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Neues aus der Genomforschung | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Aufnahme eines 9,5 Tage alten Mausembryos mit einem Zwei-Photonen-Fluoreszenzmikroskop. Durch Farbstoffe wird die Aktivität bestimmter Gene angezeigt, die bei der Entwicklung des Embryos von Bedeutung sind.

Aufnahme eines 9,5 Tage alten Mausembryos mit einem Zwei-Photonen-Fluoreszenzmikroskop. Durch Farbstoffe wird die Aktivität bestimmter Gene angezeigt, die bei der Entwicklung des Embryos von Bedeutung sind.
Bildquelle: Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Cortical differentiation from human pluripotent stem cells

Cortical differentiation from human pluripotent stem cells
Bildquelle: Yechiel Elkabetz

Eingang des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik zur Langen Nacht der Wissenschaften 2014

Eingang des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik zur Langen Nacht der Wissenschaften 2014
Bildquelle: Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Nachwuchsforscher untersuchen die Eigenschaften von Kühlmitteln

Nachwuchsforscher untersuchen die Eigenschaften von Kühlmitteln
Bildquelle: Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Woher weiß eine Zelle, was sie tun soll? Wie entstehen aus einer Zelle viele unterschiedliche Zellen, Organe und der ganze Körper? Wie kommt es zu Fehlbildungen und Erbkrankheiten? Zur Langen Nacht der Wissenschaften dreht sich am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik alles um die Regulation der Gene – gehen Sie gemeinsam mit den Forscherinnen und Forschern in die Labore und finden Sie heraus, wie unser Erbgut arbeitet und wodurch die Entwicklung einer Zelle, eines Organs oder des gesamten Organismus gesteuert werden kann.

PROGRAMM Vorträge (jeweils 45 Min.)
  • 17.15 Uhr Dr. Andreas Mayer: RNA-Polymerasen − Übersetzer des menschlichen Erbguts:
    Für die Übersetzung der genetischen Informationen sind RNA-Polymerasen unerlässlich. RNA-Polymerasen sind Schlüsselproteine, die sich entlang der DNA bewegen und die enthaltene Information als RNA-Ketten „abschreiben“. Damit im Organismus nur die Gene abgeschrieben werden, deren Information tatsächlich für die jeweilige Zelle von Bedeutung ist, muss dieser Vorgang genau reguliert werden. Der Vortrag befasst sich mit Methoden zur Erforschung der Genregulation in gesunden und kranken Zellen. Ziel ist es, neue therapeutische Ansätze für bislang unheilbare menschliche Erkrankungen zu eröffnen.
  • 18.00, 19.30, 21.00, 22.30 Uhr Medizinische Genetik − neue Herausforderungen für die Bioinformatik:
    Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts wäre ohne computergestützte Methoden undenkbar. Nach einer anschaulichen Einführung wichtiger Grundlagen wird anhand aktueller Projekte gezeigt, wie die Bioinformatik hilft, wichtige Fragen im Bereich der Krebsforschung und genetischen Diagnostik zu untersuchen.
