Springe direkt zu Inhalt

Preisträger 2017

„Understanding University: The Rhetoric(s) of German Academia“

Antragsteller/innen:
Prof. Dr. Anita Traninger, Institut für Romanische Philologie
Isabelle Fellner
Oliver Gent
Angie Martiens

Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Geschichte der Universität sowie historische Formen universitärer Rhetorik. Diese, so die Preisträgerinnen und Preisträger, wirkten bis heute nach und prägten Debattenkonventionen im Seminargespräch oder die stilistischen Normen wissenschaftlichen Schreibens. Zugleich würden diese Konventionen – im Unterschied etwa zur angelsächsischen Welt – in der deutschen Universität kaum offengelegt. Die Beschäftigung mit dem „akademischen Habitus“ unter dem Gesichtspunkt der Rhetorik solle dazu beitragen, die weit verbreitete Vorstellung einer scheinbar natürlichen Begabung als Voraussetzung für eine Partizipation am akademischen Diskurs zu entzaubern. Das Projekt, das von Anita Traninger, Professorin für Romanische Philologie an der Freien Universität Berlin, gemeinsam mit Isabelle Fellner, Oliver Gent und Angie Martiens konzipiert wurde, entstand aus der Arbeit am Sonderforschungsbereich 980 „Episteme in Bewegung“ heraus: Aus der Beschäftigung mit Fragen der europäischen Wissensgeschichte wurde ein Lehr­projekt entwickelt, das zu einer kritischen Reflexion der „strukturellen Widerständigkeit der Universität gegenüber Diversität“ beitragen soll. Das Lehrprojekt vereint die Diskussion der historischen Gründe für diese Situation mit einer praktischen Komponente. Die Veranstaltung wird auf Deutsch und Englisch angeboten, um auch internationalen Studierenden die Teilnahme zu ermöglichen.

Prof. Dr. Anita Traninger ist seit 2015 Universitätsprofessorin für Romanische Philologie (Galloromanistik und Hispanistik) mit dem Schwerpunkt Rhetorik an der Freien Universität Berlin. Sie hat breit zu Fragen von Rhetorik und Wissensgeschichte vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert publiziert.

„Molecular Diversity – Emergent Properties in Chemical Reactivity Networks“

Antragsteller/innen:
Prof. Beate Koksch, Institut für Chemie und Biochemie - Organische Chemie
Prof. Christoph Schalley, Institut für Chemie und Biochemie - Organische Chemie
Dorian Mikolajczak
Hendrik Schröder
Anthony Krause
Elena Petersen

Mit der Diversität von Molekülen und deren Kooperation in chemischen Reaktionsnetzwerken werden sich die Studierenden in dem zweiten mit dem Lehrpreis ausgezeichneten Projekt unter der Leitung von Professorin Beate Koksch und Professor Christoph Schalley vom Institut für Chemie und Biochemie an der Freien Universität Berlin beschäftigen. Thema der Veranstaltung „Molecular Diversity – Emergent Properties in Chemical Reactivity Networks“ („Molekulare Diversität – ermergente Eigenschaften in chemischen Reaktionsnetzwerken“) sind aber nicht nur chemische Prozesse bei molekularer Diversität, sondern auch die Parallelen zu anderen komplexen Systemen wie Insektenstaaten, dem Klima oder gesellschaftlichen Phänomenen vom Stau bis zur Massenpanik. Das Organisationsteam der Veranstaltung, zu dem neben Beate Koksch und Christoph Schalley auch die Studierenden der Chemie Elena Petersen und Anthony Krause sowie die beiden Doktoranden Hendrik Schröder und Dorian Mikolajczak gehören, will so zu einem „differenzierten naturwissenschaftlichen Weltbild“ beitragen und hat Vortragende aus Biologie, Klimaforschung und Soziologie eingeladen. Auch die Vermittlung von Forschung ist Teil des Seminarprogramms: Die Studierenden konzipieren Schauexperimente für die Lange Nacht der Wissenschaften an der Freien Universität Berlin am 9. Juni und produzieren für die allgemeine Öffentlichkeit verständliche Lehrfilme, die auf einer Videoplattform publiziert werden sollen.

Prof. Beate Koksch ist seit 2004 Professorin für Naturstoffchemie an der FU Berlin. Ihre Forschungsinteressen sind das Peptid- und Proteinengineering, vor allem durch den Einbau fluorierter Aminosäuren. Weiterhin studiert ihre Arbeitsgruppe die Aggregatbildung von Peptiden, die gesteuerte Bildung von Netzwerken aus Nanopartikeln und Peptiden und die Anwendung von selbst-organisierten Peptiden als Rückgrat für die multivalente Präsentation von Kohlenhydratliganden für die Wechselwirkung mit Pathogenen.

Prof. Christoph Schalley kam 2005 als Professor für Organische Chemie und modulare Synthese an die FU Berlin. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der supramolekularen Chemie, der molekularen Maschinen, der stimuli-responsiven weichen Materialien und der Chemie komplexer Systeme.