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Digital*Humanities im Gespräch im Sommersemester 2020

++++ Alle Veranstaltungen werden abgesagt ++++ 

30. April 2020: Howard Hotson und Thomas Wallnig: "Reassembling the Republic of Letters in the Digital Age, or: Networking to the Fourth Power"

(Vortrag in englischer Sprache)

Between 2014 and 2019, a community of over 200 academics from more than 30 countries joined a European research network called Reassembling the Republic of Letters. The purpose of the exercise was to assemble an interdisciplinary network to design a networking platform to support a scholarly network studying past intellectual networks. With this purpose in mind, scholars, librarians and developers worked together towards a pair of complementary goals. One goal was technical: to negotiate the basis for a distributed digital infrastructure for studying early modern intellectual correspondence. The other goal was scholarly: to experiment with the new forms of collaborative scholarship which could emerge on such infrastructure to generate a polyphonic, transnational intellectual history of the early modern world. Both aspects are documented in a collaboratively written volume, published in 2019, which also relates individual historical case studies to a wide range of traditional methodological frameworks, from social history to the history of ideas. The paper will introduce the audience to the details of the book and the project underlying it, and discuss recent developments both in the field of infrastructure and in that of scholarly methodology.

28. Mai 2020: Beatrice Gründler, Johannnes Stephan und Theodore Beers: "Wie hält man einen mobilen Text fest? Digitale Philologie in Kalila wa-Dimna – ein Weisheitsbuch in vielen Sprachen"

Fokus des ERC-Projekts „AnonymClassic“ ist Kalila wa-Dimna, ein Weisheitsbuch in Form einer Parabelsammlung. Dieses Werk wurde nicht nur durch mehr als vierzig verschiedene Sprachen in Asien und Europa weitergereicht, sondern veränderte sich auch innerhalb einiger dieser Sprachen erheblich – insbesondere in den arabischsprachigen Fassungen, auf denen alle späteren Versionen fußen. Diesen Prozess aufzuzeigen, die unterschiedlichen Versionen zu analysieren und in ihrem Zusammenhang zu untersuchen, kann nur mit digitalen Mitteln geleistet werden. Umgekehrt vermag unsere synoptische digitale Edition den eigenwilligen modus vivendi dieses Werks, nämlich den einer mouvance par écrit, zu erhalten. Sie erlaubt es darüber hinaus, genuine Stimmen von Kopisten herauszufiltern, die ihren Auftrag als Einladung zum Um- und Weiterschreiben verstanden und auf diese Weise zu Redaktoren wurden. Damit eröffnen digitale Instrumente zum ersten Mal die Möglichkeit, Fragen zu anonymer Redaktion, zum Status vormoderner Amateurleser*innen und -autor*innen und nach der Beziehung zwischen Fiktion und Sprachvarietät innerhalb einer umfangreichen und mannigfaltigen arabischen Manuskripttradition nachzugehen.

25. Juni 2020: Fotis Jannidis: "ihr werdet’s nicht erjagen" – Distant Reading und die Komplexität der Literatur

Literatur gilt als komplexe Textsorte und gute Literatur sei, so heißt es, besonders komplex. Allerdings hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass es nicht einfach ist, dies mit den Verfahren des Distant Reading sichtbar zu machen, und man hat sogar angenommen, dass es eben diese Komplexität sei, die es unmöglich mache, quantitative Verfahren auf literarische Texte anzuwenden. Der Vortrag wird Heftromane, die den meisten als die schlechteste und schlichteste Form von Literatur gelten, mit 'Hochliteratur' vergleichen und Ansätze zu einer umfassenderen Beschreibung von Textkomplexität vorstellen.