  • 18.45 Uhr Dr. Ralf Herwig: Ersatzmethoden für Tierversuche durch Zellkulturen und Bioinformatik:
    Tierversuche sind in der biomedizinischen Forschung unerlässlich, um beispielsweise die Wirkung von Medikamenten zu testen. In einigen Bereichen der Forschung, zum Beispiel im Verbraucherschutz, können Tierversuche jedoch sinnvoll durch alternative Methoden wie etwa Zellkulturen reduziert und mittelfristig ganz ersetzt werden. Der Vortrag beschäftigt sich damit, wie durch bioinformatische Methoden der Genomanalyse die Testung von krebserregenden Substanzen in Zellkultursystemen verbessert werden kann. Die Forscher hoffen, dass dadurch in Zukunft zahlreiche Tierversuche vermieden werden können.
  • 20.15 Uhr Dr. Daniel Ibrahim: Das LilBUBome − personalisierte Medizin für die süßeste Katze der Welt:
    LilBUB ist ein fantastisches Kätzchen mit Fans auf der ganzen Welt. Aber LilBUB hat eine seltene Krankheit. Sie ist sehr klein, hat 6 Zehen pro Tatze, keine Zähne und eine zu kurze Schnauze, so dass sie fast immer die Zunge herausstreckt. Außerdem hat sie Osteopetrose, d. h. ihr Skelett bildet zu viel Knochen. Gemeinsam mit Ihnen werden wir die genetische Ursache von LilBUBs seltener Krankheit entdecken! Wie bei Patienten mit seltenen angeborenen Erkrankungen zeigen wir am Beispiel von LilBUB, wie ein Genom sequenziert, die Daten analysiert und so eine krankmachende Mutation gefunden werden kann.
  • 21.45 Uhr Dr. Christoph Krukenkamp: Das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik im Wandel der Zeiten:
    Die Anfänge der Molekularbiologie, wie wir sie heute kennen, liegen in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Seitdem hat die molekularbiologische und genetische Forschung eine enorme Entwicklung durchlaufen. Das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik hat seit seiner Gründung im Jahr 1964 viele dieser Entwicklungen begleitet und mit vorangetrieben. Der Vortragende spannt einen Bogen von den Anfängen der modernen Genetik bis hin zu den aktuellen Themen der modernen Genomforschung und beschreibt den Weg des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik und seiner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dieser Zeit.
  • 23.15 Uhr Prof. Dr. Thomas Wienker: Möglichkeiten und Grenzen der molekulargenetischen Familienforschung:
    Neben medizinischen Problemen werden Humangenetiker heute zunehmend mit Fragen der genetischen Familienforschung konfrontiert. Gerichte beschäftigen sich vor allem mit Vaterschaftsnachweisen und Erbstreitigkeiten, doch auch viele Privatpersonen möchten mehr über ihre Familiengeschichte und Herkunft herausfinden. An prominenten Beispielen stellt der Vortragende dar, wie und in welchen Fällen verwandtschaftliche Verhältnisse über mehrere Generationen hinweg nachgewiesen werden und welche Schwierigkeiten dabei auftreten können.
Mitmachkurse und Laborführungen (jeweils ca. 60 Min.)

