16585 Seminar

SoSe 20: Zeit und Tragödie

Simon Godart

Hinweise für Studierende

ONLINE-KURS / Kurs-Anmeldung bis 26. April 2020 möglich. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Corona-Virus an der Freien Universität Berlin wird diese Lehrveranstaltung im Sommersemester 2020 als Online-Kurs angeboten. Das Seminar wird über den Verlauf des Semesters maßgeblich in Gruppenarbeit über Wiki sowie in Video-Konferenzen (u.a. in Kleingruppen) stattfinden. Zur Teilnahme wird um eine Anmeldung über simon.godart@fu-berlin.de gebeten.

Zusätzl. Angaben / Voraussetzungen

Seminaraufbau: Die Struktur und Kommunikation des Ausstauschs im Semesterverlauf wird maßgeblich über eine eigene Wiki-Plattform erfolgen, auf der wir auch auf eine furchtbare Diskussion hoffen. Die Teilnehmer*innen des Seminars werden dabei eigenständig eine Literaturliste durcharbeiten und werden sich in Schwerpunkt-Gruppen zu bestimmten Theorien der Tragödie (etwa Hegel, Kierkegaard, Benjamin etc.) zusammenfinden. Zudem werden wir im Semesterverlauf gemeinsam an einem "Glossar" zentraler Begriffe und Momente der Theorie der Tragödie arbeiten und auch hier versuchen, die gemeinsame Diskussion digital ins Laufen zu bringen. In den ersten Wochen des Semesters wollen wir versuchen, gemeinsam den Lektüre- und Themenplan zu erstellen und in Video-Konferenz (im Plenum und/oder in kleineren Gruppen, und, natürlich, im ständigen Selbstversuch) das gemeinsame Vorgehen zu planen.

Kommentar

Aufbauend auf Peter Szondis Versuch über das Tragische (1960) will das Seminar untersuchen, wie die bestimmenden Elemente der Tragischen an ihr spezifisches Verhältnis zur Zeitlichkeit gebunden sind. Dabei soll untersucht werden, wie insbesondere Formen von Transtemporalität wirksam werden. Diese wird nicht nur in der Form der überlieferten Dramentexte der Antike virulent, in der Zeitlichkeitsstrukturen ineinander greifen müssen, um den spezifischen Effekt hervorzubringen. So steht die Geschlossenheit des Handlungsverlaufs (nach Aristoteles Poetik)mit dem Vor- und Rückgriff des Narrativs in Spannung, das die dramatis personae historisch und schicksalhaft in ihre bestimmenden Zusammenhänge einbettet. Der Konflikt zweier Zeitlichkeiten ermöglicht erst die genretypische Wendung (peripetie) als notwendige (Spät-)Folge früheren Geschehens im Sinne eines prophetischen future perfect. Zugleich ist aber auch in der Adaption des Tragischen im Verlauf der europäischen Geistesgeschichte zu beobachten, wie an dieser Form in Literatur und Theorie / Philosophie entscheidende Neuverortungen gewonnen werden. In der gemeinsamen Seminararbeit werden wir an einigen Schlüsseltexten (also: den kanonischen, aber auch weniger intensiv rezipierten Tragödientexten von Aischylos, Sophokles und Euripides) die Charakteristika des Tragischen konturieren und auf ihr Verhältnis zur Zeitlichkeit hin befragen. Es folgt ein historischer Vergleich der Veränderungen der Tragödienform (etwa Hamlet, Phèdre, Faust, die frühen Filme von Lars von Trier etc.). Zum Semesterabschluss soll ein Studientag stattfinden, an dem die Teilnehmer*innen dazu aufgefordert sind, die gemeinsamen Beobachtungen zum Tragischen mit bestehenden Theoriepositionen (etwa bei Nietzsche, Hegel, Kierkegaard, Schelling und Hölderlin sowie in jüngeren Studien wie denjenigen von Hühn, Menke, Ette u.a.) zu konfrontieren.

13 Termine

Regelmäßige Termine der Lehrveranstaltung

Mi, 22.04.2020 14:00 - 16:00
Mi, 29.04.2020 14:00 - 16:00
Mi, 06.05.2020 14:00 - 16:00
Mi, 13.05.2020 14:00 - 16:00
Mi, 20.05.2020 14:00 - 16:00
Mi, 27.05.2020 14:00 - 16:00
Mi, 03.06.2020 14:00 - 16:00
Mi, 10.06.2020 14:00 - 16:00
Mi, 17.06.2020 14:00 - 16:00
Mi, 24.06.2020 14:00 - 16:00
Mi, 01.07.2020 14:00 - 16:00
Mi, 08.07.2020 14:00 - 16:00
Mi, 15.07.2020 14:00 - 16:00