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Digital*Humanities im Gespräch im Wintersemester 2020/21

10. Dezember 2020: Nils Reiter und Axel Pichler: "Interdisziplinär Arbeiten im Center for Reflected Text Analytics?"

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CRETA entwickelt interdisziplinäre mixed methods zur Textanalyse in den Digital Humanities. Der Vortrag entwickelt ausgehend von den Herausforderungen interdisziplinärer Arbeit praktische Lösungen, die sowohl das Projektmanagement als auch die digitale Hermeneutik betreffen. Ein zentraler Ansatz ist dabei die Praxis der reflektierten Textanalyse, deren prototypischen Arbeitsablauf wir im Detail besprechen.

28. Januar 2021: Beatrice Gründler, Johannes Stephan und Theodore Beers: "Wie hält man einen mobilen Text fest? Digitale Philologie in Kalila wa-Dimna – ein Weisheitsbuch in vielen Sprachen"

Online-Veranstaltung via Webex

Fokus des ERC-Projekts „AnonymClassic“ ist Kalila wa-Dimna, ein Weisheitsbuch in Form einer Parabelsammlung. Dieses Werk wurde nicht nur durch mehr als vierzig verschiedene Sprachen in Asien und Europa weitergereicht, sondern veränderte sich auch innerhalb einiger dieser Sprachen erheblich – insbesondere in den arabischsprachigen Fassungen, auf denen alle späteren Versionen fußen. Diesen Prozess aufzuzeigen, die unterschiedlichen Versionen zu analysieren und in ihrem Zusammenhang zu untersuchen, kann nur mit digitalen Mitteln geleistet werden. Umgekehrt vermag unsere synoptische digitale Edition den eigenwilligen modus vivendi dieses Werks, nämlich den einer mouvance par écrit, zu erhalten. Sie erlaubt es darüber hinaus, genuine Stimmen von Kopisten herauszufiltern, die ihren Auftrag als Einladung zum Um- und Weiterschreiben verstanden und auf diese Weise zu Redaktoren wurden. Damit eröffnen digitale Instrumente zum ersten Mal die Möglichkeit, Fragen zu anonymer Redaktion, zum Status vormoderner Amateurleser*innen und -autor*innen und nach der Beziehung zwischen Fiktion und Sprachvarietät innerhalb einer umfangreichen und mannigfaltigen arabischen Manuskripttradition nachzugehen.

25. Februar 2021: Christof Schöch: "Digital, mehrsprachig, interdisziplinär, vernetzt: die COST Action Distant Reading for European Literary History"

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Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich für die europäische Literaturgeschichtsschreibung, wenn zunehmend literarische Texte in digitaler Form vorliegen? Das Vorhaben „Distant Reading for European Literary History“ widmet sich dieser Frage und verbindet dabei Forschung und Netzwerkbildung. Seit 2017 als COST Action gefördert, konnte die Initiative mittlerweile ein interdisziplinäres und internationales Netzwerk von Forscherinnen und Forschern aus den Literaturwissenschaften, der Computerlinguistik und den Digital Humanities bilden, das Ressourcen und Tools entwickelt, um die europäische Literaturgeschichte auf eine reichhaltige digitale und mehrsprachige Datenbasis zu stellen. Zentrales Projektziel ist die Publikation der „European Literary Text Collection“ (ELTeC), in der Korpora von jeweils 100 Romanen aus der Zeit 1840–1920 in 16 verschiedenen europäischen Sprachen entstehen. Aber auch die multilingual kompatible linguistische Annotation dieser Daten und die Erfassung der konzeptuellen Konsequenzen einer datenbasierten Literaturgeschichte werden im Projekt bearbeitet.