Springe direkt zu Inhalt

Boden - Gärten - Naturwunder | Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin

Ein nasses Bodenprofil

Ein nasses Bodenprofil
Bildquelle: Prof. Dr. Jutta Zeitz

Vorkultivierte Schafwollvegetationsmatte mit Staudenpflanzen

Vorkultivierte Schafwollvegetationsmatte mit Staudenpflanzen
Bildquelle: IASP

Dahlem aus der Luft

Dahlem aus der Luft
Bildquelle: HU-Berlin − LGF

Blick ins Kollektorgewächshaus

Blick ins Kollektorgewächshaus
Bildquelle: Hilmar Baumgarten

Tiergerechte Rinderhaltung auf Rügen

Tiergerechte Rinderhaltung auf Rügen
Bildquelle: Dr. Manfred Krocker

Albrecht Daniel Thaer (1752 − 1828) war ursprünglich Arzt in Celle. Die ungenügende Ernährungssituation weiter Bevölkerungsschichten und das Elend auf dem Lande veranlassten ihn, sich der Landwirtschaft zuzuwenden. 1806 richtete er in Möglin im Oderbruch die „Akademische Lehranstalt des Landbaues“ ein. 1810 wurde er zum Professor an der neugegründeten Humboldt-Universität zu Berlin berufen. In jahrzehntelangem Wirken schuf er einen neuen Wissenschaftszweig: die modernen Agrarwissenschaften. Diesem Erbe sind wir noch heute verpflichtet.

Bei uns entdecken Sie den Boden als Quelle des Lebens und Spitzenforschung zur Erhaltung alter Haustierrassen wie auch zur Züchtung neuer Hühner. Erfahren Sie, wie Pflanzenviren um die Welt reisen, wie biologische Schädlingsbekämpfung Erfolg hat. Ihre Kinder können derweil die KinderUni besuchen unter dem Motto: Gesunde Pflanzen − Gesunde Kinder! Was macht man im Garten mit Schafwolle? − Wir haben die Antwort. Erleben Sie die Biene als unser wichtigstes Haustier, die Energieernte in modernsten Gewächshäusern und Pflanzen, die dort ganz ohne Substrat leben können. Auch die Beiträge der Landwirtschaft sowie der Kleingärten zum Klimaschutz werden beleuchtet und unser internationaler Beitrag zur IGA 2017 wird präsentiert.

Herzlich willkommen auf dem einzigen grünen Campus mit Forschungsfeldern und U-Bahn-Anschluss!

