Workshop 1: Schulen als Wirkstätten. Der FREI-Day als Pilotprojekt in Steglitz-Zehlendorf?!
Im Workshop Schulen als Wirkstätten. Der FREI-Day als Pilotprojekt in Steglitz-Zehlendorf?! stellt Margret Rasfeld, Bildungsinnovatorin und Gründerin von Schule im Aufbruch Idee und Konzept des FREI-Day vor. Ziel ist ein Whole System Approach, der die Selbstwirksamkeit der Kinder ermöglicht. Relevante Themen sollen in der Schule eine zentrale Rolle spielen: So sollen die 17 Sustainable Development Goals (insbesondere SDG 4 „Gute Bildung“) umgesetzt werden. Margret Rasfeld führt aus, dass die ökologische, ökonomische und soziale Krise ein Ausdruck der Entfremdung innerhalb der Gesellschaft und von der Natur sind. Ziel ist eine Rückkehr zur Verbindung mit der Natur. Hier gelte es, Freiräume zu schaffen und stärker in langfristigen Projekten zu denken. Der FREI-Day sei eine sehr gute Möglichkeit, ins Handeln zu kommen. Man müsse nicht direkt die ganze Schule umdenken, um damit zu beginnen, so Rasfeld.
Tobias Feitkenhauer, Projektmanager Schule im Aufbruch, ergänzt, dass das FREI-Day-Format mindestens vier Stunden an einem Tag der Woche beinhaltet. Die Schüler*innen überlegten sich Projekte und arbeiteten an deren Umsetzung. Ziel sei es, dass Kinder in ihre eigene Kraft und Begeisterung kommen. Es gäbe keine sonstige Zeitbegrenzung der Projekte, da der FREI-Day wöchentlich stattfände, erklärt Feitkenhauer. In Steglitz-Zehlendorf hat die Schweizerhof Grundschule den FREI-Day eingeführt. Schule im Aufbruch begleite die Einführung und Umsetzung des FREI-Days, so Feitkenhauer. Dabei werde der Prozess organisiert und begleitet, jedoch nicht unterrichtet. Hinsichtlich des Stundenkontingents, das für den FREI-Day zur Verfügung gestellt werde, gäbe es je nach Schule individuelle Lösungen je nach Curricula und Stunden.
Caroline Frey, Lehrerin der Schweizerhof Grundschule Steglitz-Zehlendorf, berichtete von der Umsetzung des FREI-Day an der Schweizerhof Grundschule. Caroline Frey wurde auf dem 1. Umweltbildungsforum, das 2019 durch die Koordinierungsstelle angeboten wurde,durch den Vortrag von Margret Rasfeld zur Umsetzung des FREI-Day inspiriert. Zunächst suchte sie sich Verbündete, überzeugte die Schulleitung von ihrer Idee, anschließend das Kollegium. Anschließend bewarb sich die Schule als Pilotschule. Es fand eine Fortbildung für Lehrkräfte von „Schule im Aufbruch“ statt. Außerdem wurden die Eltern auf einem Elternabend zum FREI-Day informiert.
Seit dem Schuljahr 2020/21 wird nun jeden Donnerstag der FREI-Day in der Schweizerhof Grundschule umgesetzt. Zu den von den Schüler*innen initiierten Projekten zählen:
- Kann Plastik mit Säure zersetzt werden und wie kann man die Säure anschließend nachhaltig entsorgen?
- Auseinandersetzung mit nachhaltigem Bauen (mit PET Flaschen)
- Sammlung von Spenden für Obdachlose vor der Schule
Weitere Informationen zur Umsetzung des FREI-Day in der Schweizerhof Grundschule sind auf der Webseite https://schweizerhofgs.jimdo.com/schulleben/der-frei-day/ zu finden.
Maike Majewski setzt im Auftrag der Koordinierungsstelle eine Studie zu Naturerlebnisräumen und Gärten in Schulen, Kitas und Kindertagesstätten im Bezirk Steglitz-Zehlendorf um und stellte im Workshop die Zwischenergebnisse der Erhebung vor. Es gäbe einige Schulen, die bereits eine gute Arbeit in diesem Bereich umsetzten, so Majewski, nach wie vor bestehe jedoch noch sehr viel Luft nach oben. Oft seien Geld oder Personalmangel Hindernisse bei der Umsetzung. Maike Majewski berichtete außerdem vom ganzheitlichen Ansatz Permakultur, der Kindern ein Gefühl der Selbstwirksamkeit vermitteln kann und sich auch an Schulen und Kitas umsetzen lasse. Sie stellte die zwölf Gestaltungsprinzipien vor. Der Permakultur liege “Earth care, people care und fair share” zugrunde. Ziel sei es, dass alle Ebenen gleichermaßen Berücksichtigung fänden. Im Gestaltungsprozess sei es wichtig, zunächst grundlegende Daten zu dokumentieren, gründliche Beobachtungen und Analysen der Situation anzustreben, alle Beteiligte nach Zielen, Träumen und Bedenken zu befragen. Es gelte, Stärken, Schwächen, Chancen und Hindernisse der Situation zu ermitteln. Verschiedene Lösungen seien möglich – dafür brauche es jeweils ein Konzept und einen Umsetzungsplan. Die Vorschläge müssten mit allen Beteiligten abgestimmt und gegebenenfalls angepasst werden. Weitere Anpassungen könnten im Laufe der Umsetzung erfolgen. Weitere Informationen sind u. a. unter folgenden Seiten zu finden:
