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Neue Publikationen

Die Japanpolitik der DDR 1949 - 1989

News vom 28.04.2020

Über die Japanpolitik der DDR ist wenig bekannt, obwohl sie sowohl in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht für den SED-Staat von großer Bedeutung war. Nach bereits frühen wirtschaftlichen Kontakten in den späten 1950er Jahren regte sich rasch die Hoffnung, mithilfe Japans die Außenpolitische Blockade des westlichen Lagers zu durchbrechen. Nach anfänglichem Scheitern und damit verbundenem, abflauendem Interesse gewann Japan mit seinem rapiden Aufstieg zur Wirtschaftsmacht an neuem Glanz. Eine neue Japanstrategie, günstige politische Entwicklungen in Japan und glückliche persönliche Bekanntschaften ebneten den Weg für den ersten Staatsbesuch Honeckers in einem Land des kapitalistischen Lagers. Der erhoffte politische und wirtschaftliche Aufstieg der DDR blieb jedoch aus. Letzterer auch trotz massiver Bemühungen das CoCom-Embargo mithilfe japanischer Firmen zu umgehen.

Seit dem Bau der Berliner Mauer im Sommer 1961 suchten DDR-Bürger nach alternativen, möglichst gefahrlosen Fluchtwegen in die Bundesrepublik. Dabei entwickelte sich der Fluchtweg über die damalige Volksrepublik Bulgarien mit ihren Grenzen zur Türkei, Griechenland und Jugoslawien bereits nach kurzer Zeit zu einer Hauptfluchtroute. Die überwiegend jungen Leute glaubten, über das rückständige Bulgarien „ganz einfach“ in den Westen zu gelangen. Stefan Appelius hat seit fünfzehn Jahren über den Fluchtweg Bulgarien gearbeitet, und das Thema in der Bundesrepublik erstmals einer großen Öffentlichkeit bekanntgemacht. Er wertete mehrere tausend Archivquellen aus und führte seit zwölf Jahren mehrere hundert Interviews mit Flüchtlingen, Angehörigen von Todesopfern, mit Grenzern, DDR-Diplomaten und Staatssicherheitsleuten. Sein Buch erscheint als 2. Begleitband zum Handbuch über die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze (1949-1989).

Deutschland und Albanien sind seit mehr als einem Jahrhundert durch wechselhafte Beziehungen miteinander verbunden. Bei der Bildung des albanischen Staates 1912 stand das Deutsche Reich neben anderen europäischen Großmächten Pate. Im Zweiten Weltkrieg folgte der italienischen die deutsche Besetzung Albaniens. Das Verhältnis der Sozialistischen Volksrepublik Albanien zu den beiden deutschen Staaten entwickelte sich unterschiedlich. Nach Überwindung der kommunistischen Herrschaft beschritt Albanien den Weg in die Europäische Union. Dabei ist Deutschland ein verlässlicher Partner.

Im vorliegenden Band befassen sich Autoren aus beiden Ländern mit den politischen und wirtschaftlichen Beziehungen. Die deutsche Botschafterin in Tirana bietet einen Ausblick auf die Zukunft Albaniens.

Herausgeber, Autorinnen und Autoren: Hans-Jürgen Müller, Matthias Dornfeldt, Enrico Seewald, Georg Herbstritt, Helmut Hoffmann, Marenglen Kasmi, Paskal Milo, Michael Schmidt-Neke, Peter Spary, Susanne Schütz; Übersetzung: Delina Binaj

Die gewalttätigen Ausschreitungen anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg im Sommer 2017 haben einer breiten Öffentlichkeit abermals das Ausmaß linker Gewaltbereitschaft vor Augen geführt. Klaus Schroeder und Monika Deutz-Schroeder untersuchen in diesem Buch die historischen und ideologischen Wurzeln der linken Selbstermächtigung zur Gewaltanwendung von ihren Ursprüngen in der Französischen Revolution, in den Texten von Karl Marx bis zur Gewaltpraxis unter Lenin und Stalin sowie in den sozialistischen Zwangsregimen der Roten Khmer oder dem realen Sozialismus in der DDR. Weiterhin werden die Gewaltdebatten in der Neuen Linken, die im Linksterrorismus der RAF mündeten, Erscheinungsformen der Straßenmilitanz und die aktuelle Gewalt gegen Globalisierung, Arbeitsämter, Burschenschaftler oder Infrastrukturen analysiert. Klaus Schroeder und Monika Deutz-Schroeder befassen sich in diesem Buch mit den Herausforderung der linken Gewalt in all ihren Formen und Facetten. Der Band ist im Herder Verlag erschienen.

Das Buch von Stefan Appelius über einen bislang unbekannten Spionagefall aus der Nachkriegszeit ist im Rowohlt-Verlag erschienen.
Olga Raue, ihr Mann und ihr Schwager spionierten für die CIA, zuerst in der DDR, später in Moskau. Der Verrat durch eine Freundin brachte Olga Raue eine langjährige Haftstrafe in der DDR ein. Nach sechs Jahren kaufte die Bundesrepublik sie 1977 frei. Die ehemalige Spionin schwieg mehr als 50 Jahre lang über ihre Mission im Osten. Stefan Appelius entdeckte in DDR-Akten den «Spionagering Raue» und konnte Olga Raue als Zeitzeugin befragen. Nach ihrer Festnahme wurde sie vom MfS angeworben, weil die Stasi hoffte, durch sie in das Verbindungsnetzt der CIA eindringen zu können. Das gleiche galt für ihren Schwager Gerd Raue. Er wurde schließlich unter den Augen des MfS vom BND in den Westen "geschleust". Olga Raue schrieb, nachdem ihre Bewährungszeit beendet war, dem MfS ihre Kündigung.Stefan Appelius hat in seinem Buch die Lebensgeschichte der Spionin in die sachkundige Analyse der Zeitumstände und in die Wirkungsgeschichte des Spionagerings um Olga Raue eingebettet.

Matthias Dornfeldt und Enrico Seewald legen zwei weitere Bände zur Diplomatiegeschichte vor.

Erschienen im be.bra Wissenschaftsverlag.

Die Geschichte der deutsch-georgischen Beziehungen reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Im Ersten Weltkrieg geriet der Kaukasus aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen in den Fokus deutscher Politik. Die Reichsregierung förderte die Unabhängigkeit der transkaukasischen Staaten von Russland und erkannte im Herbst 1920 die Demokratische Republik Georgien offiziell an. Wenige Monate später traf der erste Gesandte des Deutschen Reiches in Tiflis ein. Nach der Besetzung des Landes durch die Rote Armee im Februar 1921 wurde die Gesandtschaft in ein Generalkonsulat umgewandelt, das auf Wunsch der Sowjetregierung am 15. Januar 1938 schließen musste.

Der vorliegende Band gibt erstmals einen quellenbasierten Überblick über die Geschichte der deutsch-georgischen amtlichen Beziehungen und legt dabei den Schwerpunkt auf die ereignisreichen Jahre 1917 bis 1921. Dabei wird die Geschichte Georgiens vor 1914 genauso erfasst wie die schwierigen Jahre unter der Sowjetherrschaft. Im Ergebnis zeigt sich ein facettenreiches und anschauliches Bild der Ereignisse sowie des wechselseitigen Verhältnisses zwischen Deutschland und Georgien.

Mit zahlreichen, zum Teil bislang unveröffentlichten Fotografien und Faksimiles von Originaldokumenten.

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Herausgegeben von der  Deutschen Botschaft in Pressburg.

Dieser Band ist zweisprachlich erschienen.

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