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FUture Slam 2017 − Wissenschaft trifft Zukunft | Verschiedene Fächer der Freien Universität Berlin / Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung

Future Slam

Future Slam
Bildquelle: Institut Futur

Future Slam-Sieger 2016: Dr. Karlheinz

Future Slam-Sieger 2016: Dr. Karlheinz
Bildquelle: Institut Futur

Der FUture Slam bietet gemäß dem Motto der Freien Universität Berlin „Zukunft von Anfang an“ die Bühne für wissenschaftliche Erkenntnisse, um zu einer fachübergreifenden(!) Debatte über plausible und wünschenswerte Zukünfte beizutragen. Renommierte Forschende aus unterschiedlichsten Fachrichtungen slammen zu zukunftsrelevanten Themen um die Wette. Um die Publikumsjury zu überzeugen, ist nicht nur ein spannendes Thema, sondern auch Präsentationsgeschick gefragt. Moderation: Prof. Dr. Gerhard de Haan (Leiter des Instituts Futur und des weiterbildenden Masterstudiengangs Zukunftsforschung).

PROGRAMM (KL29, Hörsaal 1a) 21.00−23.00 Uhr FUture Slam 2017 − Wissenschaft trifft Zukunft
  • Mögliches verwirklichen: Gestaltungskompetenz (Jannis Graber, FB Erziehungswissenschaft und Psychologie):
    Selbstbestimmt leben, ohne das eigene Schicksal in die Hände der Anderen zu legen. Was braucht es, um eine erwünschte Möglichkeit zur Wirklichkeit zu machen? Schauen wir uns einmal an, wie sich im Sinne der Gestaltungskompetenz dieser Frage genähert wird!
  • Am Rande der Zukunft (Jonathan Katz, ehemals wbM Zukunftsforschung):
    Die Welt verändert sich konstant. Was wir schon wissen, gehört zu unserer Vergangenheit. Die Zukunft birgt etwas Neues in sich. Wie können wir demgegenüber offen sein, was wir überhaupt nicht kennen? Wie können wir von unserer Zukunft so viel wie von unserer Vergangenheit lernen? Ist es möglich immer am Rande der Zukunft zu sein? Ich werde versuchen auf diese Frage aus der Sicht der perzeptiven Pädagogik eine Antwort zu geben.
  • Emotionalität in der Forschung an nichtmenschlichen Primaten: von der Tabuisierung zur Professionalisierung (Julia Keil, FB Erziehungswissenschaft und Psychologie):
    Die Schimpansenforscherin Jane Goodall gab in den 1960ern den nichtmenschlichen Primaten Namen statt Nummern. Damit brach sie mit wissenschaftlichen Konventionen, die den Forschungsprozess vor dem Einfluss von menschlichen Emotionen bewahren sollten. Heute haben wissenschaftlich beforschte Affen nicht nur im Freiland und im Zoo, sondern auch im Labor individuelle Namen. Das Idealbild des gefühlsneutralen Forschers prägt dennoch nach wie vor die Primatenforschung. Gleichzeitig wird aus der täglichen Forschungspraxis berichtet, dass die ohnehin unvermeidliche Emotionalität nicht nur problematisch, sondern auch irrelevant oder sogar nützlich und notwendig für die Forschung sein kann. Die Komplexität dieses Spannungsfeldes erfordert den Übergang von der Tabuisierung der Emotionalität hin zu ihrer professionellen Thematisierung.
  • Kreativität als Selbstbetrug: Die Wahrnehmung der Zeit am Beispiel Techno (Michael Schönmoser, FB Erziehungswissenschaft und Psychologie, wbM Zukunftsforschung):
    Die Neuropsychologie zeigt, warum es einen Grund gibt, Prozesse absichtlich nicht abzuschließen oder zu Ende zu denken. Dies kann am Beispiel der Wahrnehmung der Zeit gezeigt werden, die sich nach der frequentierten Abfolge von Signalen oder Impulsen misst und in ihrer Bestimmung von einem Anfang und einem Ende ausgehen muss. In der Techno-Musik ist hierbei die Kick Drum, gemessen in bpm (beats per minute), entscheidend. Zudem wird damit sehr verständlich gezeigt und bewiesen, dass Zeit nicht existiert, ohne dass man Einsteins Quantentheorie verstehen muss. Was ist also Zukunft ohne Zeit?
  • Käfer, Antibiotika und Bouletten (Prof. Dr. Jens Rolff, FB Biologie, Chemie, Pharmazie):
    Käfer gibt es seit 300 Mio. Jahren, Antibiotika werden seit 70 Jahren eingesetzt. Prognosen sagen, dass in 30 Jahren Antibiotikaresistenz die moderne Medizin gefährdet. Was können wir von Insekten für die Zukunft lernen, die mit natürlichen ‘Antibiotika’ 300 Mio. Jahre überlebt haben? Und wenn wir unsere Forschungsobjekte, Insekten, in Zukunft essen, kann das Konsequenzen für große Themen wie Klimawandel und Antibiotikaresistenz haben?
  • Apokalyptische Architekturen (Franz Kröber, Institut für Deutsche und Niederländische Philologie):
    Die Wohnungsnot wird immer größer? Diese drei Angebote sollen laut gegenwärtiger TV-Serien in Zukunft die Abhilfe schaffen: a.) eine als Freiluftgefängnis getarnte US-amerikanische Vorstadt in „Wayward Pines“; b.) ein Trainingszentrum für Castingshow-Teilnehmer inmitten der Wüste für „3%“ der Teilnehmer; c.) eine hutschachtelgroße Wohnung im Stil der 1930er Jahre in „Trepalium“. Der Vortrag bietet einen Einblick in dystopische Raumgestaltungen in Fernseherzählungen. Dabei soll den Vorläufern dieser apokalyptischen Architekturen ebenso auf den Grund gegangen werden wie den Bedeutungen und Stimmungen, die durch Baumaterialien und Raumkonstruktion erzeugt werden.

Ort: Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin
Hausnr. 7a auf Lageplan
Buslinien: grün, blau, orange, gelb
Abendkasse
Zeit: 21.00−23.00 Uhr