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Lehrportfolio

Ein Portfolio ist im Bildungsbereich eine Sammlung von Unterlagen, die das Können, die Arbeitsweise und die Entwicklung von Lernenden dokumentiert. Diese kann in Papierform oder digital als E-Portfolio erstellt werden.
Im Bereich der Hochschullehre gibt es seit den 1980er Jahren zunächst in den angloamerikanischen Ländern und jetzt zunehmend auch im deutschsprachigen Raum das sogenannte Lehrportfolio. Dieses dokumentiert in teilweise sehr unterschiedlicher Ausgestaltung Lehrpraxis, Lehrerfolge und Lehrüberzeugungen sowie die eigene Entwicklung von Lehrenden an Hochschulen und Universitäten. Die schriftliche Reflexion des eigenen professionellen Handelns ist ein wertvolles und sehr bereicherndes Element der beruflichen Tätigkeit Lehrender. Über diesen Klärungsprozess hinaus dienen Lehrportfolios als Leistungsnachweis in hochschuldidaktischen Weiterbildungsprogrammen und sind im Hochschulkontext häufig Bestandteil von Bewerbungsunterlagen.
Im Programm SUPPORT für die Lehre der Freien Universität Berlin begleitet ein Lehrportfolio die Teilnehmer/innen idealerweise von Anfang an. Sie entscheiden selbst über die Form Ihres persönlichen Portfolios und darüber, wie Sie sich als Lehrperson reflektieren und präsentieren möchten. Beispielsweise können Sie Reflexionen aus den Veranstaltungen im Grundlagenmodul, Feedback aus kollegialen Hospitationen oder Anregungen aus der kollegialen Beratung sammeln, strukturieren und weiter bearbeiten. Dabei wählen Sie aus, welche Inhalte, Methoden und Erfahrungen Ihrer Lehre Sie dokumentieren und reflektieren möchten. Das Portfolio hilft dabei, eigene Handlungsmuster und -strategien bewusst zu machen und bietet eine Grundlage für Entscheidungen über mögliche Veränderungen des eigenen Vorgehens. Das Portfolio kann somit wie ein persönliches Lerntagebuch funktionieren; zugleich bildet es die eigene Lehrphilosophie, erworbene Lehrkompetenzen, individuelle Arbeitsweisen und die professionelle Entwicklung über einen längeren Zeitraum hinweg ab und dient somit als Arbeitsmittel zur (Prozess-) Dokumentation. Je nach Ausgestaltung kann ein Portfolio daher auch als Grundlage zur evidenzgestützten Profilierung in Bewerbungsprozessen genutzt werden.

Ein Lehrportfolio kann ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen. Im Wesentlichen sind es die folgenden:

  • Persönliche Reflexion und Evaluation, Weiterentwicklung der eigenen Hochschullehre
  • Professionalisierung der eigenen Lehrkompetenz
  • Nachweis der Lehrkompetenz in Bewerbungsverfahren und in hochschuldidaktischen Qualifizierungsprogrammen
  • Veränderung der Lehrkultur durch institutsinterne und inneruniversitäre Veröffentlichung und Diskussion
  • Information für Studierende und Fachpublikum durch Veröffentlichung auf der Instituts-Website

Im Programm SUPPORT für die Lehre kann das Portfolio all diesen Zwecken dienen. Die Art der Ausgestaltung liegt dabei ganz bei Ihnen. Da das Portfolio jedoch auch eine Leistung im Rahmen des Zertifikatprogramms ist, gelten einige formale und inhaltliche Vorgaben. Den Leitfaden zur Erstellung eines Lehrportfolios finden Sie hier.
Als zusätzliches Angebot besteht die Möglichkeit, in einem Workshop des Aufbaumoduls beim Verfassen des Lehrportfolios begleitet zu werden und kollegiales Feedback zu erhalten.

Umfang: Individuelle schriftliche Reflexion des professionellen Handelns in der Hochschullehre, über das gesamte Programm hinweg

Insgesamt 24 Arbeitseinheiten

Bundesministerium für Bildung und Forschung