt. Die praktische Textarbeit wird Übersetzungsvergleiche, Textanalysen und Übersetzungsübungen zu verschiedenen Genres für junge Zielgruppen (Graphic Novel, Untertitelung, Prosa, Gedicht) beinhalten, wobei Vorschläge und Sprachkenntnisse der Seminarteilnehmer*innen berücksichtigt werden. Zur Seminarleiterin: Nadine Püschel studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und arbeitete mehrere Jahre hauptberuflich als Untertitlerin. Seit 2008 ist sie als freie Übersetzerin aus dem Englischen und Französischen tätig, leitet Workshops an Universitäten und Schulen und moderiert Übersetzer*innenlesungen.
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16765
Praxisseminar
Lektorat für fremdsprachige Literatur- vom Manuskript zum übersetzten Buch (Franziska Berninger)
Zeit: Do 16:00-20:00, zusätzliche Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 30.10.2025)
Ort: JK 31/228 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Das Seminar bietet einen praxisorientierten Einblick in die vielfältigen Bereiche der Lektoratsarbeit in einem literarischen Verlag, mit besonderem Fokus auf die Produktions- und Vermittlungsbedingungen internationaler Literatur. Es sollen Herausforderungen und Chancen eines globalen Buchmarkts herausgearbeitet und die Rolle des Lektorats im internationalen Zusammenspiel mit verschiedenen Akteur:innen wie Autor:innen, Agent:innen, Scouts, Verlagen, Übersetzer:innen, Rezensent:innen und Leser:innen bestimmt werden. Das Seminar gliedert sich grob in drei Teile und nähert sich anhand von praktischen Übungen, Beispielen und Arbeitsproben folgenden Fragestellungen: Wie kommt ein Manuskript in den Verlag? Welche Kriterien sind entscheidend, und wie laufen Vertragsverhandlungen ab? Was macht eine gute Übersetzung und ein gutes Übersetzungslektorat aus? Wie schreibt man den passenden Klappentext, und wie sieht eine Verlagsvorschau aus? Wie soll über das Buch gesprochen werden, und was kann der Verlag tun, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen? Franziska Berninger ist Lektorin im Suhrkamp und Insel Verlag.
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16767
Seminar
Bestseller in den Niederlanden und Deutschland (Johannes Konst)
Zeit: Mo 14:00-16:00 (Erster Termin: 13.10.2025)
Ort: KL 32/202 Übungsraum (Habelschwerdter Allee 45)
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16764
Praxisseminar
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Interdisziplinäre Literaturwissenschaft
0250cA1.4-
16455
Hauptseminar
Mutterschaften (Esther von der Osten Susanne Lettow)
Zeit: Di 16:00-18:00 (Erster Termin: 14.10.2025)
Ort: JK 31/227 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Das Seminar wird literarische und theoretische Entwürfe von Mutterschaft aus verschiedenen Jahrhunderten vergleichen und der Frage nachgehen, was für diese jeweils das umstrittene Konzept ausmacht, welche Praktiken, Haltungen und Erfahrungen damit verbunden werden. Nicht erst die modernen Reproduktionstechnologien vervielfältigen die Positionen von Eltern- und Mutterschaft. Auch in Literatur und Philosophie früherer Jahrhunderte wird „Mutterschaft“ keineswegs immer einer Mutter, sondern auch mehreren Personen zugeschrieben. So heterogen die Entwürfe von Mutterschaft, so heterogen sind auch die Subjekte der Mutterschaft, die nicht nur Menschen, sondern auch mythologische Figuren, Tiere, abstrakte Prinzipen und in der Literatur vor allem die Sprache selbst sein können. Auch Werke aus den Bildkünsten sollen einbezogen werden.
