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Forschungskompetenzen messen

Kompetenzmodell

Zur Systematisierung der Initiativen zur Forschungsorientierten Lehre an der Freien Universität, wurde am Arbeitsbereich Schulpädagogik/Schulentwicklungsforschung ein Kompetenzmodell entwickelt. Das RMRK-W-Modell (Thiel & Böttcher, 2014) ist ein allgemeines, fachkulturübergreifendes Kompetenzmodell, das sich an der Logik des Forschungsprozesses orientiert. Unterschieden werden die vier Kompetenzbereiche Recherchekompetenzen, Methodenkompetenzen, Reflexionskompetenzen und Kommunikationskompetenzen sowie eine Dimension Fachliches Wissen.

Kompetenzmodell

Kompetenzmodell

Recherchekompetenzen

  • Systematisches Recherchieren des Forschungsstandes
  • Beurteilen recherchierter Literatur
  • Erkennen widersprüchlicher Befunde
  • Identifikation von Forschungsbedarf

Methodenkompetenzen

  • Formulierung und Operationalisierung von Forschungsfragen/Hypothesen
  • Planung eines Forschungsprozesses
  • Erfassung des Forschungsgegenstands
  • Anwendung adäquater Analysemethoden

Reflexionskompetenzen

  • Reflexion des wissenschaftlichen Ertrags
  • Reflexion methodischer Grenzen
  • Reflexion des Anwendungspotentials
  • Reflexion der forschungsethischen Implikationen

Kommunikationskompetenzen

  • Verfassen einer wissenschaftlichen Publikation
  • Präsentation wissenschaftlicher Befunde

Fachliches Wissen

  • Kenntnis zentraler Theorien im Fach
  • Kenntnis zentraler Forschungsmethoden des Fachs
  • Kenntnis zentraler aktueller Befunde im Fach
  • Kenntnis der Standards wissenschaftlicher Kommunikation

Ziele Forschungsorientierter Lehre

Mit Bezug zum Kompetenzmodell lassen sich klare Ziele definieren und deren Erreichen evaluieren. Studierende unterschiedlicher Fachkulturen erlangen durch die Teilnahme an Forschungsorientierter Lehre die Möglichkeit,

  • aktuelle Forschungsbefunde gezielt zu recherchieren, hinsichtlich ihrer Güte kriteriengeleitet zu beurteilen und weiteren Forschungsbedarf zu identifizieren („Recherchekompetenz“),
  • eine Forschungsfrage mit geeigneten Methoden systematisch zu untersuchen („Methodenkompetenz“),
  • wissenschaftliche Befunde hinsichtlich ihrer praktischen Relevanz sowie ethischen Reichweite zu reflektieren („Reflexionskompetenz“) ,
  • wissenschaftliche Befunde kompetent zu kommunizieren und zu diskutieren („Kommunikationskompetenz“),
  • sich aktuelles wissenschaftliches Wissen anzueignen, sowohl der theoretischen Grundlagen als auch der jeweils aktuellen Befunde wissenschaftlicher Forschung („Fachliches Wissen“).
Publikation zum Kompetenzmodell: Thiel, F. & Böttcher, F. (2014). Modellierung fächerübergreifender Forschungskompetenzen - Das RMKR-W-Modell als Grundlage der Planung und Evaluation von Formaten forschungsorientierter Lehre. In B. Berendt, A. Fleischmann, J. Wildt, N. Schaper & B. Szczyrba (Hrsg.), Neues Handbuch Hochschullehre (I 2.10, S. 109-124). Berlin: Raabe. www.nhhl-bibliothek.de