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Bachelor, Diplom, Staatsexamen & Co

Mit der Umstellung des Studienangebots auf die gestufte Studienstruktur mit Bachelor- und Master-Abschlüssen ist der Bachelor-Abschluss der neue Regelabschluss an Universitäten und an Fachhochschulen. Er stellt den ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss dar. Weil Master-Studiengänge schon einen ersten (Bachelor-) Abschluss voraussetzen, spricht man bei der Master-Prüfung von einem weiteren berufsqualifizierenden Hochschulabschluss.


Abschluss- und Prüfungsarten

Als "berufsqualifizierend" werden Studien­abschlüs­se in den einschlägigen Gesetzen bezeichnet, weil staatlich anerkannte Studiengänge grundsätzlich ei­ne allgemeine Beschäftigungsfähigkeit (Employability) und die Grundlagen für lebenslanges Lernen vermitteln sollen. Auf bestimmte Tätigkeitsfelder oder gar bestimmte Berufe bereiten sie allerdings nicht immer vor.

Welche Studiengänge eine Hochschule mit welchen Abschlussprüfungen anbieten will, entscheidet sie im Rahmen gesetzlicher Vorgaben, aber nach eigenen Kriterien. Traditionelle Studienabschlüsse, die in Deutschland vielfach parallel zu Bachelor- und Master-Abschlüssen angeboten werden, sind im Wesentlichen Diplom-, Magister- und Staatsprüfungen.

Staatsprüfungen nach Landesrecht sind z.B. vorgeschrieben für das Lehramtsstudium nach altem Recht; für Rechtswissenschaft wird neben einer universitären Schwerpunktprüfung eine staatliche Pflichtfachprüfung abgenommen. Bundesweit gelten dagegen die staatlichen Approbationsordnungen für Medizin, Veterinärmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie. Diese Studiengänge werden zumindest nicht in naher Zukunft auf das gestufte Studiensystem umgestellt.

Bei Bachelor-, Master-, Diplom-, Magister- und Promotionsprüfungen handelt es sich um akademische Prüfungen. Sie werden von der Universität geregelt und von einem universitären Prüfungsausschuss organisiert. Bei der Entwicklung ihrer Studien- und Prüfungsordnungen müssen die Universitäten zwar staatliche Vorgaben berücksichtigen, können sich aber prinzipiell auf die Freiheit von Lehre und Forschung berufen.

Eine Wahl zwischen verschiedenen Arten von Abschlussprüfungen besteht dann, wenn das gewünschte Fach in Form verschiedener Studiengänge angeboten wird (z.B. als Bachelor- und parallel auch als Diplomstudiengang). Die Freie Universität Berlin bietet für Schulabgänger in der großen Mehrheit Bachelor-Studiengänge an.

Siehe Grundständiges Studienangebot und Masterstudiengänge.


Bachelor- und Master-Prüfungen

Bachelor-Studiengänge haben mit meist sechs Semestern eine kürzere Regelstudienzeit als die überwiegende Zahl der traditionellen Magister-, Di­plom- und Staatsexamensstudiengänge, die mindestens neun Semester dauern. Es gibt aber auch sieben- und achtsemestrige Bachelor-Studiengänge (an der Freien Universität dauern alle Bachelor-Stu­dien­gänge sechs Semester mit Ausnahme der Italienstudien mit sieben Semestern). Zusammen dürfen ein Bachelor-Studiengang und der aufbauende Master-Studiengang eine Regelstudienzeit von zehn Semestern nicht überschreiten.

Mono-Bachelor-Studiengänge bestehen überwiegend aus einem Kernbereich; dazu werden neben dem in allen Bachelor-Studiengängen obligatorischen berufsvorbereitenden Studienbereich ggf. Module in einem weiteren Fach belegt. Kombinations-Bachelor-Studiengänge setzen sich in der Regel zusammen aus einem Kernfach, das die Hälfte des Studiums umfasst, einem oder zwei weiteren Fächern, die ein Drittel des Studiums ausmachen, und einem berufsvorbereitenden Studienbereich. Kombinations-Bachelor-Studiengänge können bei Wahl einer geeigneten Fachkombination und des Studienbereichs Lehramtsbezogene Berufswissenschaft mit Lehramtsoption studiert werden. Dies bedeutet, dass mit dem Bachelor-Abschluss ggf. die Bewerbung für einen konsekutiven Master-Studiengang mit Abschluss "Master of Education" möglich ist, der für das Referendariat in Schulen qualifiziert.