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16470
Seminar
Stimmen hören, Stimmen schreiben: Literarische Mündlichkeit in der Übersetzung (Miriam Mandelkow)
Zeit: Di 10:00-12:00 (Erster Termin: 14.10.2025)
Ort: KL 29/110 (Habelschwerdter Allee 45)
Hinweise für Studierende
Es ist keine direkte Anmeldung zur Lehrveranstaltung via Campus Management möglich. Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bis zum 12. September 2025 unter Angabe von Studienfächern und Fachsemestern, Muttersprache(-n) und Fremdsprachenkenntnissen sowie ggf. Übersetzungserfahrungen und einem kurzen Motivationsschreiben, in einer einzigen PDF-Datei (inklusive Anschreiben) an: Amelie Bazzanella, E-Mail: shk-gp-avl[at]complit.fu-berlin.de Weitere Informationen werden rechtzeitig vor Semesterbeginn auf der Homepage des Peter Szondi-Instituts bekannt gegeben. Die Veranstaltungen der Gastprofessur sind Lehrveranstaltungen. Die Anrechnung von Prüfungsleistungen erfolgt im Rahmen von § 6, § 13 der Satzung für Allgemeine Prüfungsangelegenheiten.
Zusätzl. Angaben / Voraussetzungen
Die in Hamburg lebende Übersetzerin Miriam Mandelkow wird im Wintersemester 2025/26 die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung bekleiden. Die Lehrveranstaltung findet in der Vorlesungszeit des Wintersemesters 2025/26 statt. Den Abschluss des Seminars bildet eine öffentliche Seminarsitzung im Literarischen Colloquium Berlin. Das Seminar richtet sich an Studierende der AVL (Master und Bachelor ab dem 2. Bachelorjahr). Erwartet werden sehr gute Deutschkenntnisse (Kenntnisse weiterer Sprachen willkommen) und Freude an übersetzerischer Detailarbeit.
Kommentar
Die Gestaltung literarischer Mündlichkeit wirft exemplarisch Fragen auf, denen sich jede Übersetzung gegenübersieht: nach dem Ton eines Textes, dem sprachlichen Register, nach Rhythmus, Syntax oder Idiomatik. Dabei lässt sich Novalis‘ Stilbegriff der »schriftlichen Stimme« als produktiver Widerspruch begreifen: Wird Schrift hörbar? Stimme sichtbar? Was geschieht beim Übersetzen? Im Seminar wollen wir ausgewählte Prosatexte lesen und übersetzen, die in unterschiedlichen Ausprägungen Mündlichkeit literarisch inszenieren, und parallel dazu übersetzungstheoretische Ansätze diskutieren. Anhand von Übersetzungs-vergleichen werden wir außerdem untersuchen, wie sich diesbezügliche Übersetzungs-strategien historisch gewandelt haben – von der Übertragung in deutsche Mundarten bis zum »Stehenlassen« ganzer Passagen im Original. Die vielbeschworene Unübersetzbarkeit von Slang, Dialekt, Soziolekt oder Sprachvarietäten des postkolonialen Erzählens wird in diesem Seminar nicht widerlegt, wohl aber zum Anlass genommen, sie theoretisch zu reflektieren und praktisch als positive Herausforderung zu begreifen.
