Workshop 2: Natur.Digitalisierung.Bildung: Allianzen für die Gesellschaft von morgen
Im Workshop Natur.Digitalisierung.Bildung: Allianzen für die Gesellschaft von morgen stellte Bettina Münch-Epple, Leiterin des Bildungsbereichs beim WWF Deutschland in ihrem Vortrag zunächst verschiedene Formate vor, die (auch) im digitalen Format genutzt werden und fokussierte sich dabei besonders auf Beispiele, in denen Naturräume mit digitalen Lehrmethoden verbunden werden. Dazu gehörten virtuelle Räume, Serious Games und Augmented Reality. Ein Beispiel sei der MOOC Klimawandel und seine Folgen. Der WWF habe als 1. NGO eine reine Online-(Grundlagen-)Vorlesung mit den führenden Institutionen Deutschlands durchgeführt. Daraus sei ein Blended-Learning-Kurs entstanden, so Bettina Münch-Epple. Seit 2015 hätten ca. 30.000 Teilnehmende mit den führenden Klimawissenschaftler*innen von renommierten Forschungsinstitutionen, wie GEOMAR, Alfred Wegner-Institut, Potsdamer Institut für Klimafolgen, Deutscher Wetterdienst, Max Planck-Institut etc. diskutiert. 2017 sei daraus ein Volkshochschulkurs entstanden, der bis heute an 34 Standorten durchgeführt werde. Das Blended-Learning-Format biete den Vorteil, dass viele Expert*innen, die von weit außerhalb kommen, daran teilnehmen und an der Lehre beteiligt werden könnten. Durch das digitale Format seien auch reale Aktivitäten entstanden, beispielsweise Klimastammtische. Sie berichtete weiterhin von den Erfahrungen mit mehreren Online-Workshops zum Thema Naturerfahrung für Erzieher*innen. An insgesamt acht Online-Workshops hätten 105 Erzieher*innen aus 92 Kitas teilgenommen. Hier wurden konkrete Naturerfahrungsmodule – Baum- und Bodenentdeckerset – vorgestellt. Trotz anfänglicher Skepsis kamen die Module als gute Mischung aus Theorie und Praxis gut an. Bettina Münch-Epple wie darauf hin, dass es bei Online-Angebot besonders auf Motivation und Wertschätzung der Beteiligten ankomme. Das kostenlose Weiterbildungsmodul zu “Methoden der Naturerfahrung” ist auf der WWF Akademie www.wwf-akademie.dezu finden.
Der freier Wildnispädagoge Lennart Höffgen erstellt derzeit im Auftrag der Koordinierungsstelle eine Studie zu Naturerlebnisräumen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf und berichtete über die Ergebnisse. Erstellt wird eine Online-Karte, auf der sich Lehrende, Bildner*innen, Erzieher*innen und weitere Interessierte darüber informieren können, welche Parks, Grünflächen und weitere Naturerlebnisse sich für die Umsetzung von Angeboten für die jeweiligen Zielgruppen eignen. Die Online-Karte wird im Frühjahr 2021 auf der Seite der Koordinierungsstelle veröffentlicht. Zu den Kriterien der Karte gehören u. a. Infrastruktur wie öffentliche Toilette oder Wetterschutz, Barrierefreiheit, Besonderheiten des Orts z. B. Pavillons, Bühnen für Performances, Spielplätze. Er verwies darauf, dass es wichtig sei, sich auf den betreffenden Flächen frei bewegen zu können. Dies funktioniere besonders gut in Wäldern, aber auch die vielfältigen Parks und Grünflächen in Steglitz-Zehlendorf eignen sich sehr gut für Angebote. Hier gibt es verschiedene, aufgeräumte Naturflächen, aber auch wilde Naturflächen mit Weiden und Wasser. Zum Beispiel könne das Thema Bäume gut in Parks angegangen werden, jedoch müssten pädagogische Ansätze her, Geschichten etc., um die Kinder dafür zu begeistern. Es sei immer eine Begleitung notwendig, sonst „wollen die Kinder zum Spielplatz“, so Lennart Höffgen. Er zeigte einige Beispiele für Angebote in der Natur auf. Dazu gehören z. B. essbare Pflanzen, Pilze als Teil des Ökosystems, Begegnung mit Tieren, Wasser, Nutzungskonflikte. Er unterstrich, dass auch Konzepte ohne pädagogische Begleitung möglich seien, wie z. B. Kinder eine Stunde im Wald spielen zu lassen.
