15322 Seminar

WiSe 17/18: Politische Philosophie nach dem "Ende der Geschichte"

Rainer Alisch

Kommentar

Das Pendant zu Francis Fukuyamas Text „The End of History?“ bildet die gleichfalls mit dem „Geschichtsbruch“ von 1989 erschienene Studie zur „Posthistoire“ von Lutz Niethammer, wenngleich mit einer anderen Akzentsetzung: Die in Niethammers Buch versammelten Diskurse einer durchrationalisierten, apparativ erstarrten Gesellschaft verweisen zunächst auf rechte Intellektuelle, denen sie nach 1945 zur Entlastung dienten. In den 1970er und 80er Jahren seien diese Diskurse – vermittelt über die Kritische Theorie – auch von einer resignierten Linken rezipiert worden, deren revolutionäres Gesellschaftprojekt gescheitert war. Das Seminar wird diesem Befund in zwei Hauptsträngen nachgehen. Einmal mit der These, vom gegenwärtigen „Ende“ der neoliberalen Utopie, das mit einem „Interregnum“ einhergeht: Das „Alte stirbt und das Neue [kann] nicht zur Welt kommen.“ (Gramsci). Als Anwärter für das „Neue“ steht in Deutschland u.a. eine „Neue Rechte“ bereit, die diese posthistoiren Entlastungsfiguren „metapolitisch“ wiederbelebt und damit hegemonie- wie auch geschichtsfähig zu werden droht, während Linke und Linksliberale kaum zu mobilisieren vermögen, in Utopielosigkeit verharren, Teil einer „sozialen Entropie“ (Streeck) sind. Der zweite Strang versucht den Ursachen dafür nachzugehen und setzt bei der These an, dass Begrifflichkeiten politischer Theorie wie „Staatsapparat“, „Dispositiv“ oder das „Maschinische“ gleichfalls in der Erbfolge der bereits bei Niethammer skizzierten apparativen Posthistoire stehen, somit auf eine Subjektivierung abheben, die neoliberaler Individualisierung eher zuarbeitet, nicht aber Resourcen der Mobilisierung zur Verfügung stellt. Leitende Intention dieses Seminars über das Enden wird somit die Frage sein, wie sich politiktheoretisch einem „Defätismus“ der praktischen Vernunft, die „ohne geschichtsphilosophischen Rückhalt an der motivierenden Kraft ihrer guten Gründe verzweifelt“ (Habermas), begegnen lässt. Schließen

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