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16455
Hauptseminar
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Exemplarische Lektüren - Neuere Literatur
0251cA1.1-
16710
Hauptseminar
Erinnerungskonzepte in Foto-Texten und Comics (Irmela Marei Krüger-Fürhoff)
Zeit: Mi 14:00-16:00 (Erster Termin: 15.10.2025)
Ort: JK 31/101 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Bei einem Foto-Text handelt es sich um ein Werk, in dem Foto und Text annähernd gleichberechtigt nebeneinanderstehen und sich dabei ergänzen, erklären oder widersprechen. Davon ausgehend untersucht das Seminar das dialogische Zusammenspiel, aber auch die Spannungen zwischen Bild und Text sowohl in literarischen Texten, die zahlreiche Fotografien enthalten, als auch in Comics, die Fotografien als ‚Objekte‘ integrieren und dabei gelegentlich dem eigenen visuellen Stil anverwandeln. Dabei kreisen die ausgewählten Werke um die Suche nach familiärer Herkunft und eigener Identität, auch vor dem Hintergrund der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts und damit zusammenhängender Fragen von Überlieferung, dokumentarischem Material, Zeugenschaft, Verdrängung und Erinnerung. Was und wie wird auf der Text- und der Bildebene erzählt, welche Rolle spielen Konzepte von Authentizität, historischer Faktizität und Fiktion? Auf welche Weise nehmen die literarischen bzw. graphischen Werke Stellung zu erinnerungspolitischen Debatten und reflektieren ihre eigene(n) Medialität(en)? Auf dem Seminarprogramm stehen u.a. Texte von Arno Geiger, Monika Maron, W.G. Sebald und Katja Petrowskaja, Comics von Katia Fouquet, Art Spiegelman, Birgit Weye und Barbara Yelin sowie medien- und erinnerungstheoretische Aufsätze.
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16712
Hauptseminar
Theaterliteratur (19.-20. Jahrhundert) (Cornelia Ortlieb)
Zeit: Fr 14:00-16:00 (Erster Termin: 17.10.2025)
Ort: JK 29/124 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Das Theater ist nicht nur eine der ältesten Kunstformen einer demokratisch organisierten Gemeinschaft, die sich in diesem Medium zugleich reflektiert, sondern ein besonderer Gegenstand der Darstellung in literarischen Texten und benachbarten Künste, nicht zuletzt wiederum in Theatertexten. Das ‚Spiel im Spiel‘ in Dramen Shakespeares, vor allem als Mittel der Komödie, hat in der Moderne einige Nachahmung gefunden, wie etwa der berühmte Beginn von Anton Tschechows Komödie Die Möwe zeigt. Indem das Bühnenspiel sich als solches – spielend – zeigt, ist die Illusion zugleich durchbrochen und bestätigt; interessante Effekte entstehen aber auch überall dort, wo ein Bühnengeschehen die Schaukultur anderer Künste und Medien reflektiert, etwa in Franz Molnárs Schauspiel Liliom über die ‚Budenfiguren‘ des Budapester Jahrmarkts oder Ödön von Horváths auf dem Münchner Oktoberfest mit seinen Schaubuden spielendes Stück Kasimir und Karoline. Erzähltexte, wie die des Theaterkritikers Theodor Fontane, können Realismus-Effekte erzeugen, indem sie handelnde Figuren unter anderem bei Theaterbesuchen oder in der Diskussion von Aufführungen zeigen, wie ohnehin das Theater eine der ältesten und gewichtigsten Metaphern für die Welt, den geordneten Kosmos, ist. Das Seminar will entsprechend Theater-Szenen in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts (auf-)suchen, um eine Art Typologie dieser interessanten Konstellationen zu erstellen; eigene Beispiele sind entsprechend willkommen. Mehr als ein Seitenblick soll dabei auch einer besonderen Umkehrfigur gelten: Schauspielerinnen sind klassische Projektionsflächen des (männlichen) Begehrens, zugleich wegen der prekären Umstände dieser Berufsausübung stets mindestens unter Verdacht (etwa der Prostitution). Schreibende Schauspielerinnen setzen dieser – misogynen – Erzählung ihre eigenen Darstellungen des Theaterlebens entgegen; hier sind auch teils in Vergessenheit geratene Autorinnen wie Alice Berend und Lili Grün wiederzuentdecken.