PROGRAMM 17.00−22.00 Uhr Ausstellung
  • Urbane Klimagärten Berlin (Lehr- und Forschungsgebiet, Beratung und Kommunikation, Dr. Aenis):
    Der Klimawandel birgt sowohl Chancen als auch Risiken für die Gartenpraxis. Gleichzeitig erfüllen städtische Grünflächen wesentliche Klimaanpassungs- und Klimaschutzfunktionen. Das Projekt „Urbane Klima-Gärten: eine Bildungsinitiative in der Modellregion Berlin“ richtet sich an Multiplikatoren, die in Kleingärten, Gemeinschaftsgärten und Nachbarschaftsinitiativen aktiv sind. Zweck des Vorhabens ist es, mittelfristig breite Bevölkerungsschichten für die Thematik Gärtnern im Klimawandel zu sensibilisieren und zu befähigen, selbstständig Klimaanpassungsmaßnahmen in den Gärten umzusetzen und Wissen weiterzutragen. (Infos zum Projekt, vom 1.4.2015 bis 30.6.2017 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert, www.agrarberatung.hu-berlin.de/forschung/klimagaerten).
17.00−22.00 Uhr Experimente (auch für Kinder)
  • Ein MEHR aus Farben und Ideen − die IGA-Workcamps (Fachgebiet Fachdidaktik Agrar- und Gartenbauwissenschaften, Prof. Dr. Robischon):
    Unser Beitrag zur IGA 2017 − wir stellen praktische Arbeitsbereiche aus den landwirtschaftlichen Berufen vor. Ziel des Projektes ist es, jungen Menschen die Vielfalt der grünen Branche vor Augen zu führen. Dazu organisieren wir nicht nur Workcamps, in denen ordentlich angepackt wird, sondern wir präsentieren unsere Arbeit auch auf vielen Veranstaltungen. Um das Projekt für die Zielgruppen im Alter von 15 bis 25 Jahren ansprechend zu gestalten, werden die Workcamps von uns − Studierenden der Humboldt-Universität zu Berlin − geplant und umgesetzt.
  • Der Boden lebt (Fachgebiet Acker- und Pflanzenbau, Prof. Dr. Ellmer):
    Was macht der Regenwurm da mit dem Boden? Demonstration der Strukturbildung in Böden durch die Tätigkeit von Pflanzenwurzeln und Regenwürmern. Dem Boden auf den Zahn fühlen: Live-Vorführung der Sensorik zur Messung von Bodenfeuchte und Durchdringungswiderstand in Böden.
  • Deutschlands erstes Kollektorgewächshaus − wie man aus Treibhäusern neben Tomaten auch Sonnenenergie ernten kann (Fachgebiet Biosystemtechnik, Prof. Dr. Schmidt):
    Unser Gewächshaus wird ohne Lüftung betrieben. Die überschüssige Solarenergie, die sonst zu einer starken Erwärmung im Haus führen würde, wird über Kühlrohre unter dem Dach und eine Wärmepumpe aus dem Haus geerntet und nachts zum Heizen der Häuser eingesetzt. Für diese Erfindung hat das Entwickler-Team den Nachhaltigkeitspreis 2014 gewonnen.
  • Bodenkundliche Einblicke für Groß und Klein (Fachgebiet Bodenkunde und Standortlehre, Prof. Dr. Zeitz):
    Das Institut für Bodenkunde und Standortlehre öffnet seine Türen und freut sich auf junge und alte Besucher/innen der Langen Nacht der Wissenschaften! Gemeinsam werden wir experimentieren, entdecken und Ihnen Einblicke in die aktuellen Forschungen des Fachgebiets geben. Böden sind Lebensgrundlage und Lebensraum für Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere und den Menschen. Sie speichern Wasser, können Schadstoffe filtern und reinigen unser Trinkwasser. Als Ackerland bilden sie die Grundlage für unsere Ernährung. Sie sind Zeitzeugen von Natur und Kulturgeschichte und können uns viel über die Vergangenheit erzählen. Gleichzeitig sind sie empfindlich und müssen geschützt werden. Anhand spannender Experimente und einem begehbaren Bodenprofil erforschen wir gemeinsam die verschiedenen Bodenfunktionen, lernen dabei ein paar Bewohner unter unseren Füßen kennen und erhalten Einblicke in chemische und physikalische Bodeneigenschaften.
  • Wie beeinflussen Gene die Entwicklung von Hühnern? (Fachgebiet Züchtungsbiologie und molekulare Genetik, Prof. Dr. Brockmann):
    Der Zuwachs an Muskelmasse und die Menge an weißem Fettgewebe sind Merkmale, welche den ernährungsphysiologischen und ökonomischen Wert von Fleischhuhnrassen maßgeblich bestimmen. Die Identifikation von Genen mit Einfluss auf die Körperzusammensetzung ist die Grundlage für eine nachfolgende Suche nach unterschiedlichen Genvariationen zwischen verschiedenen Fleischhuhnrassen. Neben dem Verständnis der genetischen Grundlagen wird so ein entscheidender Beitrag zur Erhöhung der Produktqualität durch Zuchtauswahl bei Fleischhühnern geleistet. In unserem Fachgebiet werden die Rassen New Hampshire und Weiße Leghorn untersucht. Weitere Forschung soll zum Nachweis des Beitrags zugrundeliegender einzelner Genvarianten und Mechanismen führen, die sich für die großen phänotypischen Unterschiede der Linien verantwortlich zeigen.
  • Brauchen Pflanzen Erde? (Fachgebiet Biosystemtechnik, Prof. Dr. Schmidt):
    Traditioneller Gartenbau benötigt viel Erde, Wasser und auch Dünger. Um Ressourcen zu sparen, wurde im Erwerbsgartenbau die Hydroponik entwickelt, bei der die Pflanzen in einer Steinwollmatte ankern und mit Nährlösung versorgt werden. Problematisch ist hierbei die aufwändige Herstellung der Matten und das schwierige Recycling. Daher wurden die neuen Verfahren Aeroponik und NFT entwickelt, die ganz ohne Substrat auskommen und jetzt auf dem Wege zu mehr Nachhaltigkeit sogar kombiniert werden sollen. Die Pflanzen wachsen übrigens ausgezeichnet ohne Erde − es geht Ihnen gut.
  • Mehr als Zucker: Honig und andere Bienenprodukte (Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf):

    Was kann man am Honig erforschen? Lassen Sie sich von den Wissenschaftlern Pollenanalyse und Honiguntersuchung demonstrieren. Können Sie Honigsorten anhand des Geruchs unterscheiden? Unterscheiden sich "Stadthonige" von "Landhonigen"? Erfahren Sie mehr über Tests zur Qualitätsbestimmung und lernen Sie auch andere Bienenprodukte kennen.

