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Leila Papoli Yazdi auf die internationale Gastprofessur für Geschlechterforschung der Freien Universität Berlin berufen

Die iranische Archäologin verbindet Altertumsforschung mit feministischem Engagement

17.09.2014

Die iranische Altertumswissenschaftlerin Leila Papoli Yazdi.

Die iranische Altertumswissenschaftlerin Leila Papoli Yazdi.
Bildquelle: privat

Die iranische Archäologin Prof. Dr. Leila Papoli Yazdi übernimmt im Wintersemester 2014/15 die internationale Gastprofessur für Geschlechterforschung („Dahlem International Network Professorship for Gender Studies“) an der Freien Universität Berlin. Zu den Forschungsgebieten der 36-Jährigen gehören die iranische Geschlechter- und Körpergeschichte von der Antike bis zur Gegenwart sowie kunsthistorische Themen.

Die Ergebnisse ihrer archäologischen Arbeit vermittelt sie wissenschaftlich, aber auch in Performances oder Ausstellungen mit politischen und humanitären Zielsetzungen. So hat sie Methoden ihrer Fachdisziplin genutzt, um nach dem Erdbeben in Bam 2003, bei dem mehr als 30.000 Menschen starben, auf das entstandene Leid aufmerksam zu machen.

Wegen ihrer feministischen Position musste Leila Papoli Yazdi ihre Professur für Archäologie an einer Forschungsuniversität, der Ali Ibn Sina Universität im iranischen Hamadan, die sie von 2005 bis 2011 innehatte, aufgeben und lehrte zunächst an der kleineren Neishabur Universität. Seit 2012 arbeitet sie als Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung am Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt beschäftigt sich Leila Papoli Yazdi mit dem weiblichen Körper als Objekt politischer Propaganda. Sie untersucht dabei einen Zeitraum, der von der Sassaniden-Zeit in Persien, also vom 3. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr., bis zur Gegenwart reicht. Im Rahmen ihrer Gastprofessur wird die Wissenschaftlerin am 21. Oktober 2014 ihre Antrittsvorlesung zum Thema „My Body, A Female One, and Not Dressed in Black: An Iranian Archaeologist Abroad” halten. Außerdem wird sie ein Seminar über Genderpolitik in der Archäologie im Mittleren Orient unterrichten.

Die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung der Geschlechterforschung ist seit mehr als drei Jahrzehnten im Selbstverständnis der Freien Universität verankert und deshalb auch zentraler Bestandteil ihres Zukunftskonzepts, mit dem die Universität in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder 2012 erneut erfolgreich gewesen ist. Die Gastprofessur „Dahlem International Network Professorship for Gender Studies“ wird im Rahmen des Zukunftskonzepts seit 2013 jährlich ausgeschrieben und an eine herausragende Wissenschaftlerin oder einen herausragenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet vergeben. Die Professur unterstützt die Aktivitäten zur Verstärkung der internationalen Ausrichtung der Geschlechterforschung an der Freien Universität. Im Wintersemester 2013/14 wurde sie mit der kanadischen Politikwissenschaftlerin und Lateinamerika-Expertin Prof. Dr. Verónica Schild von Western University London, Ontario, erstmals besetzt.