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Die Freie Universität – eine Universität mit internationaler Einbindung

Internationalität prägt die Forschung und das akademische Leben an der Freien Universität Berlin seit ihrer Gründung.

Internationalität prägt die Forschung und das akademische Leben an der Freien Universität Berlin seit ihrer Gründung.
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Emigranten kehrten nach Deutschland zurück und lehrten an der neugegründeten Universität, wissenschaftliche Inspiration und finanzielle Unterstützung aus den Vereinigten Staaten halfen die schwierige Ausgangslage während der Blockade Berlins zu überwinden. In den Jahren der deutschen Teilung wirkten die internationalen Verbindungen der Freien Universität, die sich nach Osteuropa und Asien ausdehnten, einer drohenden Isolierung in der Berliner Insellage entgegen.

Eine der ersten Amtshandlungen des Akademischen Senats im Wintersemester 1948/49 war die Einrichtung der Außenkommission. Die Vorgängerin der heutigen Abteilung Internationales stand viele Jahre unter der Leitung von Dr. Horst W. Hartwich, einem Gründungsstudenten der Freien Universität. Die Außenkommission lud renommierte westdeutsche und ausländische Lehrkräfte als Gäste ein, die wesentlich zum Ruf der neu gegründeten Freien Universität beitrugen. Sowohl der Anteil ausländischer Studierender als auch die Zahl derjenigen aus Berlin, die Gastsemester an ausländischen Universitäten verbringen, wuchs kontinuierlich.

Partnerschaften und Kooperationen

Internationalität prägte von Beginn an das akademische Leben an der Freien Universität. Daraus entwickelte sich seit der Universitätsgründung ein ausgedehnter Wissenschaftleraustausch, Programme für Studierende und eine weltweite Kooperationen mit Partneruniversitäten.

Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang die bereits 1968 entstandene Partnerschaft mit der damaligen Universität Leningrad (heute St. Petersburg) sowie der erste von einer westdeutschen Hochschule abgeschlossene Kooperationsvertrage mit der Universität in Peking im Jahre 1981. Die Beziehungen nach Ostasien wurden bis in die heutige Zeit kontinuierlich ausgebaut, es folgte eine intensive Zusammenarbeit mit koreanischen und japanischen Hochschulen. Zur Zeit unterhält die Freie Universität Partnerschaften mit mehr als 150 Universitäten auf allen Kontinenten.

Zusätzlich existieren mehr als 300 Vereinbarungen mit europäischen Hochschulen im Sokrates/Erasmus-Programm sowie zahlreiche internationale Kooperationsvereinbarungen von Fachbereichen und Instituten der Freien Universität.  Die Mehrzahl der an der Freien Universität beschäftigten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nimmt an international besetzten Kongressen teil, zahlreiche Angehörige der Freien Universität halten sich zu Lehr- und Forschungsaufenthalten periodisch im Ausland auf, viele weitere sind zudem aktive Mitglieder in internationalen Organisationen.

Berühmte Gäste an der Freien Universität

John F. Kennedy bei seiner Rede vor dem Henry-Ford-Bau am 26. Juni 1963.

John F. Kennedy bei seiner Rede vor dem Henry-Ford-Bau am 26. Juni 1963.
Bildquelle: Klaus Lehnartz / Landesarchiv Berlin

Von Anfang an waren die Vereinigten Staaten ein Garant für das internationale Niveau von Forschung und Lehre an der Freien Universität und damit auch für deren weltweite Anerkennung. Der deutsche Emigrant Paul Hindemith, Professor für Komposition an der Universität Yale, war 1950 der erste Gastdozent an der Freien Universität.

Durch seine Vermittlung begann der bis heute gepflegte hervorragende Kontakt mit Yale. Hindemith erhielt 1950 zum Dank für seine Vermittlerrolle die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät. Weitere namhafte Emigranten, die in den fünfziger Jahren nach Deutschland zurückkehrten, stärkten das Ansehen der Freien Universität. Genannt seien hier stellvertretend Ernst Fraenkel, Ossip K. Flechtheim, Wilhelm Weischedel, Otto Stammer, Richard Löwenthal, Helmut de Boor, Hans Herzfeld und Ernst Heinitz.

