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NeuroCure

Wie lassen sich Folgeschäden eines Schlaganfalls mindern oder verhindern? Wie kommt es zu Fehlbildungen des Gehirns, die beispielsweise epileptische Anfälle verursachen? Was sind die Auslöser für Multiple Sklerose und wie könnte sie gestoppt werden?

Im Exzellenzcluster NeuroCure steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Lebenssituation von Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen verbessert werden könnte. Gravierende Veränderungen des Gehirns durch Erkrankungen können unter anderem zu einer verschlechterten sozialen Situation, zu körperlicher Behinderung und Erwerbsunfähigkeit führen. Derzeit kann Patienten jedoch kaum geholfen werden.

Quelle: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: 2007-2017

An einer Verbesserung dieser Situation arbeiten rund 50 Arbeitsgruppen der Charité – Universitätsmedizin Berlin – der gemeinsamen medizinischen Fakultät von Humboldt-Universität und Freier Universität –, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC), des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin (DRFZ) und des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP).

Im Zentrum des an der Charité angesiedelten interdisziplinären Exzellenzclusters stehen sieben Forschungsgebiete, wobei jeweils eine Grundlagenforscherin / ein Grundlagenforscher und eine Klinikerin / ein Kliniker gemeinsam für einen Bereich verantwortlich sind. Auf diese Weise können Forschungsergebnisse schneller für die Entwicklung neuer Therapien genutzt werden. Derzeit können neurologische und psychiatrische Krankheiten allenfalls in ihren Auswirkungen gelindert werden – in der Regel sind sie aber nicht heilbar.

Die Volkskrankheit Schlaganfall trifft jeden vierten Mann und jede fünfte Frau über 85 in Deutschland. Wenn es gelingt, Schutzmechanismen im Gehirn besser zu verstehen und die zugrunde liegenden Signalkaskaden therapeutisch zu nutzen, könnten Schlaganfallpatienten davon profitieren. Auch in der Behandlung von Epilepsie sind zurzeit nur symptomatische Therapien für die bundesweit 700.000 Epilepsie-Patienten möglich. Ein besseres Verständnis der ursächlichen Mechanismen könnte dazu beitragen, dass Epilepsie künftig erfolgreicher therapierbar wird.

Mit mehr als 20 neuen Berufungen verfolgt NeuroCure den Ausbau des neurowissenschaftlichen Standorts Berlin. Im Fokus stehen hierbei die enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Forschung und Klinik sowie die Intensivierung von Kooperationen zwischen Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftlern unterschiedlicher Institutionen vor Ort. Die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie die Frauenförderung spielen dabei eine wichtige Rolle. Im hochmodernen Forschungsneubau „CharitéCrossOver“, der im Oktober 2012 auf dem Campus Charité-Mitte eröffnet wurde, wird jetzt noch intensiver an der Erreichung der Ziele gearbeitet.

 


Sprecher: Prof. Dr. Dietmar Schmitz

Kontakt: Dr. Claudia Mahlke, Tel. +49 30 450-539124

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von NeuroCure.