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Forschungsorientierte Lehre an der Freien Universität

Forschungsorientierte Lehre (FoL) ist im Selbstverständnis der Freien Universität Berlin fest verankert. Zahlreiche Initiativen zur Verknüpfung von Forschung und Lehre prägen die Lernkultur in den verschiedenen Fachbereichen. Um diese Verknüpfung systematischer zu gestalten sowie eine nachhaltige Integration von Spitzenforschung in die Lehre zu sichern, hat die Freie Universität Berlin im Rahmen ihres Zukunftskonzepts das FoL-Programm entwickelt. Das Programm umfasst, neben dem Einbezug von Forschungsverbünden, die gezielte Einbindung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie die Kooperation mit außeruniversitären Forschungsinstituten in Studium und Lehre.

Forschungskompetenzen in der Wissensgesellschaft

Forschungskompetenzen sind eine zentrale Voraussetzung für die Identifikation und Bearbeitung von Problemen einer komplexen Wissensgesellschaft. Universitäten leisten einen genuinen Beitrag zur Ausbildung dieser Forschungskompetenzen. Dies gilt sowohl für die forschungsmethodische Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses als auch für die Ausbildung evidenzbasierter Expertenberufe. Nicht nur für die Generierung von systematisch geprüftem Wissen, sondern auch für dessen kompetente Anwendung in unterschiedlichen Praxisfeldern ist entscheidend, ob

  • aktuelle Forschungsbefunde gezielt recherchiert und hinsichtlich ihrer Validität kriteriengeleitet beurteilt werden,
  • Leerstellen in der Befundlage und Anschlussfragen systematisch identifiziert werden,
  • wissenschaftliche Befunde kompetent kommuniziert und diskutiert werden,
  • wissenschaftliche Befunde hinsichtlich ihrer praktischen Relevanz sowie ethischen Reichweite reflektiert werden.

Ziele Forschungsorientierter Lehre

Universitäten sind der wichtigste gesellschaftliche Lernort für den Erwerb von Forschungskompetenzen. In ihren Instituten und Arbeitsgruppen ist nicht nur das jeweils aktuellste forschungsbasierte Wissen repräsentiert, gerade forschungsstarke Universitäten sind darüber hinaus auch in der Lage, im Rahmen ihrer Forschungsaktivitäten besondere Lernanlässe für Studierende zu schaffen. Sie stellen als wissenschaftliche Communities of Practice außerdem ein Sozialisationsmilieu für den Erwerb eines forschenden Habitus dar.

Die Freie Universität Berlin sieht sich allen drei Aspekten gleichermaßen verpflichtet:

1. Die Grundlage von Forschungskompetenz ist die Aneignung wissenschaftlichen Wissens und zwar sowohl der theoretischen Grundlagen als auch der jeweils aktuellen Befunde wissenschaftlicher Forschung.

2. Der Erwerb von Forschungskompetenzen wird durch die Schaffung von Gelegenheiten, in Gruppen eigene Forschungsfragen zu entwickeln und zu bearbeiten, unterstützt.

3. Ziel ist die Entwicklung eines Forschungshabitus, der in den handlungsleitenden Überzeugungen der wissenschaftlichen Wahrhaftigkeit, der wissenschaftlichen Neugier und der wissenschaftlichen Kritik seine Grundlage hat.

Formate Forschungsorientierter Lehre

Um die Verknüpfung von Spitzenforschung und Lehre zu erleichtern, setzt die Freie Universität Berlin insbesondere auf vier Lehr-Lern Formate:

  • Lehrforschungsprojekte oder Forschungswerkstätten in Anbindung an laufende (Verbund-)Forschungsprojekte
  • Forschungspraktika, die von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der (Verbund)Projekte begleitet werden
  • Forschungskolloquien und Veranstaltungsreihen, in denen Studierende die Ergebnisse ihrer eigenen Forschungstätigkeit in der Form von Präsentationen oder Postern vorstellen
  • Ringvorlesungen, in denen Verbundprojekten aktuelle Forschungsbefunde vorstellen.

Maßnahmen zur Förderung Forschungsorientierter Lehre

  • In den Studien- und Prüfungsordnungen der einzelnen Fächer werden Formate Forschungsorientierter Lehre integriert, sofern dies nicht bereits der Fall ist.
  • Angebote zur Einbindung von Spitzenforschung in Lehrangebote von Masterstudiengängen wurden zwischen 2013 und 2017 umfassend geprüft und evaluiert.
  • Im Rahmen der Allgemeinen Berufsvorbereitung wird derzeit ein interdisziplinäres Angebot für Bachelorstudierende eingeführt.
  • Internationale und interdisziplinäre Angebote Forschungsorientierter Lehre werden gezielt unterstützt.
  • Seit 2013 wird jährlich ein Lehrpreis für die Entwicklung innovativer Konzepte Forschungsorientierter Lehre ausgeschrieben.
  • Insbesondere für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler werden spezifische Qualifizierungsangebote für Forschungsorientierte Lehre entwickelt.
  • Im Rahmen ihrer Masterbefragung evaluiert die Freie Universität Berlin regelmäßig ihre Angebote Forschungsorientierter Lehre.
  • Auf der Grundlage eines Kompetenzmodells, das fünf Forschungskompetenzdimensionen unterscheidet, wurde ein Fragebogen zur Erfassung von Forschungskompetenzen von Studierenden entwickelt.