Master-Studiengänge dauern meist zwei oder vier Semester; es gibt aber auch dreisemestrige Master-Studiengänge. Master-Studiengänge werden nach den Profiltypen "stärker anwendungsorientiert" und "stärker forschungsorientiert" differenziert. Dies bedeutet allerdings nicht, dass nur die forschungsorientierte Ausrichtung zu einer anschließenden Promotion berechtigt. In beiden Profiltypen wird zwischen konsekutiven und weiterbildenden Master-Studiengängen unterschieden.

Konsekutive Master-Studiengänge bauen inhaltlich auf einem Bachelor-Studiengang auf.  Somit bilden sie die fachliche Fortführung des Bachelor-Studiums und ermöglichen eine Vertiefung der bisher erworbenen Kenntnisse.  Konsekutive Master-Studiengänge sind ggf. förderungsfähig nach dem BAföG.

Weiterbildende Master-Studiengänge sind nicht konsekutiv. Sie stellen ein Studienangebot für Bewerberinnen und Bewerber mit bestimmten beruflichen Erfahrungen dar und setzen meist eine mindestens einjährige einschlägige Berufstätigkeit nach dem ersten Hochschulabschluss voraus. Zudem sind sie in der Regel gebührenpflichtig.

Informationen: "Bachelor-Studium an der Freien Universität Berlin" und "Bachelor-Studium mit Lehramtsoption" (siehe Studieninformationen kompakt).


Diplomstudiengänge

Die Diplomprüfung war in Deutschland bisher der traditionelle Studienabschluss für sehr verschiedene Wissenschaftsdisziplinen, vor allem aber der Ingenieur-, Natur- und Sozialwissenschaften. Die größtenteils schon auslaufenden Diplomstudiengänge der Freien Universität Berlin haben je nach Studienfach eine Regelstudienzeit von neun oder zehn Semestern. Im Rahmen vieler Diplomprüfungsordnungen sind ein oder mehrere Wahlpflichtfächer als "Nebenfächer" vorgesehen, für die man aber – im Gegensatz beispielsweise zu Kombinations-Bachelor-Studiengängen – keine gesonderte Zulassung zu beantragen braucht. Immatrikuliert wird nur für das namengebende Diplomfach. Der Besuch der Wahlpflicht- bzw. "Nebenfächer" wird durch die Eintragung der entsprechenden Lehrveranstaltungen in die Studienbuchseite jedes Semesters und durch die erworbenen Leistungsnachweise dokumentiert. Modularisierte Diplomstudiengänge (z.B. Politikwissenschaft) beste­hen wie Bachelor- und Master-Studiengänge aus Modulen, die mit studienbegleitenden Prüfungen und der Zuteilung von Leistungspunkten abgeschlossen werden (siehe "Punkte & Module" unter Studieninformationen kompakt).


Magisterstudium

Das Magisterstudium besteht traditionell aus zwei oder drei Kombinationsfächern, für die man getrennt zugelassen und immatrikuliert wird. Entweder studiert man das Hauptfach (M1) in Kombination mit zwei Nebenfächern (M1+M3+M3) oder man kombiniert es mit einem zweiten Hauptfach (M1+M2). Die Kombinationsmöglichkeiten sind durch die Magisterprüfungsordnung der Freien Universität vorgegeben, könnten bei entsprechendem Studienangebot aber auch – mit Zustimmung des für das (erste) Hauptfach zuständigen Prüfungsausschusses – aus einem anderen Fächerspektrum bzw. an der Humboldt-Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin oder der Universität Potsdam ("Mehrfachimmatrikulation") gewählt werden. Das Magisterstudium hat eine Regelstudienzeit von neun Semestern.

Ein Studienbeginn sowie ein Hochschulwechsel in Magisterfächern ist an der Freien Universität Berlin praktisch nicht mehr möglich.

Informationen: "Magisterstudium an der Freien Universität Berlin" und "Vorbereitung auf die Magisterprüfung" (siehe Studieninformationen kompakt).


Staatsexamensstudiengänge

Staatsprüfungen (auch "Staatsexamen" genannt) werden in der Regel von staatlichen Prüfungsämtern organisiert. Diese unterstehen dem jeweils zuständigen Ministerium, in Berlin der jeweils zuständigen Senatsverwaltung. Die (staatlichen) Prüfungsämter bilden zur Durchführung der jeweiligen Prüfungen Prüfungskommissionen, in die sie meist Mitglieder des Prüfungsamts selbst, Hochschullehrerinnen und -lehrer (prüfungs­be­rechtigte Professorinnen und Professoren) und/ oder ggf. Vertreter der Berufspraxis berufen.

