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Informationen zum Thema "Predatory Publishing"

Unter dem Stichwort „Predatory Publishing“ werden Geschäftspraktiken zusammengefasst, bei denen Publikationsgebühren erhoben werden, jedoch keine bzw. unzureichende redaktionelle Bearbeitung der Artikel und keine validen Qualitätssicherungsprozesse stattfinden.

Wie kann Vertrauenswürdigkeit und Seriosität einer Zeitschrift überprüft werden?

Bei Unsicherheit, ob eine Zeitschrift den wissenschaftlichen Standards entspricht, sollen vor der Beitragseinreichung folgende Punkte geprüft werden:

Die Leitfragen und Kriterien, die in der Checkliste Think.Check.Submit zusammengestellt wurden, bieten eine gute Orientierung bei der Bewertung, ob es sich um eine vertrauenswürdige Zeitschrift handelt.

Wenn Sie Fragen zum Thema Qualitätssicherung bei Open-Access-Zeitschriften haben oder sich unsicher sind, ob eine Ihnen unbekannte Zeitschrift den wissenschaftlichen Standards entspricht, wenden Sie sich gerne an das Open-Access-Team unter open-access@fu-berlin.de.


Weitere Informationen

  • Checklisten zum Erkennen von Fake Journals der Universitätsbibliothek Graz (Link)
  • Open Access Scholarly Publishers Association (OASPA): Principles of Transparency and Best Practice in Scholarly Publishing (Link)
  • Helmholtz Open Science: FAQs zum Thema „predatory publishing“ (Link)
  • Handreichung zum Predatory Publishing erstellt durch den Arbeitskreis Open Access der Leibniz-Gemeinschaft (Link)

Charakteristika fragwürdiger Zeitschriften und Konferenzen

(Bitte beachten Sie, dass die nachfolgenden Punkte nur eine Auswahl darstellen)

Zunächst wird über das Zusenden einer E-Mail für die jeweilige Zeitschrift geworben (meist aggressiv). Anzeigen dieser Art versprechen ein schnelles Peer-Review-Verfahren (rapid peer review) und bieten besondere Vergünstigungen der Publikationsgebühren an. Häufig wird hier großformatige, z.T. bunte Schrift benutzt, sowie Fettdruck und Unterstreichungen. Inhaltlich können diese Anschreiben durch eine überschwängliche Wortwahl, die jedoch keinerlei direkten Bezug zu dem Adressaten und dessen Forschungsgebiet aufweist, hervorstechen.

Der Titel der Zeitschrift weist starke Ähnlichkeit zu einem bereits renommierten Titel auf.

Es wird mit einem Journal Impact Factor geworben, der sich vielfach als Falschangabe herausstellt
(z.B. ist der Zeitschriftentitel nicht in der Datenbank Web of Science indexiert).

Fragwürdige Zeitschriften missbrauchen mitunter die Identität von Akademikern und Wissenschaftlern, indem sie deren Namen für ihr Komitee bzw. Redaktionsteam (editorial board) nutzen – ohne, dass diese Personen dem zugestimmt oder gar Kenntnis davon haben. Auch werden bekannte Organisationen als Sponsoren angebeben, die in Wirklichkeit nichts mit dem Verlag bzw. der Zeitschrift zu tun haben.

Design und Layout der Webseite sind entweder sehr einfach und nahezu „altmodisch“ gehalten oder es werden bereits etablierte Designs bekannter Zeitschriften-Websites (oder auch die Logos) nachgeahmt.

Auf der Webseite finden sich keine klaren, transparenten Angaben zum Peer-Review-Verfahren, zum Submissionprozess oder zu den geforderten Publikationsgebühren. Der Verlagsname wird nicht deutlich auf der Homepage der Zeitschrift angegeben.

Die Kontaktinformationen, wie Telefonnummer und Adresse, erweisen sich als nicht existent. Für den E-Mail-Kontakt werden Dienste genutzt, die kostenfrei sind (bspw. .gmail, .yahoo).

Das Manuskript soll via Email eingereicht werden und nicht über ein professionelles Submssion-System.

Sogenannte predatory conferences zeichnen sich dadurch aus, dass Autor*innen dazu aufgerufen werden, Abstracts und Manuskripte einzureichen, welche anschließend in einem hoch-geranktem Journal publiziert werden sollen oder in einer bekannten Datenbank indexiert. Mit Annahme des Manuskripts kommt die Rechnung, der Artikel aber erscheint nicht in der versprochenen Zeitschrift.

Die Veranstaltungen werden lediglich von Einzelpersonen oder Unternehmen organisiert, anstatt von einer bekannten wissenschaftlichen Gemeinschaft/Organisation oder Universität. Es werden ungewöhnlich hohe Registrierungsgebühren verlangt – die Treffen jedoch sind nur von geringer Qualität, finden nur virtuell oder sogar gar nicht statt.

Hilfestellung für eine kritische Überprüfung von Konferenzen bietet die Plattform Think.Check.Attend.

Stellungnahme von neun Partnern der Allianz der Wissenschaft sorganisationen zur Qualitätssicherung von wissenschaftlichen Veröffentlichungen vom 25. Juli 2018 (Link)

Bowman & Wallace. (2018). Predatory journals: A serious complication in the scholarly publishing landscape. Gastrointestinal Endoscopy, 87(1), 273-274.

Chen, Y / Björk BC (2015): Predatory’ open access: a longitudinal study of article volumes and market characteristics, BMC Medicine13:230 (Link)

Eriksson, S., & Helgesson, G. (2017). The false academy: Predatory publishing in science and bioethics. Medicine, Health Care and Philosophy, 20(2), 163-170. (Link)

Jawad, F. (2017). Letter to the Editor: Comment on Predatory Journals. Journal of Korean Medical Science, 32(1), 162-163.

Martin, Alexandre, & Martin, Tristan. (2016). A not‐so‐harmless experiment in predatory open access publishing. Learned Publishing, 29(4), 301-305.

McCann, T., & Polacsek, M. (2018). False gold: Safely navigating open access publishing to avoid predatory publishers and journals. Journal of Advanced Nursing, 74(4), 809-817.

Rich, T. (2016). Predatory publishing, open access, and the costs to academia. PS: Political Science & Politics, 49(2), 265-267.

Richtig, G, Berger, M, Lange-Asschenfeldt, B, Aberer, W, & Richtig, E. (2018). Problems and challenges of predatory journals. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology : JEADV.

Sorooshian, S. (2017). Conference Wolves in Sheep’s Clothing. Science and Engineering Ethics, 23(6), 1805-1806.

Xia, J. (2015). Predatory journals and their article publishing charges. Learned Publishing, 28(1), 69-74.

Beall, Jeffrey (2012). Predatory publishers are corrupting open access. Nature, 489(7415), 179.


107. Deutscher Bibliothekartag in Berlin 2018. Konferenzveröffentlichung (Vortragsfolien): Karin Lackner, Clara Ginther (2018). Predatory Publishing - Herausforderung für WissenschaftlerInnen und Bibliotheken. (Link zum OPUS Server)

Schlagwörter

  • fake conferences
  • fake journals
  • fake publishers
  • predatory journals
  • predatory publishing
  • unethical publishers