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Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften - Institut für Philosophie

Wiss. Mitarbeiter/-in (Postdoc) (m/w/d) Vollzeitbeschäftigung befristet auf 3 Jahre Entgeltgruppe 13 TV-L FU Kennung: Postdoc_100%_Celikates_BUA

Bewerbungsende: 23.11.2020

Die Stelle ist dem von der Berlin University Alliance im Main Call Exploration Projects Social Cohesion geförderten Projekt „Transforming Solidarities. Praktiken und Infrastrukturen in der Migrationsgesellschaft“ zugeordnet und an der Professur für Sozialphilosophie und Anthropologie angesiedelt.
„Transforming Solidarities“ konzeptualisiert Berlin als „Labor“ der Migrationsgesellschaft und untersucht in den Feldern Arbeit, Wohnen und Gesundheit die Bedingungen der Ermöglichung von Solidarität sowie die Praktiken und Infrastrukturen, in denen sie ausgehandelt wird. Zwar wird Solidarität von vielen Seiten eingefordert und als dringend benötigt dargestellt, allzu vage bleibt allerdings oft, was darunter genau zu verstehen ist. Zugleich ist Solidarität – als spezifische und normativ ausgezeichnete Formation sozialer Kohäsion – ein mit Bezug auf die Herausforderungen der Migrationsgesellschaft theoretisch bisher nicht adäquat ausgearbeitetes Konzept.
„Transforming Solidarities“ untersucht in zweifacher Hinsicht, was Solidarität ist und unter welchen Bedingungen sie wo und in welcher Form als Praxis entsteht: Solidarität unterliegt Prozessen der Transformation, da sie abhängig von sich ändernden Ausgangsbedingungen ist. Zugleich ist Solidarität selbst eine Kraft, die Praktiken, Infrastrukturen und Institutionen transformiert. Genau diesen Doppelcharakter von Solidarität gilt es, empirisch sowie grundbegrifflich, also sozialphilosophisch und gesellschaftstheoretisch präziser zu erfassen.

Aufgabengebiet:
Die Stelleninhaberin/der Stelleninhaber soll zur sozialphilosophischen und gesellschaftstheoretischen Erforschung der transformativen Kraft von Solidarität und der sich verändernden Bedingungen beitragen, unter denen Solidarität sich manifestiert, ausgehandelt und erkämpft wird. Anspruch ist es, ein historisch fundiertes, theorie-orientiertes und empirisch informiertes Verständnis von Solidarität auszuarbeiten. Im Rahmen des Projekts wird die Forschung im Austausch mit empirisch gesättigten, theoriebasierten Analysen zentraler Bereiche kollektiver Solidarbeziehungen und in einer engen, interdisziplinären Kooperation im Projektkonsortium sowie im transdisziplinären Austausch mit außer-wissenschaftlichen Partner*innen erfolgen. Dabei soll die sozialphilosophische und sozialtheoretische Theoriebildung auch migrantische, postkoloniale, feministische und queere Perspektiven berücksichtigen.
Zu den Aufgaben gehören darüber hinaus der Aufbau und die institutionelle Ausgestaltung des Forschungsnetzwerks in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Konsortiums und weiteren Projektbeteiligten, die Kooperation mit den beteiligten Partnerinstitutionen, die Konzeptualisierung und Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen, eigenständige und gemeinsame Publikationstätigkeit sowie Mitarbeit bei der Beantragung weiterer Drittmittelprojekte.

Einstellungsvoraussetzungen:
Abgeschlossenes wiss. Hochschulstudium (Promotion) mit sozialphilosophischem oder sozialtheoretischem Schwerpunkt;

(Berufs-)Erfahrung:
Hervorragende Leistungen in der Forschung sowie Erfahrungen in der eigenständigen Durchführung von Forschungsprojekten sowie in der Beantragung von Drittmittelprojekten.

Erwünscht:
Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse; Vertrautheit mit gegenwärtigen wissenschaftlichen Debatten zum Thema Solidarität; Die erwünschten Forschungsschwerpunkte der Bewerberin / des Bewerbers liegen im Bereich der gegenwärtigen Sozialphilosophie und Sozialtheorie. Erwünscht sind zudem internationale Erfahrung, ein Interesse an interdisziplinären Diskussionen zum Thema Solidarität in der Migrationsgesellschaft, Teamfähigkeit sowie Lesekompetenz in einer weiteren Fremdsprache.

Die Bewerbung soll neben einem aussagekräftigen Anschreiben Folgendes enthalten: Lebenslauf, Kopien von Urkunden und Zeugnissen, Zusammenfassung der Doktorarbeit, zwei Publikationen (die veröffentlichte oder unveröffentlichte Fassung der Dissertation sowie ein Zeitschriftenaufsatz/Beitrag zu einem Sammelband), Kontaktdaten zweier Personen, die für Referenzen kontaktiert werden können.

Weitere Informationen unter https://transformingsolidarities.net/ oder auf Nachfrage bei Robin Celikates, robin.celikates@fu-berlin.de

Stellenauschreibung vom: 08.11.2020