17.00−22.00 Uhr Präsentationen
  • Vorkultivierte Vegetationsmatten aus Schafrohwolle mit Staudenmischpflanzen (Institut für Agrar- und stadtökologische Projekte):
    Im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojektes wurden verschiedene Vegetationsmatten aus Schafrohwolle und Kokosfasern hergestellt und im Freiland mit ausgewählten Staudenpflanzen vorkultiviert. Die Stauden auf den Mischfasermatten (Schafwolle/Kokosfaser) wuchsen wesentlich besser als auf Vegetationsmatten aus reiner Kokosfaser bzw. Erde. Erleben Sie vor Ort den Unterschied und nehmen Sie Anregungen für Ihren Garten mit.
  • LandPaKT − Potentiale und Kosten der Treibhausgasminderung (Fachgebiet Agrarpolitik, Prof. Dr. Kirschke):
    Wie können Landwirte in Brandenburg ihren Beitrag zum Klimawandel verringern: Äcker wiedervernässen? Milchkühe anders füttern? Diese und andere Ideen können Besucher/innen spielerisch umsetzen und auf Erfolg testen, immer unter der Bedingung, dass die Maßnahmen wirtschaftlich tragbar bleiben ... LandPaKT ist eine gemeinsame Leibniz Graduate School von Humboldt-Universität und Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim. Promovierende beider Einrichtungen analysieren und modellieren besonders vielversprechende Landwirtschaftsbereiche auf betrieblicher und Verfahrensebene. Querschnittsbereiche sind z. B. die Messung von Treibhausgasemissionen aus wiedervernässten Ackerstandorten.
  • Tiergenetische Ressourcen − Populationsmanagement (Fachgebiet Nutztierzüchtung, Prof. Dr. Hinrichs):
    Alte, typisch regionale Haustierrassen (Rotbuntes Rind in Doppelnutzung, Deutsches Weißköpfiges Fleischschaf, Deutsche Weiße Edelziege, Angler Sattelschwein, Angler Rind, Schleswiger Kaltblut) sind in ihrem Bestand bedroht bzw. extrem gefährdet. Sie sind bedeutender Bestandteil der Biodiversität unserer Haustierrassen. Die gegründete Operationelle Gruppe Tiergenetische Ressourcen möchte das Inzuchtmanagement und den Zuchtfortschritt dieser Rassen weiterentwickeln und nutzt zur Analyse der Populationen moderne genombasierte Methoden.
  • ReDiverse − Biodiversität in und zwischen europäischen Roten Milchviehrassen: Erhaltung durch Nutzung (Fachgebiet Nutztierzüchtung, Prof. Dr. Hinrichs):
    Rote Milchviehrasen sind eine einmalige Ressource genetischer Diversität. Wir zeigen Möglichkeiten, diese Ressource durch integrierte Zucht- und Managementkonzepte zu nutzen, um die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu unterstützen. So wird durch verbesserte Produktqualität und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen, wie etwa Erhaltung traditioneller Agrarlandschaften, ein Beitrag zur Entwicklung ländlicher Räume geleistet.
  • Pflanzenviren − klein, aber gemein! (Fachgebiet Phytomedizin): Informieren Sie sich über Viren im Wald und Stadtgrün, Pflanzenviren, die um die Welt reisen, Strategien zur Vermeidung von Virusinfektionen in Hydrokultur von Gewächshauskulturen. Auch kann man sich über aktuelle Themen zum Pflanzenschutz informieren, mit Schwerpunkten zum Haus- und Kleingartenbereich sowie zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen. Objekte unter der Stereolupe und im Mikroskop laden zum Mitmachen ein und Fragen zu Pflanzenschutzthemen können in Form von Quiz bzw. Memory spielerisch erfahren und mit unseren Mitarbeitern und Studierenden diskutiert werden.

  • 17.00−18.00 Uhr KinderUni: Gesunde Pflanzen − gesunde Kinder! (Fachgebiet Phytomedizin): Eine interaktiver Unterricht mit Frau Prof. Dr. Carmen Büttner: wie wir unsere Pflanzen vor Krankheiten schützen.

Veranstaltung des Instituts im Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6 (Achtung anderer Veranstaltungsort)
  • Tomaten für Townships − Urbane Landwirtschaft für Südafrika und Mosambik( AG Agrarökologie & Seminar für Ländliche Entwicklung):
    UFiSAMO steht für Urban Farming for Food Security and Income Generation in South Africa und Mozambique und ist ein Froschungsprojekt zur Verbessserung der Ernährung und Lebensmittelsicherheit von benachteiligten Bevölkerungsgruppen in Kapstadt und Maputo durch städtische Landwirtschaft. Wie das auf wenigen Quadratmetern (die durchschnittliche Anbaufläche in den Townships Kapstadts beträgt zwischen 4 und 10 m²) funktionieren kann, wird von Doktorandinnen und Studierenden vorgestellt.

Ort: Albrecht-Thaer-Weg 3, 14195 Berlin
Hausnr. 11
Abendkasse
U3 bis Podbielskiallee
Zeit: 17.00−22.00 Uhr
Infos: www.agrar.hu-berlin.de/de/startx