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Von Scherben, Stoffen und Schröpfköpfen | Institut für Prähistorische Archäologie

Archäologische Kleinstfunde unter dem Mikroskop

Archäologische Kleinstfunde unter dem Mikroskop
Bildquelle: Institut für Prähistorische Archäologie

Rohstoffe für Grasmäntel und Bastschuhe?

Rohstoffe für Grasmäntel und Bastschuhe?
Bildquelle: Institut für Prähistorische Archäologie

Tierisch groß! Tierknochenpräsentation bei der letzten Langen Nacht der Wissenschaften

Tierisch groß! Tierknochenpräsentation bei der letzten Langen Nacht der Wissenschaften
Bildquelle: Institut für Prähistorische Archäologie

Studierende und Mitarbeiter/innen des Instituts für Prähistorische Archäologie präsentieren ausgewählte Aspekte aus Forschung und Lehre. An Ständen im Laubengang vor der „Holzlaube“ können Sie uralte Objekte anfassen, die Kinder können töpfern und in Vorträgen erfahren Sie mehr über ein Thema, das auch schon in der Vorzeit von großer Bedeutung war: Krankheiten und ihre Heilung.

PROGRAMM 17.00−21.30 Uhr Mitmachkurs für Kinder (Vorplatz, Kolonnaden)
  • Töpfern für Kinder:
    Zahllose Objekte aus Keramik wurden erdacht und sind als archäologische Funde auf fast jedem Acker zu entdecken. Dies sind vor allem Gefäße, wie sie jeder zu Hause hat, ob als Teller, Schalen, Tassen oder Töpfe. Es finden sich aber auch Spinnwirtel, Tonlöffel, Spielzeuge, Kerzenständer, Öllampen, Schleudern, Ziegel, Feuerböcke, Trichter, Flöten, Trommeln und vieles mehr. Wir töpfern mit Kindern. Unter Anleitung werden archäologische Objekte nachgeformt oder aber auch der Phantasie freien Lauf gelassen.
17.00−22.30 Uhr Präsentationen (für Kinder geeignet) (Raum 0.2050, Flur/Treppenraum)
  • Kleider machen Leute!
    Wie kleidete sich der prähistorische Mensch? Mit Tierhäuten und Fellen, trug man Grasumhänge und Schuhe aus Baumbast oder etwa schon feingewobenes Leinentuch? Welche Rohmaterialien waren bekannt und wie können wir dies erforschen? Schauen Sie durch das Mikroskop und zwirnen Sie Schnüre aus Brennesselfasern!
  • Was Scherben erzählen!
    Seit Jahrtausenden entdeckt der Mensch immer wieder neue Rohstoffe und stellt mit ihnen verschiedenste Objekte her, etwa aus Holz, Leder, Stein, Kupfer, Eisen, Gold oder anderen Materialien. Einige dieser Rohstoffe werden nur selten verwendet, andere verschwinden auch wieder. Nur ein Rohstoff begleitet den Menschen schon seit Jahrtausenden: Ton! Ton findet als gebrannte Keramik in unterschiedlichsten Kulturen und Weltregionen teilweise seit bereits 14000 Jahren seine Verwendung. Auch heute noch ist Keramik ein unverzichtbarer Bestandteil jeden Haushalts und wird es trotz Kunststoff auch zukünftig bleiben. Sie lernen verschiedenste Tonobjekte kennen und erfahren, welche Informationen sich in den oft kleinen Keramikfragmenten für Archäolog/innen verbergen.
  • Zerstückelt, verkohlt, winzig klein − zur Analyse von archäologischen Essensresten:
    Was bleibt übrig von einer prähistorischen Mahlzeit? Welche Funde graben Archäolog/innen aus, die von antiken Speisen stammen? Es sind zerschlagene Tierknochen, Gräten von Fischen, Fragmente von Schnecken, Muscheln und Vogeleiern, aber auch verkohlte Körner, Samen und Früchte. Das Bestimmen solcher Funde erlaubt Rückschlüsse auf Brotbacken, Bierbrauen und Kochen. Das Fundmaterial kann per Auge und Mikroskop untersucht werden, angeleitet durch Archäobiologinnen.
Vortragsreihe: Aussatz, Amulette und Ärzte (jeweils 30 Min.) (Raum 0.2001)

Welche Krankheiten haben die Menschen in der Vor- und Frühgeschichte begleitet? Welche Heilungsmethoden waren bekannt? Welche Quellen zu Krankheit und Gesundheit erschließen sich unmittelbar über archäologisches Material und für welche Quellen sind wir auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Nachbarwissenschaften angewiesen?

  • 18.00 Uhr Frakturen und Verletzungen im archäologischen Befund
  • 18.30 Uhr Neolithisierung und Ernährungswandel – paläoanthropogische, genetische und mikrobielle Aspekte
  • 19.00 Uhr Demographische Überlegungen anhand der Kindersterblichkeit im Frühmittelalter
  • 19.30 Uhr Die Lepra – Leben und Tod mit Aussatz: Welche Heilungsmethoden waren bekannt?
  • 20.00 Uhr „Chopin coughs with infinite grace“ – der Mensch und die Tuberkulose
  • 20.30 Uhr Römische Augenärzte als medizinische Spezialisten
  • 21.00 Uhr Fränkisch-alemannische Pflanzenamulette des 7. Jhs. n. Chr.
  • 21.30 Uhr Die Spuren römischen Medizinwesens nördlich der Alpen
  • 22.00 Uhr Das Schröpfen – Vor- und Frühgeschichte einer Therapieform

Ort: Fabeckstraße 23/25, 14195 Berlin
Hausnr. 7c auf Lageplan
Buslinie: blau, grün
Zeit: 17.00−22.30 Uhr
Infos: www.geschkult.fu-berlin.de/praehist