Ein Meilenstein in der Geschichte der jungen Freien Universität war der Besuch des Präsidenten der Vereinigten Staaten, John F. Kennedy, der 1963 die Ehrenbürgerwürde der Freien Universität erhielt. Auch in jüngerer Zeit traten bedeutende Politiker, Schriftsteller und Wissenschaftler aus dem Ausland an der Freien Universität auf, um an der Universität ihre Gedanken über die Zukunft der Weltgesellschaft zur Diskussion zu stellen.

Austauschprogramme für Studierende

Studenten des Europa-Kolleg in Brügge, Belgien, zu Gast an der Freien Universität im Mai 1953.

Studenten des Europa-Kolleg in Brügge, Belgien, zu Gast an der Freien Universität im Mai 1953.
Bildquelle: Reinhard Friedrich / Freie Universität Berlin, Universitätsarchiv

Die Austauschprogramme für Studierende spielten von Beginn an eine besondere Rolle für die Freie Universität. Der erste Austausch erfolgte bereits 1949 mit der Stanford University. Die Freie Universität steht durch mehr als 150 bilaterale Partnerschaftsabkommen mit Universitäten auf allen Kontinenten in Kontakt. Die europaweiten Austauschprogramme ERASMUS, SOKRATES und TEMPUS gehören heute ebenso zum Angebot der Freien Universität wie die weltweiten DAAD-Programme.

Zu nennen ist außerdem das Freie Universitäts eigene, mit Hilfe der Volkswagenstiftung ins Leben gerufene „Berlin Program for Advanced German and European Studies" für Studierende aus den Vereinigten Staaten, deren Forschungen einen Bezug zu Berlin aufweisen. Ebenfalls von Bedeutung sind die Ernst-Reuter-Stipendien, die Studierenden von der Freien Universität und ihren Partneruniversitäten einen einjährigen Auslandsaufenthalt ermöglichen.

Seit 1998 findet an der Freien Universität die International Summer University (FUBiS) statt, deren Kurse vorwiegend in englischer Sprache angeboten werden. Der im Wintersemester 1997/98 gegründete Internationale Club der Freien Universität hat die Integration ausländischer Studierender zum Ziel und fördert den interkulturellen Dialog.

Scientific Community

Das Logo der Dahlem-Konferenzen - nach einem Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert, erstmals veröffentlicht in: Camille Flammarion: Die Atmosphäre, Paris 1888.

Das Logo der Dahlem-Konferenzen - nach einem Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert, erstmals veröffentlicht in: Camille Flammarion: Die Atmosphäre, Paris 1888.

Der weltweite Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie hochrangige Vorträge und Konferenzen, die an der Universität stattfinden, spiegeln deutlich die Rolle der Freien Universität in der Scientific Community wider. Allein zwischen 1948 und 1967 gab es 272 amerikanische Gastprofessuren. Dazu gehörten u.a. Franz Leopold Neumann (1950-1954, Columbia), Paul Hindemith (1950 Yale), Ludwig Marcuse (1956/57 und 1960, Los Angeles), Fritz Epstein (1949-1954, Stanford) und viele weitere deutsche Emigranten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität fanden wiederum Aufnahme an zahlreichen ausländischen Universitäten. Laut einer Studie von 2002 lagen Absolventinnen und Absolventen der Freien Universität bei der allgemeinen Mobilität wie auch bei der Bereitschaft und der Realisierung eines Auslandsaufenthaltes vor der bundesrepublikanischen Vergleichsgruppe.

Weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt sind u.a. die Ernst-Fraenkel-Lectures, die das John F. Kennedy-Institut durchführt, sowie die Dahlem Konferenzen.