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Gründungsgeschichte der Freien Universität Berlin

Der Freiheit verpflichtet

Die Freie Universität Berlin wurde am 4. Dezember 1948 von Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gegründet, unterstützt von den amerikanischen Alliierten und Berliner Politikern. Auslöser war die Verfolgung systemkritischer Studierender an der damaligen Universität Unter den Linden im sowjetischen Sektor des geteilten Berlins. Frei von politischem Einfluss wollten Studierende und Wissenschaftler an der Freien Universität lernen, lehren und forschen.

Großzügige Spenden aus den USA ermöglichten der Freien Universität, einige ihrer zentralen Gebäude zu errichten, unter ihnen das Universitätsklinikum Benjamin Franklin und der Henry-Ford-Bau. Aufgrund ihrer Gründungsgeschichte trägt die Freie Universität bis heute die Begriffe Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit in ihrem Siegel. 2007 widmete die Universität den vom sowjetischen Geheimdienst ermordeten Gründungsstudenten ein Denkmal. Persönlichkeiten, die sich um Freiheit verdient gemacht haben, verleiht die Universität ihren Freiheitspreis.

International von Anfang an

Um akademisch und intellektuell zu bestehen, knüpfte die Freie Universität von ihrer „Insellage“ im Westen Berlins aus Verbindungen zu wissenschaftlichen Institutionen und Persönlichkeiten in Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Schnell wurde aus der Notwendigkeit eine Erfolgsstrategie: Derzeit pflegt die Freie Universität rund 100 Partnerschaften mit universitätsweiter Geltung, hinzu kommen mehr als 300 Universitätspartnerschaften im Mobilitätsnetzwerk Erasmus und ca. 45 Institutspartnerschaften.

Junge Universität – reich an Tradition

Die Freie Universität liegt im grünen Südwesten Berlins im Stadtteil Dahlem. Dahlem avancierte bereits im frühen 20. Jahrhundert zu einem Forschungsstandort ersten Ranges. Der Ministerialdirektor im preußischen Kultusministerium, Friedrich Althoff, förderte diese Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, indem er die Gründung „eines deutschen Oxford“ anregte.

Den Grundstein legten zunächst wissenschaftliche Behörden und neue Institute der damaligen Berliner Universität. Zudem eröffnete die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – Vorläuferin der Max-Planck-Gesellschaft – seit ihrer Gründung 1911 mehrere Institute in Dahlem. Ein dynamischer Kreis von Wissenschaftlern, unter ihnen Albert Einstein, Werner Heisenberg und Max Planck, brachte bahnbrechende und mit Nobelpreisen gekrönte Forschungsergebnisse hervor. Im heutigen Hahn-Meitner-Bau gelang 1938 die Kernspaltung, hier hatten Otto Hahn und Lise Meitner mehr als zwei Jahrzehnte lang gemeinsam geforscht.

Die Freie Universität Berlin nutzt seit ihrer Gründung ehemalige Gebäude der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und bereichert den Stadtteil mit eigenen architektonisch innovativen Bauten. Der Campus der Freien Universität besteht aus Gebäudegruppen, die fußläufig zu erreichen sind. Die Planer orientierten sich somit am amerikanischen Campustyp – seinerzeit eine Neuheit im Nachkriegsdeutschland.

Dauerausstellung „Zukunft von Anfang an“

Die Dauerausstellung „Zukunft von Anfang an“ im Henry-Ford-Bau der Freien Universität zeigt die bewegte Vergangenheit der Hochschule von ihrer Gründung bis heute. Fotografien, frühe Filme und Hörfunkdokumente sowie zeitgenössische Druckgrafiken demonstrieren, dass die Freie Universität seit ihren Anfängen im zeitgeschichtlichen Fokus stand. Die Ausstellung im Henry-Ford-Bau kann während der üblichen Gebäudeöffnungszeiten kostenlos besichtigt werden (Garystraße 35, 14195 Berlin, Öffnungszeiten montags bis freitags 7.30 Uhr bis 20.00 Uhr).

Standort mit Geschichte

Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich Dahlem zu einem Wissenschaftsstandort ersten Ranges.

Internationale Einbindung

Von Anfang an war die Freie Universität in ein internationales Beziehungsgeflecht eingebunden.

Hochschule in der Demokratie

Die Freie Universität verstand sich von Anfang an als eine Hochschule in der Demokratie.

Architektur