Literatur (Beispiele in Auswahl):
Gérard de Nerval: Sylvie, Theodor Fontane: Theaterkritik, Anton Tschechow: Die Möwe, Franz Molnár: Liliom, Ödön von Horváth: Kasimir und Karoline, Alice Berend: Frau Hempels Tochter, Lili Grün: Zum Theater, Lili Grün: Engagementlos -
16714
Hauptseminar
Alfred Döblin, Berge Meere und Giganten (Reiner Niehoff)
Zeit: Fr 12:00-14:00 (Erster Termin: 17.10.2025)
Ort: JK 31/228 (Habelschwerdter Allee 45)
Hinweise für Studierende
Das Seminar wird zusammen mit Herrn Sven Rücker durchgeführt.
Kommentar
Der Schriftsteller Klaus Modick über Alfred Döblins 1924 erschienenen Roman ‚Berge Meere und Giganten‘: „Was nach einem naturwissenschaftlichen Schauermärchen klingt, ist einer der unerhörtesten, bizarrsten Romane des 20. Jahrhunderts.“ Was mag das sein, ein bizarrer Roman? Worin liegt seine Bizarrerie? Und ließe sich daraus gar eine Ästhetik des Bizarren ableiten? Auf jeden Fall sollten wir uns den Roman genauer ansehen.
Text: Bitte ausschließlich die Edition von Gabriele Sander verwenden (dtv 2006 oder Patmos 2006).
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16718
Hauptseminar
Kinder- und Jugendmedien der Weimarer Republik (Hadassah Stichnothe)
Zeit: Di 16:00-18:00 (Erster Termin: 14.10.2025)
Ort: JK 29/124 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Die Zeit der Weimarer Republik steht nicht nur für eine wichtige politische und gesellschaftliche Umbruchsphase, sondern sie stellt auch aus literaturhistorischer Sicht eine spannungsreiche und ausgesprochen vielfältige Periode dar. Für den Bereich der Kinder- und Jugendmedien ist sie verbunden mit wesentlichen formalen wie inhaltlichen Erneuerungen. So entsteht eine politisch engagierte Kinder- und Jugendliteratur unterschiedlicher Ausrichtungen im Bereich von Kindertheater, Lied und Roman. Das Bilderbuch wird erstmals zu einem Ausdrucksmittel avantgardistischer Kunstschaffender. Gleichzeitig ist die Weimarer Republik auch eine Phase, in der neue Medien Teil der Kinder- und Jugendkultur werden. So werden wir uns im Seminar neben Texten von u.a. Else Ury, Alex Wedding, Wolf Durian und Kurt Schwitters auch mit dem Radiohörspiel und dem Beginn des Kinderfilms beschäftigen. Darüber hinaus werden zeitgenössische Debatten zur Theorie von Kinder- und Jugendliteratur und -medien anhand von historischen Quellen und Texten der Sekundärliteratur erschlossen. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft zur intensiven Beschäftigung mit den Seminarlektüren und eine aktive Beteiligung an den Seminardiskussionen.
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16711
Hauptseminar
Heinrich von Kleist: Dramen und Erzählungen (Anne Fleig)
Zeit: Di 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.10.2025)
Ort: JK 31/101 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Das Seminar befasst sich mit ausgewählten Dramen und Erzählungen Heinrich von Kleists, dessen 250. Geburtstag 2027 gefeiert werden soll. Aus diesem Anlass entsteht in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin eine virtuelle Ausstellung zu Kleist, zu der auch das Seminar beitragen wird: https://blog.sbb.berlin/heinrich-von-kleist/
Im Zentrum der gemeinsamen Lektüre und Seminararbeit stehen die Sprache, die Erzählweise, die Theatralität und Körperlichkeit der Texte Kleists, die Dramen und Erzählungen miteinander verbinden. Erarbeitet werden sollen sodann kleine Texte für die virtuelle Ausstellung. Geplant ist außerdem ein Besuch im Kleist-Museum in Frankfurt/Oder und die Teilnahme an der Jahrestagung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft zu Musik im Werk Heinrich von Kleists (20.-22.11.2025).