Info: Die Teilnehmerzahl für die Mitmachkurse und Laborführungen ist begrenzt, bitte melden Sie sich am Infotisch an. Die letzte Führung beginnt um 23.15 Uhr.

  • 17.00, 18.30, 20.00, 21.30 Uhr Das Genom des Menschen:
    Die Wissenschaftler erklären den Aufbau und die Funktion des menschlichen Genoms und diskutieren mit den Besuchern darüber, was den Menschen einzigartig macht. Sie erklären, wie das Buch des Lebens gelesen und wie Krankheitsursachen in den Genen gefunden werden können. Anschließend können die Gäste im Labor ihre eigene DNA isolieren.
  • 17.15, 18.45, 20.15, 21.45, 23.15 Uhr Wie entstehen angeborene Fehlbildungen − von Mensch zu Maus und wieder zurück:
    Veränderungen (Mutationen) des Erbguts können von Eltern an Kinder vererbt werden oder spontan neu entstehen. Oft ist es für Ärzte unklar, warum eine Veränderung eine Krankheit verursacht und eine andere, sehr ähnliche nicht. Mithilfe der CRISPR/Cas9-Technologie können wir in wenigen Wochen Mäuse züchten, die genau die gleichen Skelettfehlbildungen aufweisen wie menschliche Patienten. Wir zeigen Ihnen die einzelnen Schritte dieses Verfahrens und erklären, wie die Ergebnisse der Untersuchung solcher Modelltiere Humangenetikern helfen, die Ursachen angeborener Krankheiten besser zu verstehen.
  • 17.30, 19.00, 20.30, 22.00 Uhr Keep (it) cool – Kinderprogramm:
    Ohne Kühlmittel ist der Laboralltag nicht vorstellbar. Für die Lagerung und den Transport von biologischen Materialien sind Trockeneis (-78°C) und flüssiger Stickstoff (-195°C) bestens geeignet. Anhand von anschaulichen Versuchen werden die physikalischen Eigenschaften der Kühlmittel und ihre Auswirkungen auf biologische Stoffe erläutert und die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen bei der Benutzung erklärt. Anschließend sind die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, ihr Forschertalent in einem eigenen Experiment auszuprobieren.
  • 17.45, 19.15, 20.45, 22.15 Uhr Stammzelle − Embryo − Organismus: Wie Gene die Entwicklung steuern:
    Regenerative Medizin und Stammzellbiologie sind ohne Entwicklungsgenetik undenkbar. Die Wissenschaftler stellen Embryonalstadien verschiedener Modelltiere vor und analysieren mit Ihnen die Aktivitätsmuster von Entwicklungskontrollgenen im Mausembryo. An Huhn und Maus zeigen die Forscher, wie aus Alleskönnerzellen komplexe Organismen entstehen.
  • 18.00, 19.30, 21.00, 22.30 Uhr Die wunderbare Welt der Proteine:
    Glühen, Ziehen, Tanzen, Händeschütteln − Proteine können (fast) alles. Obwohl sie seit 1838 bekannt sind, lernen Forscher noch immer neue Fähigkeiten der Wundermoleküle kennen. Proteine sind die wichtigsten Bausteine des Körpers und die Natur hat faszinierende Mechanismen entwickelt, wie sich Lebewesen mithilfe von Proteinen an ihre Umwelt anpassen können. Doch was genau sind Proteine? Und wie kann man sie erforschen? Die Besucher sind eingeladen, in die Welt der Proteine einzutauchen und durch eigene Experimente herauszufinden, wie Proteine gereinigt und in der Forschung eingesetzt werden.
  • 18.15, 19.45, 21.15, 22.45 Uhr Kryo-Elektronenmikroskopie – auf dem Weg zu atomarer Auflösung:
    Neuartige direkte Elektronendetektoren (kurz: DEDs) haben eine Revolution in der Strukturbiologie ausgelöst: Die Empfindlichkeit dieser Kamerasysteme ermöglicht es erstmals, mittels Kryo-Elektronenmikroskopie die dreidimensionale Struktur von Proteinkomplexen mit nahezu atomarer Auflösung zu erhalten. Mithilfe dieser Methode können molekulare Maschinen wie zum Beispiel das Ribosom unter beinahe physiologischen Bedingungen untersucht werden. Die Forscher zeigen, wie an einem Kryo-Elektronenmikroskop DED-Aufnahmen gesammelt werden und erklären, wie mit diesen Bildern die 3D-Struktur von Proteinkomplexen bestimmt werden kann.

  • 18.15, 19.45, 21.15, 22.45 Uhr What makes an embryonic stem cell?

    Embryonic stem cells are derived from the very early embryo and fascinate by their ability to differentiate into almost all other cell types. Today, researchers have also managed to “reprogram” differentiated adult cells back to stem cells. The scientists of the Dept. of Genome Regulation present different methods for generating and cultivating stem cells and explain how stem cells can be differentiated into specific cell types and organs.
    PLEASE NOTE: The number of participants for this tour is limited, please contact the information desk. This tour will be in English only!

  • 19.00, 20.30, 22.00 Uhr Turning embryonic stem cells into brain cells:
    The Department of Genome Regulation invites you to discover the secrets of embryonic stem cells. Learn, how they are differentiated into neural cells and discover the differences between pluripotent embryonic stem cells and differentiated neural organoids. Please notice, this tour will be in English only!
Außerdem:
  • Kleiner Imbiss

Ort: Ihnestraße 63−73, 14195 Berlin
Hausnr. 1 auf Lageplan
Buslinie: grün
Abendkasse
Zeit: 17.00−0.00 Uhr
Infos: www.molgen.mpg.de