Keynote: Das Neue wagen, für die Welt, in der wir leben wollen – Umweltbildungslandschaften im 21. Jahrhundert
Margret Rasfeld, Bildungsinnovatorin und Gründerin von Schule im Aufbruch
Die Bildungsinnovatorin und Gründerin von Schulen im Aufbruch, Magret Rasfeld, wies darauf hin, dass die EU zeitgleich mit Beginn des Umweltbildungsforums den Klimanotstand ausgerufen habe. Doch mit der Erklärung des Klimanotstandes sei es noch nicht getan. Eine Transformation der Lebensweisen sei unabdingbar,um den Erhalt eines lebenswerten Planeten zu sichern. Diese Transformation ließe sich allerdings nur gemeinsam gestalten, so Magret Rasfeld.
Die Transformation hin zu einem lebensförderlichen Leben bedeute auch ein neues Denken von Bildung. Darunter versteht die Referentin in erster Linie Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Hierbei handelt es sich um mehr als bloßen Unterricht. BNE bezeichne ein Lernen, einen Wissenserwerb, ein Zusammenleben, ein Handeln, ein Sich-Selbst-Spüren und einen Erwerb von Gestaltungskompetenzen.
Magret Rasfeld hob in diesem Zusammenhang besonders den Nationalen Aktionsplan BNE hervor. In einigen Schulen bestünde bereits das Schulfach „Verantwortung“, in dem Schüler*innen soziale und/oder ökologische Themen eigenverantwortlich für je zwei Stunden in der Woche bearbeiteten. Beispiele, wie der neunjährige Aktivist Felix Finkbeiner zeigten, dass Kindern viel mehr zuzutrauen sei als es für gewöhnlich getan würde. Sie plädierte in diesem Zusammenhang für den Peer-to-Peer Ansatz, bei dem Kinder sich gegenseitig Dinge beibringen, indem sie zum Beispiel zu Klimabotschafter*innen ausgebildet werden.
„Wichtig ist der Umgang mit Ungewissheit“Selbstorganisiertes und eigenständiges Lernen versteht die Bildungsinnovatorin dabei als Grundlage für einen geübten Umgang mit Ungewissheit. In dem Format „Herausforderung“ haben 13 bis 15-Jährige die Chance, sich selbst für drei Wochen mit nur 150 Euro zu organisieren. Mit diesem und anderen Formaten könne eine völlig neuartige Partizipations- und Kooperationskultur geschaffen werden, die passende Lernformate und Aktionsräume biete. Als weiteres Good-Practice-Beispiel führte Magret Rasfeld den „FREI-Day“ an. Hierbei handle es sich um einen Möglichkeitsraum für Bildungslandschaften, der den Aufbau von Kooperationen befördern soll.
Ein transformatives Handeln fordere stets auch Mut. Dieser Mut sei zurzeit jedoch nur schwer zu finden, denn es bestehe ein Hoffnungsdefizit: Wer nicht an das Ziel glaube, der fange erst gar nicht an. In der Hoffnung erkennt Magret Rasfeld jedoch einen Schlafenden Riesen und am besten könne dieser mit einem großen Hebel geweckt werden, der sich Handeln nennt.
