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Wachtmeister der VP Walter Wrona

Fünf Volkspolizisten des Grenzpostens Kietz an der Elbe hatten für den 4. September 1950 die gemeinsame Flucht in den Westen verabredet. Einer von ihnen war ein Informant des Staatsicherheitsdienstes. Er verriet die Fluchtpläne seiner vier Kameraden. Sie wurden der sowjetischen Militärjustiz übergeben, zum Tode verurteilt und in Moskau hingerichtet.

Wrona
Bildquelle: FSB Archiv / Memorial Moskau

geboren am 6. Juni 1926 in Breslau (heute polnisch Wrocław)

erschossen am 18. April 1951 in Moskau

Orte des Geschehens: Volkspolizeibereitschaft Kietz/Elbe, gegenüber Gorleben (Brandenburg) und Moskau

Zu den am 4. September 1950 verhafteten 13 Volkspolizisten des Grenzpostens Kietz gehörte auch der 24-jährige Walter Wrona. Er wuchs in Breslau als Arbeiterkind auf und schloss dort 1943 seine Fleischerlehre ab. Danach und wurde er zunächst zur Marine eingezogen. 1944 geriet er als Infanterist in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung im Jahr 1949 kam er nach Mecklenburg und bewarb sich dort bei der Volkspolizei. Seine Einstellung erfolgte im Januar 1950, seit Juli 1950 diente er als Wachtmeister im Grenzpolizeikommando Kietz an der Elbe. Dort soll er sich dann nach MfS-Ermittlungen einer Gruppe von Gegnern des SED-Regimes angeschlossen haben. Nach seiner Verhaftung sagte Walter Wrona in einer Vernehmung, er habe die Fahnenflucht geplant, um in Westdeutschland nach seinen Eltern zu suchen, außerdem lehne er die Abtretung ehemals deutscher Gebiete an Polen ab. Der DDR-Staatssicherheitsdienst lieferte Wrona am 18. September 1950 der sowjetischen Militärjustiz aus, die ihn am 20. Dezember 1950 in Schwerin gemeinsam mit seinen Kameraden Gerhardt Hinze, Egon Roth, Horst Schwieger und Werner Wendt zum Tode verurteilte. Der Gruppe wurde antisowjetische Tätigkeit, Spionage, Vorbereitung eines Aufstands und die Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation vorgeworfen. Walter Wrona wurde am 18. April 1951 in Moskau erschossen. Die Militärstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitierte ihn am 16. August 2001. (Recherche: EZ, jk, jos.; Autor: jos.)

Siehe auch die Biografien von Heinz Krause, Gerhardt Hinze, Horst Schwieger, Egon Roth und Werner Wendt.