Für Staatsexamensstudiengänge gelten hochschulüber­greifende staatliche Prüfungsordnungen, und zwar entweder für alle Universitäten eines bestimmten Bundeslandes (Rechtswissenschaft; Lehramtsstudium nach altem Recht) oder aber deutschlandweit (z.B. für Medizin und Pharmazie).

Wer z.B. Veterinärmedizin oder Pharmazie studiert, legt, weil dafür jeweils eine bundeseinheitliche Approbationsordnung gilt, überall in Deutschland die gleichen Staatsprüfungen ab. Deshalb unterscheidet sich auch der Studienablauf in den bundesweit geregelten Staatexamensstudiengängen von Universität zu Universität nicht wesentlich.

Die staatlich geregelten Ausbildungen gliedern sich großenteils in zwei Phasen mit jeweils eigenen Abschlussprüfungen: in das Studium und in eine berufspraktische Phase außerhalb der Hochschule (z.B. Vorbereitungsdienst für Lehramtsabsolventen nach altem Recht und für Juristen, auch "Referendariat" genannt). Meist wird diese Praxisphase mit einer zweiten Staatsprüfung ("Laufbahnprüfung") abgeschlossen. Erst danach erteilt die zuständige Behörde auf Antrag die entsprechende Berufserlaubnis sowie ggf. die Approbation.

Auch angehende Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten müssen, obwohl sie akademische Prüfungen ablegen, nach dem universitären Psychologie-Diplom bzw. nach der Master-Prüfung erst eine mehrjährige berufspraktische Ausbildung absolvieren, bevor sie approbiert werden können.

Staatsprüfungen werden von allen Bundesländern grundsätzlich anerkannt, wobei es wegen unterschiedlicher Struktur- und Kombinationsvorschriften der Bundesländer für die Lehramtsausbildung nach altem Recht zu der Auflage kommen kann, bestimmte Leistungen nachzuholen.

Lehramtsbezogene Master-Abschlüsse (Master of Education), wie sie ab Wintersemester 2007/2008 auch in Berlin eingeführt wurden und per Verordnung den entsprechenden Staatsprüfungen gleichgesetzt sind, wollen die zuständigen Länderministerien wechselseitig anerkennen.

Lehramtsabsolventen, die an einer Schule in einem Bundesland unterrichten wollen, in dem sie ihr Studium nicht abgeschlossen haben, sollten sich zu gegebener Zeit bei der dortigen Schulbehörde informieren, ob und welche Auflagen ggf. erfüllt werden müssen. Siehe ein Beispiel.


Höhere Weihen oder Weiterbildung

Das deutsche öffentliche Dienstrecht kennt als (erste) Universitätsabschlüsse, die den formalen Zugang zum höheren Dienst eröffnen, außer Staatsprüfungen traditionell vor allem Magister- und Diplomprüfungen. Master-Abschlüsse werden den (ersten) Staats­prüfungen, der Magisterprüfung und den universitären Diplomprüfungen gleichgesetzt und eröffnen ebenfalls den Zugang zum höheren Dienst. Nach derzeitiger Auffassung qualifiziert der Bachelor-Abschluss demgegenüber für den gehobenen Dienst.

Dazu: Hochschulrektorenkonferenz

Unter den an der Freien Universität Berlin angebotenen weiterbildenden Master-Studiengängen sind auch solche, die vorhandene Qualifikationen verbreitern und vertiefen, aber nicht unbedingt zu einem höherwertigen Abschluss führen. Zu solchen weiterbildenden Ergänzungs- und Zusatzstudiengängen kön­nen unter bestimmten Voraussetzungen auch Bewerberinnen und Bewerber zugelassen werden, wenn sie (nach §26 BerlHG) "die für eine Teilnahme erforderliche Eignung im Beruf oder auf andere Weise erworben haben. Hierbei ist die besondere Lebenssituation und Qualifikation von Frauen zu berücksichtigen". Dieser Teilnehmerkreis erhält nach erfolgreichem Abschluss eines weiterbildenden Master-Studiengangs ein Zertifikat und keinen akademischen Grad.

Eine höhere akademische Ebene können Master-, Magister-, Diplom- und Staatsprüfungsabsolventen durch die Promotion erreichen.

Dazu: Promotion


Online-Studienfachwahl-Assistenten der Freien Universität
Studieneinstieg an der Freien Universität Berlin