Grundlage des Seminars bildet die online-Ausgabe der Texte Kleists unter www.kleist-digital.de
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16713
Hauptseminar
Goethe: Wahlverwandtschaften (Volkhard Wels)
Zeit: Do 10:00-12:00 (Erster Termin: 16.10.2025)
Ort: JK 29/124 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Goethes 1809 erschienene „Wahlverwandtschaften“ gehören zu den wirkmächtigsten Romanen der deutschen Literaturgeschichte. Wir unterziehen den Roman in der ersten Hälfte des Semesters einer eingehenden, intensiven Lektüre und widmen uns dann in der zweiten Hälfte gezielt einzelnen Problemen der Interpretation. Eine abgeschlossene, erste Lektüre des Textes bereits zu Beginn des Seminars ist von Vorteil. Zur Anschaffung empfohlen ist die Ausgabe im Reclam-Verlag. Voraussetzung für eine Bestätigung der aktiven Teilnahme sind wöchentlich anzufertigende, kurze schriftliche Vorbereitungen.
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16710
Hauptseminar
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Neuere Literatur im globalen Kontext
0284dA1.3-
17104
Vorlesung
Weltliteratur der globalen Romania (Dirk Brunke)
Zeit: Do 14:00-16:00 (Erster Termin: 16.10.2025)
Ort: K 29/204 (Habelschwerdter Allee 45)
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17105
Seminar
Von Bindungen und Brüchen. Literarische Entwürfe der Familie (Annika Nickenig)
Zeit: Mi 10:00-12:00 (Erster Termin: 15.10.2025)
Ort: JK 31/125 (Habelschwerdter Allee 45)
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17106
Wahlveranstaltung
Individuum - Familie - Gesellschaft (Richard Palomar Vidal)
Zeit: Fr 14:00-16:00 (Erster Termin: 17.10.2025)
Ort: KL 29/110 (Habelschwerdter Allee 45)
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17104
Vorlesung
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Aktuelle Fragen der Literaturwissenschaft
0538bA2.1-
16768
Seminar
Literaturverfilmungen (Johanna Bundschuh-van Duikeren)
Zeit: Di 14:00-16:00 (Erster Termin: 14.10.2025)
Ort: JK 31/228 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Wie wird Gegenwartsliteratur verfilmt? Im Seminar setzen wir uns mit zwei zeitgenössischen Texten aus dem deutschen und niederländischen Sprachraum und deren Verfilmungen auseinander. Neben der Analyse der Darstellungsverfahren in den verschiedenen Medien soll das Verhältnis des jeweiligen Text/Film-Paares genauer gefasst werden. Verschiedene Konzeptionen von filmischen Bearbeitungen werden besprochen, auch Funktionen und Effekte der Verfilmungen sollen beachtet werden.
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16768
Seminar
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Praxisreflexion
0538bA3.1-
16769
Colloquium
Praxisreflexion (Dorothee Risse)
Zeit: Mo 10:00-12:00, zusätzliche Termine siehe LV-Details (Erster Termin: 03.11.2025)
Ort: JK 31/228 (Habelschwerdter Allee 45)
Kommentar
Im Colloquium werden die Praxiserfahrungen der Studierenden aus Praktika und anderen Zusammenhängen ebenso reflektiert wie Fragen der Berufsplanung und des Berufseinstiegs. Wir beschäftigen uns u.a. mit den Themen Gehälter im Literatur- und Kulturbetrieb, Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt, Bewerbung, der Rolle von Networking, beruflichen Werten. Das Colloquium sollte von denjenigen, die sich für den Wahlpflichtbereich Praxisreflexion entscheiden, möglichst im ersten Studienjahr besucht werden. Es muss nicht parallel zu der Praxiserfahrung belegt werden, die man sich im Studiengang anrechnen lassen möchte.
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16769
Colloquium
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Literatur und Identität 0538bA1.6
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Studying the Present Moment 0253cA1.8
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Projektmanagement 0538bA3.2
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Masterarbeit 0538bE1.1
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